AT17845U1 - Betriebsgerät für mehrere Leuchtmittel, Leuchtmittel und Beleuchtungssystem - Google Patents
Betriebsgerät für mehrere Leuchtmittel, Leuchtmittel und Beleuchtungssystem Download PDFInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Betriebsgerät (3) zum Betreiben mehrerer Leuchtmittel (1, 2) an einem zweipoligen Ausgangsanschluss (6, 7). Das Betriebsgerät (3) weist einen mit dem zweipoligen Ausgangsanschluss verbundenen Schaltregler (9) zum Bereitstellen einer Spannung und eines Stroms für den Betrieb der mehreren Leuchtmittel (1, 2) und eine Steuereinrichtung (10) zum Steuern einer Lichtmischung des von den Leuchtmitteln (1, 2) abgegebenen Lichts auf, wobei die Steuereinrichtung (10) unterschiedlichen Lichtmischungen entsprechend unterschiedliche Spannungen und/oder Ströme zuordnet und den Schaltregler (9) so steuert, dass dieser eine Spannung bzw. einen Strom an dem zweipoligen Ausgangsanschluss (6, 7) bereitstellt, der einer einzustellenden Lichtmischung zugeordnet ist.
Description
BETRIEBSGERÄT FÜR MEHRERE LEUCHTMITTEL, LEUCHTMITTEL UND BELEUCHTUNGSSYSTEM
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Betriebsgerät zum Betreiben mehrerer Leuchtmittel, ein Verfahren zum Steuern eines solchen Betriebsgeräts, Leuchtmittel für das Betriebsgerät und ein System bestehend aus einem Betriebsgerät und mehreren an dem Betriebsgerät angeschlossenen Leuchtmitteln. Die Erfindung betrifft insbesondere ein Betriebsgerät, mit dem die an dem Betriebsgerät angeschlossenen Leuchtmittel unterschiedlich angesteuert werden können, wobei zum Anschluss der Leuchtmittel betriebsgeräteseitig nur ein Kanal zur Verfügung steht.
[0002] Ein Betriebsgerät zum Betreiben einer oder mehrerer Leuchtdioden ist aus der WO 2013/152368 A1 bekannt. Solche Betriebsgeräte dienen hauptsächlich dazu, eine gewünschte Energieversorgung für das Leuchtmittel, wie zum Beispiel eine Leuchtdiode (LED oder OLED) oder mehrere in Serie und/oder parallel verschaltete Leuchtdioden, bereitzustellen. Zusätzliche Funktionen, wie das Dimmen der Leuchtmittel, die Veränderung/Anpassung der Lichtfarbe oder die Kompensation von Schwankungen der Eingangsspannung, können in dem Betriebsgerät vorgesehen sein.
[0003] In Leuchten mit separaten Leuchtmitteln für eine direkte und indirekte Beleuchtung können Betriebsgeräte verwendet werden, die zwei unabhängig voneinander steuerbare Ausgangsanschlüsse (Kanäle) aufweisen, an welchen das Leuchtmittel für die direkte Beleuchtung und das Leuchtmittel für die indirekte Beleuchtung getrennt angeschlossen sind, um eine stufenlose oder schrittweise Mischung der direkten und indirekten Beleuchtung zu ermöglichen.
[0004] Betriebsgeräte mit mehreren Kanälen werden auch oft für die Steuerung der Farbtemperatur des von einer Leuchte abgegebenen Lichts verwendet, wobei jedem Leuchtmittel mit einer anderen Farbtemperatur ein eigener Kanal zugeordnet ist und die gewünschte Farbmischung durch eine entsprechende Wahl des Mischungsverhältnisses der Helligkeiten der unterschiedlich farbigen Leuchtmittel eingestellt wird.
[0005] Die Anzahl der nötigen Kanäle hängt von der Anzahl der unterschiedlich zu betreibenden Leuchtmittel und somit von der jeweiligen Anwendung ab. Die Bereitstellung von Betriebsgeräten mit einer unterschiedlichen Anzahl von Kanälen ist jedoch aufwändig und Betriebsgeräte mit vielen Kanälen sind teuer. Zudem ist der Verdrahtungsaufwand durch die große Anzahl von nötigen separaten Leitungen von dem Betriebsgerät zu den Leuchtmitteln hoch.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Vorrichtungen und Verfahren anzugeben, die die beschriebenen Probleme verringern. Aufgabe ist es insbesondere, ein Betriebsgerät, ein Leuchtmittel, ein System und ein Verfahren bereitzustellen, mit denen die Anzahl der Kanäle des Betriebsgeräts bzw. dessen Ausgangsanschlüsse, die für das Betreiben mehrerer, unabhängig voneinander zu steuernder Leuchtmittel nötig sind, verringert werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Die Erfindung wird durch die Merkmale der abhängigen Ansprüche weitergebildet.
[0008] Gemäß der vorliegenden Erfindung weist ein Betriebsgerät zum gemeinsamen Betreiben mehrerer Leuchtmittel nur einen zweipoligen Ausgangsanschluss zum Anschluss der Leuchtmittel, einen mit dem zweipoligen Ausgangsanschluss verbundenen Schaltregler zum Bereitstellen einer Spannung und eines Stroms für den Betrieb der Leuchtmittel und eine Steuereinrichtung zum Steuern der Lichtmischung des von den Leuchtmitteln abgegebenen Lichts auf, wobei die Steuereinrichtung dazu ausgelegt ist, unterschiedlichen Lichtmischungen entsprechend unterschiedliche Spannungen und/oder Ströme zuzuordnen und den Schaltregler so zu steuern, dass dieser einen Spannungsverlauf bzw. einen Stromverlauf an dem zweipoligen Ausgangsanschluss bereitstellt, der einer einzustellenden Lichtmischung zugeordnet und unterscheidbar ist. Dieses unterscheidbare Charakteristikum von Strom- und/oder Spannungsverlauf am Ausgang des Betriebsgeräts wird auf Seiten der Leuchtmittel oder durch einen zwischengeschalteten Splitter „ent-
schlüsselt“ und die wenigstens zwei Leuchtmittel werden damit in einem veränderbaren Helligkeitsverhältnis angesteuert.
[0009] Somit ist das Betreiben mehrerer Leuchtmittel gemeinsam an nur einem zweipoligen Ausgangsanschluss bzw. mit einem Kanal möglich, wobei für eine Anderung des Verhältnisses der relativen Helligkeiten des von den Leuchtmitteln abgegebenen Lichts eine Anderung der Versorgungsspannung und/oder des Stroms erfolgt, auf die die Leuchtmittel mit einer unterschiedlichen Leistungsaufnahme bzw. Helligkeit reagieren. Die unterschiedliche Leistungsaufnahme kann mittels einer passiven Schaltung, die keine Steuerungsfunktion besitzt oder mittels einer aktiven Steuerung erreicht werden, welche in oder vor zumindest einem der Leuchtmittel (in Form einer Weiche oder eines sog. Splitters) angeordnet sind und auf die Anderung der Spannung und/oder des Stroms individuell ansprechen.
[0010] Eine Lichtmischung kann auch ein bestimmtes Helligkeitsverhältnis zweier oder mehrerer Leuchtmittel mit gleicher Farbtemperatur sein. Alternativ oder zusätzlich kann die Lichtmischung eine Farbtemperaturmischung sein, wobei zumindest zwei der Leuchtmittel eine unterschiedliche Farbtemperatur zugeordnet ist und die Steuereinrichtung die sich aus dem von den beiden Leuchtmitteln abgegebenen Licht ergebende Farbtemperaturmischung steuert.
[0011] Die Steuereinrichtung kann dazu ausgelegt sein, den unterschiedlichen Lichtmischungen entsprechend Spannungen und/oder Ströme unterschiedlicher Polarität, Frequenz, Modulation und/oder unterschiedlichen Verlaufs zuzuordnen.
[0012] Die Gesamthelligkeit kann, wie bei einem Einkanalbetrieb üblich, über eine Steuer- oder Regelung der von dem Betriebsgerät abgegebenen mittleren Leistung erfolgen, wobei für eine Steuerung der Lichtmischung lediglich ein Parameter des gemeinsamen Versorgungskanals geändert bzw. gesetzt wird. Hierzu kann der Schaltregler einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms z.B. mittels einer Pulsweitenmodulation mit einer, einer vorgegebenen Lichtmischung zugeordneten Frequenz erzeugen.
[0013] Alternativ kann der Schaltregler im lückenden Betrieb einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms über das Setzen der Einschaltzeitdauer einstellen und eine einer vorgegeben Lichtmischung zugeordnete Ausschaltzeitdauer setzen oder einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms über das Setzen der Ausschaltzeitdauer einstellen und eine einer vorgegeben Lichtmischung zugeordnete Einschaltzeitdauer setzen.
[0014] Alternativ kann die Steuereinrichtung den Schaltregler so steuern, dass dieser der für den Betrieb der Leuchtmittel bereitgestellten Spannung bzw. Strom ein Signal durch Modulation der Spannung bzw. des Stroms hinzufügt, welches eine vorgegebene Lichtmischung oder die einzustellende Helligkeit von zumindest einem Leuchtmittel anzeigt.
[0015] Das Betriebsgerät bzw. die Steuereinrichtung kann dazu ausgelegt sein, selektiv eine der beschriebenen Steuerungen oder Regelungen des Mittelwerts und der Lichtmischung durchzuführen oder zwischen ihnen während des Betriebs zu wechseln.
[0016] Gemäß der vorliegenden Erfindung weist ein Leuchtmittel einen zweipoligen Eingangsanschluss zum Anschluss an das oben beschriebene Betriebsgerät sowie einen mit dem zweipoligen Ausgangsanschluss verbundenen Tiefpass-, Hochpass- und/oder Bandpassfilter, durch das der das Leuchtmittel speisende Strom geführt wird, oder eine Steuerung auf, die dazu ausgelegt ist, Spannungen, die eine unterschiedliche Polarität, Frequenz, Modulation und/oder einen unterschiedlichen zeitlichen Verlauf aufweisen, entsprechend unterschiedlichen Helligkeiten zuzuordnen und das Leuchtmittel so zu steuern, dass dieses ein Licht mit einer Helligkeit abgibt, die einer an dem zweipoligen Eingangsanschluss anliegenden Spannung zugeordnet ist.
[0017] Das Leuchtmittel kann zumindest zwei Leuchtdioden mit einer unterschiedlichen Farbtemperatur aufweisen, wobei eine der zwei Leuchtdioden durch einen der Filter und die andere Leuchtdiode durch keinen oder einen anderen der Filter gespeist wird, oder die Steuerung ist dazu ausgelegt, Spannungen, die eine unterschiedliche Polarität, Frequenz, Modulation und/oder
einen unterschiedlichen zeitlichen Verlauf aufweisen, entsprechend unterschiedlichen Farbmischungen zuzuordnen und die zwei Leuchtmittel so zu steuern, dass diese Licht mit einer Farbmischung abgeben, die einer an dem zweipoligen Eingangsanschluss anliegenden Spannung zugeordnet ist.
[0018] Ein Beleuchtungssystem gemäß der vorliegenden Erfindung weist das Betriebsgerät und ein oder mehrere an dem Betriebsgerät angekoppelte Leuchtmittel auf. Zumindest eines der Leuchtmittel kann das oben beschriebene Leuchtmittel sein.
[0019] Alternativ oder zusätzlich kann das System ein mit dem Betriebsgerät verbundenes Tiefpass-, Hochpass- oder Bandpassfilter aufweisen, durch das ein Strom geführt wird, der zumindest eines der Leuchtmittel speist.
[0020] Alternativ oder zusätzlich kann das System eine mit dem zweipoligen Ausgangsschluss verbundene erste Schalteinrichtung aufweisen, die dazu ausgelegt ist, Spannungen, die eine unterschiedliche Polarität, Frequenz, Modulation und/oder einen unterschiedlichen zeitlichen Verlauf aufzeigen, entsprechend unterschiedliche Helligkeiten zuzuordnen und zumindest eines der Leuchtmittel so zu speisen, dass dieses ein Licht mit einer Helligkeit abgibt, die einer an dem zweipoligen Ausgangsschluss anliegenden Spannung zugeordnet ist.
[0021] Alternativ oder zusätzlich kann das System eine mit dem zweipoligen Ausgangsschluss des Betriebsgeräts verbundene zweite Schalteinrichtung aufweisen, die dazu ausgelegt ist, unterschiedlichen Spannungen entsprechend unterschiedliche Lichtmischungen zuzuordnen und zumindest zwei der Leuchtmittel so zu speisen, dass diese ein Licht mit einer Lichtmischung abgeben, die einer an dem zweipoligen Ausgangsschluss des Betriebsgeräts anliegenden Spannung zugeordnet ist. In diesem Fall wird mittels eines so realisierten Splitters oder einer Weiche der zweipolige Ausgangsanschluss mit zwei Leuchtmitteln oder Leuchtmittelmodulen verbunden.
[0022] Gemäß der vorliegenden Erfindung weist ein Verfahren zum Steuern eines Betriebsgeräts, bei dem mehrere Leuchtmittel an einem zweipoligen Ausgangsanschluss angeschlossen sind und bei dem ein mit dem zweipoligen Ausgangsanschluss verbundener Schaltregler eine Spannung und einen Strom für den Betrieb der Leuchtmittel bereitstellt, den Schritt Steuern einer Lichtmischung des von den Leuchtmitteln abgegebenen Lichts auf, wobei unterschiedlichen Lichtmischungen entsprechend unterschiedliche Spannungen und/oder Ströme zugeordnet sind und der Schaltregler so gesteuert wird, dass dieser eine Spannung bzw. einen Strom an dem zweipoligen Ausgangsanschluss bereitstellt, der einer einzustellenden Lichtmischung zugeordnet ist.
[0023] Es ist zu beachten, dass sämtliche Ausführungen, die sich der Einfachheit und zum leichteren Verständnis auf lediglich zwei Leuchtmittel bzw. Leuchtdioden beziehen, auch auf größere Anzahlen übertragbar sind. Zudem können statt einzelner LEDs auch LED-Module (bzw. allgemeiner: Leuchtmittelmodule) mit jeweils mehreren LEDs eingesetzt werden.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
[0025] Fig. 1 ein Beleuchtungssystem nach einem ersten Ausführungsbeispiel gemäß der vorliegenden Erfindung,
[0026] Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel eines Betriebsgeräts gemäß der vorliegenden Erfindung,
[0027] Fig. 3 ein Beleuchtungssystem nach einem zweiten Ausführungsbeispiel gemäß der vorliegenden Erfindung, und
[0028] Fig. 4 ein vereinfachtes Ablaufdiagramm zur Darstellung des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0029] Komponenten mit gleichen Funktionen sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0030] Fig. 1 zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung eines Beleuchtungssystems gemäß der vorliegenden Erfindung, das zwei Leuchtmittel 1, 2, ein Betriebsgerät 3 und zwei Filter
4, 5 aufweist, über die die Leuchtmittel 1, 2 an einem zweipoligen Ausgangsanschluss 6, 7 des Betriebsgeräts 3 angeschlossen sind.
[0031] Das Betriebsgerät 3 ist über die Anschlüsse L, N an ein Stromnetz zur Spannungsversorgung, die eine Netz-Wechselspannung von 230 Volt sein kann, anschließbar und kann über den Anschluss S ein Steuersignal, das eine Farbtemperatur und ggf. einen Dimm-Pegel vorgibt, empfangen.
[0032] Das Leuchtmittel 1 weist eine warmweiße Farbtemperatur (z.B. unter 3300 K) und das Leuchtmittel 2 eine kaltweiße Farbtemperatur (z.B. über 5300 K) auf. Die Leuchtmittel 1, 2 können jeweils eine Leuchtdiode (LED) oder mehrere LEDs kombiniert in einem Modul aufweisen. Die LEDs können anorganische oder organische LEDs sein. Die mehreren LEDs können in Serie oder parallel geschaltet sein. Die mehreren LEDs können auch in komplexeren Anordnungen verschaltet sein, beispielsweise in mehreren zueinander parallel geschalteten Reihenschaltungen.
[0033] Das dem Leuchtmittel 1 vorgeschaltete Filter 4 ist ein Tiefpassfilter und das dem Leuchtmittel 2 vorgeschaltete Filter 5 ein Hochpasstfilter. Die Filter 4, 5 können erster, zweiter Ordnung (RGC- oder LC-Tief- bzw. Hochpassfilter) oder anderer Ordnung sein und bilden eine Frequenzweiche, welche für eine Anderung der Farbtemperatur des gemeinsam von dem ersten Leuchtmittel 1 und dem zweiten Leuchtmittel 2 abgegebenen Licht im UÜbergangsbereich (Uberlappung der Filter 4, 5) betrieben wird. Für eine feinstufige Anderung der Farbtemperatur kann ein flacher Filterverlauf im Ubergangsbereich (breite Uberlappung der Filter 4, 5) gewählt werden. Dabei können die Leuchtmittel 1, 2 so gewählt sein, dass sie bei einer pulsierenden Spannung bzw. Strom mit einer Frequenz, die der Ubernahme-/Trennfrequenz der Filter 4, 5 entspricht, die gleiche Helligkeit aufweisen und somit ein neutralweißes Licht mit einer Farbtemperatur von zum Beispiel 4300 K abgeben.
[0034] Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Schaltung des Betriebsgeräts 3. Das Betriebsgerät 3 weist eine mit den Anschlüssen L, N verbundene Leistungsfaktorkorrekturschaltung 8, einen mit den Ausgangsanschlüssen 6, 7, die den zweipoligen Ausgangsanschluss des Betriebsgeräts 3 bilden, verbundenen Schaltregler 9 und eine die Leistungsfaktorkorrekturschaltung 8 und den Schaltregler 9 steuernde Steuereinrichtung 10 auf.
[0035] Die Leistungsfaktorkorrekturschaltung 8 dient zur Bereitstellung der Betriebsspannung für den Schaltregler 9, welche eine Gleichspannung ist, sowie zur Korrektur des Leistungsfaktors (sog. Power Factor Correction), bei der die Schaltzeiten des mit einer pulsweitenmodulierten Steuerspannung ein- und ausgeschalteten Schalters eines Gleichspannungswandlers so gewählt werden, dass der Eingangsstrom der Schaltung einem sinusförmigen Verlauf folgt, der in Phase mit dem Verlauf der Netz-Wechselspannung ist.
[0036] Der Schaltregler 9 ist ein Abowärtswandler, der für die Regelung der an dem zweipoligen Ausgangsanschluss 6, 7 abgegebenen Spannung eine Pulsweitenmodulation (PWM) im nichtlückenden Betrieb (kontinuierlicher Betrieb) mit einer von der Steuereinrichtung 10 festgelegten Frequenz bzw. Periodendauer T durchführt und dem hochfrequenten Ein- /Ausschalten des Schalters des Schaltreglers überlagert.
[0037] In der Steuereinrichtung 10 ist eine Zuordnungsvorschrift gespeichert, die einer gewünschten Farbtemperatur in dem obengenannten Bereich zwischen warm- und kaltweiß z.B. eine Frequenz bzw. Periodendauer T (Zeitdauer zwischen zwei Wiedereinschaltzeitpunkten) für die pulsweitenmodulierte Uberlagerung zuordnet und die in einer Tabelle gespeichert ist oder durch eine Formel berechnet werden kann. Die Zuordnungsvorschrift kann vom Hersteller oder Anwender in der Steuereinrichtung 10 gespeichert und ggf. geändert werden, wobei die gewünschte Farbtemperatur von dem Steuersignal angezeigt wird.
[0038] Die von den Leuchtmitteln 1, 2 mit der gewünschten Farbtemperatur abgegebene Helligkeit ist vom Tastgrad des überlagerten Signals abhängig und kann entsprechend dem durch das Steuersignal vorgegebenen Dimm-Pegel gesetzt und geregelt werden, wobei die Leistungsaufnahme gemessen und mit einer dem vorgegebenen Dimm-Pegel zugeordneten Leistungsauf-
nahme verglichen wird. Es ist auch möglich, dass die oben genannte Zuordnungsvorschrift oder eine andere Zuordnungsvorschrift der gewünschten Helligkeit (Dimm-Pegel) einen Tastgrad in Abhängigkeit von der eingestellten Farbtemperatur zuordnet.
[0039] Die Gesamtfarbtemperatur ergibt sich in bekannter Weise aus dem Mischungsverhältnis der Helligkeiten der unterschiedlich farbigen Leuchtmittel 1, 2, wobei für eine Änderung der Farbtemperatur von warm zu kalt bzw. die Einstellung einer kälteren Farbtemperatur die Frequenz erhöht bzw. die Periodendauer T der pulsweitenmodulierten Überlagerung verkürzt wird. Der Tastgrad kann dabei konstant sein oder, wenn die Anderung der Farbtemperatur eine ungewünschte Anderung der Gesamthelligkeit bewirkt, angepasst werden.
[0040] In dem beschriebenen Beispiel sind zwei Leuchtmittel 1, 2 mit verschiedener Farbtemperatur mittels zweier Filter 4, 5 parallel an eine zum Betriebsgerät 1 verlegte Versorgungsleitung angeschlossen. Es ist jedoch auch möglich, drei Leuchtmittel 1, 2 mit den Farben Rot, Grün und Blau mittels drei verschiedenen Filtern, wie zum Beispiel einem Hoch-, Band und Tiefpassfilter oder verschiedener Bandpassfilter zu betreiben, so dass eine einstellbare Farbe durch die Summe des Lichts auf Basis eines einkanaligen Betriebsgeräts emittiert werden kann.
[0041] Die Leuchtmittel 1 und 2 können auch gleiche oder ähnliche Farbtemperaturen aufweisen und einer direkten und
indirekten Beleuchtung dienen, wobei die Zuordnungsvorschrift einem gewünschten Mischverhältnis aus direkter und indirekter Beleuchtung eine Frequenz zuordnet.
[0042] Anstelle eines Filters 4, 5 kann zumindest einem der Leuchtmittel 1, 2 eine Diode vorgeschaltet sein, welche die Speisung des entsprechenden Leuchtmittels 1, 2 nur mit einer Spannung einer bestimmten Polarität erlaubt, wobei das Betriebsgerät 3 für eine selektive Ansteuerung dieses Leuchtmittels 1, 2 die Polarität der Pulse entsprechend ändert. Insbesondere kann eines der Leuchtmittel 1, 2 mit nur positiven Pulsen gespeist werden und ein anderes mit nur negativen Pulsen.
[0043] Es ist auch möglich, dass das Betriebsgerät 3 über die Versorgungsleitung eine Information überträgt, welche eine vorgegebene Lichtmischung oder eine von zumindest einem Leuchtmittel 1, 2 einzustellende Helligkeit anzeigt. Diese Information kann durch Modulation der abzugebenden Spannung von dem Betriebsgerät 3 übertragen werden.
[0044] Alternativ zur Überlagerung mit einem PWM-Signal kann im lückenden Betrieb des Schaltreglers 9 die Information über die vorgegebene Lichtmischung aus der Ein- oder Ausschaltzeitdauer gewonnen werden, wobei die Zuordnungsvorschrift jeder Lichtmischung eine Ein- bzw. Ausschaltzeitdauer zuordnet. Dabei kann der Schaltregler 9 eine einer vorgegeben Lichtmischung zugeordnete Aus- oder Einschaltzeitdauer oder Peakwert für den Strom setzen und einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms durch die Wahl der Ein- bzw. Ausschaltzeitdauer einstellen, bei der die gesetzte/veränderte Aus- bzw. Einschaltzeitdauer berücksichtigt ist. Eine unerwünschte Anderung der abgegebenen elektrischen Leistung wird so durch Kompensation vermieden.
[0045] Die Information über die Lichtmischung bzw. eine von zumindest einem Leuchtmittel 1, 2 einzustellende Helligkeit wird auf der Empfängerseite für die Steuerung der Leuchtmittel 1, 2 detektiert.
[0046] Fig. 3 zeigt ein solches Beleuchtungssystem, bei dem das Betriebsgerät 3 die Information über die einzustellende Farbtemperatur der an dem zweipoligen Ausgangsanschluss abgegebenen Versorgungsspannung hinzufügt. Diese Information wird von einer Steuerschaltung 11 detektiert, welche zwei Schalteinrichtungen 12, 13 ansteuert, über die die Leuchtmittel 1, 2 an dem Betriebsgerät 3 verbunden sind. Die Schalteinrichtungen 12, 13 können Schaltregler sein, die die Steuerschaltung 11 so ansteuert, dass diese aus der Versorgungsspannung jeweils einen Strom entsprechend der einzustellenden Farbtemperatur an die Leuchtmittel 1, 2 abgeben.
[0047] Die Versorgungsspannung kann entsprechend dem durch das Steuersignal vorgegebenen Dimm-Pegel variiert bzw. gesetzt werden oder kann konstant sein, wobei die Information
über die von dem Steuersignal angezeigte Gesamthelligkeit ebenfalls an die Steuerschaltung 11 übertragen wird. In dem gezeigten Beispiel ist für beide Schalteinrichtungen 12, 13 eine gemeinsame Steuerschaltung 11 vorgesehen. Es ist jedoch auch möglich, dass jeweils eine Steuerschaltung 11 für eine der Schalteinrichtungen 12, 13 vorgesehen ist und jede Steuerschaltung 11 mittels der Farbtemperaturinformation die von dem jeweiligen Leuchtmittel 1, 2 abzugebende Helligkeit bestimmt. Alternativ können die Steuerschaltungen 11 eindeutige Adressen aufweisen sein, wobei das Betriebsgerät 3 die Helligkeitsinformationen zusammen mit der jeweiligen Adresse sendet.
[0048] Die Filter 4, 5, Dioden und/oder die Steuerschaltung 11 mit der Schalteinrichtung 12, 13 können von den Leuchtmitteln 1, 2 separate Komponenten oder in dem jeweiligen Leuchtmittel 1, 2 integriert sein.
[0049] Die Steuerschaltung 11 und/oder die Steuereinrichtung 10 kann eine integrierte Halbleiterschaltung sein oder eine integrierte Halbleiterschaltung umfassen. Sie kann als ein Prozessor, ein Mikroprozessor, ein Controller, ein Mikrocontroller oder eine anwendungsspezifische Spezialschaltung (ASIC, „Application Specific Integrated Circuit“) oder als eine Kombination der genannten Einheiten ausgestaltet sein.
[0050] Der Schaltregler 9 kann ein Aufwärtswandler, Abwärtswandler, Inverswandler oder Sperrwandler sein.
[0051] Fig. 4 zeigt ein vereinfachtes Ablaufdiagramm des Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung.
Claims (5)
1. Betriebsgerät zum Betreiben mehrerer Leuchtmittel (1, 2), mit einem zweipoligen Ausgangsanschluss (6, 7) zum gemeinsamen Anschluss der Leuchtmittel (1, 2); einem mit dem zweipoligen Ausgangsanschluss verbundenen Schaltregler (9) zum Bereitstellen einer Spannung und eines Stroms für den Betrieb der Leuchtmittel (1, 2); und einer Steuereinrichtung (10) zum Steuern des Schaltreglers (9), wobei die Steuereinrichtung (10) dazu ausgelegt ist, unterschiedlichen Lichtmischungen der mehreren Leuchtmittel entsprechend unterschiedliche Spannungsverläufe und/oder Stromverläufe zuzuordnen und den Schaltregler (9) so zu steuern, dass dieser einen Spannungsund/oder Stromverlauf an dem zweipoligen Ausgangsanschluss (6, 7) bereitstellt, der einer einzustellenden Lichtmischung zugeordnet ist.
2. Betriebsgerät nach Anspruch 1, wobei die Steuereinrichtung (10) dazu ausgelegt ist, den unterschiedlichen gewünschten Lichtmischungen entsprechend Spannungsverläufe und/oder Stromverläufe zuzuordnen, die eine unterschiedliche Polarität, Frequenz, Modulation und/oder einen unterschiedlichen zeitlichen Verlauf aufweisen.
3. Betriebsgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Schaltregler (9) dazu ausgelegt ist, einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms mittels einer Pulsweitenmodulation mit einer, einer gewünschten Lichtmischung zugeordneten Frequenz zu erzeugen.
4. Betriebsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei
der Schaltregler (9) dazu ausgelegt ist, im lückenden Betrieb
- einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms über das Setzen der Einschaltzeitdauer einzustellen und eine einer vorgegeben Lichtmischung zugeordnete Ausschaltzeitdauer zu setzen oder
- einen gewünschten zeitlichen Mittelwert der Spannung bzw. des Stroms über das Setzen der Ausschaltzeitdauer einzustellen und eine einer vorgegebenen Lichtmischung zugeordnete Einschaltzeitdauer zu setzen.
5. Betriebsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Steuereinrichtung (10) dazu ausgelegt ist, den Schaltregler (9) so zu steuern, dass dieser der für den Betrieb der Leuchtmittel (1, 2) bereitgestellten Spannung bzw. Strom ein Signal durch Modulation der Spannung bzw. des Stroms hinzufügt, welches eine vorgegebene Lichtmischung oder die einzustellende Helligkeit von zumindest einem Leuchtmittel (1, 2) anzeigt.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
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