<Desc/Clms Page number 1>
Trieb-und Stellwerk mit Planetenbewegung für Eisenbahnschranken.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Trieb-und Stellwerk für Zugschranken und Handschranken aller Art, welches die selbsttätige Ver- resp. Entriegelung des Schlagbaumes in seinen beiden Endstellungen, sowie das Schliessen und Öffnen desselben bewirkt und welches endlich bei Zugschranken mit Läutewerk die Abhängigkeit zwischen dem Vorläuten und dem Bar1'Îereschliessen bezw.-öffnen in entsprechender Weise vermittelt.
Hiebei gelangt eine besondere Anordnung der bekannten planetarischen Übertragung zur Verwendung. In der beigeschlossenen Zeichnung ist eine Ausführungsform eines solchen Trieb- und stellwerkes mit planetarischer Übertragung dargestellt.
Die Fig. I und 2 zeigen die Gesamtdarstellung einer Zugschranke mit Vorläutewerk samt Antriebsvorrichtung in der Vorder-bezw. Seitenansicht. Die Fig. 3 und 4 die Antriebsvorrichtung in der Vorderansicht bezw. im Grundriss, Fig. 5 stellt das Läutewerk in der Vorderansicht dar, welches auf der Verlängerung des U-Eisenständers (Fig. 1) zu denken ist. Die Fig. 6-13 zeigen in schematischer Darstellung die Stellung der Teile des Planetensystems in den einzelnen, beim Betriebe vorkommenden, kennzeichnenden Augenblicken.
Auf der Achse A (Fig. 3 und 4), welche durch den doppelseitigen U-Eisenständer R1, R2 hindurchgeht und in diesem Ständer gelagert ist, sitzen festgekeilt ein kleines Zahnrad 81 und zwei Kettenrollen C und D. Lose auf dieser Achse A, und zwar zu beiden Seiten des Zahnrades 81 sitzen die beiden durch ein Querstück T verbundenen Hebel H1 und H2; beide von verschiedener Form. Durch beide Hebel führt der Bolzen B, auf welchem lose
EMI1.1
steht.
Dieses Zahrad S2 besitzt an seinen beiden Seitenflächen zwei Führungskränze U, V, welche beide gleich hoch und stark sind. Der Kranz U auf der Seite des Hebels H1 ist in seinem Umfango vollständig gleichbleibend und führt zwischen den symmetrisch an-
EMI1.2
bindung zwischen dem Zahnrade S2 und dem Hebel H1 in der Weise geschaffen, dass der Hebel H1 nur jenen Bewegungen des Zahnrades zu folgen vermag, welche keine um die Achse B rotierenden Bewegungen des Zahnrades 82 darstellen. Bewegt sich nämlich das Zahnrad S2 bloss um seine eigene Achse, ohne im übrigen seinen Ort zu verändern, dann bleibt eben der Hebel H1 unbewegt.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Zahnrades 82 befindet sich, wie bereits früher bemerkt, ein Abhängigkeitskranz V, welcher drei Er-
EMI1.3
des Abhängigkeitskranzes V befestigt werden kann, zu welchem Zwecke kleine Löcher mit Gewinden dienen. Das feste Anschlagstück, welches schliesslich noch zu der gezeichneten Auführungsform dieses Planetensystems gehört, ist die gusseiserne Verriegelungsscheibe G, welche auf die Achse A aufgesteckt und mittelst zweier Schrauben a an der Innenseite des U-Eisenständers R2 befestigt wird. Diese Verriegelungsscneibe besitzt gleichfalls einen zur Achse A konzentrischen Verriegelungskranz J {, der nur einen Backen K1 und einen
<Desc/Clms Page number 2>
Ausschnitt K2 aufweist.
Ausserdem besitzt die Verriegelungsscheibe einen Anguss Al, welcher als Begrenzung für den Hebel H2 in seiner emporgodrehten Lage dient. Während der Hebel 1 H1 nur die pendelnde (planetarische) Bewegung des Zahnrades 82 dem Schranken vormittelt, dient der Hebel H2 zur Begrenzung der beiden Endstellungen des Scbrankens
EMI2.1
um welche sich der Barrierenschaft J bewegt, beträgt bei der vorliegenden Anordnung etwa 700. Der eine U-Eisenständer R1 (Fig. 2) ist um ein Stück länger als der andere Ständer R2 und trägt an seinem oberen Ende das Läutewerk (Fig. 5), welches aus einer
EMI2.2
Signalschauflügeln cl und e, einer Glockenschale W und einer Prellfeder Z besteht.
Die Wirkung dieses Läutewerkes ist eine derartige, dass die Mitnehmer 01 und O2 bei der Rechtsdrehung der Stiftenrolle die beiden Hämmer P1 und P2 stets mitnehmen und an die Glockenschale schlagen lassen, während sie bei der Linksdrehung ihre Bewegung leer vollführen und die Glockenhämmer daher in Ruhe verbleiben. Dadurch wird erreicht, dass die beiden Signalflügel el und cl von denen der eine rot, der andere weiss ist und ersterer noch die sichtbare Aufschrift #Halt" trägt, ihre gegenseitige Lage stets ändern und demnach ein sichtbares Warnungszeichen neben dem hörbaren bilden. Bei Rückgang des Läutewerkes stehen beide Flügel ruhig, wobei der weisse den roten deckt.
Nachdem nun über die Stiftenrolle N sowohl, als auch über die Läutewerksrolle C eine Kette ohne Ende führt und der vom Antriebsmotor am Wächterstandplatz kommende Doppeldrahtzug über die Rolle D geführt ist, so ergibt sich, da die beiden Rollen C und D auf der Achse J festgekeilt sind, dass bei Bewegen des Drahtzuges in der einen Richtung durch die gleichzeitige Mitnahme der Rolle D resp.
C und in weiterer Folge durch die Bewegung der endlosen Kette, Stiftenrolle, Mitnehmer, Glockenhämmcr etc. das Läutewerk zu ertönen beginnt, während in der entgegengesetzten Richtung wohl alle Bestandteile, jedoch mit Ausnahme der Glockenhämmer, wieder in Wirkung treten, so dass das Läutewerk in der einen Zugrichtung des Drahtes ertönt, während in der anderen Zugrichtung die Glockenhämmer in Ruhe verbleiben.
Die Anordnung zwischen dem Abhängigkeitskranz V und dem Verriegelungskranze K ist so getroffen, dass die Vorderflächen dieser Kränze gegeneinander stehen und aneinander vorübergehen, ohne sich zu berühren. Der auf dem Abhängigkeitskranze befindliche Backen V1 besitzt eine solche Dicke, dass er durch den Ausschnitt K2 des Verriegelungskranzes hindurchgehen kann. Der Backen V3 ist jedoch an der Aussenseite des Kranzes angebracht und hat den Zweck, bei Drehung des Zahnrades S2 in der oberen Lage (siehe auch die Fig. 8 und 9) das Hindurchgehen des Backens V1 durch den Ausschnitt K2 nur bis zu jener Stelle, an welcher er selbst angebracht ist, zuzulassen.
Der Ausschnitt V4 ist derart angebracht, dass bei der pendelnden Bewegung des Zahnrades S2 um die Achse A der Kranz K mit seinem Backen A\ durch diesen Ausschnitt r4 leicht hindurchgehen kann.
Der Backen K1 auf dem Verriegelungskranze K schliesst sich an die Innenfläche des Ab- hängigkeitskranzes V innig an und bildet an seinem zweiten Ende gleichzeitig einen
EMI2.3
wärtsbewegung des Zahnrades in seiner unteren Lage die Bewegung dieses Rades S2 bis zu einer gewissen Grenze gestatten, und zwar bis an jene Stelle, an welcher der letzt- genannte Backen angeschraubt wird. Bei der Rückwärtsbewegung stösst der Backen Fg an die äussere Fläche des Verriegelungskranzes K, in welchem Augenblick das ganze System zum Stillstande kommt.
Ausser den bereits erwähnten Teilen, deren Anordnung sich auch aus den Fig. 6-9 ersehen lässt, sind noch zwei bewegliche, um die Achsen f bezw. g drehbare Hebelchen, und zwar der zweiarmige Sperrkegel d und der Arretierdaumen e auf der Veriegelungs scheibe G montiert (siehe die Fig. 10-13). Die Stellung des Arretierdaumens ist eine solche, dass derselbe infolge seines Eigengewichtes derart nach abwärts hängt, dass dessen Nase n den Sperrkegel d an seiner Nase m hochhält und nicht in das Sperrad l einfallen lässt. Während der Bewegung des Mechanismus bleiben der Sperrkegel und der Arêtierdaumen in der in den Fig. 11 und 12 gezeichneten Stellung. Zum Schlusse der Bewegung
EMI2.4
dass der Sperrkegel d in das Sperrad einfallen kann.
Diese letztere Stellung ist wieder die bleibende während der Rückbewegung des ganzen Mechanismus (Fig. 11 und 12) t' !'- zum Schlusse der Bewegung (Fig. 13), woselbst der Backen fi an den Hebel j drückt. dadurch den Sperrlccgcl cl hochhebt, so dass dessen Nase m sich wieder an der Nase n des Arretierdaumens e verfängt und die ursprüngliche Stellung hergestellt ist.
<Desc/Clms Page number 3>
Die Wirkungsweise dieser ganzen Einrichtung sei im folgenden gekennzeichnet : Die gewöhnliche Stellung einer Schranke ist die geöffnete. Für diese Stellung ist auch die Vorrichtung in den Fig. 1 und 3 gezeichnet. Die dünnen Linien in Fig. 3 zeigen die umgestellte Lage an, bei welcher der Schlagbaum geschlossen ist. In der gewöhnlichen Stellung also schlägt der Backen V2 an die Aussenseite des Verriegelungskranzes K an, so dass eine Rückwärtsbewegung des Zahnrades 82 nicht möglich ist. Wird nun der über das Rad D laufende Drahtzug durch den Antriebsmotor am Wächterstandplatz bewegt, dann wird dieses Rad in Umdrehung versetzt, und zwar in der Richtung des eingezeichneten Pfeiles (Fig. 3). Mit diesem Rade dreht sich die Achse A und das auf dieser Achse aufgekeilte Zahnrad 81 sowie auch die Kettenrolle C.
Die Kettenrolle C treibt in weiter Folge durch die endlose Kette und die gezeichneten Verbindungsteile das Läutewerk (Fig. 5) und dieses wird unausgesetzt ertönen, solange sich die Rolle D in dieser Richtung fortbewegt. Das in Drehung versetzte kleine Zahnrad 81 wird diese Bewegung durch den Eingriff mit dem Zahnrade Sg auf dieses übertragen und es wird sich das Zahnrad S2, nachdem die pendelnde Bewegung durch die Stellung der Kränze F und K gesperrt erscheint, im entgegengesetzten Sinne drehen, ohne an dem ganzen Mechanismus irgendeine Umdrehung zu bewerkstelligen (Fig. 6).
Dieser Leergang (Fig. 7), während welchem das Läutewerk unausgesetzt forttont und die Signalnüge) c1, c2 bewegt werden, dauert jedoch nur so lange, bis der Backen VI an die Innenfläche des Verriegelungskranzes K anschlägt ; in diesem Augenblicke ist die
Umdrehung des Zahnrades S2 um seine Achse gehemmt und nun bilden die Zahnräder S1
EMI3.1
zusammenfallen (Fig. 8). Der Ausschnitt V4 liegt bei dieser Stellung derart, dass sowohl der Backen Art als auch der Kranz K durch denselben hindurch zu gehen in der Lage sind. Diese Aufwärtsbewegung der Hebel 1 H1 und H2 samt dem Zahnrade S2 ist jedoch eine beschränkte, sie wird nämlich durch den gusseisernen Anschlag M, welcher mit der Verriegelungsscheibe G fest verbunden ist, begrenzt.
Hier gelangt die Bewegung der beiden Hebel als auch des Zahnrades 82 zum Stillstand. In dieser Stellung (Fig. 8) hat der Baclon V1 die Innenfläche des Kranzes K verlassen und gelangt vor dfn Ausschnitt K2 des Vcrriegelungskranzes K, d. h. es wird ihm die rotierende Bewegung um die Achse B freigegeben und er kann nunmehr der unaufhörlichen Weiterbewegung des Zahnrades S1 wieder im rotierenden Sinne folgen, d. h. das Zahnrad S2 beginnt sich im Augenblicke des Stillstandes der Hebel wieder um seine. eigene Achse in gleicher Stellung zu drehen.
Dabei schlUpft der Backen V1 durch den Ausschnitt K2 hindurch, jedoch nur soweit, bis der Backen V3 an der Innenfläche des Kranzes anschlägt, womit die sämtlichen Bewegungen die zum vorläuten und Schliessen, sowie zum Ent- und Verriegeln des Schrankens notwendig waren, erledigt sind (Fig.')).
EMI3.2
<Desc/Clms Page number 4>
EMI4.1
Zahnrades 82 um seine Achse B in entgegengesetzter Richtung freigegeben ist. Sobald diese umlaufende Bewegung des Backens Vt eingeleitet ist und derselbe den Backen El passiert, ist auch die Verriegelung des Schlagbaumes in seiner offenen Lage durchgeführt und bleibt derselbe dauernd gesperrt, ganz unabhängig von der Dauer der Rücknahme des Vorläutens (Fig. 13).
Das Zahnrad 82 wird sich nun weiter zurückbewegen, und zwar soweit, als es der Anschlagbacken V2 gestattet, d. h. bis dieser Backen an die äussere Fläche des Verriegelungskranzes K anschlägt. Der Anschlagbacken Fg stösst im letzten Teile seines Weges auf die Hebelrolle j des Sperrkegels d und hebt denselben aus dem Sperrade l so hoch heraus, dass sich die beiden Nasen m, n fangen und der Sperrkegel in dieser hochgehobenen Lage gefangen bleibt, wodurch die Freigabe für das nächste Vor- läuten und Schrankenschliesson erfolgt ist. Damit ist die Bewegung des ganzen Planetensystems beendet, der alte gewöhnliche Zustand hergestellt, d. i. der Schlagbaum geöffnet, verriegelt, sowie auch das Vorläuten zurückgenommen.
Die Vorläutedauer ergibt sich, wie schon eingangs erläutert, aus der Entfernung des Backens V von dem Backen V2 und ist durch Verstellung des Backens V2 beliebig einstellbar. Im übrigen ist auch durch die Wahl des Übersetzungsverhältnisses vom Antriebs- rad 81 zum Planetenrad 82 ein bequemes Mittel geboten, die Vorläntedauer zu erhöhen.
Bei der beschriebenen Anordnung behalten die über das Rad D laufende Antriebskette und damit auch der ganze zum Motor führende Drahtzug dauernd die gleiche Spannung, weil die Achse A ihre Lage im Raume nicht verändert. Der letztgenannte Umstand ermöglicht auch die Verwendung der beschriebenen Anordnung für Handschranken durch direktes Drehen der Achse A mittels einer Kurbel oder eines sonstigen geeigneten Antriebs- organes.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Triebwerk mit planetarischer Übertragung zur Betätigung und Rücknahme des Vorläutens und zum Stellen, Ver-und Entriegeln von Schlagbäumen für Zug-und Handschranken aller Art, gekennzeichnet durch ein Gehänge, welches um eine im Raume stillstehende Achse pendelt und ein Triebwerk, welches aus zwei Rädern besteht, von denen das eine auf der genannten Achse sitzende Rad den Antrieb besorgt, während das zweite getriebene Planetenrad entweder im Umlaufe gehindert, mit dem Gehänge gemeinsam eine Pendelbewegung um die genannte Achse zum Zwecke der Bewegung des Schlagbaumes vollführt oder aber, bei stillstehendem Gehänge, sich zum Zwecke der Betätigung oder der Rücknahme des Vorläutens um sich selbst dreht.
2. Ausführungsform des unter 1 genannten Triebwerkes, gekennzeichnet durch das um die Achse (A) drehbare Gehänge (H1, 2), in welchem die beiden als Triebteile wirkenden Räder (S1, 82) gelagert sind, von denen das letztere (getriebene) die Backen (VI, V2, 3) und den Ausschnitt (F trägt, welche Steuerteile derart mit den feststehenden Backen (K, Kl) und dem Ausschnitt (K2) zusammenwirken, dass abwechselnd die im Anspruche 1 angeführte Umlaufbewegung de. beiden örtlich festgehaltenen Räder (SI'8. 2) oder bei angehaltener Umgangsbewogung des getriebenen Rades (82) die planetarische Pendelbewegung des Gehänges zustande kommt.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.