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Drehkolbenpumpe.
Als Pumpen mit drehendem Kolben sind in der Hauptsache Zahnradpumpen und Drehkolben- pumpen bekannt.
Bei den Zahnradpumpen erfolgt die Abdichtung zwischen dem Saug-und Druckraum durch genau bearbeitete Zahnflanken in Linien, bei den Drehkolbenpumpen durch zylindrische Flächen, also jedenfalls mit einer Flächendichtung.
Es sind auch Zahnradpumpen bekannt, bei denen einzelne grössere Zähne eine ähnliche Wirkungs- weise wie bei den Drehkolbenpumpen hervorrufen. Hiebei ist es auch bekannt, für alle diese Zähne nur eine einzige Zahnlücke in dem Gegenzahnrad vorzusehen und dieses Zahnrad mit sovielfacher
Drehzahl laufen zu lassen, als grössere Zähne vorhanden sind (französische Patentschrift Nr. 593396).
Bei allen Zahnradpumpen, bei denen die Zähne in Zahnlücken eintreten, entstehen jedoch in den Zahnlücken unzulässig hohe hydraulische Pressungen, weil ein restlieher Teil der Flüssigkeit aus der Zahnlücke nicht austreten kann, so dass bei Zahnradpumpen Entlastungslöcher vorgesehen werden müssen, wodurch sich diese Pumpenart für die Förderung dickflüssiger Stoffe, die die kleinen Löcher verstopfen würden, nicht eignet. Demgegenüber liegt ein Hauptvorteil der Drehkolbenpumpen darin, dass alle Dichtungsflächen Zylinderfläehen sind, so dass deren Herstellung oder Reparatur auf einer gewöhnlichen Drehbank möglich ist. Um mit einem Drehschieber und damit auch mit einem Stirnräderpaar für dessen Antrieb auszukommen, ist es auch bekannt, einen einzigen Drehschieber anzuwenden, der für jeden Drehkolben eine Aussparung besitzt.
Die Drehzahl eines solchen Drehschiebers stimmt dann mit der der Drehkolbenwelle überein. Da für jeden Drehkolben eine besondere Aussparung vorgesehen ist, muss der Drehschieber einen verhältnismässig grossen Durchmesser erhalten. Schon bei zwei Drehkolben muss der Drehschieber einen Durchmesser erhalten, der zumindest das Doppelte der radialen Abmessung der Drehkolben mehr der Wandstärke zwischen den beiden Aussparungen beträgt, wobei auf den nötigen Spielraum zwischen Kolbenaussenfläche und Aussparungswand noch nicht Rücksicht genommen ist. Der verhältnismässig grosse Drehschieber gibt dementsprechend grosse Reibungsmomente und bedingt daher auch einen entsprechend grossen Kraftverbrauch. Die grossen Gehäuseabmessungen vermehren das Gewicht und den Preis der Pumpe.
Die Erfindung bezweckt, die Bauart und Wirkung derartiger Drehkolbenpumpen mit nur einem Drehschieber zu verbessern und besteht darin, dass der Drehschieber gegenüber der Drehzahl der Drehkolbenwelle eine sovielfache Drehzahl besitzt, als Drehkolben vorhanden sind, so dass mit einer einzigen Aussparung im Drehschieber das Auslangen gefunden wird. Nebstbei ergibt sieh auch eine günstigere Flankenausbildung der Drehkolben, da diese infolge der grösseren Relativgeschwindigkeit der Steuerkolbenkanten weniger hinterschnitten ausgeführt werden müssen.
Die weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Drehschieberwelle als Antriebswelle benutzt wird. Hiedurch wird insbesondere bei elektrischem Antrieb der Vorteil erzielt, dass der Riementrieb infolge der höheren Drehzahl der Drehschieberwelle schwächer gehalten werden kann bzw. dass überhaupt nicht so weit ins Langsame übersetzt werden muss, da der Stirnradtrieb zwischen Drehschieber und Flügelkolbenwelle wie ein Vorgelege wirkt, das zumindest 1 : 2 ins Langsame übersetzt und das sowieso vorgesehen werden muss.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise als zweiflügelige Pumpe im Schnitt dargestellt.
Das Gehäuse 1 besitzt einen zylindrischen Einsatz 2, der für den Durchgang des Drehkolbens 3 ausgerundet ist. Die Kolbenflügel 4 sitzen auf einer stirnseitigen Scheibe, die sich mit der Kolben-
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welle 5 dreht, so dass sich die Kolben 4 in dem Ringraum zwischen der Gehäusewand 1 und dem Einsatz S drehen und das Gut je nach der Drehrichtung vom Stutzen 6 zum Stutzen 7 oder umgekehrt fördern.
Die Welle des Drehschiebers 3 wird angetrieben und ist gegen die Drehkolbenwelle 5 mittels der Stirnräder 8, 9 1 : 2 ins Langsame übersetzt, so dass sie doppelt soviel Umdrehungen macht als die Drehkolbenwelle. Die Aussparung 10 des Drehschiebers lässt daher bei jeder Umdrehung einen der beiden Drehkolben 4 durch. Es können auch mehr als zwei Drehkolben vorgesehen werden. Es müsste der Drehschieber bei drei Drehkolben dreimal soviel Umläufe machen als die Drehkolbenwelle, allgemein das Sovielfache an Umläufen als Drehkolben vorhanden sind. Hiebei wird die Flankenform der Drehkolben noch günstiger.
Wie ersichtlich, ermöglicht der einzige Ausschnitt, dass derselbe weit über den halben Durchmesser hinaus in den Drehkolbenkörper hineingreifen kann, wodurch der Durchmesser des Drehkolbens entsprechend klein ausfällt.
Die Einrichtung gemäss der Erfindung kann ausser bei Pumpen auch bei Gebläsen und auch bei Druckwasser- bzw. Druckluftmotoren angewendet werden. So braucht nur z. B. der Stutzen 6 an eine Druckwasserleitung angeschlossen werden, um einen Motor zu erhalten, von dem an der Drehkolbenwelle mit hoher Drehzahl abgetrieben werden kann.