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Schaltung zur Kraehtötung.
Beim Durchdrehen des Drehkondensators eines Apparates mit Fadingkompensation wird es als störend empfunden, dass an denjenigen Stellen der Abstimmskala, an denen kein oder ein sehr schwacher
Sender zu hören ist, die Störgeräusche mit maximaler Intensität wiedergegeben werden.
Um zu verhindern, dass Störgeräusche auch dann vom Empfänger mit grosser Lautstärke reproduziert werden, wenn keine Trägerwelle vorhanden ist, wurden Vorrichtungen konstruiert, die im Wesen darin bestehen, dass die bei der Gleichrichtung an einem Widerstand auftretende Gleichspannung nicht nur zur automatischen Lautstärkeregelung sondern auch zur Steuerung einer separaten thermionischen Entladungsröhre verwendet wird. Diese Röhre ist mit einer der Niederfrequenzverstärkerröhren (oder auch einem Richtverstärker) derart gekoppelt (direkte Kopplung nach Loftin-White), dass ein im Anodenkreis der Intensitätsregelröhre fliessender Strom eine Verschiebung des Arbeitspunktes der zu regelnden Niederfrequenzverstärkerröhre ins negative Gitterspannungsgebiet zur Folge hat.
Ist der Anodenstrom der Intensitätsregelröhre genügend gross, wird der Anodenstrom der Niederfrequenzverstärkerröhre auf Null herabgedrückt und dadurch der Niederfrequenzverstärkerteil des Empfängers vollkommen gesperrt. Diese insbesondere bei Wechselstromnetzempfängern verwendete Methode hat den Nachteil, dass die Anodenspannung der Verstärkerröhren stark steigt, wenn z. B. das Endrohr abgeriegelt wird, das ja den grössten Teil des Anodenstromes aufnimmt. Ein weiterer Nachteil der Anordnung besteht darin, dass einzelne Stationen nicht nur abgeschwächt, sondern auch verzerrt wiedergegeben werden.
Dies geschieht in jenen Fällen, in denen zwar eine Verschiebung des Arbeitspunktes der Nieder- frequenzverstärkerröhre zustande kommt, die aber nur so weit geht, dass der Arbeitspunkt in dem ) gekrümmten Teil der Arbeitskennlinie der Niederfrequenzverstärkerröhre verlegt wird.
Die schaltungstechnische Neuerung besteht nun darin, dass eine Steuerung der Intensitätsregel- röhre keine Anodenspannungsschwankungen verursacht und Verzerrungen, durch die Intensitätsregelung selbst, nicht zustande kommen.
Prinzipiell (Fig. 1) besteht die Anordnung darin, dass sich im Anodenkreis einer Niederfrequenz- verstärkerröhre 1 zwei Widerstände 2 und 3 befinden, die als Spannungsteiler für die niederfrequenten
Wechselspannungen dienen. Hat z. B. der Widerstand 2 einen Wert von 100.000 Ohm, der Widerstand 3 einen solchen von 400.000 Ohm, so gelangen 80% der niederfrequenten Wechselspannungen ans Gitter der folgenden Niederfrequenzverstärkerröhre 4.
(Ein Spannungsverlust von 20% ist praktisch so klein, dass von einer Einbusse an Lautstärke nichts zu merken ist. ) Um nun zu erreichen, dass der Niederfrequenz- verstärker nur dann voll ausgesteuert wird, wenn mit dem Empfänger ein Sender empfangen wird, dessen
Feldstärke ein bestimmtes Mass überschreitet, liegt parallel zu 3 ein Wechselstromwiderstand variabler
Grösse, der durch die Amplituden der Trägerwellen gesteuert wird.
Der Widerstand ist, wie aus Fig. 1 ersichtlich, z. B. eine Triode 5, deren Gitter mit der bei der
Demodulation am Widerstand 6 auftretenden und durch den Widerstand 7 bzw. Kondensator 8 gesiebten
Gleichspannung beaufschlagt wird. Der Kondensator 9 ist so bemessen, dass er einen praktisch zu ver- nachlässigenden Wechselstromwiderstand darstellt. Um zu verhindern, dass die Niederfrequenz auch über die Anodenleitung der Intensitätsregelröhre abgeleitet wird, ist in jene eine Drossel ; M geschaltet.
Ist nun z. B. die Feldstärke eines Senders am Empfangsort so gross, dass. die vom Widerstand 6 abgenommene Gleichspannung den Anodenstrom der Intensitätsregelröhre zu sperren vermag, wird der empfangene Sender so verstärkt werden, als ob keine Intensitätsregelvorrichtung vorhanden wäre, denn der innere (Wechselstrom-) Widerstand der Intensitätsregelröhre ist in diesem Fall unendlich gross.
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Wird hingegen keine Trägerwelle empfangen, so kann vom Widerstand 6 auch keine Gleichspannung abgenommen werden, und es beträgt demgemäss (bei geeigneter Wahl der in den Kathodenleitungen der Röhren 1 bzw. fliegenden Widerstände) die Gittervorspannung der Intensitätsregelröhre z. B. null Volt.
Eine Verschiebung des Arbeitspunktes der Intensitätsregelröhre vom Gebiet negativer Gittervorspannung gegen null Volt bedeutet nun, dass der innere Widerstand der Intensitätsregelröhre von unendlich bis auf einen der Gitterspannung null Volt entsprechenden kleineren Wert fällt. Beträgt dieser bei null Volt z. B. 5000 Ohm, so werden unter obiger Voraussetzung, dass nämlich der Widerstand 2 einen Wert von 100.000 Ohm besitzt, jetzt nur etwa 5% der Störspannungen dem Gitter der Niederfrequenzverstärkerröhre 4 aufgedrückt.
Wie aus obiger Darstellung hervorgeht, bleibt die Anodenspannung aller Verstärkerröhren hiebei konstant, da der Anodenstrom der Verstärkerröhren durch die Regelvorrichtung nicht beeinflusst wird.
Minimale Anodenspannungsschwankungen sind nur insofern denkbar, als ein Fliessen von Anodenstrom in der Intensitätsregelröhre ein Sinken der Anodenspannung um einige Volt zur Folge haben kann.
Da selbstverständlich nicht alle Sender, die eine geringere Spannung als D. Ea Volt (D bedeutet
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verstärkt werden, sondern nur die, welche eine Verschiebung des Arbeitspunktes der Intensitätsregelröhre in den geraden Kennlinienteil zur Folge haben (im geraden Kennlinienteil ist der innere Widerstand bekanntlich praktisch konstant), ist es wichtig, dass die Intensitätsregelvorriehtung keine oder nur geringe Verzerrungen verursacht.
Diese Forderung ist bei ; obiger Anordnung- (Fig. l) an und für sich erfüllt, da bei Verwendung eines Regelrohres mit kleinem Durchgriff die Verzerrungen praktisch nicht wahrgenommen werden können. Theoretisch wäre es selbstverständlich auch möglich, die geringen Verzerrungen zu kompensieren, indem man das Gitter der Intensitätsregelröhre mit einer der Anodenweehselspannung (bzw. Rohr 1) phasenverkehrten Wechselspannung beaufschlagt.
Die Grösse der Kompensationsspannung hängt selbstverständlich von der Höhe der Anodenwechselspannung an der Anode der Intensitätsregelröhre und deren Durchgriff ab und liesse sich beispielsweise derart gewinnen, dass man die am Widerstand 6 auftretende pulsierende Gleichspannung nur so weit siebt, dass eine mit einer Wechselspannung bestimmter
Höhe überlagerte Gleichspannung resultiert.
In Fig. 1 ist die Intensitätsregelröhre 5 als reiner Wechselstromwiderstand geschaltet, doch kann sie gleichzeitig auch als Gleich-und Weehselstromwiderstand wirken, wenn man die Anodenspannung dieser Röhre statt von einem niederohmigen von einem hochohmigen Spannungsteiler (2, 3, 11 in Fig. 2) abnimmt. Da die Röhre 5 der Röhre 1 gegenüber auch einen bedeutend kleineren Gleichstromwiderstand
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Wirkung beruht in diesem Falle in erster Linie darauf, dass bei sehr kleiner Anoden-und Schirmgitter- spannung der Röhre 1, die Verstärkung und das Aussteuerbereich dieser Röhre stark herabgesetzt werden.
Selbstverständlich kann das gleiche Prinzip auch zur Regelung von mehreren Niederfrequenzverstärkerstufen verwendet werden. In Fig. 3 ist ein der Fig. 1 analoger Fall dargestellt, bei dem zwei Niederfrequenzverstärkerröhren geregelt werden. Gitter bzw. Kathoden der Intensitätsregelrohren (. 5 und 5') sind miteinander verbunden, und es kann, wie Fig. 4 zeigt, statt zweier Regelröhren eine solche 5" mit zwei Anoden Verwendung finden.
Es ist nun nicht nur wünschenswert die Störgeräusche bei Nichtvorhandensein einer Trägerwelle zu unterdrücken, sondern auch solche Sender, deren Feldstärke klein ist im Verhältnis zur Feldstärke der Störungen. Um dies zu erreichen, muss die Empfindlichkeit des Empfängers in weiten Grenzen ge- ändert werden können.
Dies ist prinzipiell auf drei Arten möglich : Erstens indem man die Anodenspannung der Intensitätsregelröhre in an sich bekannter Weise variiert (Fig. 5), z. B. durch Überbrüekung der Anodenstromquelle mit einem Potentiometer 1, 2. Zweitens indem man der Intensitätsregelröhre in an sich bekannter Weise eine zusätzliche negative Gittervorspannung erteilt (Fig. 6 und 7). Hiezu wird z. B. die Anodenspannungsquelle von einem aus dem Widerstand 13 und dem Potentiometer 14 bestehenden Spannungsteiler überbrückt und der Kathode eine dem Gitter gegenüber positive Spannung erteilt (Fig. 6). Der Widerstand 13 kann, wie Fig. 7 zeigt, auch eine Verstärkerröhre sein.
Drittens dadurch, dass man der Intensitätsregelröhre bei fixer Anodenspannung nur einen Teil der vom Widerstand 6 abgenommenen Spannung aufdrückt (Fig. 8).
Um den Grad der Empfindlichkeit auch rein optisch kontrollieren zu können, empfiehlt es sich, z. B. ein Milliamperemeter in den Anodenkreis der Intensitätsregelröhre, der gereglten Röhre (hierunter ist die Röhre 1 zu verstehen) oder aber in den gemeinsamen Anodenleiter beider Röhren zu schalten.
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