<Desc/Clms Page number 1>
Hilfseinrichtung für Käsereien für die Lagerhaltung von Laibkäse
Zum Beruf des Käsers eignen sich im allgemeinen nur sehr kräftige Männer, da zu den Hauptbeschäftigungen des Käsers das Salzen gehört. Zum Salzen müssen die in den warmen Käsekellern reifenden 80-120kg schwe- ren Käse von den Lagergestellen genommen, abgerieben, gewendet, mit Salz eingerieben und wieder in den Gestellen versorgt werden. Bis jetzt wurde diese Arbeit meist vom Käser ohne Hilfseinrichtung gemacht, so dass nur ausgesprochen kräftige Männer den Käserberuf ergreifen konnten.
Aus der Literatur sind Hilfseinrichtungen bekannt, die mit einem Fahrgestell und einer an mindestens einer Tragsäule zum Teil mittels einer hydraulischen Kraftanlage höhenverschiebbar angeordneten Greifereinrichtung zum Erfassen und Wenden der Käselaibe versehen sind, wobei die Greifereinrichtungen aufklappbare, in der Horizontallage fixierbare Träger aufweisen können. Es ist weiterhin bekannt, ein Laufräderpaar als Lenkräderpaar auszubilden, um das Fahrgestell um die Ecken schmaler Gänge fahren zu können.
Die bekannten Hilfseinrichtungen weisen jedoch verschiedenste Nachteile auf und verlangen noch immer einen erheblichen Anteil an manueller Arbeit in oftmals unbequemer Stellung, so dass sie sich bis jetzt in der Praxis nicht eingeführt haben, So sind die bekannten Einrichtungen mit in Führungen gehaltenen Schienen ausgerüstet, die von Hand unter die Käselaibe geschoben ; und mit diesen zusammen wieder aus dem Regal gezogen werden müssen, welche Arbeit sich nach der Behandlung und Wendung der Laibe in umgekehrter Reihenfolge wiederholt.
Wenn die Tragschienen ganz ausgezogen sind, werden sie nur noch auf einer kurzen Strecke in ihren Führungen gehalten, wogegen das ganze Gewicht des Käses auf den weit auskragenden Schienen ruht. Dabei treten dann grosse Querkräfte zwischen Schienen und Führungen auf, so dass sich diese verklemmen oder doch nur gegen erheblichen keibungswiderstand gegenseitig verschoben werden können. Besonders mühsam ist das Heraus- ziehen der Schienen, wenn ein Käselaib wieder in seinem Regal untergebracht ist, indem man dann diesen Laib gleichzeitig mit der einen Hand festhalten muss.
Diese Arbeiten sind umso beschwerlicher, als sie oft in Bodennähe oder aber in beträchtlicher Höhe über dem Fussboden verrichtet werden müssen und der Käser dazu sich bücken oder auf eine Leiter steigen muss. Ferner befinden sich die Betätigungsorgane zur Höhenverstellung, zum Wenden, öffnen und Schliessen der Greifer teils auf dem Fahrgestell, teils oben an der Tragsäule, teils auf der Höhe des gerade behandelten Laibes, so dass der Käser ständig seinen Arbeitsplatz wechseln muss und dabei so viel Zeit verliert, dass der Wert der bekannten Hilfseinrichtung fragwürdig wird.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Hilfseinrichtungen ist, dass sie so hoch sein müssen wie die meist bis unter die Decke reichenden Regale, in welchen die Käselaibe gelagert sind. In der Regel weisen die Lagerräume keine so hohen Zugänge auf und die Hilfseinrichtung muss dann an Ort und Stelle montiert werden, und man kann sie nicht in mehreren Räumen benutzen, auch wenn diese im gleichen Stockwerk liegen.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die Arbeit beim Herausnehmen der Käselaibe und beim Zurücklegen in die Regale maschinell auszuführen, das Wenden der Laibe zu erleichtern und die Beweglichkeit der Hilfseinrichtung zu verbessern. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Tragsäule relativ zum Fahrgestell um ihre Vertikalachse drehbar und in einer Richtung verschiebbar ist. Bei einer zweckmässigen Ausführungsform der Hilfseinrichtung beträgt weiterhin die kleinste Höhe der Einrichtung nur wenig mehr als die halbe Höhe der bedienbaren Regale.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt u. zw. zeigt die Fig. 1 einen Aufriss, die Fig. 2 einen teilweise geschnittenen Grundriss, die Fig.
3 einen Seitenriss, die Fig. 4 eine Ansicht in
<Desc/Clms Page number 2>
der Richtung des Pfeiles IV in der Fig. 1, jedoch ohne Verschalungsblech und teilweise im Schnitt, die Fig. 5 einen vergrösserten Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2 und die Fig. 6 einen vergrösserten Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 2.
Die Hilfseinrichtung besteht im wesentlichen aus einem Fahrgestell 1, einer Tragsäule 2, einer an ihr höhenverschiebbar angeordneten
EMI2.1
und Steuereinrichtungen.Fahrgestell 1 weist einen Rahmen 4 auf, an welchem vier Räder angebracht sind. Die an den Tragkränzen 5 der Räder 6 befestigten Ansätze 10 sind durch eine mit einem Handgriff 12 versehene Stange 11 miteinander verbunden, damit diese beiden Räder gemeinsam um eine durch ihren Mittelpunkt gehende vertikale Achse in einem Bereich von 90 verschwenkt werden können.
Desgleichen sind die beiden an den Tragkränzen 8 der Räder 9 befestigten Ansätze 7 durch eine mit einem Handgriff 14 versehene Stange 13 miteinander verbunden, damit die beiden Räder 9 gemeinsam um eine vertikale, durch ihre Mittelpunkte gehende Achse in einem Bereich von 90 verschwenkt werden können. Mit Hilfe dieser verschwenkbaren Räder kann das Fahrgestell beliebig verschoben werden. Zum Arretieren dienen die beiden Feststellvorrichtungen 15 und 16. Man könnte auch Bremsen für die Räder vorsehen.
Die Ausgestaltung des Fahrgestelles und der die horizontale Verschiebung der Säule ermöglichenden Teile des Säulenfusses sind am besten aus der Fig. 6 ersichtlich, in welcher der Säulenfuss als Ganzes mit 17 und jedes seiner vier Dopperlräder mit 18 bezeichnet sind. Je zwei der vier Doppelräder laufen auf einer Schiene 19 bzw. 20, welche Schienen an den Längsträgern des Rahmens 4 der- art befestigt sind, dass sich ihr gegenseitiger Abstand in kleinen Grenzen verstellen lässt.
Diesem Zweck dienen die Schrauben 21. Der
Säulenfuss 17 weist eine mittlere kreisring- förmige Platte 22 auf, die sich gegenüber der viereckigen Grundplatte 24 wegen des Kugellagers 23 drehen lässt. Mit dieser Grund- platte ist ein Rohr 25 fest verbunden, woge- gen zwei U-Profilschienen 26, als Bestand- teile der Tragsäule 2 mit der ringförmigen
Platte 22 verschweisst sind. In den beiden U-
Schienen 26 ist je eine H-förmige Schiene 27 bzw. 28 geführt. Diese beiden Schienen sind unten durch eine Traverse 29 und oben durch eine Traverse 30 miteinander verbunden. An der Letzteren ist ein Lagerstück 31 befestigt, das die Achsen 32 der beiden Kettenräder 33 trägt.
Die die beiden H-förmigen Schienen
27 und 28 verbindende Traverse 29 hängt, an zwei Ketten 34 und 35, die über je ein
Kettenrad 36 bzw. 37 laufen und am Druck- Zylinder 38 befestigt sind. Die Kettenräder 36 und 37 sind in einer Gabel 39 am Ende der im Druckzylinder 3'5 verschiebbaren Kol- benstange 40 gehalten. Der Druckzylinder 38 ist durch Verbindungsstege 41 mit den USchienen fest verbunden, so dass eine Verschiebung der Kolbenstange 40 eine Verschiebung der H-förmigen Schienen um den doppel- j ten Weg bewirkt.
Die H-förmigen Schienen 27 und 28 dienen den Rollen 42 (Fig. 5) des vertikal verschiebbaren Wagens, der über ein Kugellager-M die Greifereinrichtung. 7 trägt, als Führungen.
Diese Rollen 42 sind an einer U-Schiene 13 drehbar gelagert, die ihrerseits an zwei Ketten 44 und 45 aufgehängt ist, welche über die Kettenräder 33 laufen und deren andere Enden an einem Verbindungsstück 41 befestigt sind. E Durch diese Anordnung wird bewirkt, dass sich bei einer Verschiebung der H-förmigen Schienen 27 und 28 die Greifereinrichtung 3 um den doppelten Weg dieser Schienen, d. h. um den vierfachen Weg der Kolbenstange 40 : verschiebt.
Die Konstruktion der Greifereinrichtung 3 ist am besten aus den Figuren 2,3 und 5 ersichtlich. Die Greiferein.-ichtung ist wegen des Kugellagers 46 um die waagrechte, die Säu-
EMI2.2
47mit einer Welle 49 versehenen Stiftes 59 arre- tieren. Zum Losen dieser Arretierung dient
EMI2.3
Stift 50 verbunden i l. Die Greifereinrichtung weist zwei Träger 54 und 55 sowie z'. ve ;
Greifarme 56 und 57 auf. Jeder der beiden Träger 54 und 55 weist zwei Lochpaare 691 und 61 auf. die zur Befestigung jedes
Trägers mittels zweier federbelasteten Bolzen
5%indendrehbarenGleitlagern59dienen.
Je zwei zusammengehörige Gleitlager 59 sind durch einen Stab 62 miteinander verbunden. 1
Zum Fixieren in der Horizontallage jedes Trä- gers dienen je zwei Anschläge 63. unter we'- che das Ende des Trägers geschoben wird, worauf man ihn mittels der beiden Bolzen
58 fixiert, die durch in der Zeichnung nicht sichtbare Federn in die Löcher 60 gedrückt werden. An jedem Träger ist ein auf einem vierrädrigen Geste]] 64 befestigtes Polster 65 in der Richtung zur Aufklappachse hin und von ihr weg verschiebbar gelagert. Der Be- 1 festigung des Fahrgestells am Träger dient eine Schraube 68. Die beiden Greifarme 56 und 57 sind um Achsen 66 bzw. 67 schwenk- bar.
Sie sind je über zwei Lenker 69 und 70 bzw. 71 und 72 mit dem um die Achse 48 : drehbaren Teil 79 des Lagers 46 verbunden.
Wie man aus der Fig. 4 ersehen kann, sind die Lenker 69 und 70 sowie 71 und 72 an den Stellen, an welchen sie miteinander ver-
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1
Käser klappt den einen Träger 54 nach oben und stellt die Hilfseinrichtung so vor das Gestell, wie es in den Fig. 1 und 2 gezeigt ist, d. h. so, dass das Polster 65 sich an dem von der Schwenkachse des Trägers 55 entfernten Ende direkt unterhalb dem Rand des Käses 98 be-
EMI3.2
dann hebt er durch Betätigen des zum Steuerventil 86 gehörigen Handhebels 99 die Greifereinrichtung soweit, dass sich der Träger 55 unter den Käse 98 schieben lässt. Durch Betätigen des zum Steuerventil 87 gehörigen Handhebels 100 wird die ganze Tragsäule gegen das Gestell hin verschoben, wobei das Polster 65 an der in der Zeichnung sichtbaren Stelle des Käses bleibt.
Daraufhin hebt der Käser die Greifereinrichtung noch ein wenig, so dass der Käse auf dem freien Ende des Trägers 55 aufliegt, verschiebt dann die Säule wieder in die Ausgangslage zurück und senkt die Greifereinrichtung soweit, dass der Käse zur Behandlung in praktischer Höhe liegt. Der Käser reibt nun den Käse ab, klappt den Träger 56 herunter und fixiert diesen. Alsdann zieht er die Schraube 73 an, so dass der Greiferarm 57 fixiert ist. Durch Ziehen am obern Ende des Lösehebels 52 wird die Arretiervorrichtung 49,50 ausgeklinkt und die Greifereinrichtung um die Achse 48 um 1800 gedreht. Alsdann wird der Träger 55 aufgeklappt, die obere Seite des Käses mit Salz eingerieben und der Käse ins Gestell zurückgelegt, wobei umgekehrt verfahren wird wie beim Wegnehmen.
Zum Drehen der Säule um ihre Vertikalachse 47 dient der Handgriff 102, so dass mit der beschriebenen Vorrichtung ohne Schwierigkeit in Käsekellern gearbeitet werden kann, die nur einen schmalen, beidseits von Käsegestellen begrenzten Gang aufweisen, dessen Breite jedoch zweckmässigerweise der Länge des Fahrgestells entsprechen soll.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hilfseinrichtung für Käsereien zur Lagerbehandlung von Käselaiben mit einem Fahrgestell und einer an mindestens einer Tragsäule höhenverstellbar angeordneten Greifereinrichtung zum Erfassen und Wenden der Käselaibe, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragsäule (2) relativ zum Fahrgestell (1) um ihre Vertikalachse drehbar und auf dem Fahrgestell in einer Richtung verschiebbar ist.