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Verfahren zur Erzeugung einer Trägerfrequenz.
Es ist bekannt, zur Erzeugung einer Trägerfrequenz die Schwebung zweier Frequenzen zu benutzen oder eine Frequenz durch eine andere Frequenz zu modulieren und das untere oder obere Seitenband als Träger zu benutzen. Bei letzterem Verfahren ist der Frequenzerzeuger, dessen Frequenz moduliert wird, mechanisch, z. B. durch einen Quarz, gesteuert, während der Frequenzerzeuger, mit dessen Frequenz moduliert wird, eine solche mechanische Steuerung nicht besitzt. Seine Frequenz ist einerseits variabel, wird aber anderseits durch zusätzliche Mittel, wie temperaturunabhängige Schwingkreise, temperaturunabhängige Gehäuse, Konstanthaltung der Anodenspannung bei Anwendung von indirekter Heizung usw., möglichst konstant gehalten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Frequenzschwankungen durch Temperatur- änderungen zu beseitigen. Diese Aufgabe lässt sich der Erfindung gemäss dadurch lösen, dass der Temperaturkoeffizient eines oder beider Schwingungserzeuger einstellbar ist. Diese Einstellung erfolgt, wie später noch ausgeführt wird, mit Hilfe von Kondensatoren mit einstellbarem Temperaturkoeffizienten. Bei Anwendung des Schwebungsverfahrens müssen die Temperaturkoeffizienten gleiche Vorzeichen haben und die Frequenzänderungen gleich gross sein. Bei Anwendung des Modulationsverfahrens müssen die Temperaturkoeffizienten, wenn das obere Seitenband benutzt wird, gleich gross sein, aber entgegengesetzte Vorzeichen haben. Wird dagegen das untere Seitenband benutzt, so müssen sie gleich gross sein und gleiche Vorzeichen haben.
Wenn diese Massnahmen durchgeführt werden, lassen sich trotz hoher Temperaturunterschiede Frequenzänderungen in einfacher Weise vermeiden.
Hiefür gelten folgende Beziehungen.
Bezeichnet t die gewünschte Frequenz, fl die Frequenz des ersten Generators,/2 die des zweiten Generators, so gilt beim Schwebungsverfahren die Beziehung
EMI1.1
Wenn die Werte MI und A/, einander gleich gemacht werden, heben sie beim Auflösen des Klammerausdruckes einander auf. Die Sollfrequenz t ist bei allen Temperaturen dieselbe. Dies ist dann der Fall, wenn die Temperaturkoeffizienten gleiche Vorzeichen haben und die Frequenzänderung gleich gross ist.
Wird dagegen nach dem Modulationsverfahren gearbeitet, dann gilt folgendes.
Beim Arbeiten mit dem oberen Seitenband ist, wenn fQ die Frequenz des mechanisch gesteuerten Generators,/ die Frequenz des variablen Generators, t die Temperatur ist und a, ss die Temperaturkoeffizienten sind,
EMI1.2
EMI1.3
EMI1.4
Zur Durchführung des neuen Verfahrens werden, wie bereits angedeutet, Kondensatoren mit einstellbarem Temperaturkoeffizienten verwendet. Diese Kondensatoren haben zwei einander gegen- überstehende Belegungen, zwischen denen eine dielektrische Scheibe drehbar angeordnet ist. Diese Scheibe besteht aus zwei Halbscheiben mit entgegengesetzten Temperaturkoeffizienten. Die Dielektrizitätskonstanten beider Halbscheiben sind einander gleich bzw. die Halbscheiben haben verschiedene
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Dicke, so dass bei Drehung der Scheibe eine Kapazitätsänderung nicht eintritt.
Dagegen ändert sich bei Drehung die Temperaturabhängigkeit des Kondensators, je nachdem, ob mehr Dielektrikum mit positivem oder mehr Dielektrikum mit negativem Temperaturkoeffizienten sich zwischen den beiden Platten befindet. Überwiegt das Dielektrikum mit positivem Charakter, so hat der Kondensator positiven Temperaturkoeffizient. Umgekehrt wird der Temperaturkoeffizient des Kondensators um so negativer, je grösser der Anteil des negativen Dielektrikums in dem Raum zwischen den Kondensatorplatten ist. Als Werkstoff für die beiden Halbscheiben eignen sich keramische Materialien, von denen es solche mit negativem und solche mit positivem Temperaturkoeffizienten gibt. Ein Material mit positivem Temperaturkoeffizienten ist beispielsweise unter dem Namen"Tempa S"und ein geeignetes Material mit negativem Temperaturkoeffizienten unter dem Namen"Kondensa N"bekannt.
Auf diese Weise kann der Temperaturkoeffizient beliebig eingestellt und auf den Wert gebracht werden, der zu einer exakten Kompensierung gegen die Frequenzänderungen des zweiten Schwingungserzeugers nötig ist.
Es genügt, einen derartigen Kondensator bei einem der beiden Schwingungserzeuger vorzusehen.
Dieser Kondensator kann entweder als Ersatz für den gewöhnlichen im Schwingungskreis liegenden Kondensator gelten oder er kann dem Schwingungskreiskondensator normaler Ausführung parallel liegen. Die beiden Schwingungserzeuger werden gleichen Temperaturunterschieden ausgesetzt, d. h. in demselben Raum untergebracht, damit bei Temperaturänderungen der Temperaturgang bei beiden der gleiche ist.
Bei Anwendung der Erfindung ist es möglich, mit einfachen Senderanordnungen zu arbeiten, sofern nur dafür gesorgt ist, dass beide Schwingungserzeuger die angegebenen Eigenschaften haben.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung einer Trägerfrequenz aus zwei von je einem besonderen Schwingungerzeuger erzeugten Frequenzen durch Differenz-oder Summenwirkung oder durch Modulation, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung einer exakten Kompensierung der durch Temperaturänderungen hervorgerufenen Frequenzänderungen der Temperaturkoeffizient eines oder beider Schwingungerzeuger einstellbar ist.