AT17016U1 - - Google Patents

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AT17016U1
AT17016U1 ATGM8021/2020U AT80212020U AT17016U1 AT 17016 U1 AT17016 U1 AT 17016U1 AT 80212020 U AT80212020 U AT 80212020U AT 17016 U1 AT17016 U1 AT 17016U1
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biogenic
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ATGM8021/2020U
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Jehart Martin
Egger Christoph
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Organoid Tech Gmbh
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines flächigen Werkstoffverbunds mit einer Dekoroberfläche aus Partikeln biogenen Ursprungs mit den Schritten • Bereitstellen eines faserhaltigen, flächigen Trägersubstrates • Aufbringen von Bindemittel sowie Partikeln biogenen Ursprungs in vordefinierten Teilbereichen des Trägersubstrats, wobei die Partikel biogenen Ursprung eine mittlere Größe zwischen 1 und 10 mm haben und die Trockenmasse der aufgebrachten Partikel biogenen Ursprungs zumindest 50 g/m2 beträgt • Verpressen der aufgebrachten Partikeln mit dem Trägersubstrat unter Anwendung einer Temperatur von zwischen 80 und 130 °C und einem Druck von mindestens 2 bar.

Description

Beschreibung
STRUKTURIERTE DEKORFLÄCHE
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines flächigen Werkstoffverbunds mit einer strukturierten Dekoroberfläche aus natürlichen Rohstoffen.
[0002] Dekoroberflächen aus natürlichen pflanzlichen Rohstoffen wie beispielsweise Heu, Flachs oder Schilf erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Anwendungen von derartigen Dekoroberflächen sind vielfältig: Eine sehr beliebte Anwendung sind großflächige Elemente zur Gestaltung von Wandflächen von Innenräumen, im privaten Bereich (beispielsweise Schlaf oder Wohnzimmer) als auch von Büros, Verkaufsräumlichkeiten, Hotels und dergleichen. Weitere populäre Anwendungsfelder finden sich bei der Verkleidung von Möbeln oder auch bei der Oberflächengestaltung von kleinteiligeren Objekten wie beispielsweise der äußeren Oberfläche von Smartphone-Hüllen. Durch den Duft und das natürliche Aussehen beeinflussen Oberflächen aus natürlichen Rohstoffen die Raumatmosphäre äußerst positiv.
Bei den meisten bekannten Verfahren ist es nur möglich, Paneele mit einer gleichförmigen Dekoroberfläche herzustellen. Es besteht aber der Wunsch, die Dekoroberfläche gezielter gestalten bzw. strukturieren zu können, beispielsweise um Informationen, Schriftzeichen, Logos oder Motive einzuarbeiten und darstellen zu können. So soll es beispielsweise ermöglicht werden, in ein Paneel mit einer Naturoberfläche, welches beispielsweise für die Ausgestaltung von Verkaufsräumlichkeiten eines Retailers verwendet wird, das Logo des Retailers zu integrieren. Das Paneel soll dabei ihren biogenen, natürlichen Charakter beibehalten.
DE 10 2015 111 106 A1 offenbart ein Verfahren, bei der auf einer Unterlage eine strukturierte Dekoroberfläche aus einer Pulverlage aus Biomaterialpartikel realisiert wird. Die Biomaterialpartikel werden dabei mittels Unterdruck auf der Unterlage fixiert, was zum einen eine bis zu einem gewissen Grad gasdurchlässige Unterlage erfordert und zum anderen das Herstellungsverfahren auf Dekoroberflächen aus sehr feinen, fast staubartigen Pulvern beschränkt. Das Verfahren ist für den primären Zweck jener Anmeldung, nämlich Dekoroberflächen für Fußbodenpaneele, ausgerichtet. In Hinblick auf die Anwendungsfelder der vorliegenden Erfindung ist es aber weniger geeignet, da durch die Verwendung von sehr feinen Pulvern die ursprüngliche Herkunft der verwendeten natürlichen Rohstoffe verschleiert wird und ein gewünschter natürlicher Charakter der Oberfläche für einen Betrachter weder visuell noch haptisch erkennbar wird.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Verfahren zu schaffen, mit dem oben genannte Anforderungen in prozesssicherer und kostengünstiger Weise erfüllt werden können. Es soll ferner auch ein Werkstoffverbund mit einer strukturiert gestalteten Dekoroberfläche aus natürlichen Rohstoffen zur Verfügung gestellt werden. Der natürliche Charakter der Dekoroberfläche soll zudem über mehrere Sinne, neben Sehen durch Fühlen und/oder Riechen wahrnehmbar sein.
[0004] Diese Aufgabe wird mit den Ansprüchen 1 und 6 erfüllt. Vorteilhafte Weiterentwicklungen sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
[0005] Das erfindungsmäße Verfahren ermöglicht die Herstellung eines flächigen Werkstoffverbunds mit einer strukturiert gestalteten Dekoroberfläche aus Partikeln biogenen Ursprungs. Es weist die folgenden Schritte auf. - Bereitstellen eines faserhaltigen, flächigen Trägersubstrats - Aufbringen von Bindemittel sowie Partikeln biogenen Ursprungs in vordefinierten Teilbereichen des Trägersubstrats, wobei die Partikel biogenen Ursprung eine mittlere Größe zwischen 1 und 10 mm haben und die Trockenmasse der aufgebrachten Partikel biogenen Ursprungs zumindest 50 g/m? beträgt - Verpressen des Trägersubstrats mit den aufgebrachten Partikeln unter Anwendung einer Temperatur von zwischen 80 und 130 °C und einem Druck von mindestens 2 bar.
[0006] Das Aufbringen von Bindemittel sowie Partikel biogenen Ursprungs erfolgt dabei bevorzugt mittels Aufsprühen oder Aufstreuen. Der letzte Verfahrensschritt, Verpressen unter Anwen-
dung von Temperatur, erfolgt bevorzugt in einem einzelnen Prozessschritt, d.h. die Anwendung von Druck und Temperatur erfolgt gemeinsam, beispielsweise in einer Presse, bei der der Pressstempel während des Pressvorgang erwärmt wird.
[0007] Der mit Hilfe dieses Verfahrens hergestellte flächige Werkstoffverbund hat eine strukturiert gestaltete Oberfläche und weist ein flächiges, faserhaltiges Trägersubstrat auf, auf dem in vorbestimmten Teilbereichen eine Dekorschicht aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs aufgebracht ist. Die mittlere Größe der Partikel biogenen Ursprungs verändert sich durch den Pressvorgang nicht signifikant, die Partikel biogenen Ursprung des Werkstoffverbunds haben eine mittlere Größe kleiner 10 mm, insbesondere kleiner als 8 mm, und eine mittlere Größe größer als 1 mm, insbesondere größer als 2 mm. Die mittlere Größe der Partikel biogenen Ursprungs ist bevorzugt zwischen 1 mm und 10 mm, besonders bevorzugt zwischen 2 mm und 10 mm (Grenzwerte eingeschlossen).
[0008] Die mindestens eine Dekorschicht mit Partikeln biogenen Ursprungs bildet also zusammen mit dem sichtbar verbleibenden Teil des Trägersubstrats eine Dekoroberfläche, auf der ein gewünschtes Motiv, Logo, Schriftzeichen dargestellt wird. Kerngedanke der Erfindung ist also, das biogene Rohmaterial selbst für die Darstellung von Informationen, Schriftzeichen, Ziffern, Logos und anderen Motiven zu verwenden. Bisher wurde dafür häufig eine Plakette aus einem anderen Material verwendet, beispielsweise aus einer dünnen Metallfolie, in die das gewünschte Schriftzeichen oder Logo hineingeprägt wurde.
Damit sich das biogene Rohmaterial für diesen Zweck eignet, wird es aufbereitet und eine entsprechende Partikelgröße eingestellt. Die vergleichsweise kleinen Partikelgrößen (die Partikel haben eine maximale mittlere Partikelgröße von 10 mm, insbesondere von 8 mm) erlauben, Strukturen mit einer für die meisten praktischen Anwendungen ausreichend scharfen Kontur darzustellen. Die Partikel biogenen Ursprungs haben eine mittlere Größe von mindestens 1 mm, insbesondere eine mittlere Größe von mindestens 2 mm. Mit einer minimalen mittleren Größe von 1 mm bzw. 2 mm lassen sich die Partikel biogenen Ursprungs prozesstechnisch noch gut verarbeiten. Gleichzeitig bleibt bei diesen Partikelgrößen die ursprüngliche Herkunft des biogenen Rohmaterials erkennbar und verleiht der Dekoroberfläche ein natürliches Aussehen, das auch haptisch erfahrbar ist.
[0009] Das Trägersubstrat kann bevorzugt ein Substrat auf Basis von Holz (wie beispielsweise Laminate, Dreischichtplatte, Sperrholzplatte), ein Textil wie Gewebe, Gewirke, Gestricke, Geflechte, Nähgewirke, Vliesstoffe oder Filze, Papiere, Kartone, aber auch Folien sein. Der Faseranteil verstärkt das Trägersubstrat und verleiht ihm die benötigte mechanische Festigkeit.
[0010] Unter Partikel biogenen Ursprungs sind Materialien gemeint, die biologischen Ursprungs sind, d.h. durch Lebewesen entstanden sind. Besonders bevorzugt sind die Partikel pflanzlichen Ursprungs, sie bestehen also aus Pflanzenteilen einschließlich Wurzeln, Rinden, Blättern, Blüten, Samen, Früchten bzw. Fruchtteilen. Vorteilhafter Weise bestehen die Partikel biogenen Ursprungs aus fasrigen Pflanzenteilen wie Heu, Stroh, Flachs, Hanf, Schilf, Lavendelstängel, Moosen, Flechten, verschiedenen Blumenblüten wie Kornblumenblüten, Rosenblüten, Samen wie Kaffeebohnen oder anderen Pflanzenteilen wie Dinkelspelzen, Sonnenblumenschalen und dergleichen. Die Partikel biogenen Ursprungs werden bevorzugt im trockenen Zustand verarbeitet.
[0011] Die Trockenmasse der verwendeten Partikel biogenen Ursprungs beträgt zumindest 50 g/m?, insbesondere zumindest 100 g/m®, bevorzugt zwischen 200 und 400 g/m®?. Unter Trockenmasse wird dabei die Masse der Partikel im darrtrockenen Zustand verstanden, d.h. die Masse, die übrigbleibt, nachdem der Wassergehalt durch Trocknung entzogen worden ist. Bei der Angabe Masse pro Fläche bezieht sich die Fläche auf die Fläche der Dekorschicht, also auf jene Fläche des Trägersubstrats, auf die tatsächlich Bindemittel und Partikel biogenen Ursprungs aufgebracht werden. Im Gegensatz zum Stand der Technik, wo aufgrund der Unterdrucktechnologie für die Dekorschicht nur äußerst geringe Mengen pro Fläche aufgebracht werden können, werden in der vorliegenden Erfindung für die Dekorschicht substantielle Mengen an Partikeln biogenen Ursprungs verwendet. Die Dekorschicht am Werkstoffverbund weist eine Schichthöhe von mindestens 1 mm, insbesondere von mindestens 2 mm, bevorzugt von mindestens 3 mm auf (ge-
messen am verpressten Werkstoffverbund). Die resultierende Schichthöhe ist somit haptisch erfahrbar und abhängig vom verwendeten Material kann die Dekorschicht aufgrund der vergleichsweise großen Menge eine vergleichsweise große Menge an Duftstoffen abgeben, sodass Duftemissionen der Dekoroberfläche vom Anwender auch wahrnehmbar sind.
[0012] Die Partikel biogenen Ursprungs können pulverförmig sein, wie beispielsweise aus Kaffeepulver. Sie können auch eine länglichere Form aufweisen und bedingt durch die Faserstruktur stängelartig wie bei Heu oder Stroh sein.
[0013] Für die Bestimmung der Größe des Partikels wird auf die maximale Ausdehnung abgestellt, d.h. bei stängelartigen länglichen Partikeln wie beispielsweise Heu oder Stroh wird für die Größenbestimmung die Länge herangezogen.
Allgemein wird als mittlere Größe der Mittelwert über die Größenverteilung verstanden.
Am fertig hergestellten Werkstoffverbund wird die Größe der Partikel durch eine Analyse der Dekoroberfläche bestimmt: Dazu wird ein repräsentativer Ausschnitt der Dekoroberfläche ausgewählt und die Form der Partikel, gegebenenfalls mit Hilfe bildgebender Verfahren, digital erfasst und die Größe und Größenverteilung der Partikel softwaremäßig ausgewertet.
Zur Herstellung der Partikel wird das biogene Ausgangsmaterial mechanisch zerkleinert, falls notwendig gemahlen und die entsprechende Größe mittels passender Siebe eingestellt.
[0014] Das Bindemittel ist bevorzugt biogenen Ursprungs. Es kann dabei ausgewählt sein aus der Gruppe Methylzellulose, Leinöl, Glutinleim, Kaseinleim, Stärkeleim, Puzzolan, Kasein, Kalkkasein oder Kombinationen daraus. Als Bindemittel können auch Leime, die nicht rein biogenem Ursprung sind, verwendet werden, wie beispielsweise Leime auf Basis von Kunstharzen wie Harnstoff- Formaldehydharzleim, Phenol-Formaldehydharzleim (PF-Leim), Melamin-Urea- Phenol-Formaldehyd-Leim, PolyVinylAcetatleim (PVAC, Weißleim) oder Polyurethanleim.
[0015] Das Bindemittel kann in trockener Form als Pulver oder in flüssiger Form vorliegen. Es kann in einem eigenen Prozessschritt, getrennt von dem Prozessschritt, bei dem die Partikel biogenen Ursprungs aufgebracht werden, auf das Trägersubstrat in den benötigten Bereichen aufgebracht werden. D.h. das Bindemittel kann vor oder nach dem Aufbringen der Partikel biogenen Ursprungs, beispielsweise mittels Aufsprühen oder Aufstreuen, aufgebracht werden.
Alternativ kann das Bindemittel mit den Partikeln biogenen Ursprungs vorab zu einem Bindemittel-Partikel-Gemisch vermengt und anschließend das Bindemittel-Partikel-Gemisch in den benötigten Bereichen aufgetragen werden. Dies ist eine prozesstechnisch einfache und kostengünstige Variante und wird bevorzugt für ein Bindemittel in trockener Form angewandt.
[0016] Bevorzugt erfolgt das Aufbringen des Bindemittels und der Partikel biogenen Ursprungs an den vordefinierten Teilbereichen des Trägersubstrats mit Hilfe einer Schablone. Die Schablone wird vor dem Pressvorgang wieder entfernt. Die Schablone ist eine kostengünstige Variante zur Strukturierung der Dekorschicht mit ausreichender Präzision. Vorteilhafterweise wird als Schablone ein Metallblech mit entsprechenden Öffnungen verwendet.
[0017] Beim Pressvorgang wird eine Temperatur von mindestens 70°C benötigt, damit das Bindemittel seine Bindewirkung entfalten kann, beispielsweise indem das Bindemittel ab dieser Temperatur zu Polymerisieren beginnt. Die angewandte Temperatur soll 130°C nicht übersteigen, um das biogene Material thermisch nicht allzu sehr zu beeinträchtigen. Der Pressvorgang erfolgt bei einem Druck von mindestens 2 bar.
[0018] Um komplexere Motive darzustellen, können die Schritte Aufbringen von Bindemittel und Partikel biogenen Ursprungs und Verpressen iteriert werden. Dabei kann bei den verschiedenen Iterationen die mittlere Größe der Partikel und/oder das Material der Partikel biogenen Ursprungs variiert werden. Es entstehen dabei also Werkstoffverbunde, bei denen zwischen Trägersubstrat und Dekorschicht (dies ist die als letzter aufgetragene Schicht) mindestens eine Zwischenschicht aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs angeordnet ist, wobei sich die mittlere Größe der Partikel der Zwischenschicht von der mittlere Größe der Partikel der Dekorschicht unterscheidet. Alternativ oder zusätzlich kann die Dekorschicht und Zwischenschicht aus unterschiedlichen Materialien bestehen.
[0019] Die Zwischenschicht kann zumindest teilweise sichtbar sein und daher einen Teil der Dekoroberfläche des Werkstoffverbunds bilden. Die nachfolgende Schicht kann auf die unmittelbar davor aufgetragene Schicht aufgebracht werden, diese also zumindest abschnittsweise überlappen. Die nachfolgende Schicht kann sich aber auch zur Gänze neben der unmittelbar davor aufgetragenen Schicht befinden, d.h. die nachfolgende Schicht ist nicht direkt auf die unmittelbar zuvor aufgetragene Schicht aufgebracht, sondern in anderen Bereichen des Werkstoffverbunds entweder direkt auf dem Trägersubstrat oder auf weiteren zuvor aufgebrachten Zwischenschichten angeordnet sein. Die beiden zuletzt aufgetragenen Schichten stoßen daher höchstens an ihren Rändern aneinander. Ein Beispiel dafür ist eine biogene Dekoroberfläche mit einem (periodischen) Muster aus beispielsweise roten und blauen Blütenblättern. Zur Herstellung einer derartigen Oberfläche, bei der einzelne Schichten zur Gänze neben einander liegen, können die entsprechenden Materialien (Bindemittel, biogene Partikel) hintereinander aufgebracht werden und diese Schichten anstatt einzeln in einem gemeinsamen Prozessschritt verpresst werden. Auf das Beispiel mit den roten und blauen Blütenblättern bezogen bedeutet das, dass die roten und blauen Blütenblätter nacheinander aufgetragen und dann gemeinsam verpresst werden.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform wird als erste Schicht unmittelbar direkt auf das Trägersubstrat eine Zwischenschicht aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs aufgebracht, welche sich über die gesamte Fläche des Trägersubstrats erstreckt, d.h. das Trägersubstrat vollständig abdeckt. Im Anschluss daran erfolgt das Aufbringen der einer oder mehrerer Schicht(en) aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs in den vordefinierten Teilbereichen. Man erhält auf diese Weise einen Werkstoffverbund mit einer Dekoroberfläche, deren gesamte Sichtfläche einen biogenen, natürlichen Charakter hat, auch wenn als Trägersubstrat ein kostengünstigeres Trägersubstrat aus nichtbiogenem Material verwendet wird.
[0021] Bevorzugt besteht die zuerst aufgebrachte Schicht aus Partikeln mit einer im Vergleich zu den nachfolgenden Schicht(en) größeren mittleren Größe, sie ist also grobkörniger.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform stammt das Material der Zwischenschicht und der Dekorschicht aus verschiedenen Pflanzenteilen dergleichen Pflanze. Damit ist gemeint, dass beispielsweise eine Zwischenschicht zerkleinerte Kaffeeblätter aufweist, während die Dekorschicht aus gemahlenen Kaffeebohnen besteht. Beide Schichten stammen also von der Kaffeepflanze.
[0023] Im Folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Abb. 1, Abb. 2a und 2b und Abb. 3 näher beschrieben. Abb. 1a zeigt schematisch einen Schnitt durch einen Werkstoffverbund gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel, Abb. 2a eine perspektivische Darstellung eines Werkstoffverbunds gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, Abb. 2b einen Schnitt entlang der Linie AB in Abb. 2a. Abb. 3 stellt eine Schablone dar, mit dem Ausführungsbeispiel 1 und 2 realisiert worden sind.
[0024] Als Trägersubstrat (11) wurde für den Werkstoffverbund (10) gemäß Ausführungsbeispiel 1 ein gewobenes Textil aus Baumwolle verwendet. Auf dieses wurde direkt die Dekorschicht (13), welche einen Schriftzug darstellt, aufgebracht. Für die Dekorschicht (13) wurden Kaseinleim und Kaffeebohnen, die zuvor auf eine mittlere Größe von ca. 2 mm gemahlen worden sind, miteinander vermengt und mit Hilfe der Schablone (20), einem Blech mit entsprechenden Öffnungen, auf das Trägersubstrat (11) aufgebracht. Nachdem die Schablone (20) entfernt worden war, wurde das Trägersubstrat (11) mit dem Gemisch aus Kaseinleim und gemahlenen Kaffeebohnen bei ca 120 °C und einem Druck von 3 bar für etwa 5 Minuten gepresst. Es wurde eine Menge an Kaffeebohnen von ca 600 g Trockenmasse pro m* Dekorschicht verwendet, sodass nach dem Pressvorgang eine Höhe der Dekorschicht von ca 1,5 mm resultierte.
[0025] Für das zweite Ausführungsbeispiel wurden gepresste Sägespäne als Trägersubstrat (11') verwendet, auf die eine Zwischenschicht (12) aus Kaseinleim und grob zerkleinertem Heu aufgepresst wurde. Die Zwischenschicht (12) erstreckt sich über die gesamte Fläche des Trägersubstrats (11’), sodass in der späteren Anwendung das Trägersubstrat für den Betrachter nicht mehr sichtbar ist. Die Zwischenschicht (12) wurde unter den gleichen Prozessbedingungen wie beim Ausführungsbeispiel 1 mit dem Trägersubstrat (11') verpresst. Anschließend wurde auf diese Zwischenschicht (12) mittels der Schablone (20) eine Dekorschicht (13°) aus fein zerklei-
nerten Kornblumenblüten (die mittlere Größe von ca 5 mm wurde mittels entsprechender Siebe eingestellt) und Kaseinleim als Bindemittel aufgetragen und verpresst. Die Partikel aus Kornblumenblüten sind wesentlich kleiner als die Heu Partikel. Ein Teil der Heu-Zwischenschicht (12) bleibt für den Betrachter in der späteren Anwendung als Hintergrund zu dem Schriftbild aus Kornblumenblüten sichtbar. Die Heu-Zwischenschicht bildet also zusammen mit dem Schriftbild eine organische Dekoroberfläche.

Claims (13)

Ansprüche
1. Verfahren zur Herstellung eines flächigen Werkstoffverbunds (10,10‘) mit einer Dekoroberfläche aus Partikeln biogenen Ursprungs mit den Schritten
* Bereitstellen eines faserhaltigen, flächigen Trägersubstrates (11,11')
* Aufbringen von Bindemittel sowie Partikeln biogenen Ursprungs in vordefinierten Teilbereichen des Trägersubstrats (11,11’), wobei die Partikel biogenen Ursprung eine mittlere Größe zwischen 1 und 10 mm haben und die Trockenmasse der aufgebrachten Partikel biogenen Ursprungs zumindest 50 g/m? beträgt
* Verpressen der aufgebrachten Partikeln mit dem Trägersubstrat (11,11') unter Anwendung einer Temperatur von zwischen 80 und 130 °C und einem Druck von mindestens 2 bar.
2, Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen des Bindemittels und der Partikel biogenen Ursprungs an den vordefinierten Teilbereichen mit Hilfe einer Schablone (20) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte Aufbringen von Bindemittel und Partikel biogenen Ursprungs in vordefinierten Teilbereichen und Verpressen iteriert werden, wobei sich bei den verschiedenen aufgebrachten Schichten die mittlere Größe der Partikel biogenen Ursprungs und/oder das Material der Partikel biogenen Ursprungs unterscheidet.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikel biogenen Ursprungs für die verschiedenen Schichten aus verschiedenen Pflanzenteilen dergleichen Pflanze stammen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Verfahrensschritt Aufbringen von Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs in vordefinierten Teilbereichen des Trägersubstrats unmittelbar direkt auf das Trägersubstrat eine Zwischenschicht aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs aufgebracht und verpresst wird, wobei sich die Zwischenschicht über die gesamte Fläche des Trägersubstrats erstreckt.
6. Werkstoffverbund (10,10%), hergestellt nach einem der Verfahren 1 bis 5, mit einer strukturierten Oberfläche aufweisend ein flächiges, faserhaltiges Trägersubstrat (11,11%), auf dem in Teilbereichen eine Dekorschicht (13,13‘) aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs aufgebracht ist, wobei die Partikel biogenen Ursprungs eine mittlere Größe zwischen 1 und 10 mm haben und die Schichthöhe mindestens 1 mm beträgt.
7. Werkstoffverbund nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Trägersubstrat (11,11) und Dekorschicht (13,13) mindestens eine Zwischenschicht (12) aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs angeordnet ist, wobei sich die mittlere Größe der Partikel der Zwischenschicht von der mittlere Größe der Partikel der Dekorschicht unterscheidet.
8. Werkstoffverbund nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Trägersubstrat (11,11%) und Dekorschicht (13,13°) mindestens eine Zwischenschicht (12) aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs angeordnet ist, wobei die Dekorschicht und Zwischenschicht aus unterschiedlichen Materialien bestehen.
9. Werkstoffverbund nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Zwischenschicht (12) aus Bindemittel und Partikeln biogenen Ursprungs sich über die gesamte Fläche des Trägersubstrats (11,11°) erstreckt.
10. Werkstoffverbund nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Größe der Partikel der Dekorschicht (13,13°) kleiner ist als die mittlere Größe der Partikel der Zwischenschicht (12).
11. Werkstoffverbund nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Zwischenschicht (12) und die Dekorschicht (13,13‘°) aus verschiedenen Pflanzenteilen dergleichen Pflanze stammen.
12. Werkstoffverbund nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorschicht (13,13°) ein periodisches Muster bildet.
13. Werkstoffverbund nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorschicht (13,13‘) Schriftzeichen, Ziffern oder ein Logo darstellt.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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