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Abdampf-Frisehdampfinjektor.
Die Erfindung bezieht sieh auf Abdampfinjektoren, insbesondere auch auf solche, die auf Frischdampfbetrieb allein umschaltbar sind und vorzüglich im Lokomotivbetrieb verwendet werden. Sie besteht in einer neuartigen Steuerung der Abdampfzufuhr, um den Gang des Injektors beim Betrieb mit Abdampf und beim Umschalten vom reinen Frisehdampfbetrieb auf Abdampfbetrieb stabiler zu machen.
Beim Betrieb von Abdampfinjektoren der vorbezeichneten Art sind die Druekschwankungen des anfallenden Abdampfes sehr beträchtlich. Dies wirkt sich auf den verhältnismässig empfindlichen Injektor leicht dahin aus, dass, wenn keine Regulierung des Abdampfdruekes erfolgt, unter gewissen Verhältnissen ein labiler Betriebszustand oder ein Versagen des Injektors hervorgerufen wird.
Weiters ist zu erwähnen, dass der Hauptvorteil eines Abdampfinjektors gegenüber einem Frischdampfinjektor die Ersparnis ist, die durch die Kondensation eines Teiles des von der Maschine ausge-
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dabei das Gleichgewicht in der Funktion des Injektors gestört wird.
Es sind bereits Abdampfsteueiungseinrichtungen bei Abdampfinjektoren vorgeschlagen worden, aber die bisher bekanntgewordenen Einrichtungen haben, obwohl sie im allgemeinen zufriedenstellend arbeiten, gewisse Schwächen unter speziellen Arbeitsbedingungen.
Diese werden dadurch hervorgerufen, dass sich bei Verstellung des Reglers auch die Abdampfspannung ändert. Wenn hiebei der Wasserzulauf auf Mindestlieferung eingestellt ist und die Abdampfspannung durch Verstellung des Reglers steigt oder wenn der Injektor auf Höchstlieferung eingestellt ist und die Abdampfspannung durch Verstellung des Reglers sinkt, so lässt der Injektor, wenn diese Spannungsänderungen gewisse Grenzen überschreiten, Wasser fallen.
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Form von Steuerungseinrichtungen zu schaffen, welche diesen Nachteil beseitigt. Die später beschriebene neue Einrichtung besteht im wesentlichen in einer Steuerungseinrichtung der Abdampfzufuhr, bei welcher die Steuerimpulse selbsttätig immer von Druck- oder Temperaturzuständen entweder des Förderstrahles oder des den Schlabberraum erfüllenden Mediums oder des Frischdampfes oder Zusatzdampfes oder Abdampfes abgeleitet werden, u. zw. wird der Betriebszustand jenes Ortes im Injektor zur Steuerung der Drosselung der Abdampfzufuhr herangezogen, der bei der gerade herrschenden Arbeitsphase des Injektors durch Überschreiten einer gewissen Druck-oder Temperaturgrenze den Gang des Injektors gefährdet.
Fliesst z. B. dem in Gang gesetzten Abdampfinjektor Abdampf zu, so bewirken die Schwankungen des Abdampfdruckes auch Drueksehwankungen im Schlabberraum. Nun darf der Druck im Schlabberraum nie eine gewisse Höhe überschreiten, wenn der Gang des Injektors nicht gestört werden soll. Es wird daher die Steuereinrichtung erfindungsgemäss so durchgebildet, dass die Steuerung eines Drosselorgans in der Abdampfzuströmleitung in Abhängigkeit vom Druck im Schlabberraum des Injektors erfolgt, wobei bei zunehmendem Druck im Schlabberraum das Drosselorgan die Abdampfzuleitung immer mehr abdrosselt.
Zur Steuerung des Drosselorgans kann aber erfindungsgemäss die Temperatur im Druckraum des Injektors herangezogen werden. Diese darf auch eine gewisse Höhe nicht überschreiten, wenn der Gang des Injektors nicht gestört werden soll. Bei dieser Ausbildung wird dann ein Hilfsmedium der
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Druckwassertemperatur ausgesetzt, dessen Druckerhöhung durch die Temperaturerhöhungen im Druckwasserraum die Abdampfzufuhr immer mehr abdrosselt.
Arbeitet aber der Injektor nur mit Frischdampf, so sind normalerweise Schwankungen des Frisch- dampfzuflusses, die den Gang des Injektors stören können, nicht zu befürchten. Der Injektor hat dann ohnehin einen stabilen Gang. Fällt aber plötzlich Abdampf an, wobei zu berücksichtigen ist, dass das
Speisen mit Frischdampf allein während des Stillstandes der Maschine mit gedrosseltem Wasserzufluss erfolgt und dass der Abdampf beim Angehen der Maschine unter hohem Druck anfällt, so besteht die Gefahr, dass plötzlich hochgespannter Abdampf in das Düsensystem gelangt und im Schlabberraum ein unzulässig hoher Druck erzeugt wird, so dass der Injektor abschlägt.
Um dies zu verhindern, wird während dieses Betriebszeitpunktes die Verstellung des Drosselorgans im Abdampfzuflussrohr vom Abdampfdruck abgeleitet, der, je höher er ist, den Abdampfzufluss immer mehr abdrosselt.
'Um dies zu erreichen, wird eine Umsteuervorrichtung vorgesehen, welche, diesen Betriebsphasen entsprechend, also während der Zeit, als der Injektor mit Abdampfzufluss arbeitet, sich so einstellt, dass beispielsweise der Druck im Schlabberraum den steuernden Einfluss auf das Drosselorgan in der Abdampfzuflussleitung gewinnt oder das Druckmedium, welches von der Temperatur im Druckwasserraum des Injektors beeinflusst ist, während die Umsteuervorrichtung in der Zeit, während welcher der Injektor als reiner Frischdampfinjektor arbeitet, sich so einstellt, dass sie die Einflussnahme des Abdampfdruckes auf das Drosselorgan in der Abdampfzuleitung ermöglicht, wenn Abdampf plötzlich anfällt.
Die Zeichnung zeigt Ausführungsbeispiele der Erfindung.
In der Fig. 1 ist eine schematische Ansicht zum Teil im Schnitt eines Abdampfinjektors und der Steuerungseinrichtung gemäss der Erfindung dargestellt. Die Fig. 2 zeigt teilweise geschnitten im vergrösserten Massstab einen Teil des in der Fig. 1 dargestellten Injektors. Die Fig. 3 ist eine schematische Ansicht einer Form der Steuerungseinrichtung, die von der in Fig. 1 gezeigten verschieden ist.
In der Fig. 1 ist ein Abdampfinjektor einer gebräuchlichen Type gezeichnet. Das Gehäuse 1 des Injektors enthält die Niederdruckdampfkammer 2, von welcher der Dampf zur Hauptdampfdüse 3 strömt.
Das Wasser wird durch das Wasserzulaufrohr 4 zu der üblichen, nicht dargestellten Wasserdüse geführt, und der durch den Dampf und das Wasser hervorgerufene Strahl wird in der Misehdüse 5 hergestellt, von wo er zur Druckdüse 6 und weiter zur Druckkammer 7 des Injektors und zum Druckrohr 8 strömt.
Der Spalt zwischen der Misch-und der Druckdüse steht mit einer Überlaufkammer 9 in Verbindung, welche, wie aus Fig. 2 hervorgeht, einen Auslass besitzt, der durch das Schlabberventil10 beherrscht wird, das die Strömung zum Überlaufrohr 11 steuert. Der Druck in der Überlaufkammer 9 kann bei diesem Injektor auch über der Atmosphäre liegen, ohne dass der Injektor abschlägt. Damit, wenn der Druck in der Überlaufkammer höher als die Atmosphäre ist, sich das Schlabberventil-M nicht öffnet, ist dieses Ventil durch einen Kolben 12 automatisch belastet, der unter dem Förderdruck der Druckkammer 7 steht und durch den Hebel 13 das Schlabberventil JO gegen den Überlaufdruck auf seinen Sitz drückt.
Bei Lokomotivinjektoren, wie einen solchen die Zeichnung zeigt, ist es zweckmässig, den Abdampf durch eine kleine Menge von Hochdruckdampf zu ergänzen, der Zusatzdampf genannt wird und durch die Zusatzdampfdüse 14 eintritt. Ferner werden zur Ermöglichung einer kontinuierlichen Arbeit des Injektors unabhängig von dem Vorhandensein oder Fehlen des Abdampfes gewöhnlich automatische Steuerungseinrichtungen verwendet, durch welche in Abhängigkeit von gewissen Faktoren, die durch das Vorhandensein oder Fehlen des Abdampfes bedingt sind, dem Injektor niedergespannter Frischdampf, Hilfsdampf oder Ersatzdampf genannt, selbsttätig zugeführt wird, wenn Abdampf nicht verfügbar ist, und diese Zufuhr selbsttätig wieder abgesperrt wird, sobald Abdampf anfällt.
Diese Umschalteinrichtung besteht in dem gezeigten Beispiel aus folgenden Teilen :
Das vom Führerstand oder einer andern Steuerungsstelle ausgehende Hauptdampfrohr. M führt zu einem Kanal 16 und leitet den Zusatzdampf zur Düse 14 während der ganzen Zeit, während welcher der Injektor im Betrieb steht. Eine Zweigleitung 17, in welcher eine Drosselbohrung 18 angeordnet ist, führt Dampf zu einer Kammer 19, in welcher ein automatisches Zweisitz-oder Umschaltventil 20 angebracht ist, das in der in der Figur dargestellten Stellung derart aufsitzt, dass es den Kanal abschliesst, der zur Zuführung von Hilfsfrischdampf durch die Kanäle 21 zur Niederdruckdampfkammer 2 dient.
Ein Kanal 22 leitet den Hochdruckdampf zu einer Kammer 23, in welcher der Kopf eines Relaisventils 24 angeordnet ist, dessen kolbenförmiger Teil in dem Zylinder 25 im Ventilgehäuse angeordnet ist. Ein Durchgang 26 verbindet die Kammer 23 mit der Kammer oberhalb des Umschaltventils 20, und dieser Durchgang 26 ist durch das Rohr 27 mit einem Zylinder im Injektorkörper verbunden, in welchem der Kolben 28 angebracht ist. Der Kolben 28 bewirkt das Öffnen des Abdampfventils 29 entgegen der Schliesswirkung der Feder 30. Der Raum unterhalb des an dem Relaisventil 24 angebrachten Kolbens ist durch ein Rohr 31 mit einem allgemein bei 32 angedeuteten Membranventil verbunden und enthält ein Nadelventil 33, das entweder das Auslassende des Rohres 31 abschliesst oder das Ende dieses Rohres mit dem Entlüftungsrohr 34 verbindet.
Die Stellung des Ventils 33 wird durch das Vorhandensein oder Fehlen von Abdampfdruck in der Membrankammer 35 bedingt, welche durch die Rohre 36 und 37 mit dem Abdampfzuleitungsrohr 38 verbunden ist.
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Die an sich bekannte Steuereinrichtung wirkt wie folgt :
Fällt Abdampf an, so ist das Membranventil 33 infolge des Abdampfdruckes in der Kammer 35 geschlossen. Es kann daher Dampf aus der Kammer unterhalb des Kolbens des Relaisventiles 24 nicht entweichen, und Hochdruckfrischdampf strömt aus dem Zuleitungsrohr 15 durch den Durchgang 22 in die Kammer oberhalb dieses Kolbens. Daersich zwischen dem Kolben und der Wandin die untere Kammer durchschleicht, ruft er einen unausgeglichenen Druck hervor, so dass das Relaisventil 24 auf seinen oberen Sitz gehoben wird. Dadurch werden die Durchgänge 22 und 26 miteinander in Verbindung gebracht, so dass Hochdruckdampf zur oberen Seite des Umschaltventils 20 gelangt und es abschliesst.
Hochdruckdampf strömt aber auch aus dem Durchgang 26 durch das Rohr 27 zu dem Kolben 28, der das Abdampfventil 29 öffnet. Beim Ausbleiben der Abdampfzufuhr wird das Rohr 31 durch das Membranventil 33 entlüftet und die Druckentlastung in der Kammer unterhalb des Relaisventilkolbens verursacht, so dass dieses Ventil seine Stellung derart ändert, dass es in Verbindung zwischen den Durchgängen 22 und 26 absperrt und den letzten dieser beiden Durchgänge ins Freie entlüftet. Bei Entlastung des Dampfdruckes im Durchgang 26 hebt der Dampfdruck in der Kammer 19 das Ventil 20 automatisch in seine obere Stellung und lässt Hilfsfrischdampf in den Injektordurchgang 21 strömen. Der Dampfdruck in der Kammer 19 wird durch die Drosselwirkung der Drosselbohrung 18 vermindert.
Die Druckentlastung im Durchgang 26 entlüftet ferner das Rohr 27, das zum Hilfsventilkolben führt, und hat zur Folge, dass sich das Abdampfventil 29 durch die Einwirkung der Feder 30 schliesst.
Aus dem Vorstehenden geht auch die Funktion klar hervor, welche eintritt, wenn Abdampf wieder anfällt. Das automatische Umschaltventil 20 und das Abdampfventil arbeiten abwechselnd, denn das Steuerungssystem bewirkt, dass Hochdruckdampf im Durchgang 26 nur dann vorhanden ist, wenn der Injektor als Abdampfinjektor arbeitet.
Die bisher beschriebenen Einrichtungrn sind bereits bekannt.
Die Einrichtung zur Ausführung der vorliegenden Erfindung in Verbindung mit einem System der vorbeschriebenen Art setzt sich nun wie folgt zusammen :
In dem Abdampfzuleitungsrohr ist ein Regulierventil 39 vorgesehen, welches durch Hebel-und Gelenkverbindung, die bei 40 angedeutet ist, mit einem Regulierkolben 41 verbunden ist, der in einem Zylinder 42 steckt und durch die Feder 43 belastet ist. Wenn auf die Fläche des Kolbens 41 ein Druck wirkt, so bewegt er sich gegen die Federbelastung in der Weise, dass das Ventil 39 gegen die Schliessstellung gedreht wird. Der Druckraum des Zylinders 42 ist durch ein Rohr 44 mit dem Inneren eines Steuerungventils 45 in Verbindung, in welchem ein Ventilorgan 46 angeordnet ist, das an den Enden kolbenförmige Köpfe 47 und 48 besitzt, die in dem zylindrischen Teil des Ventilgehäuses 45 gleiten.
Das Ventilorgan 46 wird durch eine Feder 49 in der Richtung zum rechten Ende des Ventilgehäuses 45 gedrückt, und das linke Ende des Ventilgehäuses ist durch den Kanal 50 entlüftet. Das vom Abdampfzuleitungsrohr 38 weggeführte Rohr 37 steht mit dem Inneren des Ventilgehäuses 45 seitlich vom Mittel in Verbindung, und ein Rohr 51 verbindet sie Überlaufkammer 9 des Injektors mit dem Inneren des Ventilgehäuses 45 auf der andern Seite vom Mittel. Das rechte Ende des Ventilgehäuses ist durch ein Rohr 52 mit dem Rohr 27 verbunden. Vorteilhafterweise wird eine Verengung oder Drosselöffnung 58 im Rohr 44 vorgesehen, die das Steuerungsventil 45 mit dem Zylinder 42 verbindet.
Bei der in der Fig. 1 gezeigten Stellung der Einrichtung arbeitet der Injektor mit Abdampf, welcher Betriebszustand im praktischen Betrieb am häufigsten vorkommt. Dabei liefert der Hochdruckdampf, der die Eröffnung desAbdampfventils 29 bewirkt, auch den Druck, der erforderlich ist, um das Steuerungventilorgan 46 entgegen der Wirkung der Feder 49 in seiner linken Stellung zu halten. In dieser Stellung stehen die Rohre 44 und 51 miteinander in Verbindung, und die Mündung des Rohres 37 wird durch den Kolben 47 abgeschlossen. Infolgedessen ist der Kolben 41, der zur Regulierung der Stellung des Drosselventils 39 dient, dem in der Überlaufkammer 9 des Injektors herrschenden Druck ausgesetzt. Dieser Druck zeigt sofort die Stabilität der Funktion des Förderstrahles an, und wenn z.
B. der Injektor mit so geringer Liefermenge arbeitet, dass ihm zu wenig Wasser zugeführt wird, um die Abdampfmenge, die ihm durch den ungedrosselten Einritt von Abdampf zuströmen würde, zu kondensieren, so bewirkt die Steigerung des Überlaufdruckes infolge der durch den Überschuss an Abdampf verursachten Labilität des Strahles die Regulierung dieser Abdampfzufuhr durch Drosselung. Wenn umgekehrt der Injektorstrahl stabil ist, so ist der Überlaufdruck gering, und infolgedessen kann dann dem Injektor eine grössere unter Umständen die maximale Abdampfmenge zugeführt werden. Es wird also durch diese Einrichtung dem Arbeitsstrahl des Injektors immer die grösstmögliche Abdampfmenge zugeführt. Bei niedrigem oder negativem Überlaufdruck ist das Drosselventil 39 ganz geöffnet.
Da der Druck des Hilfsfrischdampfes, der beim Fehlen des Abdampfes Verwendung findet, normalerweise nicht so schwankt wie der Abdampfdruck, so ist eine Regulierung der Hilfsfrischdampfmenge normalerweise nicht erforderlich, doch kann eine solche nach Belieben angewendet werden.
Wenn der Abdampf infolge des Stillstandes der Maschine ausbleibt, so wird das Abdampfventil29, wie bereits dargelegt wurde, infolge der Entlastung des Druckes im Rohr 27 geschlossen. Durch die Entlüftung dieses Rohres wird der Druck, der das Steuerventilorgan 46 in seiner linken Stellung hält, aufgehoben, und dieses Ventilorgan bewegt sich unter der Einwirkung der Feder 49 zum rechten Ende seines
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Hubes, in welcher Stellung die Mündung des Rohres 37 von dem Kolben 47 freigegeben und die Mündung des Rohres 51 durch den Kolben 48 verdeckt wird.
Auf diese Weise wird die Überlaufdrucksteuerung des Abdampfregulierventils 39 ausgeschaltet, wenn der Injektor nicht mit Abdampf arbeitet und, dadurch, dass die beiden Rohre 37 und 44 miteinander in Verbindung gesetzt werden, wird die Steuerung der Stellung des Drosselventils 39 vom Abdampfdruck abhängig gemacht.
Auf den ersten Blick mag es zwecklos erscheinen, dass, wenn der Injektor als Frischdampfinjektor arbeitet und kein Abdampf vorhanden ist, diese Massnahme getroffen wird. Diese anscheinend unlogische und zwecklose Einrichtung ist jedoch von grösstem Nutzen unter gewissen Umständen, welche die bisher ziemlich ungeklärte Ursache von Betriebsstörungen bei Injektoren der beschriebenen Art, bei welchen eine Überlauf-oder ähnliche Regulierung angewendet wird, bilden. Ihre Zweckmässigkeit erhellt aus folgendem :
Ein befriedigendes Arbeiten des Injektors mit Abdampf kann nämlich dann nicht erzielt werden, wenn der Abdampf einer Maschine entnommen wird, die so langsam arbeitet, dass ein ausgesprochenes Pulsieren des Abdampfdruckes entsteht.
Es gibt gewisse untere Grenzen des Abdampfdruekes, bei welchen ein wirtschaftliches Arbeiten des Injektors noch erzielbar ist. Die Steuerungseimichtungen sind daher im wesentlichen einheitlich eingestellt, u. zw. derart, dass das Umschalten des Injektors vom Frisehdampfbetrieb, bei welchem kein Abdampf vorhanden ist, auf Abdampfbetrieb erst erfolgt, wenn der Abdampfdruck einen vorbestimmten Mindestwert erreicht hat.
Wenn dieser Wert erreicht ist und die Umschaltung erfolgt, besitzt der Dampf einen hinreichend beständigen Druck, um die Umschaltung ohne Betriebsunterbrechung zu gewährleisten.
Im praktischen Betrieb ist festgestellt worden, dass die Betriebsverhältnisse der Maschine beim Umschalten von Frischdampf-auf Abdampfbetrieb häufig derartige sind, dass die Maschine grosse Mengen von hochgespanntem Abdampf auspufft. Wenn der Injektor mit Frischdampf arbeitet, kommt es häufig vor, dass er auf die Mindestliefermenge oder nahezu auf diese gedrosselt ist, denn, wenn die Maschine nicht arbeitet, ist der Speisewasserbedarf meist minimal. Arbeitet nun der Injektor mit minimaler Förderung als Frischdampfinjektor und es fällt plötzlich Abdampf an, wobei dem Injektor eine nicht regulier-
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das Abdampfregulierventil in die entsprechende Drosselstellung bewegen konnte.
Zur Vermeidung dieses Übelstandes wird erfindungsgemäss die Steuereinrichtung vorgesehen, durch welche vor dem Abdampfbetrieb des Injektors das Abdampfregulierventil schon derart selbsttätig vom, Abdampfdruck eingestellt wird, dass im Augenblick des Umschaltens auf Abdampfbetrieb das Eintreten einer übermässig grossen Abdampfmenge verhindert wird. Beim Beginn des Einströmen des Abdampfes in das Rohr 38 schliesst der Abdampfdruck, wie dargelegt, das Membranventil 33. Es muss einige Zeit verstreichen, bevor die Betätigung des Relais 24 und des Umschaltventils 20 erfolgt, und während dieses Zeitraumes kann der Abdampfdruck auf den Kolben 41 wirken und das Regulierventil 39 in jene Drosselstellung bewegen, die dem Werte des Abdampfdruckes entspricht.
Man kann sagen, dass das Regulierventil 39 in die Regulierstellung voreingestellt wird, während der Injektor noch als Frischdampfinjektor arbeitet. Der Abdampf wird also dem Injektor auch während dieser Betriebsphase unter einem Druck zugeführt, der hinreichend niedrig ist, um die Gewähr zu bieten, dass keine Betriebsunterbrechung eintritt.
In einzelnen Fällen erweist sich eine Drossel wie die Drossel 58 als zweckmässig, um eine plötzliche Druckänderung in dem Rohr 44 zu verhindern, während das Steuerventilorgan 46 sich in Abhängigkeit von der Umschaltung von Frischdampf-auf Abdampfbetrieb verschiebt.
Die Erfahrung lehrt, dass bei den üblichen Lokomotivinjektoren, die gegen die gewöhnlich vorkommenden Kesseldrücke fördern, die über der Atmosphäre liegenden Überlaufdrücke, denen der Kolben 41 bei der Überlaufdruckregulierung ausgesetzt ist, gleich den Abdampfdrücken sind, die die Regulierung des Kolbens des Drosselventils 39 zweckmässig erscheinen lassen. Infolgedessen ist es praktisch möglich, für die beschriebenen Zwecke den Druck des Überlaufes und des Abdampfes abwechselnd auf denselben Ventilregulierkolben wirken zu lassen.
Zur Betätigung des Drosselventils 39 kann statt des Überlaufdruckes beispielsweise auch die Temperatur im Druckraum des Injektors herangezogen werden. In der Fig. 3 ist eine solche Einrichtung gezeigt. Bei dieser ist das Steuerungsveritil 45 a wie bei der in Fig. 1 gezeigten Einrichtung durch das Rohr 44 mit dem Zylinder 42 verbunden, und in dem Rohr 44 kann eine Drossel 58 eingebaut sein. Desgleichen ist, wie bei der vorgeschriebenen Einrichtung, das Ende des Ventilgehäuses 45 a durch ein Rohr 52 mit einer Quelle des Betätigungsdampfes verbunden, der verfügbar ist, wenn der Injektor mit Abdampf arbeitet. Das von demAbdampf zuleitungsrohr 3 wegführende Rohr 37 ist mit dem Gehäuse des Ventils 45 a verbunden, jedoch derart, dass seine Mündung gegenüber dem Einlass des Rohres 44 zu liegen kommt.
Das Gehäuse des Steuerungsventils ist mit einem Entlüftungskanal 53 versehen, welcher derart angeordnet ist, dass er durch den Plunger 48 a des Ventilorgans überdeckt wird, wenn sich dieser in der in der Figur dargestellten Stellung befindet bzw. derart, dass er freigegeben wird, wenn sieh das Ventilorgan 46 a unter der Einwirkung des durch das Rohr 52 eingelassenen Dampfes in seine linke Stellung
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verschiebt. Der Entlüftungskanal 53 wird durch ein Nadelvcntil 54 beherrscht, das seinerseits durch ein Expansionselement, wie Membranrohr 55, betätigt wird, das durch das Rohr 56 mit dem in der Druckkammer 7 des Injektors angebrachten thermostptischen Element 57 verbunden ist.
Diese Einrichtung arbeitet wie folgt :
Bei der in der Fig. 3 dargestellten Stellung hnu ei, t in dem Rohr 52 kein Druck, und der Injektor arbeitet als Frischdampfinjektor. Dabei stehen d'e Rohre 37 und 44 miteinander in Verbindung, und infolgedessen wird die Stellung des Drosselventiles 39 durch den Druck eines eventuell in die Zuleitung 38 plötzlich strömenden Abdampfes bedingt. Beim Umschalten des Injektors auf Abdampfbetrieb gelangen durch die Verschiebung des Steuerungsorgans 46 a nach links die Rohre 44 und 37 und der Entlüftungskanal 53 vermittels der Kammer innerhalb des Ventilkörpers zwischen den Plungern 47 a und 48 a miteinander in Verbindung.
Bei dieser Stellung des Steuerorgans hört der Abdampfdruck auf, der Regulierfaktor zu sein, und anstatt dessen wird der Eröffnungsgrad der Entlüftung 53, von dem natürlich der durch das Rohr 44 auf den Ventilbetätigungskolben 41 wirkende Druck bestimmt wird, zum Regulierfaktor. Der Kanal 53 wird derart bemessen, dass er bei voller Eröffnung imstande ist, den Dampf aus dem Inneren des Steuerungsventilgehäuses so rasch austreten zu lassen, wie er durch das verhältnismässig kleine Rohr 37 einströmen kann. Unter diesen Betriebsverhältnissen herrscht in dem Rohr 44 kein Druck, und es ist infolgedessen das Drosselventil 39 voll geöffnet.
Wenn die Druckwassertemperatur auf eine Höhe steigt, die anzeigt, dass im Verhältnis zum Wasser eine zu grosse Dampfmenge dem Injektor zugeführt wird, so wird durch die Ausdehnung desthermostatischen Elementes der Entlüftungskanal 53 progressiv geschlossen und lässt einen regulierenden Druck im Rohr 44 entstehen. Es wirkt also bei dieser Einrichtung der Abdampf nur als Betätigungsmittel und nicht an sich als Regulierungsmittel. Es könnte auch eine andere Dampfdruekquelle statt des Abdampfes im Zusammenhang mit dem Entlüftungskanal benutzt werden. Die Verwendung von Abdampf vereinfacht jedoch den Aufbau der Einrichtung und ist aus diesem Grunde von Vorteil.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Abdampf-Frischdampfinjektor mit einem selbsttätig den Abdampfzufluss regelnden Drosselorgan in der Abdampfzuflussleitung, dadurch gekennzeichnet, dass die regelnde Verstellung des Drossel-
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änderung im Druckraum (7) des Injektors erfolgt.