AT1759U1 - Probiotisch wirksame formulierungen - Google Patents

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Abstract

Beschrieben wird eine probiotisch wirksame Formulierung enthaltend durch Lyophilisierung stabilisierte Mikroorganismen und einen lebensmitteltechnischen Trägerstoff, welcher den lyophilisierten Mikroorganismen einen Magensaft-Durchtritt in höherer Keimzahl ermöglicht, wobei die lyophilisierten Mikroorganismen im Trägerstoff eingeschmolzen sind, deren Verwendung als lebensmitteltechnischer Zusatzstoff sowie Lenbensmittel, insbesondere Müsli, enthaltend diese Formulierung.

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Die Erfindung betrifft probiotisch wirksame Formulierungen, insbesondere zur Anwendung im Bereich der Lebensmitteltechhologie. 



    Als"Probiotika"werden   nach einer modernen Definition (Havenaar et al.,"Probiotics : A General View"in :"The Lactic Acid Bacteria, Volume   1",     B. J. B. Wood   Ed. (1992), Elsevier Applied Science, 155/156) Mono- oder Mischkulturen lebender Mikroorganismen bezeichnet, die an Tier und Mensch angewendet werden und den Wirt durch die Verbesserung der Eigenschaften der natürlich vorhandenen Mikroflora vorteilhaft beeinflussen. Das bedeutet, dass der Begriff Probiotika nur auf Produkte zutrifft, die - lebende Mikroorganismen enthalten   (z. B.   als gefriergetrock- nete Zellen oder in fermentierten Produkten), 
 EMI1.1 
 ren respiratorischen Trakt oder dem Urogenitaltrakt entfal- ten können. 



  Der   Begriff "Milchsäurebakterien"   (MSB) umfasst eine Kategorie von Mikroorganismen, die in den letzten Jahren, bedingt durch ihre humanspezifischen und lebensmitteltechnologischen Eigenschaften, in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses gerückt sind und in zunehmenden Ausmass in probiotischen Zusammensetzungen vorgesehen werden. 



  Taxonomisch beinhaltet das Spektrum der Milchsäurebakterien derzeit im wesentlichen die Gattungen Lactobacillus, Streptococcus, Lactococcus, Leuconostoc, Enterococcus, Bifidobacterium, Carnobacterium und Sporolactobacillus (Bergey's Manual of Systematic Bacteriology, IX. Aufl.). Einige dieser Vertreter (Lactobacillus, Bifidobacterium und Enterococcus) gelten als natürliche und nützliche Darmbewohner des Menschen (und auch der Tiere) und treten dort - in Abhängigkeit vom Darmabschnitt, Lebensalter und Ernäh-   rungsgewohnheiten-in   unterschiedlich hohen Keimzahlen auf. Allgemein wird die Wirkung der Milchsäurebakterien in vier Haupteffekte unterteilt : 
1. Biochemische   (u. a.   Verbesserung der Nährstoffverwertung) 

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 EMI2.1 
 pathogener Keime) 
4. Kompetitive   (z.

   B.   Inaktivierung von Enterotoxinen). 



  Die Erhaltung einer ausgewogenen Mikroflora des Darmes durch die Applikation bestimmter MSB über den Nahrungsmittelweg erscheint daher aus den obgenannten Gründen als zielführend. Im Vordergrund stehen heute diätetische, prophylaktische und therapeutische Indikationen, wie   u. a.   bei Reisediarrhoe, Behandlung von Obstipationen, Restitution einer gestörten Darmflora nach Antibiotikaeinnahme, regulierende Funktion bei Stress-Situationen, Erniedrigung des Cholesterinspiegels, Krebstherapie, Zahnfleischentzündungen, Vaginitis, bei diversen Diätformen, etc.. 



  Menschen auf der ganzen Erde haben mit MSB fermentierte Milchprodukte (fMP) als gesunde Nahrung seit sehr langer Zeit zu sich genommen. Seit 1966 wird die Konsumation von fMP von der International Dairy Federation erfasst und aufgezeichnet. Die Konsumation von 
 EMI2.2 
 in Österreich : 7 kg ; in Deutschland   (West) : 9, 7 kg ; Spanien : 7, 3     kg ; Schweiz : 16, 5 kg ;   Fernandes et al.,"Fermented Dairy Products and Health"in :"The Lactic Acid Bacteria, Volume l",   B. J.   Wood Ed. (1992), Elsevier Applied Science, 298).

   Diese herkömmlichen Lebensmittel    enthaltene lebende   Mikroorganismen jedoch in zu niedriger Konzentration und erfüllen nicht die notwendigen Voraussetzungen, um die für eine effiziente Wirkung unbedingt notwendige hohe Konzentration der Mikroorganismen in den Darm gelangen zu 
 EMI2.3 
 Verlag, 160). 



  Für die Funktionalität   lebensfähigew   bzw. lebender Milchsäurebakterien ist entscheidend, dass sie in genügend hoher Keimdichte aufgenommen werden, da durch die natürlichen Barrieren ständig die 

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 Abtötung von Mikroorganismen erfolgt. 



  Insbesondere bei der direkten peroralen Verabreichungsform lebensfähiger Mikroorganismen ist zu beachten, dass je nach Gattung bzw. 



  Stamm der grösste Teil der Bakterien bereits im Magen aufgrund des dort vorherrschenden sauren Millieus zerstört wird. 



  Lebende Mikroorganismen sind schwer stabilisierbar, in Präparationen liegen sie daher meist in getrockneter Form vor. Die Darstellung kann durch unterschiedliche Trocknungsprozesse, wie Lyophilisation, Sprühtrocknung, etc. erfolgen. 



  Die Verarbeitung zu Tabletten mit magensaftresistenten Filmüberzügen ist problematisch : einerseits ist das Überzugsmaterial   (z. B.   



     Eudragit )   für Lebensmittelprodukte nicht zugelassen, andererseits wird die Anzahl der lebensfähigen Mikroorganismen durch den Tablettiervorgang aufgrund der einwirkenden Scherkräfte meist stark reduziert. Eine Verabreichung in magensaftresistenten Hartgelatinekapseln bleibt wegen der speziellen und teuren Technologie auf den pharmazeutischen Bereich beschränkt. 



  Schliesslich sind bei vielen auf dem Markt befindlichen Produkten erhebliche Qualitätsschwankungen festzustellen. Das liegt hauptsächlich daran, dass die grosstechnische Herstellung und Verarbeitung von probiotisch wirksamen Formulierungen aufgrund ihrer biologischen Natur heikel und nur schwer reproduzierbar ist (Brennan et al., J. Food Prot. 46 (1983), 887-892). 



  Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine probiotisch wirksame Formulierung zur Verfügung zu stellen, welche einen hohen Grad an Magensaftresistenz aufweist, einfach als Lebensmittel-Zusatzstoff zu verabreichen und verarbeiten ist und in reproduzierbarer Weise auch grosstechnisch hergestellt und verwendet werden kann. Darüberhinaus sollten diese Formulierungen eine hohe Lagerstabilität aufweisen, was insbesondere bei derart empfindlichen Produkten von grosser Bedeutung ist. 



  Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch eine probiotisch wirksame Formulierung umfassend durch Lyophilisierung stabilisier- 

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 te Mikroorganismen und einen   lebensmitteltechnischen Träger-und   Hüllstoff, welcher den durch Lyophilisierung stabilisierten Mikroorganismen einen Magensaft-Durchtritt in einer mindestens um das Zehnfache höherer Keimzahl, verglichen mit der reinen, getrockneten Mikroorganismen-Präparation, ermöglicht, wobei die durch Lyophilisierung stabilisierten Mikroorganismen im Trägerstoff eingeschmolzen oder - im Falle von flüssiger oder breiiger Konsistenz des   Trägerstoffes - in   diesem Trägerstoff suspendiert ist. 



  Als   erfindungsgemässe     lebensmittel technische Träger- und   Hilfsstoffe werden Pflanzenfette bzw. Pflanzenfett-Produkte angesehen. 



  Dazu sind besonders zu zählen : flüssige Pflanzenöle auf Basis von Naturstoffen mit geringen Anteilen (unter 3 %) von ungesättigten Fettsäuren (incl. handelsübliche teilhydrierte Öle, die für den normalen Verzehr bestimmt sind), feste pflanzliche Fette, wie Kakaobutter, Kokosfett oder sonstige Fette pflanzlichen Ursprungs mit teilweiser oder insbesondere jene mit vollständiger Hydrierung. Die erfindungsgemässen   Träger- und   Hilfsstoffe zeichnen sich durch weitgehende Wasserfreiheit aus, i. e. ihr Wassergehalt liegt unter 0, 5 %, vorzugsweise unter 0, 01 %, insbesondere unter 0, 001 %. Diese   Träger- und   Hüllstoffe bilden einen effizienten Schutz nicht nur gegen Feuchtigkeit bei der Lagerung, sondern auch bei der Magen-Passage.

   Weiters wird durch die einfache Möglichkeit der Verarbeitung (Einschmelzug, Suspension) die technologische Umsetzung zu fertigen Lebens-und Genussmitteln sehr erleichtert. Der   Träger- und   Hüllstoff kann im einfachsten Anwendungsfall direkt als Schmelze appliziert werden und haftet nach dem Erkalten auf dem Lebens-bzw. Genussmittel an dessen Oberfläche an. Weiters wird durch das Vorliegen in eingeschmolzener bzw. suspendierter Form die weitere Verarbeitung erheblich erleichtert, da auch hierbei der Trägerstoff den empfindlichen Mikroorganismen diese Schutzhülle bietet. 



  Die Besonderheit der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass eine mikroorganismenhältige Formulierung hergestellt wird, die einen hohen Grad an Magensaftresistenz aufweist und einfach zu verarbeiten ist. Die Herstellung kann mit hoher Reproduzierbarkeit auch grosstechnisch durchgeführt werden ; die erhaltenen Formulierungen eignen sich hervorragend als Zusatz zu Lebens-und Genussmitteln. 

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  Erst die Einbettung in die erfindungsgemässen lebensmitteltechnischen Trägerstoffe ermöglicht, dass eine überraschend hohe Anzahl von lebenden Zellen in den Darm gelangen können. Die bisher verwendeten magensaftresistenten Lacke wie    Eudragite   sind nur zur Verabreichung von äusserst limitierten Mengen erlaubt, sie sind aber nicht Lebensmittel-tauglich und insbesondere ungeeignet bei den Mengen an probiotisch wirksamen Formulierungen, welche zwangsläufig beim Verzehr eingenommen werden. 



  Die erfindungsgemässen Präparationen können in einfacher Weise in komplexere Lebensmittel eingearbeitet werden. So kann sie leicht zur Herstellung eines diätetisch wertvollen Müesli, Schokoriegel oder Kakaogetränk verwendet werden. Dies gilt insbesondere für die anderen vollständig hydrierten Pflanzenfette, wobei in diesem Fall das Anwendungsspektrum noch erheblich grösser ist. Diese können beispielsweise für Konditoreiwaren oder Füllungen aller Art in der Lebensmittelindustrie Anwendung finden. 



  Die Einbringung der Mikroorganismen in den Trägerstoff kann insbesondere zwei Probleme aufwerfen. Bedingt durch die Schmelzwärme können lyophilisierte Michsäurebakterien geschädigt werden. Es sollten daher nicht allzu hohe Temperaturen bei der Herstellung angewendet werden dürfen. Als feste Trägerstoffe kommen daher insbesondere solche Stoffe in Betracht, welche sich schon bei Temperaturen unter   60 C,   vorzugsweise unter   500C   oder-noch bevorzugter-bei maximal   40 C,   zumindest teilweise verflüssigen lassen. Beim Einschmelzprozess werden nach Möglichkeit grössere Temperaturgradienten vermieden, so dass die Mikroorganismen so schonend wie möglich in den Trägerstoff eingearbeitet werden. 



  Das zweite grosse Problem bei der Verarbeitung liegt in den nachteiligen hygroskopischen Eigenschaften des Lyophilisats selbst. 



  Lyophilisate weisen nach dem Gefriertrocknungsprozess aw-Werte im Bereich von 0, 1 bis 0, 15 auf. Sie sind befähigt, aus der Umgebung Wasser rasch in grosser Menge aufzunehmen. Da in jedem Milchsäurebakterien-Lyophilisat Nährbodenreste enthalten sind, wird durch die Wasseraufnahme unmittelbar eine Initialisierung der Lebensvorgänge in den Mikroorganismen herbeigeführt. Dies gilt selbstver- 

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 ständlich noch mehr für Bakterien-Präparate, welche nicht als Lyophilisate vorliegen, sondern beispielsweise als   sprüh- oder   wärmegetrocknete Joghurt-, Voll- oder Magermilchkulturen, da jene noch einen viel höheren Gehalt an Nährstoffen aufweisen und daher eine Initialisierung der Lebensvorgänge bei der lebensmitteltechnologischen Verarbeitung dieser Präparationen nicht verhindert werden kann. 



  Erfindungsgemäss werden daher ausschliesslich lyophilisierte Mikroorganismen verwendet, wobei diese vorzugsweise einen Restgehalt an Nährstoffen oder anderen Beimengungen von weniger als 10 %, besonders bevorzugt weniger als 5 %, meist um 3 % auf. 



  Gemäss der vorliegenden Erfindung werden die lyophilisierten Mikroorganismen direkt in die geeigneten   Träger- und   Hüllstoffe eingebracht   (z. B.   eingeschmolzen), wodurch diese Stoffe sofort ihre Schutzwirkung entfalten können und ein Kontakt zur Umgebungsluft (und der darin enthaltenen Feuchtigkeit) weitgehend vermieden wird. Durch die erfindungsgemässen   Träger- und   Hilfsstoffe wird also eine luftdichte und wasserabstossende Einbettung der lyophilisierten Mikroorganismen ermöglicht, wodurch die Lagerstabilität der gewonnenen Formulierungen gegenüber den bisher in der Lebensmitteltechnologie verwendeten Präparaten entscheidend verbessert wird.

   Die   erfindungsgemässen   probiotischen Formulierungen aus lyophilisierten Mikroorganismen und   Träger- und   Hüllstoff weisen daher einen aw-Wert von unter 0, 1, vorzugsweise zwischen 0, 05 und 0, 1, auf. Ermittelt werden diese Werte durch Messung der ErH   ("Equilibrum   relative Humidity") über den Formulierungen in einer kalibrierten Feuchtmesszelle. 



  Überraschenderweise haben die erfindungsgemässen Trägerstoffe auch einen Magensaftresistenz-verleihenden Effekt auf die Mikroorganismen. Diese Trägerstoffe ermöglichen offensichtlich eine effiziente Schutzhülle, welche durch die Magensäfte nicht oder nur leicht angegriffen wird, um die Bakterien, sodass diese in hoher Keimzahl in den Darm gelangen können. 



  Als lyophilisierte Mikroorganismen werden im besonderen Stämme aus den Familien Lactobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen 

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 Streptococcus, Lactobacillus, Enterococcus und Bifidobacterium, und Enterobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen Enterobacter und Escherichia in den erfindungsgemässen Formulierungen verwendet, wobei die Arten Lactobacillus delbrückii subsp. bulgaricus, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus casei subsp. casei, Lactobacillus helveticus, Lactobacillus lactis, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus plantarum, Streptococcus salivarius subsp. thermophilus, Enterococcus faecium, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacterium infantis, Bifidobacterium longum (sowie weitere Bifidobakterium-Arten) und physiologische Escherichia coli sowie Mischungen dieser Mikroorganismen besonders bevorzugt sind. 



  Bei den erwähnten Arten ist ihre physiologisch bedeutsame probiotische Wirkung schon hinlänglich beschrieben worden ; ihre lebensmitteltechnisch grosse Bedeutung macht sie zu bevorzugten Mikroorganismen im Rahmen der vorliegenden Erfindung. 



  Die erfindungsgemässe Formulierung umfasst günstigerweise weiters Formulierungshilfsstoffe oder technisch notwendige Hilfsstoffkom- 
 EMI7.1 
 eingesetzte Konzentration dieser Stoffe richtet sich nach den lebensmitteltechnologisch gängigen Mengen. 



  Die erfindungsgemässe probiotisch wirksame Formulierung umfasst in der Regel -   1 bis   90 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30   Gew.-%,   durch
Lyophilisation stabilisierte Mikroorganismen, - 10 bis 99   Gew.-%,   vorzugsweise 70 bis 90   Gew.-%,   lebens- mitteltechnische   Träger- und   Hüllstoffe und - 0 bis 50   Gew.-%,   vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-%, Hilfsstoffe Besonders bevorzugt sind Formulierungen, welche 10 bis 25, insbesondere 15 bis 23   Gew.-%,   an lyophilisierten Mikroorganismen aufweisen. 



  Die Erfindung betrifft selbstverständlich auch Lebensmittel aller Art, welche eine erfindungsgemässe probiotisch wirksame Formulierung umfassen, insbesondere Reformprodukte, welche diätetisch be- 

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 sonders wertvoll sein müssen. Besonders bevorzugt sind Müslipro-   dukte,   Müsliriegel, Ballaststoffprodukte, Sojaprodukte und diätetisch besonders anspruchsvolle Konditor-Waren. 



  Gemäss einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierungen als Zusatzstoffe für Lebensmittel oder Arzneimittel, insbesondere zur Herstellung einer Präparation oder eines Lebensmittels zur Unterstützung der Behandlung von Störungen der Darmflora. 



  Eine ganz besonders bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein Müsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist : 
70 bis 90 Gew.-% Getreideflocken
1 bis 15   Gew.-%   Nüsse und Trockenfrüchte,
1 bis 10 Gew.-% Kohlehydrate, vorzugsweise umfassend
Sirupe als Bindemittel,
1 bis 10   Gew.-%,   vorzugsweise 2 bis 5   Gew.-%,   erfindungsge- mässe probiotische Formulierung
0 bis 1 Gew.-%, Aromen
0 bis   0, 01 Gew.-%   Antioxidantien Als Getreideflocken werden hauptsächlich Haferflocken und Weizenflocken eingesetzt, jedoch können auch Roggen-, Soja-, Gerstenund Maisprodukte u. dgl. verwendet werden. Als Nüsse können sämtliche geniessbare Sorten verwendet werden, vorzugsweise natürlich Haselnüsse, Walnüsse, Kokosnüsse, Mandeln, Pecannüsse und Erdnüsse. 



  Das erfindungsgemässe Müsli kann zusätzlich Früchte aller Art, vorzugsweise getrocknete Früchte, enthalten. Bevorzugt sind dabei Rosinen, getrocknete bzw. gepulverte Pfirsiche, Marillen, Orangen, Zitronen, Äpfel und Birnen. 



  Das Müsli kann zusätzlich noch geeignete Bestandteile, wie   z. B.   



  Aromastoffe, Süssstoffe, weitere Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, extrudierte Cerealien-Produkte, enthalten. 

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  Ein weiters bevorzugtes Müsli gemäss der vorliegenden Erfindung enthält : 
30 bis 90   Gew.-%   Haferflocken und Nüsse
1 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20   Gew.-%,   Schokolade- komponenten, wobei diese zumindest 1   Gew.-%   einer pro- biotisch wirksamen Formulierung enthalten,
0 bis 69 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-% Fruchtanteile
0 bis 20   Gew.-%   Zucker und
0 bis 20   Gew.-%   sonstige Bestandteile. 



  Schokoladekomponenten sind beispielsweise Milchschokolade, Kochschokolade, Kakao, extrudierte Schokolade, Bitterschokolade, Schokoflocken   oder -streusel,   aber auch geeignete Schokolade-Ersatzstoffe, wie z. B. Carobin, und natürlich eine erfindungsgemässe probiotisch wirksame Präparation. 



  Ein weiteres spezielles erfindungsgemässes Müsli enthält : 
50 bis 70   Gew.-%   Getreideflocken und Nüsse
1 bis 40   Gew.-%,   vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese jedenfalls zumindest 1   Gew.-%   einer   erfindungsgemässen   probiotisch wirksamen Formulie- rung enthalten,
2 bis 15 Gew.-% Fruchtanteile
0 bis 10   Gew.-%   Zucker und
0 bis 10 Gew.-% sonstige Bestandteile. 



  Das erfindungsgemässe Müsli weist eine abgestimmte Komposition der Bestandteile auf, welche eine gute probiotische Wirkung der er-   findungsgemässen   Formulierung besonders unterstützt. 



  Vorzugsweise ist das Müsli als Knabberprodukt formuliert, wobei Zuckersirupe als Bindemittel zur Agglomeration der Müslibestandteile dienen und ein Backprozess dem Müsli selbst einen typischen Geschmack und den erforderlichen niedrigen Restwassergehalt, somit niedrige Wasseraktivität (aw-Wert < 0, 3) verleiht. Das beschriebene Müsli kann demjenigen gemäss dem Stand der Technik zur Herstellung von Frühstückscerealien entsprechen, wobei die Aufbringung der er- 

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   findungsgemässen   Formulierung auf das Sirup-gebundene Müsli gesondert erfolgen kann. 



  Die Herstellung der erfindungsgemässen probiotisch wirksamen Formulierungen erfolgt vorzugsweise derart, dass die durch Lyophilisierung stabilisierten Mikroorganismen in den Trägerstoff eingeschmolzen bzw. im Falle von flüssiger oder breiiger Konsistenz des Trägerstoffes, in diesem Trägerstoff suspendiert werden und anschliessend der Mikroorganismen enthaltende Trägerstoff mit den übrigen Komponenten der Formulierung gemischt (vorzugsweise granuliert) und gegebenenfalls verarbeitet und/oder verpackt wird. 



  Die Erfindung wird anhand der   nachfolgendenbeispiele,   auf die sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch weiter erläutert. 



  Beispiele :   1. :   Herstellung einer probiotisch wirksamen   Träger- und   Hüllstofformulierung mit L. acidophilus und    CUBES   Ein Lyophilisat von Lactobacillus acidophilus (L. acidophilus 74-2, Wiesby) mit einer garantierten Keimdichte von 1, 0 x 1011 KbE/g wurde in einer Menge von 500 g in einer   Träger- und   Hüllstoffschmelze, bestehend aus 2500 g CEBES (laurischer Kakaobuttersubstitut, Aarhus Olie, DK) und 25 g   Ronoxan"'     (Hoffmann-LaRoche,   CH) bei einer Temperatur der Schmelze von 40*C eingebracht und gemischt. 



    2. :   Herstellung eines erfindungsgemässen Müsli mit L. acidophilus 45, 5 kg trockenes Kuspermüsli (Firma Haas, AT) wurde in einem Dragierkessel mit der in Beipiel 6 erhaltenen Formulierung überzogen. 



  Diese Teil-Charge wurde auf 1000 kg Gesamtmenge mit unbehandeltem Müsli ergänzt, rückgemischt und verpackt. 



    3. :   Keimzahl-Monitoring In Reihenfolge enthielten : - Formulierung gemäss Beispiel 6 : 4, 0 x 1010 KbE/g 

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 - Teilcharge gemäss Beispiel 7 : 3, 8 x 109 KbE/g - Fertigprodukt gemäss Beispiel   7 : 1, 2 x 108 KbE/g   Die Keimzahlen von Lactobacillus wurden auf Rogosa-Agar mittels Plattengussverfahren aus verschiedenen Verdünnungsstufen des Ausgangsmaterials bestimmt. Die Platten wurden für 72 h bei   370C   im anaeroben Millieu inkubiert und die erhaltenen Kolonien ausgewertet. 



  4. : Sensorik : Sensorisch war das fertige Müsli vom Vorprodukt (Haas-Müsli, FirmaHaas, AT) nicht zu unterscheiden und wies dessen Aroma sowie texturellen Eigenheiten auf.

Claims (11)

  1. Ansprüche : 1. Probiotisch wirksame Formulierung enthaltend durch Lyophili- sierung stabilisierte Mikroorganismen und Pflanzenfette bzw.
    Pflanzenfettprodukte als Träger- oder Hüllstoffe, wobei die lyophilisierten Mikroorganismen in den Träger- oder Hüll- stoffen eingeschmolzen oder, im Falle von flüssiger oder breiiger Konsistenz der Träger- oder Hüllstoffe, in diesen Träger- oder Hüllstoffen suspendiert sind und einen aw-Wert von 0, 1 aufweisen.
  2. 2. Probiotisch wirksame Formulierung nach Anspruhe 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lyophilisierten Mikroorganismen ausgewählt sind aus den Familien Lactobacteriaceae, vor- zugsweise aus den Gattungen Streptococcus, Lactobacillus, Enterococcus und/oder Bifidobacterium, und Ent- erobacteriaceae, vorzugsweise aus den Gattungen Enterobacter und/oder Escherichia.
  3. 3. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die lyophilisierten Mi- kroorganismen ausgewählt sind aus den Arten Lactobacillus delbrückii subsp. bulgaricus, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus subsp. casei, Lactobacillus helveticus, Lactobacillus lactis, Lactobacillus salivarius, Lactobacil- lus plantarum, Streptococcus salivarius subsp. thermophilus, Enterococcus faecium, Bifidobacterium bifidum, Bifidobacte- rium infantis, Bifidobacterium longum und physiologische Escherichia coli sowie Mischungen dieser Arten.
  4. 4. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, umfassend - 1 bis 90 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-%, durch Lyophilisation stabilisierte Mikroorganismen, - 10 bis 99 Gew.-%, vorzugsweise 70 bis 90 Gew.-%, lebens- mitteltechnische Träger- und Hüllstoffe und <Desc/Clms Page number 13> - 0 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 5 Gew.-%, Hilfsstof fe.
  5. 5. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, sie als Träger- oder Hüllstoffe vollständig hydrierte und wasserfreie Pflanzenfette umfasst.
  6. 6. Probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie lyophilisierte Mikroorganismen der Art Lactobacillus acidophilus, vollständig hydrierte, wasserfreie Pflanzenfette und gegebenenfalls Antioxidantien und Emulgatoren umfasst.
  7. 7. Verwendung von probiotisch wirksamen Formulierungen nach einem der Ansprüche 1 bis 6 als Zusatzstoffe für Lebensmittel.
  8. 8. Lebensmittel und Genussmittel, insbesondere Reformprodukte, welche eine probiotisch wirksame Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 7 umfassen.
  9. 9. Müsli, umfassend : 70 bis 90 Gew.-% Getreideflocken 1 bis 15 Gew.-% Nüsse und Trockenfrüchte, 1 bis
  10. 10 Gew.-% Kohlehydrate, vorzugsweise umfassend von Sirupen als Bindemittel, 1 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 5 Gew.-%, probiotische Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, 0 bis 1 Gew.-%, Aromen 0 bis 0, 01 Gew.-% Antioxidantien 10.
    Schokomüsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist : 30 bis 90 Gew.-% Haferflocken und Nüsse 1 bis 70 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese zumindest 1 Gew.-% einer probiotisch wirksamen Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 enthalten, 0 bis 69 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 30 Gew.-% Fruchtanteile 0 bis 20 Gew.-% Zucker und 0 bis 20 Gew.-% sonstige Bestandteile. <Desc/Clms Page number 14>
  11. 11. Schokomüsli, welches die folgende Zusammensetzung aufweist : 50 bis 70 Gew.-% Haferflocken und Nüsse 1 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 20 Gew.-%, Schokolade- komponenten, wobei diese zumindest 1 Gew.-% einer probiotisch wirksamen Formulierung nach einem der Ansprüche 1 bis 6 enthalten, 2 bis 15 Gew.-% Fruchtanteile 0 bis 10 Gew.-% Zucker und 0 bis 10 Gew.-% sonstige Bestandteile.
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