AT202547B - Verfahren zum Aufhellen von Fasern bzw. Fasererzeugnissen - Google Patents

Verfahren zum Aufhellen von Fasern bzw. Fasererzeugnissen

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AT202547B AT385856A AT385856A AT202547B AT 202547 B AT202547 B AT 202547B AT 385856 A AT385856 A AT 385856A AT 385856 A AT385856 A AT 385856A AT 202547 B AT202547 B AT 202547B
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  Verfahren zum Aufhellen von Fasern bzw. Fasererzeugnissen 
Sollen Textilwaren für ihren Bestimmungzweck oder für ihre weitere Veredelung, z. B. Färben in zarten Pastelltönen, eine Aufhellung oder einen reinen Weisston erhalten, so müssen sie einem Bleichprozess unterworfen werden. 



  Das Bleichen kann am unversponnenen Flockenmaterial, am Garn oder am fertigen Gewebe erfolgen. Die hiefür geeigneten Verfahren sind allgemein bekannt. Während bei künstlich hergestellten Cellulose- und Eiweissfasern und synthetischen Fasern keine oder nur eine sehr gelinde Bleiche erforderlich ist, müssen die mit zahlreichen natürlichen und gegebenenfalls von der vorausgegangenen Bearbeitung herrührenden Verschmutzungen, vor allem Farbpigmenten, behafteten natürlichen Rohstoffe energisch gebleicht werden. Verschiedene Materialien, z. B. Leinen, müssen mehrfach gebleicht werden, um die gewünschte Aufhellung zu erzielen. 



  Mit jeder Bleiche ist eine Faserschädigung verbunden, die umso grösser ist, je höhere Anforderungen an den Weissgrad der Ware gestellt    werden, d.   h. je kräftiger oder je   öfter   das Material gebleicht werden muss. Zur Verbesserung der chemischen Bleiche werden den Bleichlaugen vielfach polymere Phosphate zugesetzt, um damit eine Maskierung von farbigen Kationen, z. B. des Eisens, im Wasser zu bewirken. Das Gleiche gilt auch für in der Faser befindliche Eisenionen. Eine unmittelbar bleichende Wirkung der zugesetzten Komplexbildner ist aber bisher nicht beobachtet worden und war auch auf Grund der chemischen Struktur dieser Verbindungen nicht zu erwarten. 



   Umso überraschender ist es, dass der Weissgrad von Textilwaren sogar im Vergleich zu gleichzeitig mit Komplexbildnern und chemischen Bleichmitteln behandelter Ware noch verbessert werden kann, wenn die Textilwaren mit einer Lösung von organischen oder anorganischen Komplexbildnern nach der erfolgten chemischen Bleiche nachbehandelt werden. Auf diese Weise kann ein bestimmter Weissgrad durch einen merklich gemilderten Bleichprozess, d. h. bei höherer Faserschonung, erzielt werden, was sich auf die Gebrauchstüchtigkeit und Lebensdauer der Ware günstig auswirkt. Als geeignete anorganische Komplexbildner können u. a. wasserlösliche kondensierte Phosphate, wie Pyro-, Tripoly-,   Tetrapoly- und   die noch höher molekularen kettenförmigen Phosphate von der Art des Grahamsalzes, die früher auch als Metaphosphate bezeichnet wurden, verwendet werden.

   Auch unlösliche Verbindungen dieser Art, wie Kurrolsches Salz, kommen in Frage, wenn sie durch geeignete Zusätze in bekannter Weise löslich gemacht werden. Auch Kondensationsprodukte aus Harnstoff und Phosphorpentoxyd können zur Anwendung kommen. 



  Unter den organischen Komplexbildnern sind in erster Linie die löslichen Alkalisalze der 
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 säure, ferner der Weinsäure und Zitronensäure, zu verstehen. 



   Die Nachbehandlung kann in der Weise erfolgen, dass der Komplexbildner dem ersten Spülbad nach dem Bleichvorgang zugegeben wird. Noch besser ist es, erst zu spülen und dann die Ware in einem neuen Bade mit den Komplexbildnern zu behandeln. Die Temperatur der Nachbehandlungsflotte kann von Raumtemperatur bis zu Siedetemperatur variiert werden, so dass auf die Art des Bleichgutes genügend Rücksicht genommen werden kann. 



  Bei Cellulosefasern werden sehr gute Erfolge bei etwa 60 bis 700 C erhalten, während bei Eiweissfasern zweckmässig bei etwa 45-500 C gearbeitet wird. Jedoch können auch bei davon abweichenden Temperaturen gute Erfolge erhalten werden. 



   Ausser rein textilen Rohstoffen oder Erzeugnissen können ähnliche Materialien in andern Erzeugungsgebieten auf die gleiche Weise mit dem gleichen guten Erfolg behandelt werden. so z. B. Zellstoff für die Papierherstellung, die unterschiedlichen Rohstoffe für Watteerzeugung u. ä. Dabei spielt es keine Rolle, welches Bleichverfahren vorher angewendet worden war. 



   Beispiel 1 : Rohes Baumwollgewebe wurde mit Natronlauge von   3"Be 1 &    Stunden abgekocht. Nach dem Spülen wurde   1   Stunden bei 850 C in einer Flotte gebleicht, die je Liter 

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 6 cm3 40%iges Wasserstoffsuperoxyd und als Stabilisatoren 1, 15g Natriummetasilikat   NaSiOg. 9 H20 und 1 g Magnesiumsulfat Mg SO'l'10 H20 enthielt. Nach einem Spül-   gang wurde die Ware 15 Minuten bei 700 C in einer Lösung von   2 g/l   eines Polyphosphates von der summarichen Zusammensetzung   NagPO   behandelt und wieder gespült. 



   Die Ware zeigte einen wesentlich besseren Weissgrad als ein gleiches Warenstück, das unter gleichen Bedingungen abgekocht und gebleicht, aber nicht mit kondensiertem Phosphat nachbehandelt worden war. 



   Beispiel 2 : Rohes Baumwollgewebe wurde mit Natronlauge von 30 Bé   1%   Stunden abgekocht. Nach dem Spülen wurde 2 Stunden bei   ISO   C in einer Flotte gebleicht, die je Liter 2 g Aktivchlor und 0, 2 g Ätznatron enthielt. Nach Spülen und Absäuern wurde 15 Minuten bei 600 C in einer Lösung von 2   gll   Grahamsalz behandelt und wieder gespült. 



   Das Gewebe unterschied sich durch eine deutlich verbesserte Aufhellung von einem gleichen Gewebe, das unter gleichen Bedingungen abgekocht und gebleicht, aber nicht mit Grahamsalz od. dgl. nachbehandelt worden war. 



   Beispiel 3 : Rohes Baumwollgewebe wurde mit Natronlauge von 30 Bé   1112   Stunden abgekocht. Nach dem Spülen wurde 1 Stunde bei 180 C in einer Flotte gebleicht, die je Liter 2 g Aktivchlor und 0, 2 g Ätznatron enthielt. Nach Spülen und Absäuern wurde 15 Minuten bei 600 C in einer Lösung von 2 g/l eines kondensierten Phosphates von der Zusammensetzung   NagPOjg   (Tetrapolyphosphat) behandelt und wieder gespült. Die Ware zeigte einen Weissgrad, der nicht nur weit besser war als der unter gleichen Bedingungen abgekochten und gebleichten Ware, sondern auch den Helligkeitsgrad einer auf die gleiche Weise abgekochten, aber 2 Stunden unter gleichen Bedingungen gebleichten, jedoch nicht mit kondensier- tem Phosphat nachbehandelten Ware übertraf. 



   Beispiel 4 : Rohes, gewaschenes Wollgewebe wurde 2 Stunden bei 450 C in einer Flotte gebleicht, welche je Liter 12   cm3   Wasserstoffsuperoxyd 40%ig und als Stabilisator 1 g eines eiweisshaltigen Fettsäurekondensationsproduktes enthielt. Nach einem Spülgang wurde die Ware 20 Minuten bei 450 C in einer Lösung von 1 g Grahamsalz und 1 g Natriumtripolyphosphat   NagPgOo   nachbehandelt und gespült. Das Wollgewebe war wesentlich heller als ein unter gleichen Bedingungen gebleichtes, aber nicht mit kondensierten Phosphaten nachbehandeltes Stück. 



   Wird das kondensierte Phosphat unter den in diesen vier Beispielen angegebenen Bedingungen der Oxydationsbleichflotte selbst zugesetzt, so werden diese hohen Weissgrade nicht erreicht. 



   PATENTANSPRÜCHE : 
1. Verfahren zum Aufhellen von Fasern bzw. 



  Fasererzeugnissen, die voll oder teilweise gebleicht worden sind, dadurch gekennzeichnet, dass man diese mit Lösungen anorganischer oder organischer Komplexbildner nachbehandelt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als anorganische Komplexe bildner Salze kondensierter Phosphorsäuren oder deren Gemische verwendet werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als organische Komplexbildner Salze der Nitrilotriessigsäure, der Polyaminopolycarbonsäuren, der Weinsäure oder Citronensäure verwendet werden.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachbehandlung bei Temperaturen, die über der Raumtemperatur liegen, vorzugsweise bei 45-700 C, erfolgt.
AT385856A 1955-07-14 1956-06-27 Verfahren zum Aufhellen von Fasern bzw. Fasererzeugnissen AT202547B (de)

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