AT17694U1 - Vorrichtung zum Bearbeiten eines Kantenbandes - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines Kantenbandes (10), das an einer Möbelplatte (2) befestigt ist, mit einer die Möbelplatte (2) fortlaufend zu bewegenden Fördereinrichtung (1), einer Andruckrolle (4) zum Andrücken des Kantenbandes (10) an eine Kante der Möbelplatte (2) sowie mit einem Profilfräser (5) zum Abtragen eines Überstandes des Kantenbandes (10), wobei nach dem Profilfräser (5) eine mit abrasiv wirkenden Borsten bestückte Abtragsbürste (6) vorgesehen ist, die quer zur Transportrichtung der Fördereinrichtung (1) umfänglich bewegt antreibbar ist und wobei ein, der Abtragsbürste (6), in Transportrichtung der Fördereinrichtung (1) nachgeordnet, antreibbares Nachbearbeitungswerkzeug (7) vorgesehen ist, das schräg zur Transportrichtung der Transporteinrichtung (1) angeordnet ist.
Description
VORRICHTUNG ZUM BEARBEITEN EINES KANTENBANDES
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines Kantenbandes nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Insbesondere Möbelplatten aus Holz oder einem Holzwerkstoff werden kantenseitig mit einem sogenannten Kantenband beschichtet, um die üblicherweise ober- und unterseitig bereits mit einer Dekorschicht versehene Platte zu komplettieren und so einerseits einen für den Betrachter gefälligen Gesamteindruck und andererseits einen Schutz des Kerns der Platte vor äußeren Einflüssen zu schaffen.
[0003] Zur Berücksichtigung von Dickentoleranzen der Platte, d.h., um eine vollständige Abdeckung der Plattenkante durch das Kantenband zu gewährleisten, ist das Kantenband so ausgelegt, dass ober- und/oder unterseitig nach dem Ankleben ein gewisser Uberstand verbleibt, der in nachfolgenden Arbeitsschritten abgetragen wird. Hierzu kommen geeignete Spanwerkzeuge wie Fräser, Ziehklingen oder dergleichen zum Einsatz.
[0004] Diese aus dem Stand der Technik (EP 2 522 476 A2, DE 100 42 431 C1) bekannte Kantenbandbearbeitung hat sich bei Möbelplatten bewährt, die eine glatte Oberfläche aufweisen.
[0005] Verstärkt werden jedoch Möbelplatten bearbeitet, die zumindest einseitig eine strukturierte Oberfläche aufweisen, wobei diese Struktur beispielsweise einer Holzmaserung nachempfunden ist mit Erhebungen und Vertiefungen in einem mehr oder weniger chaotischen Muster.
[0006] Die bislang eingesetzten spanenden Werkzeuge, namentlich ein Profil- oder Bündigfräser, der in Durchlaufrichtung der Möbelplatte zunächst zum Einsatz kommt, kann dem Strukturverlauf der beschichteten Oberfläche der Platte im Bereich des Kantenbandes nicht folgen, so dass sich ein unsauberer und daher inakzeptabler Abschluss ergibt, der nicht nur den optischen, sondern auch den funktionalen Ansprüchen nicht genügt. Letzteres insbesondere deshalb, weil verbleibende Leimreste und die Uberstände des Kantenbandes eine Reinigung der Möbelplatte deutlich einschränken.
[0007] Zwar ist schon versucht worden, die Kante entsprechend manuell zu bearbeiten, jedoch ist dies im Rahmen einer industriellen Fertigung von Möbelplatten in sinnvoller Weise, insbesondere auch aus Kostengründen, nicht praxistauglich.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen Art so weiterzuentwickeln, dass die Bearbeitung des an der Möbelplatte befestigten Kantenbands den gestellten Anforderungen hinsichtlich der Funktion und der Optik bei einer Möbelplatte mit strukturierter Oberfläche den gestellten Anforderungen entspricht.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Durch den erfindungsgemäßen Einsatz einer mit abrasiv wirkenden Borsten bestückten Abtragsbürste in Durchlaufrichtung nach einem Profilfräsen, wird erreicht, dass der verbleibende Kantenbandüberstand an der der strukturierten Oberfläche der Möbelplatte zugeordneten Schmalseite des Kantenbandes exakt so abgetragen wird, dass diese Kante dem Strukturverlauf entspricht. D.h., an jeder Stelle entlang der Kante schließt das Kantenband bündig mit der Oberfläche der Möbelplatte ab.
[0011] Die zuvor zum Stand der Technik beschriebenen Nachteile treten nun nicht mehr auf, wobei besonders hervorzuheben ist, dass die Vorrichtung gemäß der Erfindung und das damit mögliche Verfahren insbesondere in der industriellen Fertigung einsetzbar ist, bei der die Möbelplatte mit einer relativ hohen Durchlaufgeschwindigkeit bearbeitet wird.
[0012] Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, im weiteren Durchlauf der Möbelplatte ein Nachbearbeitungswerkzeug, beispielsweise eine Polierbürste in Form einer Rund- oder Bandbürste zur Egalisierung der bearbeiteten Kante des Kantenbandes an die bearbeitete Kante des
Kantenbandes anzudrücken. Dabei wird das Nachbearbeitungswerkzeug so angetrieben, dass sich die Bearbeitungselemente bei Anlage an der Kante des Kantenbandes gegen die Laufrichtung der Möbelplatte bewegen.
[0013] Während die mit den abrasiv wirkenden Borsten bestückte Abtragsbürste quer zur Laufrichtung der Möbelplatte umfänglich bewegt gegen die gefräste Kante des Kantenbandes gedrückt wird, die Rotationsachse einer Rundbürste bzw. die Rotationsachsen einer auch als Schwertbürste bekannten Bandbürste etwa parallel zur Förderrichtung der Möbelplatte ausgerichtet sind, ist das Nachbearbeitungswerkzeug in Laufrichtung zur Möbelplatte hin schräg angeordnet. Und zwar nicht nur schräg in Durchlaufrichtung, sondern auch, bezogen auf die Vertikale, schräg hin zum Kantenband geneigt. Jeweils, bezogen auf das Kantenband, in einem Winkel von 20° bis 45°, vorzugsweise 30° oder annähernd 30°.
[0014] Wie sich gezeigt hat, ist diese Anordnung besonders effektiv, wobei auch Leimreste, die an dem Kantenbandüberstand anhaften, beseitigt werden, was zu einer Bearbeitungsoptimierung beiträgt.
[0015] Der quer zur Laufrichtung der Möbelplatte erfolgende Andruck der Abtragsbürste ist im Wesentlichen definiert durch einen rechten Winkel, wobei dieser einen Winkel von etwa +/- 5° einschließen kann. Wie erwähnt kann die Abtragsbürste als Rund- oder Bandbürste ausgebildet sein.
[0016] Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung kommen bevorzugt abrasiv wirkende Borsten aus Polyamid zum Einsatz, die, wie sich gezeigt hat, besonders für den gedachten Einsatzzweck geeignet sind. Denkbar sind jedoch auch andere, gleich wirkende Borsten zu verwenden.
[0017] Zwischen der Abtragsbürste einerseits und dem Nachbearbeitungswerkzeug andererseits ist in an sich bekannter Weise eine Ziehklinge wirksam. Zur Optimierung des Bearbeitungsergebnisses kann nach einem weiteren Gedanken der Erfindung vor der Abtragsbürste und/oder dem Nachbearbeitungswerkzeug jeweils ein Reiniger aufgetragen werden.
Gleichfalls zwischen der Abtragsbürste und dem Nachbearbeitungswerkzeug kann eine mittels einer vertikal ausgerichteten Antriebswelle in horizontaler Ebene rotierende Polierbürste vorgesehen sein, beispielsweise in Form einer Fächer- und/oder Schwabbelscheibe, die mit ihrer Flächenseite an der zu bearbeitenden Kante des Kantenbandes anliegt. Dabei ist die vertikale Ausrichtung der Antriebswelle nicht als ausschließlich exakt zu verstehen, sondern schließt eine Abweichung von etwa +/- 5° ein; entsprechend auch die horizontale Ausrichtung der Polierbürste.
[0018] Der Durchmesser der Abtragsbürste kann 50 - 150 mm betragen, vorzugsweise 100 mm. Der Durchmesser des als Polierbürste ausgebildeten Nachbearbeitungswerkzeugs hingegen weist einen Durchmesser von 100 - 190 mm, vorzugsweise einen Durchmesser von ungefähr 160 mm auf.
[0019] Die Abtragsbürste kommt mit einer Umdrehungszahl von 1400 - 7000 min‘ und die Polierbürste mit einer Umdrehungszahl von ungefähr 1000 - 3000 min’ zum Einsatz.
[0020] Entscheidend ist, dass sowohl die Abtragsbürste wie auch das Nachbearbeitungswerkzeug quasi von oben gegen das Kantenband gedrückt werden,
[0021] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung nach der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben.
[0023] Es zeigen: [0024] Figur 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Draufsicht [0025] Figur 2 einen Teilausschnitt der Vorrichtung in einer Seitenansicht [0026] Figur 3 einen Schnitt durch die Vorrichtung gemäß der Linie Ill-IIl in Figur 2 [0027] Figur 4 eine Vorderansicht der Vorrichtung.
[0028] In der Figur 1 ist eine Vorrichtung zum Bearbeiten eines Kantenbandes 10 (Figur 2) gezeigt, das an einer Kante einer Möbelplatte 2 befestigt ist, die an einer Breitseite eine Struktur 3 mit Erhebungen und Vertiefungen aufweist.
[0029] Über eine als Kettenbandförderer ausgebildete Fördereinrichtung 1 der Vorrichtung, deren Förderrichtung in der Figur 1 durch einen Pfeil gekennzeichnet ist, wird die mit ihrer strukturierten Breitseite frei liegende Möbelplatte 2 nach einem Anleimen des Kantenbandes 10 und Andrücken mittels einer Andruckrolle 4 Profilfräsern 5 zugeführt, mit denen beidseitige Überstände des Kantenbandes 10 gegenüber der Breitseite der Möbelplatte 2 abgefräst werden.
[0030] Nach dem Profilfräsen und anschließendem Aufbringen eines Reinigungsmittels mittels einer Sprüheinrichtung 8 kommt erfindungsgemäß eine mit abrasiv wirkenden Borsten bestückte Abtragsbürste 6 zum Einsatz, die rotierend gegen die gefräste Kante des Kantenbandes 10 gedrückt wird, die der mit der Struktur 3 versehenen Oberfläche der Möbelplatte 2 zugeordnet ist.
[0031] Dabei ist die Abtragsbürste 6 quer zur Laufrichtung der Möbelplatten 2 rotierend angeordnet, d.h., im Wesentlichen rechtwinklig dazu.
[0032] Zur weiteren spanenden Bearbeitung der Kante des Kantenbandes 10 ist vor einem Nachbearbeitungswerkzeug 7 eine stationär angeordnete Ziehklinge 9 vorgesehen.
[0033] Dieses Nachbearbeitungswerkzeug 7 als Polierbürste in Form einer Sisalbürste, vorzugsweise einer Lamellenbürste, ist sowohl in Laufrichtung der Möbelplatten 2 wie auch in vertikaler Richtung schräg angeordnet und wird rotierend gegen die zuvor durch die Abtragsbürste 6 bearbeitete Kante des Kantenbandes 10 gedrückt. Dies ist besonders deutlich in der Figur 4 erkennbar, wobei ergänzend oder alternativ zur Anordnung der Sprüheinrichtung 8 vor der Abtragsbürste 6 vor dem Nachbearbeitungswerkzeug 7 ebenfalls eine Sprüheinrichtung 8 angeordnet sein kann, mittels der Reinigungsflüssigkeit auf den Kantenbereich der Möbelplatte 2 aufsprühbar ist.
[0034] Während die Figur 4, wie erwähnt, den Einsatz des Nachbearbeitungswerkzeugs 7 besonders deutlich zeigt, gibt die Figur 3 den Einsatz der Abtragsbürste 6 wieder.
[0035] Die Figur 2 zeigt einen Teilausschnitt der Vorrichtung, in der die unterschiedliche Anordnung hinsichtlich ihrer Neigung der Abtragsbürste 6 und des Nachbearbeitungswerkzeugs 7 erkennbar sind. Gleichermaßen ist zu sehen, dass Profilfräser 5 ober- und unterseitig der Möbelplatte 2 am überstehenden Rand des Kantenbandes 10 angreifen.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Fördereinrichtung
2 Möbelplatte
3 Struktur
4 Andruckrolle
5 Profilfräser
6 Abtragsbürste
7 Nachbearbeitungswerkzeug 8 Sprüheinrichtung
9 Ziehklinge
10 Kantenband
Claims (11)
1. Vorrichtung zum Bearbeiten eines Kantenbandes (10), das an einer Möbelplatte (2) befestigt ist, mit einer die Möbelplatte (2) fortlaufend zu bewegenden Fördereinrichtung (1), einer Andruckrolle (4) zum Andrücken des Kantenbandes (10) an eine Kante der Möbelplatte (2) sowie mit einem Profilfräser (5) zum Abtragen eines Uberstandes des Kantenbandes (10), dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Profilfräser (5) eine mit abrasiv wirkenden Borsten bestückte Abtragsbürste (6) vorgesehen ist, die quer zur Transportrichtung der Fördereinrichtung (1) umfänglich bewegt antreibbar ist und dass ein, der Abtragsbürste (6), in Transportrichtung der Fördereinrichtung (1) nachgeordnet, antreibbares Nachbearbeitungswerkzeug (7) vorgesehen ist, das schräg zur Transportrichtung der Transporteinrichtung (1) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtragsbürste (6) als Rund- oder Bandbürste ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachbearbeitungswerkzeug (7) zusätzlich schräg zur Vertikalen angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachbearbeitungswerkzeug (7) als Polierbürste oder Bandbürste ausgebildet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Nachbearbeitungswerkzeug (7) in einem Winkel von 20° - 45°, vorzugsweise 30° zur Transportrichtung angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsten der Abtragsbürste (6) aus Polyamid bestehen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Polierbürste als Sisalbürste, vorzugsweise als Lamellenbürste ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Abtragsbürste (6) und dem Nachbearbeitungswerkzeug (7) eine mittels einer vertikal ausgerichteten Antriebswelle in horizontaler Ebene rotierend antreibbare Polierbürste vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Polierbürste als Fächeroder Schwabbelscheibe ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Abtragsbürste (6) und/oder dem Nachbearbeitungswerkzeug (7) eine Sprüheinrichtung (8) vorgesehen ist, zum Auftrag von Reinigungsmittel auf den Kantenbereich der M6öbelplatte (2).
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtragsbürste (6) einen Durchmesser von 50 - 150 mm, vorzugsweise etwa 100 mm und die Polierbürste einen Durchmesser von 100 - 190 mm, vorzugsweise 160 mm aufweist.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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