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Schaltungsanordnung für Gesellsehaftsleitungs-Fernsprechapparate.
Die Erfindung betrifft Gesellschaftsleitungs-Fernsprechapparate, bei welchen Selektiv-Wechselstromrelais auch als Sperrschaltmittel zur Besetztprüfung verwendet werden. Solche Apparate sind z. B. im Patente Nr. 54945 beschrieben.
Als Sperrschaltmittel muss ein solches Relais, um bei der Besetztprüfung anzusprechen, hohe Windungszahl erhalten. Auch soll dieses Relais zur Vermeidung einer störenden Einwirkung auf das Stromstossempfangsrelais im Momente der Prüfung auf den Besetztzustand der Leitung sehr hochohmig sein. Anderseits, um ein rasches Ansteigen des die Stromrichtung rasch wechselnden Selektiv-Wechselstromes zu gewährleisten bzw. um dieses Relais durch diesen Strom betätigen zu können, sollte die Windungszahl dieses Relais klein gehalten werden. In der Praxis musste daher bei der Konstruktion dieses Relais ein Kompromiss getroffen werden.
Der Zweck der Erfindung ist, ein solches Relais zu schaffen, dessen Wicklung den Anforderungen für seine Wirkungsweise als Sperr-oder Selektivrelais vollkommener entspricht.
Bekanntlich wird das erwähnte Relais bei seiner Anschaltung an einen Leitungsast erregt, welcher an der Amtsbatteriespannung liegt. Bisher wurden diese Relais so gewickelt, dass sie in Anlagen bis zu vier Anschlussstellen an einer gemeinsamen Leitung von der gleichen Batterie sicher betätigt werden konnten. In solchen Fernsprechanlagen hingegen, bei denen ein Vielfaches der bisher verwendeten Zahl der Anschlussstellen an einer Leitung liegen, muss mit einem grösseren Spannungsabfall gerechnet werden.
Es kommen auch solche Anlagen in Betracht, bei denen eine eigene Sperrspannung als Teilspannung von der Amtsbatterie abgezweigt wird. Es soll also das Sperr-und Selektivrelais mit einer geringeren Spannung, als bisher üblich, sicher erregt werden.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die durch den Selektiv-Wechselstrom bedingte geringe Windungszahl dieses Relais bei Verwendung als Sperrsehaltmittel durch eine zusätzliche Wicklung erhöht wird, die durch Kontakte des Automaten zugeschaltet wird.
Die Zeichnung, in der nur die für das Verständnis notwendigen Einzelheiten gezeichnet sind, stellt Ausführungsbeispiele der Erfindung dar, auf welche sich diese jedoch nicht beschränkt.
Wie bei vielen bisher bekannten Anordnungen für Gesellschaftsleitungs-Fernsprechapparate dieser Art sind auch hier die Selektiv-Wechselstromrelais B in Brücke zwischen den beiden Leitungsästen a, b angeordnet. Es ist aber auch ohne weiteres möglich, sie zwischen einen Leitungsast (z. B. a) und Erde zu legen, was jedoch für den Erfindungsgedanken belanglos ist. Das Selektiv-Wechselstromrelais B wird bei einem Anruf zum Amte vorübergehend durch den Kontakt kl des Automaten zwischen einen Leitungsast (z. B. a) und Erde gelegt. Ist dieser Leitungsast spannungsfrei, so gleitet der Automat weiter und besorgt die übrigen Schaltungsvorgänge. Ist die Leitung spannungsführend, so wird das Relais erregt und sperrt die weitere Betätigung von Kontakten z. B. zur Anschaltung der Sprecheinrichtungen dieser Stelle od. dgl.
Das Wechselstrom-Selektivrelais B dient somit in diesen Fällen als Sperrschaltmittel.
Bei einem Anruf vom Amte wird dieses Relais durch den Selektiv-Wechselstrom erregt und betätigt in irgendeiner, hier nicht näher interessierenden Weise die übrigen Einrichtungen, z. B. polarisierte Relais, Anrufglocke od. dgl.
Der Wicklungsraum dieses Relais ist in den bekannten Anlagen nur bis zu 30% ausgenutzt. Die aktive Wicklung I hat, wie früher begründet, nur eine geringe Windungszahl, damit das Relais auf den Selektiv-Wechselstrom sicher ansprechen kann. Dazugewickelt ist eine Widerstandswicklung W, welche dazu dient, das Relais in seiner Funktion als Sperrschaltmittel auf jenen hohen Ohmwert zu bringen,
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dass seine Betätigung die Wirkungsweise des Stromstossempfangsrelais nicht störend beeinflussen kann. Dadurch wird überdies erreicht, dass die Parallelschaltung mehrerer Brücken auf die Leitung den Spreehstrom nicht wesentlich schwächt.
Es ist für den Erfindungsgedanken belanglos, ob diese Widerstandswicklung, in der folgenden Beschreibung als Brückenergänzungswiderstand W bezeichnet, auf das Selektiv-Wechselstromrelais direkt aufgewickelt oder in bestimmten Fällen als Vorschaltwiderstand gesondert im Apparat angebracht ist. Dieser bei der Selektivwahl nicht benötigte Widerstand dient gleichzeitig auch dazu, um bei der Impulsgebung durch einen Teilnehmer zu verhindern, dass durch Aufladungen des Brückenkondensators K die Brückenrelais der andern Teilnehmer mitbeeinflusst werden. Deshalb kann dieser Widerstand auch nicht in solchen Schaltungen weggelassen werden, wo er zur Besetztprufung nicht mehr nötig ist.
Um das Ziel der Erfindung zu erreichen, wird dieses Relais B unter Ausnutzung des freien Wicklungsraumes, wie früher erwähnt, mit einer zusätzlichen Wicklung II ausgerüstet.
Fig. 1 stellt eine, einem Gesellschaftsteilnehmer zugeordnete Selektiv-Wechselstrombrücke dar, in welcher ein Relais nach der Erfindung eingebaut ist. Hebt der Teilnehmer ab, so wird vorübergehend der Kontakt kl geschlossen. Die auf dem Leitungsast a im Punkt X vorhandene Besetztspannung wirkt somit über : Spannungspunkt X, Wicklung 1, Widerstand W, Kontakt kl, Zusatzwicklung IL Erde.
Ein abgeändertes Ausführungsbeispiel zeigt die Fig. 3, in welcher die zusätzliche niederohmige Wicklung II nur mit einem Wicklungsteil 1 a der Wicklung 1 bei der Besetztprüfung zusammenarbeitet.
Diese Ausführung wird dann mit Vorteil angewendet, wenn bei der Erregung durch den Besetztgleichstrom alle jene Windungen der Wicklung 1 abgeschaltet sein sollen, die eine grosse Windungslänge (z. B. die äusseren Windungslagen) und damit verbunden einen höheren Ohmwert besitzen. Der Besetztstrom fliesst vom Punkte X über Wicklung 1 a, den vorübergehend geschlossenen Kontakt k 1, zusätzliche niederohmige Wicklung II, Erde zur Amtsbatterie. Der vom Amte über die Leitungsäste'a, b gesendete Selektiv-Wechselstrom nimmt seinen Weg über : Leitungsast a, Knotenpunkt X, Wicklung 1 (bzw. 1 a und 1 b), Widerstand W, Automatkontakt k 2, Kondensator K, Leitungsast b.
Bei der Ausführung nach Fig. 2 wird die Windungszahlerhöhung in ihrer Wirkung durch die Eliminierung des die Sperrwirkung des Relais B schwächenden Brückenergänzungswiderstandes W unterstützt. Bei der Prüfung auf den Besetztzustand der Leitung wird das Sperrschaltmittel B erregt über : Leitungsast a, Knotenpunkt X, Selektiv-Wechselstromwicklung 1, vorübergegend geschlossener Kon-
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lungen 1 und II erhält, die fallweise durch die Kontakte k 1, k 2 und je nach der Verwendung dieses Relais als selektives Ruforgan oder als Sperrorgan jede einzeln zur Wirkung gelangen. Beim Einlangen des Wechselstromes ist Kontakt k 2 geschlossen, 1c 1 geöffnet.
Bei der Besetztprüfung ist umgekehrt vor- übergehend der Kontakt k 2 geöffnet und A 7 geschlossen. In diesem Schaltzustand wird das Schaltmittel B allein über die zusätzliche Wicklung II durch den Besetztstrom (unabhängig von der Wicklung 1) erregt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaltungsanordnung für Gesellschafts-Fernsprechapparate, bei welchen das Selektiv-Wechselstromrelais auch als Sperrschaltmittel zur Besetztprüfung verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Relais in seiner Verwendung als Sperrschaltmittel zur Erhöhung der Anzugskraft über eine zusätzliche Wicklung erregt wird, welche bei der Besetztprüfung in den Sperrkreis eingeschaltet wird.