AT165888B - Verfahren zur Herstellung von stabilisierten, Ester oder säurebildende Mittel enthaltenden Seifen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von stabilisierten, Ester oder säurebildende Mittel enthaltenden Seifen

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Verfahren zur Herstellung von stabilisierten, Ester oder andere säurebildende Mittel enthaltenden Seifen   
Die Verwendung von Stoffen esterartiger Natur in Seifen, beispielsweise als Parfümierungsmittel, als therapeutisch wirkende Komponente oder als Desinfektionsmittel, stösst auf grosse Schwierigkeiten, da die Ester enthaltenden Seifen nicht haltbar sind. Durch die teilweise Spaltung (Verseifung) der Ester werden solche Seifen rasch sauer und ranzig, wie dies ferner auch bei den Glyceride (z. B. Mono-, Di-oder Triglyceride) enthaltenden überfetteten Seifen der Fall ist. 



  Lactone und Amide verursachen das gleiche. Aldehyde bewirken das"Sauerwerden"nach Oxydation oder durch Umformung nach Cannizarro (Benzaldehyd). Man hat bereits vorgeschlagen, das Auftreten freier Säuren in Seifen durch Zusatz alkalisch reagierender Salze, wie von
Karbonaten, Boraten oder Phosphaten, zu verhindern. Solche Zusätze sind jedoch bei Toiletteseifen oder medizinischen Seifen unerwünscht. Überdies beschleunigen diese Stoffe die Spaltung von in der Seife enthaltenen Estern, wodurch schliesslich diese gänzlich verbraucht werden, so dass die angestrebte Wirkung nicht mehr erreicht werden kann. 



   Ferner ist es bekannt, Seifen, die als Toilette- seife oder zur Entfernung von Fett aus Geweben dienen sollen, grosse Mengen an Aluminiumoxyd- hydrat, etwa in Mengen von   30"o, als   Reinigungs- mittel zuzusetzen. Hiebei handelt es sich um   hochgefüllte   Seifen, in welchen der Zusatz an
Aluminiumoxydhydrat als Schmutzträger wirkt.
Schliesslich hat man bereits vorgeschlagen, den für die Seifenbereitung dienenden Grundstoffen grössere Mengen von wasserlöslichen Metall- salzen einzuverleiben, welche, wie z. B. die Salze des Magnesiums, Aluminiums und Zinks, die
Fähigkeit haben, sich mit Alkali zu unlöslichen
Metallverbindungen schwach basischen Charak- ters, z. B. von Alkalialuminaten, Alkalizinkaten usw. umzusetzen, wodurch eine Erhöhung der
Waschkraft bzw. eine Verminderung des Fett- säuregehaltes erreichbar sein soll.

   Um eine Um- setzung der Metallsalze mit Alkali zu erzielen, muss daher bei diesem Verfahren   für die An-   wesenheit der zur Umsetzung der Metallsalze erforderlichen Alkalimenge Sorge getragen werden, d. h. die Verseifung muss mit einem solchen Überschuss an Alkali vorgenommen werden, dass das Alkali nicht nur zur Verseifung des Fettstoffes, sondern auch   zur Umsetzung   der Metallsalzzusätze ausreicht. Die Mengen der Zusätze sind bei dem bekannten Verfahren sehr beträchtlich und sollen selbst bei Toiletteseifen 5-25 Teile auf 100 Teile Fettsäure, bei anderen Seifen noch wesentlich mehr betragen. Eine Lehre für die Stabilisierung von Ester enthaltenden Seifen war aus diesem Vorschlage nicht zu gewinnen. 



   Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung stabilisierter, Ester enthaltender Seifen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man der Seife eine geringe Menge von reaktionsfähigem Aluminiumhydroxyd oder von Aluminiumverbindungen, die Aluminiumhydroxyd bilden, einverleibt. Es wurde nämlich gefunden, dass Aluminiumhydroxyd freie Säuren auch in Gegenwart von Seife unter Bildung von basischen bis neutralen Aluminiumseifen abfängt. Diese Wirkung ist nicht auf eine alkalische
Reaktion des Aluminiumhydroxyds zurück- zufuhren, sondern beruht darauf, dass die
Aluminiumsalze höherer Fettsäuren nicht salz- artig gebaut sind und daher weder dissoziieren noch hydrolysieren.

   Die Bildung dieser Alu- miniumverbindungen aus den Ionen ist schon bei minimalen Konzentrationen möglich ; man wird aber im allgemeinen den Zusatz an Alu- miniumhydroxyd zur Seife vorsorglicherweise derart berechnen, dass jede durch die Spaltung der
Ester entstehende Säuremenge durch das
Aluminiumhydroxyd abgefangen werden kann, so dass die Menge des zugesetzten   Aluminiumhydr0-   xydes in der Praxis von der Menge des in der
Seife enthaltenen Esters abhängig ist. Im allge- meinen wird der Gehalt der Seife an Aluminium- hydroxyd zwischen 0-1 und   3"o, auf   die Seife von handelsüblichem Wassergehalt berechnet, bemessen. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung kann zur
Stabilisierung glycerinhaltiger Seifen Anwendung finden. Es ist aber ferner auch mit gutem Erfolg anwendbar, wenn die Seife Ester, die als Riech- 
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 säuremethylester oder Ester, die als Desinfektionsmittel wirken, wie Ester der   p-Oxybenzoesäurt   

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   (Nipagine)   u. dgl. mehr enthält. Auch Perubalsam ist als esterhaltige Stoffe enthaltender Zusatz zu nennen. In vielen Fällen, z. B. bei der Anwesenheit von Benzoesäure-oder Salicylsäureestern, reagieren zwar die allenfalls durch Ver- 
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 durch Verseifung der Ester freiwerdenden Säuren setzen sich aber mit der Seife um, wobei freie Fettsäuren gebildet werden, die mit dem Aluminiumhydroxyd Aluminiumseifen bilden, so dass die gewünschte Wirkung durch mehrfache Umsetzung zustande kommt. 



   Wegen der Neigung des Aluminiumhydroxyds, in Seifen zu schrumpfen und aggregieren, ist es vorteilhaft, der Seife neben dem Aluminiumhydroxyd zusätzlich noch Salze organischer Oxysäuren, wie Salze der Glykol-, Milch-3 Äpfel-,   Wein- oder Zitronensäure einzuverleiben. Diese   bilden mit Aluminiumhydroxyd lockere Komplexe, die auf überschüssiges Hydroxyd peptisierend wirken, so dass die Reaktionsfähigkeit des Alu-   miniumhydroxydes   erhalten bleibt. 



   Ausführungsbeispiele :
1. Neutraler Seifenleim, dem esterartige Riechstoffe oder Desinfektionsmittel, wie Benzylbenzoat oder Salicylsäuremethylester zugesetzt sind, wird mit einem dicken Brei von frisch gefälltem Aluminiumhydroxyd, der auf 1 Mol Aluminium- hydroxyd etwa   Mole   oxycarbonsaures
Natrium oder Kalium, beispielsweise Natrium- oder Kaliumtartrat oder-citrat enthält, gründlich vermischt. Die Menge des zugesetzten Alu-   miniumhydroxydes   wird derart bemessen, dass die volle Äquivalenz für die durch Verseifung der zugesetzten Ester möglicherweise entstehende
Säuremenge gegeben ist. 



   2. Man richtet einen esterhaltigen Seifenleim derart ab, dass er so viel freie Fettsäure enthält als zur Neutralisation der Laugenmenge nötig ist, in welcher Aluminiumhydroxyd unter Zusatz von   a-oxycarbonsaurem   Alkali gelöst wurde. Die Aluminatlösung wird in den sauren Seifenleim eingetragen. Falls die Seife Salze enthalten kann, stellt man die Aluminatlösung unmittelbar aus Aluminiumchlorid oder-sulfatlösung her, bestimmt den Alkaligehalt und berechnet die hiefür äquivalente Menge Fettsäure für den Seifenleim. 



   3. Der esterhaltige Seifenleim wird mit in Wasser gelöstem   a-oxycarbonsaurem   Alkali vermischt und hernach eine solche Menge feinst gepulvertes Aluminiumäthylat eingetragen, dass diese dem doppelten Gewicht der erforderlichen Menge Aluminiumhydroxyd entspricht. Das Äthylat wird in Seife hydrolysiert und zerfällt in Hydroxyd und Alkohol. An Stelle der Äthylverbindung kann auch eine andere Alkylverbindung verwendet werden. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zur Herstellung von stabilisierten, Ester oder andere säurebildende Mittel enthaltenden Seifen, dadurch gekennzeichnet, dass man der Seife geringe Mengen, beispielsweise zwischen    0'1-3% reaktionsfähiges   Aluminiumhydroxyd oder Aluminiumverbindungen, welche, wie Aluminiumäthylat, Aluminiumhydroxyd bilden, einverleibt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man der Seife zusätzlich Salze von Oxycarbonsäuren, wie Alkalisalze der Wein-, Milch-, Apfel-, Zitronensäure, zusetzt.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man solche Mengen an Aluminiumhydroxyd der Seife zusetzt, dass das zugefügt Aluminiumhydroxyd der aus dem anwesenden Ester oder säurebildenden Ver- bindungen abspaltbaren Säuremenge äquivalent ist.
AT165888D 1948-06-22 1948-06-22 Verfahren zur Herstellung von stabilisierten, Ester oder säurebildende Mittel enthaltenden Seifen AT165888B (de)

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