AT151631B - Verfahren zur Herstellung von insbesondere für Düngezwecke geeigneten phosphorsäurehaltigen Produkten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von insbesondere für Düngezwecke geeigneten phosphorsäurehaltigen Produkten.

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AT151631B
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Friedrich P Dr Kerschbaum
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Friedrich P Dr Kerschbaum
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von insbesondere für Düngezweeke geeigneten phosphorsäurehaltigen
Produkten. 



   Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung von   phosphorsäurehaltigen,   insbesondere für
Düngezwecke geeigneten Produkten aus mineralischen Rohphosphaten. 



   Es ist bekannt, mineralische Rohphosphate mit wässriger Phosphorsäure   aufzuschliessen.   Dieses
Verfahren ist selbst bei Anwendung von Phosphorsäure in hoher Konzentration und erhöhten Temperaturen und Drucken praktisch beschränkt auf die Gewinnung von sauer reagierendem Doppelsuper- phosphat im Sinne der Formel 
 EMI1.1 
 zur Gewinnung von 3   POg (wasserlöslich   in Form von Monocalciumphosphat), auf 1   P2ÛS   (unlöslich in Form von Rohphosphat), 2   P2ÛS     (wasserlöslich   in Form von Phosphorsäure). 
 EMI1.2 
 der Gleichung 
 EMI1.3 
 zu Dicalciumphosphat   (CaHP04)   mit eitratlösliehem   P2Os-Inhalt   umgesetzt.

   Dieses Verfahren ist aber infolge des verhältnismässig hohen Preises des Knochenmehles, welches selbst schon ein Düngemittel darstellt, wirtschaftlich uninteressant. 



   Eine Übertragung dieses nassen   Aufschlussverfahrens   auf mineralische Rohphosphate, in denen die Einheit P20s sehr viel billiger ist als bei Knochenmehl, hat sich als technisch undurchführbar erwiesen. 



   Es wurde nun gefunden, dass der Aufschluss von Mineralphosphaten (Apatiten) unter Überführung des unlöslichen   P20s   in   ammoncitratlösliches     P20s   in technisch und wirtschaftlich erfolgreicher Weise gelingt, wenn man an Stelle von Phosphorsäure als   Aufsehlussmittel     wasserlösliches     P20s   in Form geeigneter Phosphorsalze anwendet und die Umsetzung nicht im wässrigen System, sondern trocken durch einen Caleiniervorgang unter Einhaltung geeigneter Mengenverhältnisse und geeigneter Temperaturen vornimmt. 



   Hiedurch gelingt es, Düngemittel von alkalischer Reaktion mit hohem Gehalt an hochwertigem   ammoncitratlöslichem     P2Os-Gehalt,   z. B. vom Typ des Diealeium-Monoalkali-Orthophosphats   (CaKPO,)   herzustellen. 



   Nach einem bereits vor langer Zeit gemachten Vorschlag sollen   natürliche   Mineralphosphate mit Hilfe von Phosphorsäure oder von wasserlöslichen Alkaliphosphaten (Monophosphat, Diphosphat oder Triphosphat) z. B. im Sinne der Gleichung 
 EMI1.4 
 aufgeschlossen werden. Hiebei wurde die Lehre aufgestellt, dass das phosphorsaure Salz in geringeren, gegebenenfalls erheblich geringeren Mengen angewendet werden soll, als der vorstehenden Gleichung entspricht. Für die Durchführung des Aufschlussverfahrens wurde ein Erhitzen des Gemisches auf Hellorange-oder nahezu Weissglut, also auf Temperaturen von etwa 1200 bis   13000 C   empfohlen. 



   Diese Vorschläge konnten die Technik in keiner Weise befruchten, weil bei Nacharbeitung unter Einhaltung der vorgeschriebenen Bedingungen völlig unbrauchbare Ergebnisse erzielt werden. 



   Nach den Forschungen des Anmelders vorliegender Erfindung ist ein technisch erfolgreicher Aufschluss von Mineralphosphaten durch Calcinieren mit wasserlöslichen Mono-oder Diphosphaten 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 nicht möglich. Bei Verwendung von Triphosphat gelingt ein   technisch brauchbarer Aufschluss,   wie gefunden wurde, nur bei Anwendung des tertiären Phosphats im   Überschuss   über die theoretisch er- forderliche Menge. Weiterhin wurde festgestellt, dass Temperaturen von 1200 bis 1300  C unnötig, ja schädlich sind, wenn es gilt, einen maximalen Gehalt an ammoncitratlöslichen   POg   zu erzielen, dass   j   es sich vielmehr empfiehlt, bei niedrigeren Temperaturen, z.

   B. solchen, welche   11000 C nicht   wesent- lich übersteigen, vorzugsweise bei Temperaturen von etwa 1000  C und weniger zu arbeiten. 



   Bei Anwendung von wasserlöslichem tertiären Orthophosphat, z. B. Trialkali-Orthophosphat, als   Aufschlussmittel   für Mineralphosphate erzielt man, wie gefunden wurde, eine glatte Umsetzung im
Sinne der Gleichung, 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> 2 <SEP> CaOs <SEP> + <SEP> 2 <SEP> EgPO <SEP> (bzw. <SEP> Na"PO,) <SEP> 6 <SEP> CAPO4,
<tb> 2P2O5 <SEP> + <SEP> 1P2O5 <SEP> = <SEP> 3P2O5
<tb> unlöslich <SEP> in <SEP> Form <SEP> von <SEP> wasserlöslich <SEP> in <SEP> Form <SEP> von <SEP> citratlöslich <SEP> in <SEP> Form <SEP> von
<tb> Tricalciumphosphat <SEP> tertiärem <SEP> Alkaliphosphat <SEP> tertiärem <SEP> Erdalkali- <SEP> Alkali-
<tb> (bzw.

   <SEP> Rohphosphat) <SEP> Phosphat
<tb> 
 wenn man das Orthophosphat im Überschuss anwendet und bei Temperaturen arbeitet, die erheblich über der oberen Existenzgrenze der sauren Calciumphosphate (auch des   Diealeiumphosphat     CAPO4)   gelegen sind, aber weniger als 1200  C, vorzugsweise nicht mehr als   11000 C   betragen. 



   Die Durchführung des Verfahrens erfolgt in einfachster Weise dadurch, dass man ein pulveriges Gemisch der Komponenten in geeigneten Öfen auf die Umsetzungstemperatur erhitzt. 



   Im Sinne der vorstehenden Gleichung würde das theoretische Verhältnis von   P20s   in Rohphosphat und in tertiärem Alkaliphosphat   2 : 1 bzw : 1   : 0-5 betragen. 



   Vergleichende Versuche, welche unter Anwendung von Rohphosphat (Florida Pebble cale.) und tertiärem Natriumphosphat   (Na3P04)   durchgeführt wurden, haben folgendes ergeben :
Beim Erhitzen eines Gemisches von Rohphosphat und tertiärem Natriumphosphat (Gemisch I) in theoretischem   PsOs-Verhältnis (l   : 0-5) auf 1000  C betrug die erreichte Citratlöslichkeit nur 68%. 



   Beim Erhitzen eines Gemisches, dessen   PsOg-Verhältnis l   : 0. 8 betrug (Gemisch II), auf 1000  C wurde eine Citratlöslichkeit von   99%   erreicht. 
 EMI2.2 
 
Die Tatsache, dass man beim Arbeiten nach der Erfindung bei Temperaturen von nur 1000  C, u. zw. in kurzen Erhitzungszeiten, eine quantitative Umsetzung in citratlösliches   P20s   erzielen kann, ist überraschend, da der Schmelzpunkt bzw. Erweichungspunkt   natürlicher   Mineralphosphate bekanntlich über   15000 C liegt,   das Trinatriumphosphat wasserfrei als unschmelzbar gilt und der Schmelzpunkt des Trikaliumphosphates bei 1340  C liegt. 



   Weitere Versuche haben ergeben, dass man an Stelle von fertigem Trialkaliorthophosphat auch die chemischen Bausteine dieses Salzes anwenden kann, also z. B. ein Gemisch von Natriummetaphosphat und Soda bzw. von Mononatrium-Orthophosphat und Soda oder von Natriumpyrophosphat und Soda bzw. von Dinatrium-Orthophosphat und Soda. Die Anwendung von Pyrophosphat bzw. von Dinatrium-Orthophosphat, hat dabei im Vergleich zu Metaphosphat noch den Vorteil, dass nur die halbe Menge an Soda benötigt wird. An Stelle von Soda können z. B. auch   NA, SIO,   oder dessen Bausteine Verwendung finden. 



   Ein Gemisch von Rohphosphat mit Natriummetaphosphat und Soda, letztere im Molverhältnis 1 : 1 (Gemisch III) mit dem   POg-Verhältnis   in Rohphosphat und Phosphorsalz 1 : 0-8 ergab beim Erhitzen auf 1000  C eine Citratlöslichkeit des   Pa0   des Rohphosphats von   99%.   



   Beim Erhitzen des Gemisches III auf nur 850  C wurde immer noch eine Citratlöslichkeit von 86% erzielt. 



   Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass man das   Aufschlussverfahren   durch Zugabe von Hilfssalzen, welche, wie z. B. KCI, MgCl2 nsw., befähigt sind, die Umsetzungen zu erleichtern, erheblich verbessern kann. Durch Zugabe derartiger Hilfssalze, welche in Form ihres natürlichen Vorkommens angewendet werden können, in geeigneten Mengen, die z. B. 10-20% oder auch mehr des Fertig- 
 EMI2.3 
 niedrigeren Temperaturen   durchzuführen.   



   Wenn man z. B. Gemisch II oder Gemisch III (P2O5-Verhältnis 1 : 0-8) unter Zuschlag passender Mengen von Chlorkalium   auf schliesst,   so erhält man bereits bei Arbeitstemperaturen von 800  C eine 
 EMI2.4 
 salzes oder Hilfssalzgemisehes kann auch im Hinblick auf die gewünschte Zusammensetzung des Fertigproduktes bemessen werden. 



   Die Durchführung des Verfahrens kann in Drehöfen, aber auch in Schachtöfen erfolgen. In gegebenen Fällen, z. B. beim Arbeiten in Schachtöfen empfiehlt es sich, das pulverige Gemisch in Formkörper, Presslinge überzuführen und diese zu verarbeiten. Mit besonderem Vorteil kann die Erfindung, wie gefunden wurde, derart durchgeführt werden, dass zum   Aufschluss   das besonders elegante und dazu 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 billige Verfahren des Verblasens nach   Huntington-Haeberlein,   z. B. unter Benutzung des Dwight-
Lloyd-Apparates, angewendet wird. 



   Die vorstehend wiedergegebenen Versuche zeigen, dass die optimale   Aufschlusstemperatur   bei
Verzicht auf Zuschlag von Hilfssalzen bei etwa   10000 C   liegen, während sie bei Zugabe von Hilfssalzen   bei etwa 8000 C   liegen. Die jeweiligen Optimaltemperaturen sind natürlich abhängig von den sonstigen
Arbeitsverhältnissen, wie Art und Beschaffenheit der Rohphosphate, der phosphorhaltigen   Aufschluss-   salze, der Höhe des Überschusses der letzteren usw. 



   Es wurde   schliesslich   noch gefunden, dass man die Menge des phosphorhaltigen Aufschlusssalzes herabsetzen und trotzdem ausgezeichnete   Aufschlüsse   erzielen kann, wenn man das Rohphosphat einer Vorbehandlung mit   Pos   unterwirft. Für diese Vorbehandlung können sehr billige, gegebenenfalls praktisch kostenlose   P2Os-Quellen   verwendet werden. Man kann z. B. die bei der Gewinnung von 
 EMI3.1 
 mehr aufarbeitbaren Abgase zur Vorbehandlung der Mineralphosphate verwenden. Man verwendet z. B. die Gichtgas eines Phosphor-Hochofens zur Beheizung eines Drehrohres, indem man das aufzuschliessende Rohphosphat, z.

   B. nasses Flotationskonzentrat, erst trocknet und dann durch weiteres Erhitzen in einer   POs-Dampf-Atmosphäre   auf den gewünschten Betrag an   P205 anreichert.   Dazu 
 EMI3.2 
 35 bis   40%   ein ausgezeichnetes Heizgas ist und daneben etwa 1-2 g Phosphor als Phosphordampf pro   m 3   enthält, je nach der   Kühlwassertemperatur   in der Phosphorkondensation. Man kann aber den   POs-  
Gehalt in Rohphosphat auch dadurch anreichern, dass man die unvermeidlichen Abwässer einer Phosphor-
Kondensationsanlage, die   P20s   enthält, über Rohphosphat leitet.

   Hiedurch ist man in der Lage, die jeweils gewünschten, für die Ziele der Vorbehandlung bestgeeigneten Mengen von   P20s   in ausserordentlich billiger Weise in das Rohphosphat einzuführen. Im allgemeinen hat es sich als zweckmässig erwiesen, das Vorbehandlungsverfahren so   durchzuführen,   dass der P205-Inhalt des Rohphosphats um Mengen, welche bis zu   20% des ursprünglichen P20s-Inhalts   und gegebenenfalls auch mehr betragen, erhöht wird. 



   Versuche haben ergeben, dass man beim Aufschluss derartig vorbehandelter Rohphosphate bei Anwendung von Mischungen, deren   P205-Verhältnis 1   :   0. 5 (theoretische Mengenverhältnisse)   beträgt, bei   10000 C   unter Verzicht auf Zuschlag von Hilfssalzen eine Citratlöslichkeit von mehr als 95% erzielen kann. 



   Die Erfindung gestattet die Verarbeitung aller bekannten handelsüblichen Mineralphosphate auf   basische hochwertige Mischdünger,   z. B. mit den Komponenten   PgOs, KO, CaO   (gegebenenfalls   MgO)   und gegebenenfalls noch andern zusätzlichen Komponenten von Düngewert bei verhältnismässig niedrigen Temperaturen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von insbesondere für Düngezwecke geeigneten phosphorsäurehaltigen Produkten durch Aufschluss von Mineralphosphaten mit Triortophosphaten bei hohen Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen Teil P205 im Mineralphosphat mehr als 0-5, vorzugsweise etwa 0-8 Teile   P205   im phosphorsauren Aufschlusssalz zur Anwendung gebracht werden und der Auf-   schluss   bei mässigen zweckmässig 1200  C nicht übersteigenden Temperaturen, vorzugsweise solchen von etwa   800-11000 C, durchgeführt   wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an Stelle von fertigem Trialkaliorthophosphat die chemischen Bausteine, z. B. ein Gemisch von Natriummetaphosphat und Soda oder von Natriumpyrophosphat und Soda zur Anwendung gebracht wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Ausgangsgemisch die Umsetzung begünstigende und eine Herabsetzung der Temperatur gestattende Salze, wie z. B.
    KCI, MgC12 usw., gegebenenfalls mehrere derartiger Salze zugeschlagen werden.
    4. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei Temperaturen unterhalb 1000 C, z. B. Temperaturen von 900 bis 800 C und darunter gearbeitet wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mineralphosphat einer Vorbehandlung mit P205, z. B. mit P20s in starker Verdünnung enthaltenden Abgasen behandelt wird. EMI3.3 Salz geringer gehalten wird, als er zur ausreichenden Aufschliessung eines nicht vorbehandelten Mineralphosphats erforderlich wäre.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufschluss unter Verblasen, z. B. unter Benutzung eines Dwight-Lloyd-Apparats, durchgeführt wird.
AT151631D 1935-10-07 1935-10-07 Verfahren zur Herstellung von insbesondere für Düngezwecke geeigneten phosphorsäurehaltigen Produkten. AT151631B (de)

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