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Vorrichtung zum Färben von Textil-Stückware.
Das Stammpatent betrifft ein Verfahren zum Färben von Wolle mit sauren oder Chromfarbstoffen unter Einleiten von Luft, Dampf oder einem andern inerten Gas in die Färbeflüssigkeit, bei dem das Neue darin besteht, dass die Färbeflotte auf einer Temperatur zwischen etwa 60 und 90 C und zugleich in der Nähe der Ware im Zustande einer pulsierenden Turbulenz gehalten wird, u. zw. durch Einleiten von Luft oder Dampf oder einem andern inerten Gas derart, dass die dabei gebildeten Bläschen gegen die Ware stossen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Ausübung des im Stammpatent angegebenen Verfahrens, jedoch beschränkt die Anwendung dieser Vorrichtung sich nicht auf das Färben von Wolle mit sauren oder Chromfarbstoffen, sondern der Gegenstand der Erfindung liefert auch bei andern Textilstoffen aus tierischen, pflanzlichen oder künstlichen Fasern überlegene Färbwirkungen. Die neue Vorrichtung eignet sich daher zum Färben beliebiger Textilstückware in überlegener Weise, denn in allen Fällen ergibt sich eine Erhöhung der Echtheit, Durchdringung und Reibfestigkeit sowie eine bessere Erschöpfung des Färbebades bei niedrigeren Temperaturen, als man sie bisher (Kochen) anwandte ; durch Abkürzung der Färbedauer lassen sich ein besserer Griff und ein besseres Aussehen erzielen usw.
Eine Färbekufe od. dgl., in der die Ware stetig durch die Flotte hindurchgeführt wird, wird gemäss der Erfindung mit einem oder mehreren Paaren von Rohren versehen, die parallel zur Oberfläche der Ware liegen und zwischen denen die Ware hindurchläuft. Beide Rohre jedes Paares sind gelocht, und durch die Löcher werden kleine Strahlen von Luft oder Dampf oder von einem Gemisch beider derart gegen die Ware gerichtet, dass dauernd oder im wesentlichen ununterbrochen Färbeflüssigkeitsteilchen gegen die Ware geschleudert werden. Die bevorzugte Ausführungsform dieser Vorrichtung ist die, bei der die Rohre jedes Paares in einer zur Bewegungsbahn der Ware geneigten Ebene liegen und ihre Löcher ausserhalb dieser Ebene so angeordnet sind, dass die Flüssigkeitsteilchen die Ware vorzugsweise auf dem kürzesten Wege erreichen.
Zwei Ausführungsbeispiele der neuen Färbevorrichtung sind in der Zeichnung dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt nach der Linie II-II der Fig. 2 durch einen Färbebehälter und Fig. 2 einen
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nach der Linie IV-IV der Fig. 4 durch eine Färbekufe und Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie 777-777 der Fig. 3 durch diese Kufe.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 dient zum Färben von Stücken geringer Länge und das Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 und 4 zum Färben von Bahnen der üblichen Herstellungslängen.
Bei beiden Ausführungsbeispielen trägt der die Flotte enthaltende Behälter V eine durch einen Riementrieb P in Umdrehung gehaltene Walze A, die die Ware C durch die Färbeflotte stetig hindurch-
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und über eine Rolle G2 hinweg (Fig. 3 und 4), um die Ware glatt und eben durch die Flotte zu bewegen.
In dem Färbebehälter ist ein Paar von Rohren D und D'befestigt, das beispielsweise gabelförmig ausgebildet sein kann und dessen Hauptteile oder Schenkel parallel zur Oberfläche der Ware C liegen. Die Anordnung ist so getroffen, dass die Ware durch die Mitte zwischen beiden Rohren so hindurchgeht, dass letztere (vor und hinter der Ware) gleichen Abstand von der Ware haben. Am einen (rechten) Ende erfolgt die Zufuhr der Luft oder des Dampfes oder eines ändern inerten Gases
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unter einem geeigneten Druck in das Rohrinnere, während das andere (linke) Ende der Rohre geschlossen ist. Auf einer der Breite der Ware entsprechenden Länge sind beide Rohre mit Löchern versehen, die der Ware zugekehrt sind.
Vorzugsweise liegen die Rohre D, D eines jeden Paares in einer zur Bewegungsbahn der Ware geneigten Ebene, und ihre Löcher sind ausserhalb dieser Ebene so angeordnet, dass die Flüssigkeitsteilchen, die von dem aus den Löchern austretenden Gase gegen die Ware getrieben werden, diese auf dem günstigsten, vorzugsweise auf dem kürzesten Wege erreichen. Da die Rohre D, D nicht einander gegenüberliegen, sondern einen verhältnismässig grossen senkrechten Abstand voneinander haben, heben die Stosswirkungen der auf beiden Seiten der Ware austretenden Strahlen sich nicht auf und es wird eine ausgezeichnete Durchdringung der Ware mit dem Farbstoff erreicht.
Der Abstand der Rohre D, D'von der Ware C beträgt ungefähr 5 cm und die Teilung der in den Rohren angebrachten Löcher ungefähr 21j2 cm. Die Flotte wird durch Heizrohre E beispielsweise mittels Dampf warm gehalten, u. zw. sind bei der Kufe nach Fig. 3 und 4 die Heizschlangen E in einem durch eine durchbrochene Wand H abgetrennten Raume untergebracht.
Die beiden Ausführungsbeispiele enthalten nur je ein Rohrpaar D, D'zum Bestossen des Gewebes mit der Färbeflotte. Durch Anordnung einer Mehrzahl solcher Rohrpaare lässt sich die Wirkung verstärken.
Im nachstehenden, die Arbeitsweise der neuen Vorrichtung erläuternden Beispiel bezieht die Verhältnisangabe sich auf das Gewicht der zu färbenden Ware, und die Hundertteile sind Gewichtsteile.
Beispiel : Starkes verfilztes Wolltuch, wie es beispielsweise als Druckunterlage Anwendung findet, soll unter kräftigem Einblasen von Luft in das Färbebad durch das Rohrpaar D, D'gefärbt werden. Das Bad, dessen Verhältnis zur Ware 40 : 1 beträgt, enthält 8% Solochrom Schwarz PV (Colour Index Nr. 70) und hat 80 C. Es enthält beim Beginn des Färbens 5% Essigsäure und 10% Glaubersalz. Nach 20 Minuten werden 2% Schwefelsäure zwecks Erschöpfung der Färbeflotte und nach weiteren 10 Minuten werden 2% Kaliumbichromat in wässeriger Lösung zugesetzt. Nach ungefähr 20 Minuten ist der Farbton bereits genügend entwickelt ; er zeigt ein vollkommeneres Schwarz, als man es in gleicher Zeit mit demselben Bade und denselben Zusätzen beim üblichen Kochen erzielt.
Die Durchdringung und Erschöpfung gehen ebenfalls rascher und vollkommener von statten. Die Färbedauer beträgt etwa 50 Minuten gegenüber mindestens 90 Minuten beim üblichen Färben. Der Griff der gefärbten Ware ist besser als bisher.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Färben von Textilstückware nach Patent Nr. 146481, bestehend aus einem Färbebehälter, in dem die Ware stetig durch eine Färbeflotte hindurchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Färbebehälter ein oder mehrere Paare von parallel zur Oberfläche der Ware liegenden Rohren enthält, zwischen denen die Ware hindurchläuft und die eine Anzahl Löcher besitzen, durch die kleine Strahlen von Luft oder Dampf oder von einem Gemisch beider derart gegen die Ware gerichtet werden, dass dauernd oder im wesentlichen ununterbrochen Färbeflüssigkeitsteilchen gegen die Ware geschleudert werden.