<Desc/Clms Page number 1>
Doppelseilwinde, insbesondere Ackerwinde
Bisher werden in der Landwirtschaft gebirgiger Gegenden meist einfache Seilwinden verwendet, die naturgemäss nur in einer Arbeitsrichtung wirken können und die daher bei Verwendung als Ackerwinde nur sehr geringe Arbeitserleichterung ergeben. Aber auch die bisher bekannten Doppe1seilwinden können den durch die Besonderheit der Feldarbeit gegebenen Forderungen nicht oder nur ungenügend entsprechen. Es gibt Doppelwinden, bei denen sowohl das ziehende als auch das gezogene Seil auf der gleichen Seite auf-bzw. ablaufen.
In diesem Falle verfangen sich gegenseitig leicht die zwangsläufig nahe aneinandergeführten Seile, sei es durch mitgerissene Steine, Wurzeln od. dgl. oder durch zu geringe Seilspannung im ablaufenden Trum, was eine Arbeitsunterbrechung und ein umständliches Auseinanderziehen der
Seile notwendig macht. Ausserdem muss bei fortschreitender Arbeit zur Querverschiebung des Ackergerätes stets das ganze Windwerk mit- verschoben werden.
Ferner sind Doppelwinden mit nach entgegen- gesetzten Seiten auf- bzw. ablaufenden Seilen und gemeinsamen, gleichzeitigen Antrieb beider Seiltrommeln bekannt. Bei der Feldarbeit ergeben Unebenheiten des Bodens, Steine, Wurzeln, Bewachsung usw. stets ungleichmässigen Fahrbzw. Arbeitswiderstand, so dass das Ackergerät trotz gleichmässiger Drehung der aufwindenden Tromme ! unier ungleichmässiger Dehnung des ziehenden Seiles ruckartig bewegt wird.
Das Mass des jeweils ablaufenden Seiles müsste naturgemäss dieser Bewegung bzw. dieser Seildehnung entsprechen, was bei dem gleichzeitigen gemeinsamen Antrieb beider Trommeln ausgeschlossen ist, wobei diese Unstimmigkeit noch dadurch vergrössert wird, dass bei verschiedener Lagenanzahl der Seilwindungen an beiden Trommeln von vornherein bei gleicher Trommeldrehzahl verschiedene Seillängen abgerollt bzw. aufgenommen werden und schon allein wegen der verschiedenen Länge beider Seilstücke verschiedene Gesamtdehnung im au-bzw ablaufenden Tnun auftritt. Die Folge davon ist entweder Schlingenbildung, Herausspringen aus den Führungsrollen oder Überdehnung, sogar Zerreissen des Seiles.
Gegenstand der Erfindung ist eine Doppelseilwinde, insbesondere Ackerwinde mit zwei in einem gemeinsamen Rahmen parallel nebeneinander gelagerten Seiltrommeln und nach entgegengesetzten Seiten auf-bzw. ablaufenden Seilen, bei der obige Nachteile dadurch vermieden sind, dass ausschliesslich die jeweils aufwindende Trommel antriebsverbunden ist und die andere Trommel bei gekuppelten Seilenden dem Seilzug nachgebend unter entsprechender Abbremsung frei abläuft. Dabei ist die Antriebswelle zwischen den beiden mit einem gegeneinander in Achsrichtung versetzten Zahnrad verbundenen und unabhängig voneinander abbremsbaren Seiltrommeln gelagert und hat ein verschiebbares Ritzel aufgefedert, das fallweise mit einem der beiden Trommelzahnräder kämmt.
Da immer nur die aufwindende Trommel angetrieben wird und die andere dem Seilzug nachgebend unter dem Bewegungsvorgang und der Seil dehnung entsprechender Abbremsung frei ablaufen kann, ist stets die notwendige Seilspannung gewährleistet und jede Schlingenbildung oder Überdehnung vermieden, wobei die erforderliche Bremswirkung beispielsweise leicht unter Beobachtung des Ackergerätes bzw. Seiles durch eine einstellbare Handbremse erreicht werden kann. Ferner ist durch die Lagerung der mit einem verschiebbaren Ritzel versehenen Antriebs- welle zwischen den Trommeln die einfachste und billigste Konstruktion gegeben und der
Einzelantrieb bzw. die Einzelbremse der Trommeln schafft die Möglichkeit der Ver- wendung der Ackerwinde auch als Einfach- winde mit allen ihren Vorteilen, besonders für den Bergbauem.
Erfindungsgemäss wud ee der Feldarbeit die
Seilwinde mit quer zur Arbeitsrichtung des
Ackergerätes liegenden Tiommeln am Feldrande aufgestellt, die beiden Seile werden längs des
Feldrandes ausgelegt, über Umlenkrollen geführt, von welchen die gegen das Ackergerät zu an- geordnete längs der Querseite des Feldes ver- schieb-und feststellbar ist und mit dem Gerät : rbunden zu einem geschlossenen, den jeweils bearbeiteten Feldteil umfangenden Seilzug ver- eint, während die dem Arbeitsfortschritt ent- sprechende Querverschiebung des Gerätes durch
Weiterstellen der verschiebbaren Umlenkrollen erfolgt.
Die Winde kann also unabhängig von der Feldgrösse während der Bearbeitung des ganzen Feldes am gleichen Ort verbleiben und
<Desc/Clms Page number 2>
die Querverbringung des Gerätes von Furche zu Furche bzw. von Arbeitsbahn zu Arbeitsbahn erfolgt auf die einfachste und rascheste Weise durch Verschiebung und Festklemmung der Umlenkrollen auf längs der Querseite des Feldes angeordneten Seilen, Schienen od. dgl.
In der Zeichnung ist die erfindungsgemässe Doppelwinde und die Seilführung beispielsweise schematisch in der Draufsicht dargestellt.
In der Mitte des Windenrahmens 1 zwischen den beiden parallelen Seiltrommeln 5 und 6 ist die über Voll-und Leerscheibe 11 mit einem beliebigen Motor verbundene Antriebswelle gelagert, auf der ein verschiebbares Ritzel 2 aufgefedert ist. Jede Trommel ist mit einem Zahnrad 3 bzw. 4 verbunden, die gegeneinander in Achsrichtung versetzt sind und mit einer Bremstrommel 7 bzw. 8 und einer einstellbaren, voneinander unabhängigen Handbremse 9 bzw. 10 versehen. Der Antrieb der Seiltrommeln 5 bzw. 6 erfolgt über das Ritzel 2, das fallweise mit dem einen oder dem anderen Zahnrad 3 oder 4 kämmt, so dass immer nur die aufwindende Trommel angetrieben ist und die andere frei ablaufen kann.
Durch Verschiebung des Ritzels auf der Antriebs- welle wird die gegenläufige Bewegung erreicht.
Längs der gegenüberliegenden quer zur Arbeits- richtung laufenden Feldseiten ist zwischen den
Pflöcken A. ein Tragseil B gespannt, auf dem eine verschieb-und feststellbare Seilumlenk- rolle C und eine feste Seilrolle D angeordnet sind.
Die Winde ist am Feldrand mit quer zur Arbeit- richtung des Gerätes liegenden Trommeln auf- gestellt und die beiden nach entgegengesetzten
Seiten auf-bzw. ablaufenden Seile 12 sind längs des Feldrandes ausgelegt, um die feste Umlenk- rolle D und die verschiebbare Rolle C geführt mit dem Pflug zu einem geschlossenen, den bearbeitenden Feldteil umfangenden Seilzug vereint, der den Pflug hin-und herbewegt.
Die Winde kann tragbar, fahrbar oder mit Kufen versehen sein. Sie ist zur Feldarbeit im Gebirge ebenso wie in der Ebene verwendbar und bei genügender Seillänge, Motorstärke und Rot anzahl können Felder jeder Grösse auf jede beliebige Art bearbeitet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Doppelseilwinde, insbesondere Ackerwinde, mit zwei in einem gemeinsamen Rahmen parallel nebeneinander gelagerten Seiltrommeln und auf entgegengesetzten Seiten auf-bzw. ablaufenden Seilen, dadurch gekennzeichnet, dass ausschliesslich die jeweils aufwindende Trommel antriebsverbunden ist und die andere Trommel bei gekuppelten Seilenden dem Seilzug nachgebend unter entsprechender Abbremsung frei abläuft.