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Büstenformer und-hälter.
Wenn ein Büstenformer und-hälter die Aufgabe erfüllen soll, die weibliche Büste an den richtigen Punkten zu stützen und in die schönste natürliche Form zu bringen, so ist dies nur unter der Voraussetzung möglich, dass er dem anatomischen Bau der Brust in jeder Hinsicht Rechnung trägt. Für die richtige Formgebung des Büstenhalters sind die folgenden anatomischen Tatsachen von massgebender Bedeutung :
Die weibliche Brust besteht, wie in der Skizze gemäss Fig. 1 der Zeichnung ersichtlich, hauptsächlich aus Milchdrüsen a, die um die Brustwarze b traubenartig angeordnet sind, jedoch nicht in gleichmässiger Verteilung, sie sind vielmehr im unteren Teile der Brust wesentlich zahlreicher und stärker entwickelt, und auch in diesem unteren Teil sind, was ihre Grösse betrifft, zwei Richtungen, die Richtungen b-c und b-d, bevorzugt.
Die Zwischenräume zwischen der durch die Milchdrüsen geschwellten Haut und dem darunter liegenden Brustmuskel sowie die Zwischenräume zwischen den Milchdrüsen selbst werden durch Fett-und Bindegewebe ausgefüllt ; Ausläufer des Bindegewebes reichen bis zum Punkt f nahe der
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bis zum Punkte e oberhalb der Brustwarze. Die ganze aus Drüsen-und Bindegewebe bestehende Brustmasse lagert demnach auf dem Brustmuskel mit einer Basisfläche, welche annähernd die Form des unregelmässigen Fünfeckes c-d-f-e-g hat, dessen drei Kanten f-c, c-d, d-g unten liegen.
Diese Umstände erweisen, dass die natürliche Brustform selbst in der Gegend der Brustwarze von der meist als ideal angesehenen Kugelgrundform weitgehend abweicht, so dass ein Büstenhalter, welcher diese vermeintlich Idealform anstrebt, einerseits überhaupt nicht passen kann, vielmehr die Brust schädigend deformiert, anderseits ihr ein unnatürliches Aussehen gibt und die Anwendung einer künstlichen Stütze verrät.
Wenn der Büstenhalter richtig geformt sein soll, nämlich so, dass er die Brust überall stützt, doch nirgends einschneidet, und ihr die natürliche Form gibt, ist zunächst erforderlich, dass der untere Rand des eine Brust aufnehmenden Körbchens dem unteren Rand der fünfeckigen Basisfläche der Brustmasse entspricht, welcher durch den Linienzug f-c-d-g gebildet wird. Ferner muss die ganze Brustmasse umschlossen sein, d. h., das Körbchen muss vom vierten Kopf des Brustmuskels bis unter die Achsel reichen, wobei sich ergibt, dass gemäss dem anatomischen Aufbau der Brust das Körbchenende unter der Achsel höher liegt und weiter von der Brustwarze entfernt ist als jenes an der Körpermitte.
Ferner muss das Körbchen in jenen Richtungen b-e, b-d, wo die Brustdrüsen am stärksten entwickelt sind, durch Zwickel oder sonstwie versteift sein, um es in eine der natürlichen Brustform entsprechende Gestalt zu bringen.
Fig. 2 der Zeichnung zeigt einen Büstenformer gemäss der Erfindung in ausgebreitetem Zustand, Fig. 3 denselben im Schaubild in kleinerem Massstab.
Die strichlierten Linien c-cl-f-e-g deuten die Basisfläche der Brustmasse entsprechend Fig. l an. Der untere Rand des Körbchens 1, welcher durch eine Naht oder einen Saum gebildet ist, endigt in den Punkten 2 und 3, welche den Endigungen f, g der Brustmasse unter der Achsel und der Körpermitte entsprechen, und bildet dazwischen einen an den Punkten 4 und 5 gebrochenen Linienzug, entsprechend dem unteren Rand f-d-c-g der Basis der Brustmasse. Das achselseitige Ende 3 der Randlinie des Körbchens liegt höher und ist an der Brustoberfläche gemessen von der Brustwarze weiter entfernt als das Ende 2 an der Körpermitte.
Bis zur Höhe der Brustwarze ist das Körbchen aus festerem Stoff, in welchem zwei Zwickel 11, 12 vorgesehen sind, welche in der Richtung b-c und b-d verlaufen und entsprechend der natürlichen Form
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der Brust gekrümmt sind. Für den oberen Teil 6, welcher bis zu dem dem Basispunkt e entsprechenden
Punkt 13 reicht und nicht mehr durch Gewicht belastet ist, genügt ein leichter, netzartiger Stoff, welcher so angenäht sein soll, dass er in der Zugrichtung fadengerade liegt, um nicht gedehnt werden zu können.
Der Gürtel 7, an dem die Körbchen befestigt sind, reicht vorne in der Mitte mindestens ebenso hoch wie die Punkte 2 der Körbchen, kann aber noch einen nach oben spitz zulaufenden Ansatz 8 besitzen, welcher durch Verlängerung der unteren Säume der Körbchen gebildet sein kann und den Zweck hat, das Heraus- quellen der zwischen den Brüsten lagernden Fettpartien gegebenenfalls zu verhindern. Der Gürtel weist an der schmalsten Stelle unterhalb der Brustwarzen je eine Einnähung 9 auf, welche sein Verziehen verhindert und die Anpassung des Gürtels an den Brustkorb bewirkt. Die vom oberen Ende der Körbchen 0 ausgehenden Schulterbänder 10 laufen vorteilhaft am Rücken gegen die Körpermitte hin zusammen, um ihr Abgleiten von den Schultern unmöglich zu machen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Büstenformer und-hälter, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Rand des eine Brust auf- nehmenden Körbchens (1) einen gebrochenen Linienzug --S- bildet, welcher den drei unteren
Linien (g-c-d-f) der annähernd fünfeckigen Basis der Brustmasse entspricht.