AT18663B - Verfahren zur Herstellung von Steinnußknöpfen mit Einlage. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Steinnußknöpfen mit Einlage.

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   Österreichische PATENTSCHRIFT   Nr.     18663.   



   KARL   FRANZE m TETSCHEN   A. E. 



  Verfahren zur   Herstellung von Steinnussknöpfen   mit Einlage. 



   Bei der Herstellung von Steinnussknöpfen mit Einlage verfuhr man bisher in der
Weise, dass die mit einem erhöhten Rande ausgestatteten Knopfkörper an der Innenfläche des Randes (Fig. 1) scharf unterschnitten wurden, so dass eine ringförmige Nut entstand, in welche die aus einer Perlmutterscheibe bestehende Einlage eingreifen sollte.

   Das Ein- legen dieser Scheibe geschah in der Weise, dass die bearbeiteten   Knopfkörper   (Fig. 1) in
Wasser aufgeweicht wurden, so dass sie sich vergrösserten und der innere Durchmesser a des Randes sich derart erweiterte, dass er den Durchmesser b der Perlmutterscheibe um ein geringes   überschritt.   Nach Einlegen der Scheibe liess man den Knopf trocknen, wobei sich der Körper wieder so weit verkleinerte, dass nunmehr der Durchmesser c der Ringnut dem Durchmesser b der Scheibe gleichkam und so diese festgehalten wurde. 



   Dieses Verfahren ist mit mancherlei   Übelstäuden   behaftet. Zunächst war es erforder- lich, die Einlagscheibe, wollte man den Knopf nicht unverhältnismässig dick machen, wo- durch er   unverkäuflich   geworden wäre, äusserst dünn herzustellen, und ferner erhielt man am Knopf stets einen erhöhten Rand, der bisweilen nicht gewünscht wird. Diesen Rand dadurch zu vermeiden, dass die Scheibe um die Dicke des Randes selbst dicker gemacht und an der Kante abgesetzt wurde, so dass die Scheibe den Hohlraum innerhalb des Randes ausfüllte, war wegen der hohen Kosten der hiezu erforderlichen Dreherarbeit nicht an- gängig. Der Haupttibelstand bei dem bekannten Verfahren wurde durch die enge Nut zur
Aufnahme der dünnen Einlagscheibe bedingt.

   War einerseits schon die Herstellung dieser
Nut wegen der Feinheit und Zerbrechlichkeit der Werkzeuge schwierig, so bot andererseits die dünne Wandung der Nut einen so geringen Widerstand, dass die wie ein Messer   VI ; rkende Kante   der Perlmutterscheibe häufig schon beim Trocknen des Knopfkörpers diese Wandung eindrückte, und mithin der Knopf zersprang oder rissig wurde. Das häufige
Zerspringen und Rissigwerden des Knopfes hat aber nicht allein seine Ursache darin, dass der Knopfkörper mit seiner schwachen Rinnenwandung die Perlmutterscheibe umspannte, sondern auch darin, dass beim Trocknen des Knopfkörpers der dünne unterschnittene Rand ganz anderen   Kontraktionsverhältnissen   unterworfen wird, als der untere, dickere Teil des
Körpers.

   Beim Trocknen zieht sich Steinnuss sehr stark zusammen, und da der über- greifende Rand sehr viel dünner ist als der eigentliche Knopfkörper, so trocknet er auch   "eher   viel schneller als letzterer. Die Folge davon ist, dass der überhängende Rand weit früher seinen kleineren Durchmesser wieder anzunehmen bestrebt ist als der   Knopfboden   und somit eine Spannung zwischen Rand und Boden entsteht, welcher Steinnuss in der Regel nicht zu widerstehen vermag. Nur wenn bei Anwendung der grössten Vorsicht die Trocknung äusserst langsam ausgeführt wurde, war es möglich, gebrauchsfähige Ware zu erzielen. 



   Die dünnen Ränder hatten aber auch noch den Übelstand, dass sie von den fertigen
Knöpfen, wenn diese während des Gebrauchs unter die Einwirkung der Sonnen-oder anderer Wärmestrahlen gebracht wurden, absprangen, insbesondere, wenn sie vorher der
Feuchtigkeit ausgesetzt waren. 



   Auch das Unterstechen selbst ist den Steinnussknöpfen nachteilig, da Steinnuss bei jeder scharfen Kante leicht rissig wird, was gleichfalls eine Folge der ungleichmässigen   Spannungsverhältnisse beim Temperaturwechsel   ist. Solche scharfe Kanten sind aber bei den bisher angewendeten Herstellungsverfahren nicht zu vermeiden. 

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 nicht auf. Dieses Verfahren besteht darin, dass den erhöhten Rändern innen lediglich ein geschweift schwalbenschwanzartiger Schnitt gegeben wird (Fig. 3) und auch die Einlage (Fig. 4) an der Kante entsprechend gestaltet wird. Dadurch wird jede scharfe Schnittkante vermieden und der erhöhte Rand kann annähernd dieselbe Dicke erhalten wie der Boden des Knopfkörpers selbst.

   Dadurch wird erreicht, dass der Rand nicht früher trocknet als der Knopfboden, infolgedessen auch sich gleichmässig mit letzterem beim Austrocknen verkleiner und daher auch nicht abspringen kann. Versuche haben ergeben, dass nach diesem Verfahren hergestellte Knöpfe bei 750 C getrocknet werden können, ohne dass Risse oder Sprünge eintreten. Bei den nach bisher bekannten Verfahren hergestellten Knöpfen war es vollkommen unmöglich, einen so hohen Wärmegrad anzuwenden. 



   Nach dem neuen Verfahren ist es auch nicht erforderlich, die Steinnussknöpfe so stark aufquellen zu lassen, wie es bisher geschah, da die Einlagen auch einen vollkommen sicheren Halt erlangen, wenn der   schräge   Schnitt unter verhältnismässig steiler Richtung ausgeführt wird. Infolge der geschweiften Form kommen Risse durch Temperaturwechsel nicht mehr vor. Der Rand ist widerstandsfähiger und die Kante der Einlage vermag den Rand auch selbst bei sehr dichtem Anliegen der Einlage am Knopfrande während des Trocknens und nach diesem nicht zu verletzen. Selbst der   Einwirkung starker Sonnenglut   vermögen die so hergestellten Knöpfe Widerstand zu leisten.

   Da die Einlagen nur einer geringen Bearbeitung bedürfen, so können sie in beliebigen Dicken hergestellt werden, und zwar entweder so, dass ihre Oberfläche in die Ebene des Randes fällt (Fig. 5), oder so, dass sie vertieft liegend erscheinen (Fig. 6). Von Wesenheit für die Gestaltung der Einlagen ist nur die oben besprochene Form des Randes. In der Mitte kann die Einlage eine beliebige Gestaltung annehmen, so beispielsweise vertieft (Fig. 7) oder erhaben (Fig. 8) oder auch figuriert (Fig. 9). Desgleichen kann auch der Boden des Knopfkörpers in be- liebiger Weise ausgespart (Fig. 10) oder sonstwie ausgebildet sein.

   Das Material der Ein- lage ist voir Wesen der Erfindung unabhängig ; so kann die Einlage anstatt aus Perl- mutter auch beispielsweise aus Holz, Bein, Zelluloid, Hartgummi, Leder, Pappe mit oder ohne Gewebeüberzug, echten oder unechte Steinen, Metall mit oder ohne Gewebeüberzug,
Glas, Porzellan, Steingut und auch selbst aus Steinnuss bestehen.   Die Annählöcher können   lotrecht (Fig. 5 und 6) oder auch wagerecht (Fig. 11) angeordnet sein. 



   Um die Knöpfe noch besonders vor der Einwirkung der Feuchtigkeit zu schützen, die ein nachherige schnelles Trocknen   gefährlich   erscheinen lassen könnte, worden die fertigen, getrockneten Steinnussknöpfe oder auch nur die Knopfkörper in Öl, zweckmässig in Leinölfirnis, getränkt, wodurch sie ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen, zum grossen
Teil oder ganz verlieren. 



   Gewünschtenfalls können die Einlagen mittels eines geeigneten Klebstoffes am
Knopfboden noch besonders befestigt werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Steinnussknöpfen mit Einlage, dadurch gekennzeichnet, dass der voll ausgebildete erhöhte Rand nach innen zu geschweift schwalbenschwanzförmig abgeschrägt und die Einlage an der Kante entsprechend gestaltet wird.
AT18663D 1903-12-04 1903-12-04 Verfahren zur Herstellung von Steinnußknöpfen mit Einlage. AT18663B (de)

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