<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung zur Fehlerortsbestimmung in mehradrigen Kabeln od. dgl. mit Hilfe einer Brueken- schaltung.
In dem Patente Nr. 141789 ist u. a. eine Schaltung zur Fehlerortsbestimmung in mehradrigen Kabeln oder ähnlichen Leitungssystemen mit Hilfe eines Doppelspulgalvanometers beschrieben, wobei die eine Galvanometerwieklung (Messwicklung) in den Galvanometerzweig einer an, eine Kabeladerschleife angelegten Brücke (Messbrücke), die andere Galvanometerwicklung (Ausgleichwicklung) in eine den gleichen Störungen ausgesetzte zweite Kabeladersehleife (Ausgleichschleife) eingeschaltet ist.
Dadurch werden die Nachteile vermieden, die bei derartigen Messungen dadurch entstehen, dass in der L ? itungsanlage Störstrome fliessen, die sich in schwankenden Ausschlägen des Galvanometers oder in einer Fälschung des Messergebnisses äussern. Dies wird bei der angegebenen Schaltung dadurch erreicht, dass die in den beiden Kabeladersehleifen auftretenden, im gleichen Sinne wirkenden Störströme sich in ihrer Wirkung auf das. Galvanometer gegenseitig aufheben. Um die Wirkung der Störströme auf die beiden Galvanometerwicklungen so zu regeln, dass sie sich möglichst genau ausgleichen, ist bei der in dem genannten Patent beschriebenen Schaltung die Ausgleichwicklung mit einem regelbaren Parallelwiderstand versehen.
Diese Anordnung hat aber noch den Nachteil, dass man an dem Parallelwiderstand jedesmal nachregeln muss, wenn die Brücke verstellt wird, um in jedem Falle einen genauen Ausgleich zu erhalten. Diese Schaltung beseitigt in erster Linie den störenden Einfluss von Indnktionsstössen und kapazitiven Kopplungen, während Fremdströme durch Unterschiede des Potentials zwischen Erdungspunkt oder Brücke und Fehlerstelle über die Brückenarme fliessen und Nullpunktsverstellungen hervorrufen können.
Dieser Übelstand kann gemäss der Erfindung dadurch beseitigt werden, dass die Ausgleichschleife in den Galvanometerzweig einer zweiten Brücke (Ausgleichbrücke) gelegt wird, die der Messbrücke genau nachgebildet ist. Wenn man nun die Widerstände in den beiden Brücken stets in der gleichen Weise regelt, so bleibt der Ausgleich der Störströme in der gleichen Weise bei sämtlichen Brückeneinstellungen bestehen. Besonders zweckmässig ist die Ausbildung der beiden Brücken als Potentiometer, wobei die Abgriffkontakte der beiden Potentiometer zwangläufig miteinander gekuppelt sind.
Wenn der genaue Abgleich nun für eine beliebige Brückeneinstellung, 7. B. durch Verstellen eines zu einer der Galvanometerwicklungen parallel geschalteten regelbaren Widerstandes, eingestellt ist, so bleibt er selbsttätig bei jeder Brückeneinstellung bestehen. Dabei hat es sich gezeigt, dass die Anordnung
EMI1.1
erhöht wird. Wenn nämlich, wie es meist der Fall sein wird, die Ausgleichschleife an der gleichen Stelle wie die Messschleife einen Fehler aufweist, so tritt die überraschende Erscheinung auf, dass die in der Ausgleichschleife fliessenden Messströme die Ausschläge des Galvanometers entsprechend vergrössern.
Wenn man die Anordnung so trifft, dass die beiden Brücken nach Bedarf entkuppelt werden können, so gewinnt man den weiteren Vorteil, dass die Ausgleich brücke auch für andere Zwecke oder als Reserve für die Messbrücke benutzt werden kann.
In der Zeichnung ist die Erfindung an zwei Schaltbildern erläutert. Dabei zeigt Fig. 1 die Grundschaltung, während in Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel dargestellt ist.
Ein Kabel, das u. a. die Adern 1, 2, 3 und 4 enthält, möge einen Isolationsfehler aufweisen, der durch Widerstände R3, R4, R5 angedeutet ist, wobei R3 und R4 die Übergangswiderstände der Adern 3
<Desc/Clms Page number 2>
bzw. 4 gegen Erde und Rs der Übergangswiderstand zwischen den Adern 3 und 4 ist. Die Adern 1 und 2, die keinen Fehler aufweisen, sollen in an sich bekannter Weise als Hilfsleitungen dienen.
In Fig. 1 besteht die Messbrücke aus zwei Widerständen S und R2, die an die Adern 1 bzw. 4 angeschlossen sind, wobei der Diagonalpunkt 5 über eine Stromquelle 6 an Erde gelegt ist. In dem Galvanometerzweig liegt die eine Wicklung (Messwicklung) 7 des Galvanometers, dessen andere Wicklung (Ausgleichwicklung) 8 in dem Galvanometerzweig einer zweiten Brücke (Ausgleichbrücke) liegt, die aus den gleichen Widerständen ssi und R, aber in umgekehrter Lage besteht und über Kreuz an die Leitungen 2 und 3 angeschlossen ist. Der Diagonalpunkt 9 der Ausgleichbrücke ist ebenfalls geerdet.
Wenn nun infolge eines Störeinflusses z. B. in der Messschleife 1, 2 ein Strom und in der Aus-
EMI2.1
der Ausgleichwicklung 8 ein Strom i'2=c. i2. Dabei ist der Faktor c, vorausgesetzt, dass die Galvanometerwicklungen gleichen Widerstand haben, in beiden Fällen der gleiche, da ja die als Ableitungen dienenden Widerstände Rund Rin beiden Fällen die gleichen und in der gleichen Weise geschaltet sind.
EMI2.2
auf das Galvanometer auf.
Sind die Störströme in den beiden Aderschleifen nicht genau die gleichen, so kann man, wie bereits erwähnt, parallel zu einer oder beiden Galvanometerspulen regelbare Widerstände anordnen.
Dadurch können auch Ungleichheiten im Galvanometer selbst ausgeglichen werden. Eine derartige Schaltung ist in Fig. 2 dargestellt, wobei die beiden Brücken als Potentiometer angeordnet sind. Die Bezeichnungen 1 bis 9 haben in Fig. 2 die gleiche Bedeutung wie in Fig. 1.
Auch in Fig. 2 ist die Schaltung grundsätzlich die gleiche wie in Fig. 1, jedoch sind parallel zu den Wicklungen 7 bzw. 8 Widerstände-M bzw. 12 geschaltet, die mit den Adern 1 verbundene Abgriffkontakte 10'bzw. 11'tragen. Sie können so eingestellt werden, dass die von den Störströmen i1 und i2 herrührenden Ströme "und "in den Galvanometerspulen sich in ihrer Wirkung gegenseitig genau aufheben. Wenn nun die beiden Abgriffkontakte 5 und 9 derart zwangläufig miteinander gekuppelt sind, dass die Brückenwiderstände jsst und R2 in beiden Brücken sich in gleicher Weise ändern, so bleibt der Ausgleich bei jeder beliebigen Brückeneinstellung genau erhalten.
Nun sind die beiden Brückenschaltungen bei der Anordnung gemäss der Erfindung gewissermassen in dem Widerstand R5 hintereinander geschaltet, so dass von der Stromquelle 6 über die Messbrücke, den Widerstand R5 und die Ausgleichbrücke ein Strom zur Erde zurückfliesst. Dabei ist die Stromrichtung eine solche, dass bei nicht abgeglichenen Brücken beide Galvanometerspulen im gleichen Sinne vom Strom durchflossen werden. Dadurch wird die Empfindlichkeit der Messung erhöht, u. zw. um so mehr, je grösser die Widerstände R3 und R4 im Vergleich zu R5 sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Fehlerortsbestimmung in mehradrigen Kabeln od. dgl. mit Hilfe einer Brückenschaltung nach Patent Nr. 141789 mit einem Dnppelspulgalvanometer, wobei zwecks Beseitigung von Störungen die eine Galvanometerwicldung (Messwicklung in den Galvanometerzweig einer an eine Kabeladerschleife abgelegten Brücke (Messbrücke), die andere Galvanometerwicklung (Ausgleichwicklung) in eine den gleichen Störungen ausgesetzte zweite Kabeladerschleife (Ausgleichscleife) eingeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgleichwicklung in dem Galvanometerzweig einer zweiten Brücke (Ausgleichbrücke) liegt, die der Messbrücke genau nachgebildet ist.