<Desc/Clms Page number 1>
Pneumothoraxapparat.
Es sind schon verschiedene Vorrichtungen zum Anlegen eines Pneumothorax bekannt. In der Regel bestehen diese bekannten Vorrichtungen aus zwei gleich grossen, in einer Höhe angeordneten kommunizierenden Gefässen von je einem Liter Inhalt und einer Füllung von einem Liter Wasser. Am oberen Ende des einen Gefässes ist ein Gebläse angeschlossen, mittels welchem so lange Luft eingepumpt wird, bis die ganze Flüssigkeit in das zweite Gefäss verdrängt ist. Hierauf wird ein am oberen Ende des ersten Gefässes befindlicher Hahn geschlossen und das Gebläse durch die Luftzuleitung zur Injektionsnadel ersetzt. Durch Öffnen des Hahnes wird die Füllung des Pneumothorax bewirkt. Durch Verwendung eines Dreiweghahnes am oberen Ende des mit der Luft gefüllten Gefässes kann wahlweise ein Manometer eingeschaltet werden.
Während der Einschaltung des Manometers musste jedoch die Luftzufuhr zur Nadel abgesperrt werden. Es sind auch Apparate bekannt, bei denen die beiden kommunizierenden Gefässe zueinander parallel und in der Vertikalen zueinander verschiebbar angebracht sind, so dass im Gegensatz zu der eingangs beschriebenen Ausführung durch Heben des mit Wasser gefüllten Gefässes während des Füllens eine volle Ausnützung des Gefässvolumens möglich ist. Keine der bekannten Vorrichtungen gestattet jedoch eine sichere Kontrolle des Druckes, beziehungsweise der Strömungsverhältnisse während des Anlegens eines Pneumothorax oder beim Absaugen von Gas aus einer Körperhöhle. Ebenso ist eine Blindbedienung des Apparates nicht möglich.
Die Erfindung bezieht sich auf einen Pneumothoraxapparat, der mit einem Manometer versehen ist, wobei erfindungsgemäss alle Vorgänge beim Anlegen eines Pneumothorax oder bei Absaugen von Gas aus einer Körperhöhle zwangsläufig unter Vermittlung eines einzigen Mehrweghahnes erfolgen, dessen Wege in allen Arbeitsstellungen (wie Einführen, Füllen, Absaugen) eine Verbindung des Manometers mit der Nadel sicherstellen. Hiedurch wird eine zwangsläufige Kontrolle des Verlaufes der Behandlung gewährleistet.
Weiters kann mittels im Hahn vorgesehener Wege, welche mit Austrittsöffnungen zusammenwirken, bei Übergang von jeweils einer Hahnstellung in eine andere, z. B. beim Füllen, Saugen oder absoluter Dmckmessung im Pleuraraum, ein Druckausgleich und somit Nullstellung des Manometers erfolgen, so dass letzteres immer wieder zur richtigen Registrierung der Druck-, bzw. Strömungverhältnisse während der nächstfolgenden Einstellung bereit ist.
Die Erfindung wird im nachstehenden an Hand eines. in der Zeichnung veranschaulichten Aus- führungsbeispieles beschrieben.
Fig. 1 zeigt die Anordnung der einzelnen Teile des Apparates in schematischer Darstellung. Fig. 2 bis 6 zeigt verschiedene Stellungen des erfindungsgemässen Hahnes ebenfalls in schematischer Dar- stellung. Der Apparat nach Fig.] besteht aus zwei übereinander angebrachten, starr miteinander verbundenen Gefässen, von denen das obere als ein graduierter Zylinder a, das untere als Kolben b von je einem Liter Fassungsraum ausgebildet ist. Vom Zylinder a reicht ein Glasrohr c bis nahe an den Boden des Kolbens b.
Die oberen Enden der beiden Gefässe a und b sind durch Leitungen bzw. e mit einem nachstehend genauer beschriebenen Mehrweghahn t verbunden. Der Hahn f steht weiters durch die Leitung g mit einem Manometer A in Verbindung, welches sowohl als Strömungsmanometer wie auch zur absoluten Druckmessung geeignet ist. Weiters ist an dem Hahn f auch das Gebläse j und die Nadelleitung A angeschlossen. Das Gebläse j kann auch mittels der Leitung i in die Druckleitung d einmünden, vorzugsweise ist die Zuleitung für Druckluft i jedoch direkt am Hahnkiiken angeschlossen (s.
Fig. 2--4). Vor Betätigung des Apparates wird durch Lösen einer Schlauchverbindung ein Liter Wasser in den Zylinder a gefüllt, wobei der Hahn/, die Scheibe des Hahnes mit einem Uhr-
<Desc/Clms Page number 2>
zifferblatt verglichen, auf 9 oder 3 Uhr gestellt wird. Nach Wiederherstellung der Schlauchverbindung erfolgt Stellung des Hahnes auf 6 Uhr. Diese Stellung ist schematisch in Fig. 2 veranschaulicht. Nun wird das Gebläse betätigt, wodurch Luft von i durch die Bohrung i'über d in das Gefäss b strömt und das darin befindliche Wasser in den Zylinder a drängt, wobei die im Zylinder a befindliche Luft durch die Saugleitung e und eine im Hahn vorgesehene Luftöffnung nach aussen entweicht.
Zur Anlage eines Pneumothorax wird der Hahn auf 9 Uhr eingestellt (Fig. 3). Die Druckleitung d steht nun in Verbindung mit der Nadelleitung k. Gleichzeitig ist die Manometerleitung angeschlossen.
Die im Kolben b befindliche Luft wird nun durch den Druck der in a befindlichen Flüssigkeit in die Nadelleitung k gedrückt, wobei das Manometer die Strömungsgeschwindigkeit bzw. allfällige Druckunterschiede, z. B. bei Verschluss der Nadel, anzeigt. Gleichzeitig strömt durch die im Hahn vorgesehene Lufteintrittsöffnung Aussenluft durch eine auf der Zeichnung nicht sichtbare Verbindung über die Saugleitung e in den Zylinder a. Durch zwei an der Hahnscheibe angebrachte (nicht bezeichnete) Stifte ist es möglich den Luftstrom überaus fein zu regulieren. In Fig. 4 ist eine an sich bekannte Verbindung von der Nadelleitung k mit der Manometerleitung g dargestellt. Diese Stellung ermöglicht die Messung des absoluten Druckes im Pleuraspalt.
In Fig. 5 ist die neuartige Ausgestaltung des Hahnes f bei Absaugstellung zur Entfernung der Luft aus dem Pleuraraum ersichtlich ; bei dieser Stellung sind die Nadelleitung k mit der Saugleitung e unter gleichzeitiger Einschaltung der Manometerleitung g verbunden. Die Druckleitung d steht hiebei durch die Öffnung I mit der Aussenluft in Verbindung, so dass die Luft des Kolbens b frei ausströmen kann.
Fig. 6 stellt einen Schnitt senkrecht zur Hahnachse ungefähr in der Höhe der Manometerleitung g
EMI2.1
Hahnstellung zur andern ein rascher Druckausgleich des Manometers gewährleistet ist. Zweckmässig sind an der Hahnscheibe für die verschiedenen Stellungen, vorzugsweise bei der Stellung zum Füllen bzw. Absaugen, Marken, z : B. je zwei Stifte angebracht, welche die jeweilige Anfangs-und Endstellung des Hahnes in bezug auf den zu öffnenden Weg angeben und ein langsames Einströmen und Absaugen erleichtern und derart eine Feinregulierung gestatten. Weiters wird hiedurch auch die Blindbetätigung des Apparates ermöglicht.
Die erfindungsgemässe Ausgestaltung des Apparates gestattet es, die Nadel während wiederholter Füllung des Apparates mit Luft im Körper zu belassen, ohne dass ein Abklemmen der Nadelleitung od. dgl. erforderlich ist, da Luft bei keiner Hahnstellung irrtümlich aus dem Gebläse in den Pleuraraum unmittelbar gepumpt werden kann. Die Füllung des Apparates selbst kann mittels des Gebläses ohne zusätzlich zu betätigende Ventile erfolgen.
Die erfindungsgemässe Ausbildung des Apparates gestattet ausser einer Kontrolle des absoluten Pleuradruckes, die Kontrolle des Druckgefälles während der Füllung. Es kann hiebei auf einfache Weise durch die Veränderung des Manometerstandes sofort jedes Hindernis am Nadelende wahrgenommen werden. Das Strömungsmanometer zeigt solche Verschlüsse der Nadel, z. B. durch Verschiebung im Körper hervorgerufen, sofort an. Es wird derart die Gefahr einer Luftembolie ganz beträchtlich vermindert, da der Verschluss der Nadel bei viel geringeren Luftmengen bereits angezeigt wird, als zum Enttsehen einer Luftembolie erforderlich ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Pneumothoraxapparat, der mit einem Manometer versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass alle Vorgänge beim Anlegen eines Pneumothorax oder beim Absaugen von Gas aus einer Körperhöhle zwangsläufig unter Vermittlung eines einzigen Mehrweghahnes erfolgen, dessen Wege in allen Arbeitsstellungen (Einführen, Füllen, Saugen) eine Verbindung des Manometers mit der Nadel sicherstellen.