AT164819B - Verfahren zum Schärfen von Hartmetallwerkzeugen - Google Patents

Verfahren zum Schärfen von Hartmetallwerkzeugen

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AT164819B
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  Verfahren zum Schärfen von Hartmetallwerkzeugen 
Hartmetall, das aus Karbiden hochschmelzender
Metalle besteht, wie beispielsweise Wolfram,
Titan, Molybdän u. dgl., durch niedrig schmel- zendes Hilfsm. ; tall, wie Eisen, Nickel oder Kobalt, gebunden, hat bekanntlich die Eigenschaft, ver- hältnismässig leicht zu oxydieren. Diese im allgemeinen flächenmässig proportional vor sich gehende Oxydation nimmt unter Umständen verhältnismässig grosse Ausmasse an, und es ist daher üblich, Hartmetall, das beispielsweise beim Auflöten auf die Werkzeugschäfte u. dgl. erhitzt werden muss, durch Anwendung einer neutralen
Ofenatmosphäre oder durch Flussmittel, wie Borax, zu schützen.

   Anderseits hat man aber auch schon versucht, durch intensive Oxydation von Hartmetallkörpern auf über   800  und   Abtragen der Oxydschichten eine Formgebung dieser Körper zu erreichen. 



   Überraschenderweise hat sich nun herausgestellt, dass die Oxydationsfähigkeit des Hartmetalls ausgenutzt werden kann, um das Schärfen von Hartmetallwerkzeugen zu bewerkstelligen. Im allgemeinen wird bekanntlich bei der Fertigung von Hartmetallwerkzeugen so vorgegangen, dass ein Hartmetallplättchen geeigneter Form auf einen Werkzeugschaft aufgelötet wird, wobei   Vorsichtsmassnahmen getroffen   werden, um ein Oxydieren des Plättchens tunlichst zu vermeiden. 



  Das aufgelötete Plättchen wird sodann durch Schleifen mit der erforderlichen Schneide versehen. Nach dem Anschleifen wird die Schneide noch geläppt oder auch abgezogen, um ihr die erforderliche Schärfe zu erteilen. Auf Grund der gewonnenen Erkenntnis wird gemäss der Erfindung dieses Fertigungsverfahren derart abgewandelt, dass die Schneide am aufgelöteten Plättchen nach dem Schleifen durch das an sich bekannte Verfahren des Erwärmens auf Temperaturen um 800'oberflächlich oxydiert wird. Diese Behandlung kann gegebenenfalls mehrmals wiederholt werden, bis die gewünschte Schneidschärfe entstanden ist, worauf die gebildete Zunderschicht durch Abbürsten oder Abkratzen entfernt wird. Dieses Abkratzen oder Abbürsten braucht lediglich unmittelbar an der Schneide zu erfolgen.

   Gelegentlich kann sogar ganz darauf verzichtet werden, da die Zunderschicht durch   Beanspruchung beim Schneidvorgang von selbst entfernt wird.   



   Unter der Zunderhaut zeigt das Hartmetall eine ausserordentlich feine und glatte Oberfläche, die ein mattglänzendes Aussehen hat. Diese
Massnahme führt beispielsweise bei Hartmetall- werkzeugen, die der Stahl-oder Metallbearbeitung dienen, zu einer erheblichen Verlängerung der
Standzeit, die sich beispielsweise im Kurz- versuch durch eine bedeutende Verringerung der sogenannten Phasenstumpfung anzeigt. Das
Verfahren hat darüber hinaus noch den Vorteil, dass es nicht notwendig ist, der durch Schleifen erzeugten Schneide des Werkzeuges durch Läppen oder Abziehen eine Feinbearbeitung zu erteilen.
Die Standzeit eines gemäss der'Erfindung bearbeiteten Werkzeuges ist einem Hartmetall- werkzeug üblicher Herstellung und gleicher Qualität, dessen Schneide jedoch geläppt oder abgezogen wurde, überlegen. 



   Es ist ferner möglich, verschiedene Hartmetallwerkzeuge mit scharfen Schneiden zu versehen, die bisher der Gefahr des Abbröckelns der
Schneide wegen mit mehr oder weniger stumpfen
Schneiden versehen werden mussten. So wird üblicherweise bei einem Schrupp-Stahl nach Fertigung die Schneide leicht gebrochen, indem senkrecht zur Schneide kurz überschliffen wird. 



  Bei Anwendung des Verfahrens gemäss der Erfindung kann ein solcher Schrupp-Stahl mit einer scharfen ungebrochenen Schneide versehen werden. Dies hat zur Folge, dass die spanabhebende Bearbeitung mit diesem Werkzeug unter geringerem Kraftbedarf vor sich geht. 



   Das Verfahren des Anoxydierens bei etwa   800  wird   in Öfen, jedoch ohne Schutzgas durchgeführt. Diese Massnahme genügt vollkommen, um die erforderliche Oxydation sicherzustellen. An Stelle eines Ofens kann auch eine Gasflamme benutzt werden, die lediglich auf die Schneide oder die zu oxydierende Fläche gerichtet wird. Die Gaszufuhr zur Flamme muss aber hiebei auf Sauerstoffüberschuss eingestellt sein. 



  Die Verwendung der Flamme hat den Vorzug, dass nicht das gesamte Werkzeug mit Schaft usw. erwärmt zu werden braucht, was bei dem Anoxydieren im Ofen nicht wird vermieden werden können. 



   Von der Schneide bzw. der Arbeitsfläche wird im allgemeinen die Zunderschicht vor Ingebrauchnahme entfernt. Da diese Zunderschicht nicht 

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 festhaftet, ist diese Massnahme einfach durchzuführen, u. zw. lediglich durch Abbürsten und gelegentliches leichtes Abkratzen. Keinesfalls darf die Schneide oder Arbeitsfläche durch Schleifen, Läppen, Abziehen od. dgl. von der Zunderschicht befreit werden, da hiedurch die günstige Wirkung des Verfahrens zunichte gemacht würde. Ist die Schneide des Hartmetalls abgestumpft oder wird ein Nacharbeiten der Arbeitsflächen erforderlich, so wird zunächst, wie sonst üblich, geschliffen und sodann setzt erneut das Verfahren nach der Erfindung ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zum Schärfen von Hartmetallwerkzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass die geschliffenen Schneiden durch das an sich bekannte Verfahren des Erwärmens auf Temperaturen um 8000 oberflächlich oxydiert werden, diese Behandlung eventuell mehrfach wiederholt wird, bis die gewünschte Schneidschärfe entstanden ist, und die gebildete Zunderschicht durch Abbürsten oder Abkratzen entfernt wird.
AT164819D 1946-02-16 1946-02-16 Verfahren zum Schärfen von Hartmetallwerkzeugen AT164819B (de)

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