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Verfahren zur fortlaufenden Herstellung von Erzeugnissen in Form von Bahnen, die aus Kautschuk- oder kautschukhaltigen Kompositionen bestehen oder solche enthalten.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von Erzeugnissen, die aus Kautschukoder kautschukhaltigen Kompositionen bestehen oder solche enthalten.
Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen, die aus Kautschuk oder kautsehukhaltigen Kompositionen bestehen oder solche enthalten, zu schaffen, wobei als Ausgangsmaterial für den Kautschuk unmittelbar wässerige Dispersionen der im folgenden beschriebenen Art verwendet werden.
Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus Kautschuklatex bekannt, beispielsweise Verfahren zur Herstellung von Kautschukplatten, Kautschukbändern, mit Kautschuk überzogenen Geweben, z. B. wasserdichten Geweben, imprägnierten schussfreien Cordstoffen, Ersatzmittel für Kork, Leder, Linoleum, die in Form eines losen Fliesses verwendete Zellulose enthalten, und von Teppichen mit Kautschukrücken.
Bei Verfahren zur Herstellung von aus Kautschuk bestehenden oder solchen enthaltenden Erzeugnissen unmittelbar aus Kautschuklatex ist es bekannt, Walzen für verschiedene Zwecke zu verwenden.
Es ist auch bekannt, als fest zu bezeichnende Erzeugnisse, z. B. bahnförmiges Material und Cordstoffe, dadurch herzustellen, dass man einen Strahl aus Latex oder einen fliessenden Latexstrom mit einer Säure in Berührung bringt, um einen zähen, undurchlässigen, mechanisch festen hutförmigen Überzug aus koaguliertem Kautschuk zu erhalten, den so erzeugten, an der Oberfläche überzogenen Körper aus Latex zwecks Koagulation stehen lässt, presst und das überzogene koagulierte Erzeugnis wäscht und trocknet und das verfestigte Erzeugnis gegebenenfalls einem absatzweise wirkenden Druck zwischen Walzen aussetzt, um eine einseitige Dehnbarkeit zu erzielen.
Zur Herstellung von hohlen Kautschukartikeln wurde vorgeschlagen, folgende Einrichtungen zu verwenden : Eine angetriebene Trommel, einen Trog, der das Koagulationsmittel enthält und in der Nähe der Trommel angeordnet ist, ein Organ zum Übertragen des Koagulationsmittels von dem Trog auf die Trommel, einen Trichter zum Aufbringen eines Latexfilms auf die Trommeloberfläche und einen Dorn, der gegebenenfalls mit einem Film aus einem Kautschukfällungsmittel überzogen ist und mit der Trommel in Berührung steht, um den Film aus dem frisch koagulierten Latex aufzunehmen und abzwickeln.
Es ist auch bekannt, Kautschuklatex auf ein Gewebe aufzubringen, das über eine Trockenenrichtung, z. B. in Form einer Trommel, geführt wird, wodurch die Koagulation des Kautschuks auf dem Gewebe hervorgebracht und so das Gewebe dicht wird. Ein bekanntes Verfahren dieser Art zur Herstellung von Cordgeweben besteht darin, eine Anzahl paralleler Cordfäden durch Latex, der zwischen einer Aufstreichtrommel und einer Trockentrommel angehäuft ist, durchzuführen. Es wurde auch vorgeschlagen, Cordgewebe durch Kalanderwalzen zu führen, zwischen denen Latex angehäuft ist, und das mit Latex versehene Gewebe sodann über eine Trockentrommel zu führen, um das Trocknen des Kautschuks auf dem Cordgewebe zu bewirken.
Bei diesen Verfahren geht die durch Trocknung bewirkte Koagulation von der Oberfläche des Latex, die der Trommeloberfläche abgekehrt ist, aus, da sich bei der Verdampfung des im Latex vorhandenen Wassers durch die Trocknung zuerst auf der Oberfläche des Latex eine Haut bildet. Um die Verdampfung zu ermöglichen, muss die Latexoberfläche frei liegen, so dass die Koagulation bei diesen Verfahren erst hinter den Klemmstellen der Walzen einsetzen kann.
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Bei allen diesen bekannten Verfahren ergeben sich zufolge des Haftens von Latex an den Walzen Schwierigkeiten. Dies ist auch der Grund, warum es bisher nicht möglich war, Kautschukbahnen unmittelbar aus Latex dadurch herzustellen, dass man Latex fortlaufend durch die Klemmstelle zweier Walzen führt.
Die Erfindung zielt darauf ab, diesen Nachteil zu beseitigen und sowohl die Herstellung von Kautschukbahnen als auch von mit Kautschuk überzogenen Geweben, Cordfäden u. dgl. Material unmittelbar aus wässerigen Dispersionen von Kompositionen, die aus Kautschuk bestehen oder solchen enthalten, zu ermöglichen.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zur fortlaufenden Herstellung von Erzeugnissen in Form von Bahnen, die aus Kautschuk oder kautschukhaltigen Kompositionen bestehen oder solche enthalten, besteht darin, dass wässerige Dispersionen dieser Kompositionen in bekannter Weise in eine oder mehrere trog-oder trichterartige Klemmstellen, die ganz oder teilweise durch zwei oder mehrere bewegte Flächen gebildet werden, z. B. in die Klemmstellen zwischen zwei rotierenden Walzen, eingeführt werden und die Koagulation der wässerigen Dispersionen in solcher Weise bewirkt wird, dass sie schon bei Einführung der Dispersionen zwischen die bewegten Flächen einsetzt und von hier aus fortschreitet und das so gebildete Material durch die Klemmstellen abgezogen wird.
Die verwendeten wässerigen Dispersionen können hinreichend empfindlich sein, um auf ihrem Wege durch die Klemmstellen zu koagulieren. Die Koagulation kann auch dadurch bewirkt werden, dass die bewegten Flächen mit einer Koagulationsflüssigkeit benetzt werden. Die bewegten Flächen können auch beheizt werden, in welchem Falle hitzeempfindliche Dispersionen verwendet werden.
Da gemäss der Erfindung die Koagulation bei Einführung des Latex zwischen die-bewegten Flächen, z. B. Walzen, beginnt, wird das Haftenbleiben des Latex an den Walzen durch die koagulierte Kautschukhaut verhindert. Sobald der Latex mit dieser Haut in die Klemmstellen der Walzen gelangt, wird er weiter koaguliert und die koagulierte Haut mit dem übrigen Latexkoagulum zu einer Einheit verbunden.
Die Menge der wässerigen Dispersionen, die den Klemmstellen zugeführt werden soll, kann so bemessen sein, dass sie gerade ausreicht, um die Klemmstellen kontinuierlich mit Dispersion zu versehen.
Es können auch mehrere Klemmstellen hintereinander angeordnet und jeder Klemmstelle wässerige Dispersionen und gegebenenfalls zu überziehendes Material zugeführt werden.
Die Klemmstellen können durch Anordnung zweier oder mehrerer bewegter Gewebebahnen oder zweier oder mehrerer im Winkel zueinander stehenden bewegten Gewebebahnen, die zwischen zwei sich drehenden Walzen hindurchgeführt werden, oder durch Einführen einer bewegten Gewebebahn zwischen zwei sich drehenden Walzen gebildet werden.
Wenn man mit Koagulationsmittel versehene Walzen verwendet, so ist es am zweckmässigsten, Walzen mit einem Kautschuküberzug zu wählen, der von harter Natur ist und eine Korrosion, die durch Einwirkung des Koagulationsmittels bedingt werden könnte, verhindert. Die Walzen sind durch ein Getriebe miteinander verbunden und können von Hand oder mit einem Motor betrieben werden. Die Aufbringung des Koagulationsmittels kann beispielsweise durch Verwendung von Filzdochten, die im Koagulationsmittel eintauchen, erreicht werden oder mittels mit Filz überzogenen Walzen, die sich in einem Bad des Koagulationsmittels drehen und mit den Walzen, die dem Verfahren dienen, in Berührung stehen.
Man kann jedes geeignete bekannte Koagulationsmittel verwenden, beispielsweise wässerigeEssigsäurelösungen, koagulierende Salzlösungen, beispielsweise eine Lösung von Magnesiumsulfat. Auch flüchtige Koagulationsmittel können verwendet werden.
Beispielsweise wird bei der Herstellung von Kautschukplatten unmittelbar aus Kautschuklatex eine pastenförmige Latexmischung von 68% Gesamtgehalt an festen Stoffen und der folgenden Zusammensetzung :
EMI2.1
<tb>
<tb> Kautschuk <SEP> 90 <SEP> Gewichtsteile
<tb> Kaliumhydroxyd <SEP> 0-8"
<tb> Schwefel..................... <SEP> le
<tb> Zinkoxyd <SEP> je
<tb> Lampenruss <SEP> 19
<tb> Zinkäthyldithiocarbamat....... <SEP> l <SEP> Gewichtsteil
<tb>
in die Klemmstelle zweier mit Koagulationsmittel versehenen rotierenden Walzen eingeführt, die horizontal gelagert sind, und die Kautsehukplatte kontinuierlich zwischen diesen abgezogen. Die in dieser Weise hergestellte Kautschukplatte kann auf einer Wasserbahn zwecks Bearbeitung weggeführt und hierauf getrocknet und mit Kreide eingestaubt werden..
Die Dicke der Platte wird durch den Abstand der Walzen und die Stärke des verwendeten Koagulationsmittels bestimmt. Es hat sich gezeigt, dass die austretende Platte sehr gleichmässig ist.
Es wurde gefunden, dass bei Verwendung von mit Koagulationsmittel benetzten Walzen oder heissen Kalanderwalzen und einer destabilisierten Latexmischung dicke Platten hergestellt werden können,
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wogegen bei Verwendung von Latexmischungen, die gegen Scheren empfindlich sind, nur dünne Platten erzeugt werden, da in diesem Falle die Walzen sehr nahe aneinander liegen müssen, um eine Koagulation des Latex zu bewirken.
Während bei den Streichverfahren unter Verwendung von Kautschuklatex, bei welchen die Trock- nung und Koagulierung durch blosse Erhitzung bewirkt wird, eine Anzahl von Schichten notwendig ist, um auch nur eine dünne Platte aufzubauen, und für die Herstellung von dicken Kautschukplatten, wie sie beispielsweise für Golfballbänder und Fäden erforderlich sind, eine viel grössere Anzahl von Schichten notwendig ist, ist es gemäss der vorliegenden Erfindung möglich, selbst dicke Kautschukplatten in einem
Verfahrensgang herzustellen.
Gemäss der vorliegenden Erfindung kann eine Latexmischung zwischen zwei bewegten oder sich drehenden Flächen, die kontinuierlich mit Koagulationsmittel benetzt werden, gepresst oder geschert werden ; eine gegen Scheren empfindliche Latexmischung kann zwischen bewegten oder sich drehenden
Flächen gepresst und geschert werden, die nicht mit einem Koagulationsmittel versehen worden sind.
Eine hitzeempfindliche Latexmischung, d. i. eine Latexmischung, die fähig ist, unter der Einwirkung von Hitze zu koagulieren oder ein Gel zu bilden, kann zwischen bewegten oder sich drehenden Flächen gepresst oder geschert werden, die kontinuierlich mit Koagulationsmittel benetzt oder nicht benetzt verwendet werden können.
Gegebenenfalls kann Hitze verwendet werden, um die Koagulation einer Latexmischung, welche auf eine bewegte oder sich drehende kontinuierlich mit Koagulationsmittel versehene Fläche aufgebracht ist, zu fördern. Ferner kann gewünschtenfalls die kontinuierliche Koagulation einer hitzeempfindlichen
Mischung, die zwischen zwei erhitzten, bewegten oder sich drehenden Flächen hindurchgeführt wird, durch Pressen und Scheren unterstützt werden.
Bei der Herstellung von Erzeugnissen, die aus Fasern und Kautschuk bestehen, kann man bei- spielsweise zwei Baumwollflore kontinuierlich in die Klemmstelle, welche durch zwei mit Koagulätionsmittel benetzte rotierende horizontale Walzen gebildet wird, einführen, wobei man eine Anhäufung von pastenförmiger Latexmischung zwischen den zwei Einzugsstellen aufrechterhält. Das Verfahren geht mehr oder weniger selbsttätig vor sich, und das gebildete Material tritt kontinuierlich aus. Gegebenen- falls kann man das Material gleichzeitig an seiner Oberfläche überziehen, indem man zusätzliche An- häufungen von Latexmischung zwischen den Aussenflächen der Flore und den entsprechenden Walzen vorsieht.
Eine weitere Behandlungsweise, die gute Resultate erzielen lässt, besteht darin, dass man einen schweren Flor zwischen die mit Koagulationsmittel benetzten Walzen einführt, wobei man eine Anhäufung von Latexmischung zwischen einer oder beiden Seiten des Flors und den Walzen aufrechterhält.
Beim Durchführen der Flore zwischen den Klemmstellen findet ein Durchdringen der Latex- mischung zu den Aussenflächen statt, wenn Latex zwischen zwei Floren eingeführt wird, oder von aussen nach innen, wenn ein starker Flor unter Verwendung von Latexanhäufungen an seinen Aussenseiten verwendet wird.
Neben kardierten Floren von Baumwolle können auch kardierte Flore von Wolle u. dgl., wenn dies gewünscht wird, in der beschriebenen Weise behandelt werden. Ferner kann gegebenenfalls, an
Stelle von kardierten Floren, Filz in ähnlicher Weise wie die mit Kautschuk versetzten kardierten Flore imprägniert und an der Oberfläche überzogen werden.
Nach dem erfindungegemässen Verfahren kann man auf verschiedenartigen gewebten Erzeugnissen ebene und glatte Überzüge herstellen. Beispielsweise kann man ein Gewebe zwischen der Klemmstelle- zweier mit Koagulationsmittel benetzten sich drehenden Walzen durchführen und eine Anhäufung von
Latexmischung nur auf einer Seite des Gewebes vorsehen. Das Gewicht des Kautschukniederschlages auf dem Gewebe wird durch den Spalt zwischen den Walzen und die Stärke des Koagulationsmittels, mit dem diese benetzt werden, geregelt. Die Verwendung eines Koagulationsmittels auf der Walze an der Seite, auf welcher Latex nicht eingeführt wurde, wirkt der Neigung des Latex, durch das Gewebe durchzuschlagen, entgegen.
Beiderseitig mit Textilüberzügen versehenes wasserdichtes Material kann man in einem einzigen
Verfahrensgang herstellen, indem man eine Latexmischung zwischen zwei Bahnen des Materials, das wasserdicht gemacht werden soll, kalandriert, wobei die Walzen des Kalanders kontinuierlich mit einem
Koagulationsmittel benetzt werden.
Für die Herstellung von Riemen kann man eine Latexmischung zwischen die Klemmstellen ein- führen, die durch eine Anzahl von Gewebelage und die beiden mit Koagulationsmittel versehenen rotierenden Walzen gebildet werden. Der Riemen wird mit einem Überzug versehen und gleichzeitig werden die Lagen durch den Kautschuk aneinander gebunden.
Wohlfeiles Bodenbelagsmaterial kann man herstellen, indem man eine grosse Anzahl von Lagen billigen, offenen Sackstoffes aufeinanderschichtet, eine Latexmischung zwischen die Sackstofflagen einführt und den Sackstoff zwischen mit Koagulationsmittel benetzten, rotierenden Walzen durchführt.
Verwendet man statt offenen Sackstoff offenen Asbeststoff und behandelt diesen mit einer Ebonit- mischung, so kann man Erzeugnisse erhalten, die als Bremsbelag verwendet werden können.
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Teppiche können gemäss der vorliegenden Erfindung in kontinuierlicher Weise mit einem Rücken versehen werden. Das Teppichmaterial wird zwischen mit einem Koagulationsmittel versehenen rotieren- den Walzen durchgeführt und eine Latexmischung auf eine Seite des Teppichs aufgebracht. Da der
Teppich dick ist, dringt das Koagulationsmittel von. der dem Kautschuk abgekehrten Seite des Teppichs nicht so tief in den Latex ein, dass dadurch ein Eintreten des Latex in die Haardecke des Teppichs und eine Befestigung der. Teppichhaare verhindert werden würde.
Es ist ferner möglich, sehussfreien Cord in kontinuierlicher Weise mit einem Kautschuküberzug zu versehen, indem man derartiges Material von einem geeigneten Spulenhalter durch die Klemmstelle zweier mit Koagulationsmittel benetzten Walzen führt, wobei man an der Einzugsstelle einen Vorrat von Latexmischung aufrechterhält.
Die Emulsionen oder Dispersionen von Kautschuk od. dgl. umfassen Dispersionen von Kautschuk,
Guttapercha, Balata oder ähnlichen natürlichen oder künstlichen Pflanzenstoffen. Zu den künstlichen wässerigen Dispersionen sind unter andern solche von koaguliertem Kautschuk, vulkanisiertem Kautschuk, synthetischem Kautschuk, Kautschukabfall oder Regenerat zu zählen.
Gewünschtenfalls können die erwähnten Dispersionen allein oder in Mischung miteinander ver- wendet werden.
Jede der obenerwähnten Dispersionen kann die üblichen bekannten Mischungsbestandteile und
Vulkanisationsmittel enthalten und/oder zunächst konzentriert sein.
Konzentrate, wie solche nach dem Verfahren der österr. Patentschrift Nr. 132700 und der britischen Patentschrift Nr. 219635 erhalten werden, und denen irgendeiner oder mehrere der übliches bekannten Zusatzstoffe zugesetzt sein können, können gleichfalls zur Verwendung gelangen.
Gegebenenfalls kann den verwendeten wässerigen Dispersionen die Fähigkeit verliehen werden, unter der Einwirkung von Hitze ein Gel zu bilden. Beispiele von Stoffen, die verwendet werden können, um den genannten Dispersionen diese Fähigkeit zu verleihen, sind Natrium-oder Kaliumsilikofluorid,
Ammoniumpersulfat oder Reagentien, die durch chemische Einwirkung aufeinander bei Anwendung von Hitze ein oder mehrere Stoffe bilden, welche als aktive Koagulationsmittel wirken, beispielsweise eine Mischung von Zinkoxyd und Ammoniumsulfat.
Gegebenenfalls kann man eine oder mehrere der bewegten oder sich drehenden Flächen, wie bei- spielsweise die rotierenden Walzen, mit einer Musterung versehen, wodurch man Erzeugnisse mit ge- musterter oder bossierter Oberfläche oder durchlochte Erzeugnisse erhält. Ferner kann man das gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellte Material nachträglich, z. B. in bekannter Weise zum Appretieren der Oberfläche nach Art des schwedischen Handsehuhleders, behandeln, indem man das Material bei- spielsweise mit Wollabfällen behandelt.
Gewünschtenfalls können manche Erzeugnisse, die gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellt werden, bossiert, mit Zellulose zugerichtet oder in anderer Weise nach den bekannten Verfahren behandelt werden, mittels welchen man normalerweise die Appretur künstlichen Leders durchführt.
Das folgende Beispiel zeigt, wie das Verfahren gemäss der vorliegenden Erfindung durchgeführt werden kann.
Beispiel 1. : Zum Undurchlässigmachen und Gummieren von schuss *freiem Cord kann man, insbesondere wenn Überzüge von sehr geringem Gewicht erzielt'werden sollen und'wenn Mischungen von geringem Kautschukgehalt verwendet werden sollen, in der im folgenden beschriebenen Weise ver- fahren. In solchen Fällen empfiehlt es sich, ein Streichwerkzeugin Verbindung mit Walzen zu verwenden, die mit einem Koagulationsmittel benetzt sind. Die Durchführung dieses Verfahrens ist in Fig. 1 sche- matisch dargestellt. Mit 1 sind zwei sich drehende Walzen'bezeichnet, die durch die Walzen 2 mit einem
Koagulationsmittel benetzt werden. 3 bezeichnet ein Streichmesser, 4 eine Latexmischung und 5 das
Gewebe, das undurchlässig gemacht werden soll.
Bei dieser Anordnung ist die Verwendung des Strich- messers zur Herstellung des feinen Überzuges von Vorteil, während die mit Koagulationsmittel versehenen
Walzen eine bequeme Arbeitsweise ermöglichen. Diese Anordnung ist bei der Gummierung von schuss- freiem Cord besonders wertvoll.
Beispiel 2 : Zur kontinuierlichen Herstellung verstärkter, poröser oder mikroporöser Erzeug- nisse aus Kautschuk od. dgl., die eine grosse Reissfestigkeit aufweisen, nach dem Verfahren, das darin besteht, dass man einen oder mehrere Flore von verbundenen (verfilzten) Fasern mit Kautschuklatex behandelt, den Latex hierauf koaguliert oder Gelbildung bewirkt und hernach das Koagulat oder Gel in bekannter Weise unter solchen Bedingungen vulkanisiert, dass ein Verdampfen der darin enthaltenen
Flüssigkeit verhindert wird, kann man in der folgenden Weise verfahren :
Ein oder mehrere Lagen kardierter Baumwolle werden zwischen mit Koagulationsmittel versehenen
Walzen eingeführt und mittels einer Ebonitmischung,'die man entweder zwischen den Flor und den
Walzen oder zwischen den Floren selbst anhäuftj imprägniert.
Die in dieser Weise behandelte Platte wird vor ihrer Vulkanisierung entweder in verdünnter Essigsäure oder in Wasser stehengelassen. Es empfiehlt sich, sie in Wasser stehenzulassen, nachdem man sie zunächst in Essigsäure eingetaucht hat.
Hierauf wird der Kautschuk in bekannter Weise vulkanisiert, wobei ein Entweichen des Wassers ver- hindert wird.
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Für dieses Verfahren ist eine Latexmisehung geeignet, welche eine Konzentration von 68% und die folgende Zusammensetzung aufweist :
EMI5.1
<tb>
<tb> Kautschuk... <SEP> """"""""". <SEP> 100 <SEP> Gewichtsteile
<tb> Schwefel <SEP> 40 <SEP> "
<tb> Mineralöl <SEP> 10 <SEP> je
<tb> Lehm <SEP> (Ton) <SEP> 5"
<tb> Kaliumhydroxyd <SEP> l <SEP> Gewichtsteil
<tb>
Trotz Verwendung einer Mischung mit hoher Konzentration kann man ein Produkt von recht hoher Porosität erhalten, da anscheinend die Baumwollfasern den Widerstand gegen das Zusammenziehen vergrössern.
Wenn die mit Koagulationsmittel benetzten Walzen mit Rillen oder Musterungen versehen sind, so kann das Erzeugnis hierauf geeignete Muster, Riefen, Rillen oder Durchlöcherungen erhalten.
Arbeitet man in ähnlicher Weise, wie dies eben beschrieben wurde, jedoch ohne Einführung von einer oder mehreren Lagen kardierter Baumwolle zwischen die mit Koagulationsmittel benetzten Rollen, so kann gewöhnlicher nicht verstärkter mikroporöser Kautschuk erzeugt werden.
Beispiel 3 : Die Herstellung von Riemen mit dicken inneren Kautschukschichten, die eine maximale Haftfestigkeit aufweisen, wird im folgenden unter Bezugnahme auf die schematische Darstellung nach Fig. 3 der Zeichnung erläutert. Fig. 2 zeigt eine Anordnung, die bei der Herstellung von Riemen mit drei oder vier Lagen gute Resultate liefert, insoweit als zwischen den Lagen nur dünne Kautschuk- filme vorgesehen werden. Bei dieser Anordnung erstreckt sich die Wirksamkeit des auf die Walzen 8 aufgebrachten Koagulationsmittels 7, das beispielsweise aus einer 10% igen Essigsäurelosung besteht, nur auf den Latex, der an den beiden Aussenflächen des Riemens vorgesehen wird. Die Koagulation zwischen den Lagen hängt von der Entwässerung durch die Stoffeinlage 6 ab. Wenn die Kautschuk- zwischenschichten dünn sind, ist dies vollkommen hinreichend.
Es ist jedoch wünschenswert, den Riemen mit Kautschukinnenschicht von optimaler Stärke zu versehen, um die grösstmögliche Haftfestigkeit zu erzielen. In solchen Fällen reicht die Entwässerung durch die Stoffeinlage nicht aus, um eine genügende
Koagulation zu bewirken, und der Riemen weist beim Verlassen der Walzen noch unkoagulierte Kautschuk- schichten auf und ist also zur Verwendung nicht geeignet. Ferner gestattet die Anordnung gemäss Fig. 2 nicht, die endgültige Dicke der inneren Kautschukschichten im voraus zu bestimmen. Diese Schwierig- keiten werden vermieden, wenn man nach der in Fig. 3 schematisch dargestellten Anordnung arbeitet.
Bei dieser Anordnung findet die Herstellung eines Riemens in mehreren Schritten statt, wobei mehrere
Walzen verwendet werden. Obgleich die Einführung der Stoffeinlage zwischen diese Rollen schrittweise vorgenommen wird, ist das Verfahren kontinuierlich. Die Rollen 9 und 10 sind vorzugsweise durch ein
Getriebe miteinander verbunden, so dass das Verfahren sozusagen nur in einem einzigen Schritt durch- geführt wird.
Das Wesentliche dieser Anordnung besteht darin, dass ein Rest von Koagulationsmittel, beispiels- weise einer 25% igen Essigsäurelosung, das in dem Behälter 11 enthalten ist und durch die Auftrags- walzen 12 auf die Walzen 9 aufgebracht wird, auf der Aussenseite der Kautschukschichte, die aus der
Anhäufung der Latexmischung 14 auf der ersten Stoffeinlage 13 gebildet wird, verbleibt und dazu dient, die inneren Latexschichten zwischen dieser Stoffeinlage und den nächsten zwei Einlagen 15 zu koagulieren.
Der aus drei Einlagen bestehende Riemen, der zwischen dem zweiten Paar von Walzen 10 aus- tritt, die beispielsweise mit einer 10% igen Essigsäurelosung benetzt sind, besitzt daher durch und durch koagulierte Latexschichten und ist zur unmittelbaren Verwendung geeignet. Ferner ist die Kautschuk- menge in den inneren Schichten zwischen den Einlagen im vorhinein genau bestimmbar, da sie abhängig ist von der Stärke des Koagulationsmittels, das auf das erste Paar der Auftragswalzen 12 aufgebracht wird, dem Abstand der Walzen des Walzenpaares 9 und des Walzenpaares 10 und der Konsistenz und
Konzentration der verwendeten Latexmischung, somit von Faktoren, die sämtlich geregelt werden können.
Das Prinzip der eben beschriebenen Anordnung kann man auf Anordnungen zur Herstellung von
Riemen mit einer beliebigen Anzahl von Lagen anwenden, indem man die Anzahl der zur Verwendung gelangenden Walzen vergrössert und vorsorgt, dass das Koagulationsmittel, das an der Aussenseite des koagulierten Kautschuks auf der Stoffeinlage verbleibt, bei jedem Verfahrensschritt die Koagulation der Kautschukschicht an der Innenseite der nächsten Lage bewirkt usw. Zur Herstellung von Riemen mit vier Einlagen sind beispielsweise drei Paare mit Koagulationsmittel versehene Walzen erforderlich, wie dies in Fig. 4 dargestellt ist, in welcher 16 die Walzen, 17 die Stoffeinlagen und 18 die Anhäufungen der Latexmischung bezeichnet.
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