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Schmiervorrichtung für Kältekompressoren.
Zur Beseitigung der Abdichtungsschwierigkeiten der Stopfbüchse von Kältekompressoren von Kühlanlagen mit niedrig siedendem Kältemittel hat man bereits vorgeschlagen, das aus Kreislauf des Kältemittels abgeschiedene Schmiermittel in der Weise auszunutzen, dass man das abgeschiedene
Schmiermittel einem Vorratsbehälter zuführte, von dem aus es unter Druck dem Ringraum einer die Antriebswelle gegen das Kurbelgehäuse abdichtenden Stopfbüchse zufliesst. Hiedurch hat man zwar den Vorteil erreicht, dass die Stopfbüchse der Antriebswelle lediglich gegen Druck und nicht gegen Unterdruck dicht sein musste und ständig mit Schmiermittel versorgt werden konnte, doch liess sich hiedurch ein ordnungsgemässer Betrieb des Kältekompressors trotzdem nicht erreichen.
Dies war vor allen Dingen darauf zurückzuführen, dass dem regelmässigen Schmiermittelumlauf über den
Vorratsbehälter und die Stopfbüchse zwei Unsicherheiten entgegenstanden. Einmal ist die Menge des Schmiermittels, das in den Kreislauf mitgerissen wird, von den Laufzeiten des Kompressors abhängig, die infolge des wechselnden Kältebedarfes unregelmässig sind und sich jeder Vorausberechnung entziehen, zum andern hat man es auch nicht in der Hand, die Menge des Schmiermittels, das aus dem Vorratsbehälter über die Druckstopfbüchse wieder in das Kurbelgehäuse zurückfliesst, genau regelbar zu bestimmen, da diese von dem Grad der Dichtheit der Stopfbüchse abhängt, die sich mit der Betriebsdauer der Stopfbüchse und unter äusseren Einflüssen,
wie insbesondere der Temperatur, stark ändert.
Diese Nachteile waren auch nicht dadurch zu beseitigen, dass man die Menge des mitgerissenen
Schmiermittels etwa durch die Wahl der Abmessungen der für die Schmierung des Kolbenbolzens vorgesehenen Pumpe oder der Gesamtschmiermittelmenge im Kurbelgehäuse auf jeden Fall bedeutend grösser oder wesentlich kleiner als den in der Stopfbüchse erwarteten Rückfluss bemessen konnte.
Hiebei muss nämlich der Fall, wonach die mitgerissene Schmiermittelmenge kleiner als der Rückfluss durch die Druckstopfbüchse bemessen wird, aus betriebsmässigen Gründen ausscheiden, da dann ein Trockenlaufen der Stopfbüchse nicht zu vermeiden ist, wodurch deren Dichtungswirkung in Frage gestellt wird.
Aber auch der noch andere mögliche Fall der Bemessung der mitgerissenen Schmiermittelmenge, wonach diese von vornherein bedeutend grösser als der durch die Druckstopfbüchse erwartete Rückfluss eingestellt werden konnte, war nicht geeignet, alle Schwierigkeiten zu beseitigen, da dann wohl die Stopfbüchse ständig mit Schmiermittel versorgt wurde, jedoch eine Ansammlung des Schmiermittels im Vorratsbehälter und eine Rückstauung seiner reichlich zufliessenden Menge nicht zu vermeiden war, welch letztere die Gefahr von Ventilbrüchen und einer Verminderung der Kälteleistung des gesamten Aggregats infolge eines Niederschlages von Schmiermittel im Kondensator und Verdampfer zur Folge hatte.
Auch eine grosse Bemessung des Schmiermittelvorratsbehälters konnte die hiebei auftretenden Schwierigkeiten nicht beseitigen, da hiedurch nicht vermieden werden konnte, dass schliesslich alles Schmiermittel in diesem grossen Vorratsbehälter angesammelt war und das Kurbelgehäuse und die sonstigen zu schmierenden Stellen des Kompressors daher nicht mit genügend Schmiermittel versorgt wurden.
Es ist fernerhin ein Kältekompressor bekannt, bei dem das Schmiermittel durch eine Pumpe einem Vorratsbehälter zugeführt wird, der durch einen Überlauf mit dem Kurbelraum und durch eine weitere Leitung mit dem Ringraum einer die Kurbelwelle abdichtenden Stopfbüchse in Verbindung steht. Abgesehen davon, dass diese bekannte Einrichtung eine besondere Schmierpumpe erfordert, die den Nachteil der Erhöhung der Herstellungskosten und Vergrösserung der Störungsmöglichkeiten mit sich bringt, konnten bei dieser bekannten Anordnung die Abdichtungsschwierigkeiten der Stopfbüchsen von Kältekompressoren für Kühlanlagen mit niedrig siedendem Kältemittel insofern nicht beseitigt werden,
als der Vorratsbehälter des Schmiermittels mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung stand und daher eine Umsetzung der Abdichtung der Stopfbüchse gegen Vakuum in eine solche gegen Druck niemals erreicht werden. Eine derartige Einrichtung war daher für Kühlanlagen mit niedrig siedendem Kältemittel nicht brauchbar.
Zur Beseitigung der Abdiehtungsschwierigkeiten der Stopfbüchse von Kältekompressoren von Kühlanlagen mit niedrig siedendem Kältemittel geht die Erfindung von der eingangs geschilderten bekannten Anordnung aus, bei der das Schmiermittel auf der Druckseite des Kompressors abgeschieden und einem Vorratsbehälter zugeführt wird, von dem aus es unter Druck dem Ringraum einer die Antriebswelle gegen das Kurbelgehäuse abdichtenden Stopfbüchse zufliesst, und besteht im wesentlichen darin, dass eine vom Vorratsbehälter zum Kurbelgehäuse führende Überlaufleitung angeordnet ist, die zwecks Verhinderung des Druckausgleiches zwischen den beiden Räumen von einem Ablassventil überwacht wird.
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Bei einer derartigen Einrichtung ist unbedingte Gewähr gegeben, dass die Druckstopfbüchse ständig mit Schmiermittel versorgt wird, da dieses reichlich in Umlauf gehalten werden kann, ohne dass die Gefahr von Rückstauungen und Schmiermittelniederschlägen besteht, da die Schmiermittel- menge, die nicht durch die Druckstopfbüchse abfliesst, durch das Ablassventil dem Kurbelgehäuse unmittelbar periodisch zugeführt wird.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel erläutert.
Bei dem dargestellten Kältekompressor wird der Kältemitteldampf durch den Stutzen 1 von dem Kolben 2 angesaugt, verdichtet und durch die Leitung 3, 4 in den Kondensator gedrüekt. Zwischen den Leitungen 3 und 4 ist der Schmiermittelabscheider 5 angeordnet, in den das von dem Gas im Kurbel- gehäuse 6 aufgenommene Schmiermittel abgeschieden wird. Dieser Abscheider 5 ist mit der Vorlage 7 für die Laterne 8 der Stopfbüchse 9 zusammengebaut und bildet einen Vorratsbehälter für das abge- schiedene Schmiermittel.
Dieses sammelt sich demnach in der Vorlage 7 und steht unter dem in der
Leitung 3, 4 herrschenden Überdruck. Dieser Überdruck setzt sieh in die Packung 10 der Stopfbüchse fort, so dass von der Laterne aus sowohl nach dem Kurbelgehäuse hin als auch nach der Schwungrad- seite ein Überdruck vorhanden ist. Die Packung muss auf dieser Seite daher bloss so ausgebildet sein, dass sie gegen das Schmiermittel (Glyzerin) dicht hält, was wesentlich einfacher zu erreichen ist, als gegen Unterdruck abzudichten.
Der Abscheider 5 besitzt ein Ablassventil 11, das bei Erreichung eines gewissen Flüssigkeits- spiegels im Sammelraum des Abscheiders sich öffnet und das Schmiermittel durch die Überlaufleitung 12 in das Kurbelgehäuse zurückfliessen lässt.