AT152414B - Verfahren zur Herstellung desinfizierender oder konservierender Zubereitungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung desinfizierender oder konservierender Zubereitungen.

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AT152414B
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung desinfizierender oder konservierende Zubereitungen. 
 EMI1.1 
 

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 erforderlichenfalls die Glieder mit weniger als 10 oder 12 und mehr als 18 und 20 C-Atomen-oder das Verhältnis der Bestandteile durch Zumischung eines anders zusammengesetzten natürlichen Gemisches zu verändern. 



   Für das vorgeschlagene Verfahren lassen sich Mischungen der Sulfoniumverbindungen der verschiedensten Art verwenden. Ihre Konstitution sei durch folgende Formel erläutert. 
 EMI2.1 
 



  In dieser bedeuten Y und Z offene oder ringförmige Glieder von gesättigter oder ungesättigter bzw. aromatischer Bindungsart, deren Kohlenstoffgehalt weitgehend abgeändert werden kann. Die einzelnen Gruppen können auch noch durch Fremdatome substituiert oder unterbrochen sein. Hiedurch kann die Wirkung weitgehend verändert werden ; R bedeutet einen aliphatischen oder   aromatiseh-ali-   phatischen Kohlenstoffrest, vorzugsweise eine Alkylgruppe. X bedeutet einen Säurerest oder ein Halogenatom. Die Verbindungen entstehen z. B. durch Anlagerung eines reaktionsfähigen Esters   RX   an einen Thioäther   Y-S-Z. Solche   reaktionsfähige Ester RX sind z. B. die Dialkylsulfate der niederen Alkohole, besonders Dimethyl-und Diäthylsulfat oder auch andere genügend reaktionsfähige Verbindungen, z. B.

   Halogenalkyle oder Benzylhalogenide oder Sulfosäureester, wie p-Toluolsulfonsäure-   methyl-oder-Äthylester.   



   Gemäss der Erfindung können z. B. Mischungen aus folgenden Verbindungen hergestellt werden :
1. Di-isooktyl-methyl-sulfonium-sulfomethylat, farbloses, dickes Öl, das in Wasser in jedem Verhältnis löslich ist, gewonnen aus Di-isooktyl-thioäther   (Kpi4== 166-168 )   und Dimethylsulfat. 



   2. Didodecyl-methyl-sulfonium-sulfomethylat, farblose Kristalle aus Äther, sehr leicht löslich in organischen Lösungsmitteln, gut löslich in Wasser, aus   Di-dodecyl-thioäther   (F = 40-41 ) und Dimethylsulfat. An Stelle der reinen Didodecylverbindung kann auch ein Produkt verwendet werden, das die Reste   n-Oktyl,   Decyl und Dodecyl im Gemisch enthält, hergestellt durch Anlagerung von Dimethylsulfat an ein Thioäthergemisch, das z. B. aus der Reaktion von   n-Oktylchlorid,   Decylchlorid und Dodecylchlorid mit Kaliumsulfid gewonnen wurde. 



   3. Dieaprinsäureester des Di-   (ss-oxyäthyl)-methyl-sulfoniumsulfomethylat   : 
 EMI2.2 
 weisse Kristalle aus Äther, F =   49-50 ,   erhalten durch Anlagerung von Dimethylsulfat an den Di-   caprinsäureester   des Thiodiglykols (F =   45-46 ).   An Stelle des   Dicaprinsäureesters   können auch Ester anderer Säuren, z. B. der Capron-und Caprylsäure oder eines Gemisches von Säuren, verwendet werden. 



   4.   Di-ss- (o-phenylphenoxy)-äthyl-methyl-sulfonium-sulfomethylat   : 
 EMI2.3 
 farblose Kristalle vom F =   157-158 ,   gewonnen durch Anlagerung von Dimethylsulfat an den Di- ss- (o-phenyl-phenoxy) äthyl-thioäther (F =   77-78. 50).   



   An Stelle der o-Oxydiphenylreste können in Verbindung dieser Art auch andere geeignete aromatische Kerne, z. B. p-Oxydiphenyl, Thymol oder Carvacrol, verwendet werden, ebenso   können   auch längere Ketten an Stelle der Äthylenbrücken vorhanden sein, z. B. 



    Di-ss- (2-methyl-5-isopropyl-phenoxy)-ä, thyl-methyl-sulfoniumsulfomethylat :   
 EMI2.4 
 farblose Kristalle, F =   105-106 ,   und das isomere : 

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 EMI3.1 
 
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 farblose Kristalle, F = 155-156  aus Äthylendidodecylthioäther (dargestellt aus Dodecylmerkaptan und Äthylenbromid, F = 52-54 ) und 2 Mol Dimethylsulfat. Man kann auch andere Alkylreste sowie ein Gemisch von Alkylen verwenden. An Stelle der Äthylenbrücke können auch längere Gruppen, z. B. Propylenreste, angewendet werden. 



   6. Oktodecyl-dimethyl-sulfonium-sulfomethylat, farblose   Blättehen,   F =   98-99'aus   Okto-   decyl-methyl-thioäther   (Kp13 = 210-215 , kristallisiert nach dem Abkühlen) und Dimethylsulfat oder aus Oktodecylmerkaptan und 2 Mol Dimethylsulfat. 



   6 a. Statt die Verbindung mit andern zu mischen, kann man vorteilhaft ein Gemisch verarbeiten, das z. B. n-Oktyl-, Decyl-, Dodecyl-, Cetyl- und Oktodecyl-dimethylsulfoniumsulfomethylat enthält und das ausgehend von einem durch Hydrierung von Kokosfett gewonnenen Alkaoholgemisch dargestellt wurde. 



   7. Dodecyl-butyl-methylsulfoniumsulfomethylat, fast farbloses Öl, leicht   löslich   in Wasser, dargestellt aus Dodecylbutylthioäther   (Kp= 176-183 )   und Dimethylsulfat. 



   8.   Alkyl-diäthyl-sulfonium-äthosulfat,   Öl, klar löslich in Wasser, dargestellt aus einem Gemisch von Dodecyl-Tetradecyl-, Cetyl- und Oktodecyl-äthyl-thioäther (Kp11 = 154-235 ) durch Anlagerung von Diäthylsulfat. 



   9.   Dodecyl-benzyl-methyl-sulfonium-sulfomethylat,   farblose Kristalle,   F = 70-710 aus Dodecyl-   
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9 a. Auch hier kann man, statt die Verbindung mit andern zu mischen, ein Gemisch verwenden, das alle geradzahligen Benzyl-methylsulfomiumverbindungen zwischen   C   und   C18   enthält, wie man es ausgehend von einem Alkoholgemisch erhält, das durch Hydrierung von natürlichen Fetten entsteht. 



  Dieses Sulfoniumgemisch löst sich klar und reichlich in Wasser. 



   10. Isooktyl-phenyl-methyl-sulfonium, Öl, leicht löslich in Wasser, aus Isooktyl-phenylthioäther 
 EMI3.6 
 



  Alle Verbindungen sind sehr leicht   löslieh   in Wasser. 



   10 a. Auch hier kann man unmittelbar ein Gemisch obiger Verbindungen anwenden, das aus einem Fettalkoholgemisch gewonnen wird, das die Reste   CI2   bis   CIs enthält.   
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 EMI3.8 
 
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 13.   ss-pahmityloxyäthyl-p-tolyl-sulfonium-sulfomethylat   : 
 EMI4.1 
 F =   54-55 ,   aus dem Thioäther (F =   60-61 ).   



   Ebenso können auch Ester anderer Säuren, z. B. Laurin- und Caprinsäure, verwendet werden.
14. Sulfoniumverbindung aus   2-Äthoxy-5-dodecyl-thiopyridin     (KPo, o5 = 182-1880),   gelbes Öl und 2 Mol Dimethylsulfat : 
 EMI4.2 
 gelbes Öl, leicht löslich in Wasser. 
 EMI4.3 
 
 EMI4.4 
 
 EMI4.5 
 



   Ausser den genannten Verbindungen sind auch noch viele andere für das beanspruchte Verfahren brauchbar. 



   Die Lösungen der hier vorgeschlagenen Desinfektionsmittel sind farblos, geruchlos und besitzen ein gewisses Netz- und Schaumvermögen. Sie eignen sich hervorragend für alle solche Zwecke, wo es auf Entwicklungshemmung oder Abtötung von Mikroorganismen ankommt, wo unangenehmer Geruch, Farbe oder grosse Giftigkeit aber unerwünscht sind. 



   Die Wirkung des Gemisches von Sulfoniumverbindungen in freier oder Salzform erstreckt sich auf die verschiedensten Kleinlebewesen, wie Bakterien oder Pilze, die an oder in tierischen oder pflanzlichen Stoffen oder Organismen auftreten können. 



   Die Sulfoniumverbindungen lassen sich meist leicht darstellen, z. B. nach den üblichen Methoden. 
 EMI4.6 
 z. B. ist eine Lösung des unter Nummer 6 a angegebenen Gemisches guten, im Handel erhältlichen Desinfektionsmitteln überlegen, insbesondere, wenn man die abtötende Wirkung auf Kokken, z. B. 



  Staphyl. aureus, im Keimträgerversuch (Seidenfäden) prüft. 



   Noch bessere Ergebnisse erzielt man mit dem genannten Gemisch, wenn man ihm noch   50%     Methyl-oktyl-dodecyl-sulfonium-sulfomethylat   oder 50% Didecylmethylsulfonium-sulfomethylat beimischt. Ähnlich günstige Beobachtungen macht man z. B. mit den Verbindungen nach Nummer 9 a und 10 a. 



   Konservierungsversuche mit dem Mittel nach Beispiel 6 a zeigen, dass diese Mischungen guten bekannten Konservierungsmitteln, z. B. den p-Oxybenzoesäureestern, wesentlich überlegen sind. 



   Ausserdem zeigen sie ihre stärkste Wirksamkeit meist bei einem pH grösser als 7, wo der Wirkungsgrad aller phenolischen und sauren Konservierungsmittel sehr stark abfällt. 



   Auch bei der Bekämpfung von Getreidekrankheiten wurden mit Gemischen von vorliegende Sulfoniumverbindungen enthaltenden Präparaten ausgezeichnete Ergebnisse erzielt, z. B. wurde eine Mischung von   Didecylmethylsulfoniumsulfomethylat   und   Dodecyl-p-tolylmethyl-sulfonium-sulfo-   methylat verwendet, um Keime von   Tilletia   tritici abzutöten. Es gelang dies mit äusserst verdünnten, wässerigen Lösungen in Konzentrationen von   0. 125%   und niedriger. 



   Durch Zusatz indifferenter, fester oder flüssiger Stoffe lassen sich die verschiedensten, praktischen Anwendungsformen der gemischten Sulfoniumverbindungen in flüssiger, Pasten-oder Pulverform für die Zwecke der Desinfektion und Konservierung herstellen. 



   Beispiele :
1. Eine Gelatinenährlösung, die etwa 10% Gelatine sowie etwas Traubenzucker und Bouillon enthält, wird nach dem annähernden Neutralisieren mit   0-05%   eines Sulfoniumsalzgemisches versetzt, das etwa   40%   Dodecyl-dimethyl-,   30% Tetradeeyldimethyl-, 20% Cetyl-dimethyl-und 10%   Okta- 

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 decyl-dimethyl-sulfoniumsulfomethylat enthält. Die Nährlösung bleibt auch nach 90 Tagen noch frei von Zersetzung oder   Sehimmelbildung.   
 EMI5.1 
 sulfonium-sulfomethylat   enthält, wird durch   Verreiben mit gebleichter weicher Vaseline in eine Emulsion übergeführt, die 5% der oben genannten wässerigen Lösung enthält. Die Vaselineemulsion kann mit Vorteil zum Behandeln der Haut bei Einreibungen, Massagen oder beim Melken der Kühe verwendet werden.

   Die in der Salbe vorhandene Sulfoniumsalzlösung besitzt abtötende Wirkung auf pathogene Keime. 



   3. Ein hochwirksames Desinfektionsmittel erhält man z. B., wenn man ein Sulfoniumsalzgemisch, das aus einem Gemisch der   Dodecyl-, Tetradecyl-, Cetyl-und Oktadecyläther   des Benzylmerkaptans durch Anlagern von Dimethylsulfat gewonnen wurde, in Wasser zu 5% auflöst und mit Soda auf ganz schwach alkalische Reaktion bringt. Ein Zusatz von   0. 02%   dieses Desinfektionsmittels zu   0-4% niger   Sodalösung ergibt eine klare, etwas schäumende Flüssigkeit, die nach zweistündiger Einwirkung Seidenfäden, die mit Colibakterien (aus Faeces) infiziert sind, völlig keimfrei macht. Mit einem Zusatz von   0, 1%   des Desinfektionsmittels erreicht man dieselbe Wirkung in 15 Minuten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung desinfizierender oder konservierender Zubereitungen, dadurch gekennzeichnet, dass man zwei oder mehrere Sulfoniumverbindungen mischt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine oder mehrere Sulfoniumverbindungen von höherer Zahl der Kohlenstoffatome mit einer oder mehreren Sulfoniumverbindungen von niedrigerer Kohlenstoffatomzahl vermischt, gegebenenfalls von entsprechenden Mischungen der Ausgangsstoffe bei der Herstellung der Sulfoniumverbindungen ausgeht.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man zwei oder mehrere Sulfoniumverbindungen unter Zusatz anderer fester oder flüssiger Stoffe vermischt.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man bereits bei der Herstellung der Sulfoniumverbindungen von natürlich anfallenden oder künstlich hergestellten Mischungen der entsprechenden Ausgangsstoffe ausgeht.
AT152414D 1935-09-07 1936-09-07 Verfahren zur Herstellung desinfizierender oder konservierender Zubereitungen. AT152414B (de)

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