AT18263U1 - Verfahren zur Herstellung von Rasen- bzw. Wiesenziegeln - Google Patents
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Abstract
Zur Herstellung von Rasen- bzw. Wiesenziegeln wird auf einem Untergrund eine perforierte Trägerfolie in Bahnen ausgerollt, darauf eine Basisschicht aufgeschüttet und Rasen- bzw. Wiesensamen ausgesät. Danach wird so lange bewässert, bis die Pflanzen verwurzeln und ausreichend gewachsen sind. Erfindungsgemäß legt man vor der Aufschüttung der Basisschicht Rasengitter auf die Trägerfolie auf, und wenn die Pflanzen ausreichend gewachsen und mit der Basisschicht verwurzelt sind, hebt man sie samt den Rasengittern von der Trägerfolie ab. Damit entsteht auf einfache Weise ein hoch belastbarer Fertigrasen. Auf Grund der hohen Belastbarkeit kann man mit einem Traktor die gesamte Fläche befahren, sodass es möglich ist, dass die nebeneinander und hintereinander liegenden Rasengitter direkt aneinander anliegen. Wenn die Trägerfolie aus unverrottbarem, wasserdurchlässigem Material, vorzugsweise aus einer gelochten My-Pex- Folie, besteht und die Basisschicht zumindest zum Großteil aus Sand besteht, ist der Rasen sehr gut wasserdurchlässig, sodass auch Starkregen versickern kann.
Description
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Rasen- bzw. Wiesenziegeln, bei dem auf einem Untergrund eine Trägerfolie in Bahnen ausgerollt wird, darauf eine Basisschicht aufgeschüttet wird und Rasen- bzw. Wiesensamen ausgesät werden, wenn sie nicht schon zuvor in die Basisschicht eingebracht wurden, wonach solange bewässert wird, bis die Pflanzen verwurzeln und ausreichend gewachsen sind.
[0002] Für derartige Rasen- bzw. Wiesenziegel sind verschiedene Aufzuchtbzw. Produktionsverfahren bekannt. Bei der herkömmlichen Herstellung werden auf einer ebenen Anbaufläche, deren Boden aus Erde besteht, Grassamen ausgesät, bewässert und maschinell geerntet. Das Ernten der Rasenmatten erfolgt durch das Abschneiden und Abheben des fertig gewachsenen Rasenteppichs knapp unterhalb der Rasenwurzeln. Dies ist nicht nur personalintensiv und daher teuer, es wird bei diesem Erntevorgang ausserdem ein erheblicher Teil der bereits tief in das Erdreich ragenden Wurzeln abgetrennt oder beschädigt, was dem Rasen schadet.
[0003] Ein Verfahren der eingangs genannten Art, bei dem diese Nachteile nicht auftreten, ist aus AT 412049 B bekannt. Gemäß dieser Schrift wird auf einen Untergrund eine 1,3 m breite unverrottbare, perforierte Trägerfolie aufgelegt. Auf diese Trägerfolie werden Rahmen aufgelegt, die zwei parallel zueinander verlaufende Winkeleisen aufweisen, zwischen denen Blechstreifen eingebaut und mit den Winkeleisen verlötet sind. Sowohl die Winkeleisen als auch die Blechstreifen haben eine Höhe von 1,5 cm. Die Blechstreifen haben eine Länge von 1,25 m und sind alle 0,4 m entlang der Winkeleisen vorgesehen. Somit ergibt sich ein Raster von 1,25 x 0,4 m.
[0004] Auf diesen Raster wird eine Basisschicht bestehend aus Sägespänen, in der Saatgut gleichmässig verteilt ist, aufgebracht. Nach dem Aufbringen der Basisschicht wird sofort bewässert. Durch regelmässige Bewässerung wird die Basisschicht drei Wochen lang feucht gehalten, bevor das Gras in den nebeneinander liegenden Rahmen zum ersten Mal gemäht wird. Nach rund zwei Monaten werden die Rasen- bzw. Wiesenziegel aus den Rahmen entnommen.
[0005] Damit man mit einem Traktor arbeiten kann, werden die Rahmen mit Abstand zueinander verlegt, sodass Zwischenräume (Traktorstraßen) verbleiben, wo der Traktor fahren kann. Somit kann die Basisschicht maschinell ausgebracht werden, und auch das Mähen und das Entnehmen der Rasenziegel kann vom Traktor aus erfolgen. Nachteilig ist dabei, dass die Bodenfläche nicht vollständig für die Produktion der Rasenziegel zur Verfügung steht.
[0006] Weiters sind so genannte Rasengitter bekannt. Solche Rasengitter dienen dazu, die Belastbarkeit des Rasens zu erhöhen. Ein Rasen mit Rasengitter kann z.B. für eine begrünte Einfahrt oder als begrünter Parkplatz genützt werden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Wege, Fußballplätze (vorrangig im Strafraum beim Tor), Rasen-Tennisplätze (vorrangig bei Aufschlagflächen), Pferdesport wie Polo und vieles mehr.
[0007] Solche Rasengitter haben einen Rasterabstand von meist ca. 6 cm, jedenfalls weniger als 10 cm, damit ein Autoreifen oder ein menschlicher Fuß immer mit zumindest einer Gitterstrebe in Kontakt steht, egal, wo er sich bezüglich des Gitters befindet. Die Abmessungen liegen meist in der Größenordnung von einem halben Meter (Länge und Breite).
[0008] Schließlich ist auch bekannt, Fertigrasen in Formen herzustellen. Dies ermöglicht zwar eine sehr einfache Entnahme der fertig gezüchteten Rasenziegel und deren Weitertransport z.B. zu Messen, wo man die Rasenziegel, die sich immer noch in den Formen befinden, ganz einfach aufstellen kann. Nachteilig dabei ist aber der relativ hohe Aufwand für die Formen und das hohe Gewicht, wenn die Rasenziegel (wie meist) direkt zur Begrünung eines Bodens genutzt werden.
[0009] Dabei ist auch schon bekannt (siehe Fig. 5 der DE 2704722 A1), diese Formen mit Rasengittern zu versehen, damit der Rasen höher belastbar wird.
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von hoch belastbaren Rasen- bzw. Wiesenziegeln zu schaffen, das einfacher und kostengünstiger ist als die bekannten Verfahren.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass man vor der Aufschüttung der Basisschicht Rasengitter auf die Trägerfolie auflegt, und dass die Pflanzen - nachdem sie ausreichend gewachsen und mit der Basisschicht verwurzelt sind - samt den Rasengittern von der Trägerfolie abgehoben werden.
[0012] Erfindungsgemäß liegen also die Rasengitter direkt auf der Trägerfolie auf, sodass die Wurzeln kaum zwischen Rasengitter und Trägerfolie hindurchwachsen können. Daher lassen sich die einzelnen Rasengitter samt dem darin befindlichen Fertigrasen ganz einfach von der Trägerfolie abheben, ganz ähnlich wie dies aus der oben erwähnten AT 412049 B bekannt ist. Allerdings kann der Traktor wegen dieser Rasengitter von Anfang an auf der Basisschicht fahren, sodass keine Zwischenräume, die als "Straßen" für den Traktor dienen, notwendig sind. Es ist daher bevorzugt, dass man die Rasengitter direkt aneinander anschließend nebeneinander und hintereinander auflegt.
[0013] Weiters ist bevorzugt, dass man eine Trägerfolie aus unverrottbarem, wasserdurchlässigem Material, vorzugsweise aus einer gelochten My-Pex-Folie, verwendet und dass man als Basisschicht im Wesentlichen Sand verwendet. Sand hat eine hohe Wasserdurchlässigkeit, und zusammen mit der Wasserdurchlässigkeit der Trägerfolie ist eine zu starke Bewässerung unproblematisch. Andererseits kann bei zu geringer Bewässerung Feuchtigkeit aus dem Erdreich unter der Trägerfolie vom Rasen angesaugt werden. Da die Basisschicht zumindest zum Großteil aus Sand besteht, ist auch nach Ausbringung des Fertigrasens eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit gegeben, sodass auch im Falle eines Starkregens die Flächen nicht unter Wasser stehen bzw. das Regenwasser nicht als Oberflächenwasser abfließt, sondern dass das Regenwasser einfach versickert.
[0014] Es ist besonders günstig, wenn man als Basisschicht eine Mischung aus Sand und Lavasubstrat verwendet, und wenn man in die Basisschicht, bevor man sie ausbringt, Feuchtigkeitshaltegranulat einbringt. Dadurch kann man erheblich Bewässerungsaufwand sparen, normalerweise muss man nur bis zum ersten Mähen bewässern. Danach hält die Basisschicht genug Feuchtigkeit zurück, sodass natürlicher Regen ausreicht, auch wenn zwischen den Regenfällen mehrere Wochen vergehen.
[0015] Diese Rasenziegel können daher nicht nur direkt zur Begrünung eines noch nicht bewachsenen Bodens genützt werden. Auch für Messen kann man sie direkt verwenden und auf beliebigen Flächen auflegen. Infolge des Rasengitters halten diese Rasenziegel in sich fest zusammen, sodass sie nicht nur leicht zum Einsatzort gebracht, sondern auch nach z.B. einer oder zwei Wochen zurück zum Hersteller gebracht werden können.
[0016] An Hand eines Beispiels wird die vorliegende Erfindung näher erläutert.
1. Am Feld wird eine Plastikfolie ausgelegt, sodass eine Trennung zwischen den Rasenwurzeln und dem darunter liegenden Erdreich entsteht.
2. Darauf werden tausende Rasengitter, Maße 40 x 60 x 4 cm, unmittelbar aneinandergrenzend auf die Plastikfolie aufgelegt.
3. Danach wird auf die großflächig aufgelegten Rasengitter mit einer Besandungsmaschine ein gemischtes Sand- und Lavasubstrat mit organischem Dünger inkl. Feuchtigkeitshaltegranulat 3,5 cm hoch eingebracht.
4. Nach der Substrataufbringung wird eine Rasensaatgutmischung Cynodon dactylon mit einer 3 m breiten Rasensaatgutmaschine über das Sand- und Lavasubstrat gesät.
5. Schon nach 12 Wochen ist die Wurzelbildung innerhalb der Kunststoffformen soweit fortgeschritten, dass der Fertigrasen zum Verkauf angeboten und verlegt werden kann.
[0017] Zur Veranschaulichung: Ein herkömmlicher Fertigrasen (Rollrasen) benötigt ca. 50 Wochen, bis die Wurzeln so weit entwickelt sind, dass dieser geschält werden kann, und auch dann ist dieser Fertigrasen nur begehbar und nicht befahrbar. Herkömmlicher Rollrasen muss 10 Monate lang wöchentlich bewässert, gedüngt, gemäht und abgesaugt werden. Infolge muss das in großen Mengen angehäufte Mähgut auch umweltgerecht entsorgt werden. Darüberhinaus ist nor-
maler Fertigrasen um einiges anfälliger für Dürre und Krankheiten, wie z.B. Mehltau, Kronenrost, Schneeschimmel und viele weitere.
[0018] Die aufwändige Bewirtschaftung mit großen Gerätschaften wie Traktoren, dieselbetriebenen Wasserpumpen, Schneidemaschinen und vielen anderen birgt für die Rollrasenhersteller aufgrund des Treibstoffverbrauchs und der Instandhaltung enorm hohe Kosten, bis der Rasen zum Verkauf angeboten werden kann, ganz abgesehen von der beträchtlichen Belastung für die Umwelt, die durch den hohen Treibstoffkonsum und die Grundwasserentnahme verursacht wird.
[0019] Der erfindungsgemäß hergestellte Rasen ist regenwasserdurchlässiger und befahrbarer Parkplatzrasen, welcher noch dazu ein saftiges Grün aufweist und bei welchem kein künstlicher Wasserbedarf benötigt wird. Nach dem Ankeimen während der ersten beiden Wochen genügt der natürliche Regenwassergehalt für das Rasenwachstum.
[0020] Die Grundwasserentnahme für die wöchentliche Rasenbewässerung wird nur während der ersten 14 Tage benötigt, danach wird die Bewässerung ausschließlich durch Regenwasser auf Grund des eingebrachten Feuchtigkeitshaltemittels fortgesetzt.
[0021] Keine Humusverschwendung: Der erfindungsgemäß hergestellte Rasen hat weiters den Ökologischen Vorteil, dass er nicht mit einer Rasensodenmaschine vom Rasenfeld geschält werden muss. Damit bleiben jährlich enorme Mengen an natürlicher Humusschicht (welche bei herkömmlicher Fertigrasenproduktion normalerweise ca. alle 10 Jahre für etwa 20 cm Höhe gekauft und am Rasenfeld aufgebracht werden muss, damit weiterhin herkömmlicher Rollrasen hergestellt werden kann) erhalten.
[0022] Das Gewicht des erfindungsgemäß hergestellten Rasens beträgt nur ca. 9,5 kg/Form und kann daher von jedermann mit geringem Aufwand auch auf schotterigem Unterboden verlegt werden. Daraufhin ist er sofort bis zu 60 Tonnen befahrbar, wasserdurchlässig, und eine grüne Rasenfläche entsteht.
[0023] Der erfindungsgemäß hergestellte Formenrasen kann als einzigartiger Rasen für verschiedene Veranstaltungen als Bodenbelag oder für Dekorationszwecke wochenlang vermietet werden, danach werden die Rasenziegel zum Hersteller zurückgeschickt, auf dem Rasenfeld aufgelegt, gemäht, bewässert, mit organischem Kompostdünger versehen und können nach drei Wochen wieder als grüner Fertigrasen vermietet oder verkauft werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Rasen- bzw. Wiesenziegeln, bei dem auf einem Untergrund eine Trägerfolie in Bahnen ausgerollt wird, darauf eine Basisschicht aufgeschüttet wird und Rasen- bzw. Wiesensamen ausgesät werden, wenn sie nicht schon zuvor in die Basisschicht eingebracht wurden, wonach solange bewässert wird, bis die Pflanzen verwurzeln und ausreichend gewachsen sind, dadurch gekennzeichnet, dass man vor der Aufschüttung der Basisschicht Rasengitter auf die Trägerfolie auflegt, und dass die Pflanzen - nachdem sie ausreichend gewachsen und mit der Basisschicht verwurzelt sind - samt den Rasengittern von der Trägerfolie abgehoben werden.
2, Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Rasengitter direkt aneinander anschließend nebeneinander und hintereinander auflegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Trägerfolie aus unverrottbarem, wasserdurchlässigem Material, vorzugsweise aus einer gelochten MyPex-Folie, verwendet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als Basisschicht im Wesentlichen Sand verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Basisschicht eine Mischung aus Sand und Lavasubstrat verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass man in die Basisschicht, bevor man sie ausbringt, Feuchtigkeitshaltegranulat einbringt.
Hierzu keine Zeichnungen
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. SS EN Recherchenbericht zu GM 50120/2023 SS gatentamıt ERS Se NOS AAN EN
Klassifikation des Anmeldungsgegenstands gemäß IPC: A01G 20/20 (2018.01); A01G 20/10 (2018.01); E0O1C 9/00 (2006.01)
Klassifikation des Anmeldungsgegenstands gemäß CPC: A01G 20/20 (2018.02); A01G 20/10 (2022.02); EO01C 9/004 (2013.01)
Recherchierter Prüfstoff (Klassifikation): A01G, EO1LC
Konsultierte Online-Datenbank: Volltextdatenbanken
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Bezeichnung der Veröffentlichung:
Kategorie” Ländercode, Veröffentlichungsnummer, Dokumentart (Anmelder), Veröffentlichungs- Betreffend An. N . spruch datum, Textstelle oder Figur soweit erforderlich X DE 19616240 Al (HENNINGS MARTIN, CHALOUN DIETER) 16. Ok- 1-6 tober 1997 (16.10.1997) Anspruch 1-5, Fig. 2 X DE 4441311 Al (WEISS GUENTHER) 24. Mai 1995 (24.05.1995) 1-3
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