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Vielfarbenzusatzgerät zur Verwendung im Textil-Bouleauxdruck
Die Erfindung bezieht sich. auf ein Vielfarbenzusatzgerät zur Verwendung im Roleauxdruck auf Textilien, das dazu dient, Textilien gleichzeitig mit einer Vielzahl von Farben zu bedrukken.
Es sind bereits solche Geräte bekannt geworden, die einen Vorratsbehälter besitzen, der durch Zwischenwände in viele einzelne Kammern unterteilt ist, welche über gesonderte Kanäle mit je einer an der Druckwalze anliegenden Zufuhrkammer verbunden sind. Der Vorratsbehälter bildet hier einen von der Gesamtheit der Zufuhrkammern getrennten, wesentlich höher angebrachten Teil der Einrichtung, so dass die Farbe unter ziemlichen statischen Druck zufliesst. Diese Bauart besitzt daher den Nachteil, dass der statische Druck Unterschiede in der Farbabgabe hervorruft. Auch die räumlich getrennte Anordnung des Farbvorratsbehälters und der Düsenleiste ist ungünstig, weil sie viel Platz erfordert.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Vielfarbenzusatzgerät der eingangs genannten Art, das jedoch gegenüber den bekannten ähnlichen Geräten den Vorteil besitzt, dass es einerseits wenig Raum beansprucht und daher an jeder Druckwalze angebracht werden kann, ohne die benachbarten Druckwalzen In ihrer Bedienbarkeit zu stören, und dass anderseits die Farbzufuhr von statischen Druckunterschieden praktisch völlig unabhängig ist.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die Zufuhrkammern unmittelbar an die Vorratskammern anschliessen, wobei deren Oberkante etwa in der Höhe des Bodens, der Vorratskammern liegt, und die Bodenteile der Vorratskammern mit den oberen Teilen der Zufuhrkammern durch Drosseleinrichtungen enthaltende Kanäle verbunden sind, dass ferner die vorzugsweise durch austauschbare Zwischenwände voneinander getrennten Zufuhrkammern oben durch :
ine gemeinsame Deckplatte, an deren der Druck-
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und benet-) chwamm'gumml oder eines Pinsels vorgesehen ist, ind unten durch eine an sich bekannte Abstreich- 'akel abgeschlossen sind.
Bei einer solchen Bauart werden die Farbmassen praktisch unabhängig vom statischen Druck und hauptsächlich durch Adhäsion von der Druckwalze aus den Zufuhrkammern entnommen, wobei besonders die aufsaugend und benetzend wirkende Randleiste der Deckplatte wichtig ist, weil diese die Druckwalze mit Farbe benetzt und den Lufteintritt abwehr. Durch die Unabhängigkeit vom statischen Druck bleibt die Farbabnah- me konstant, gleichgültig, ob der Vorratsbehälter voll oder fast leer ist.
Vorzugsweise ist in die Zufuhrkammern an der Zuflussseite ein Damm eingesetzt, der zwischen sich und der Rückwand der Zufuhrkammern einen nach oben gerichteten Teil des Verbindungskanales zwischen Vorratskammer und Zufuhrkammer schafft und den Zutritt der Farbe nur zum oberen Teil der Zufuhrkammer ermöglicht, was ebenfalls die Wirkung des statischen Druckes auf den Farbzufluss vermindert.
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gehen aus dem nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläuterten Ausführungsbeispielen hervor.
Fig. 1 stellt eine Totalansicht des Gerätes in Perspektive dar, Fig. 2 zeigt einen Teil des Gerätes (drei Farbabteile) im Aufriss, Fig. 3 zeigt einen Querschnitt, der die Zufuhrkammer darstellt, Fig. 4 ist ein hiezu senkrecht geführter Schnitt durch. die Absperrvorrichtung, Fig. 5 ist ein Schnitt durch einen Seitenriss einer Zufuhrkammer, Fig. 6 ein gleicher. Schnitt, bei dem die auswechselbaren Teile weggelassen sind, Fig. 7 ist ein Schnitt durch eine andere Ausführungsform der Zufuhrkammer, Fig. 8 ein gleicher Schnitt ohne die auswechselbaren Teile, Fig. 9 zeigt eine perspektivische Ansicht zweier Farbabteile, durch deren Zusammensetzung ein Gerät gebildet werden kann.
Das Vielfarbengerät besitzt eine Vielzahl un- abhängiger Farbabteile 1 und wird von einem Me- tallr. ahmen 2 getragen, der in die normalen, regulierbaren Ansätze zur Aufnahme der Farbwanne an der normalen Roleauxdruckmaschine passt. An Stelle einer Farbwanne wird das Vielfarbengerät eingesetzt. Der Metallrahmen 2 kann mit einer
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Feinregulierung versehen sein, die es ermöglicht, den Kontakt zwischen der Zufuhrkammer und der Druckwalze zu regulieren.
Jedes Farbanteil 1 des Vielfarbengerätes be- steht aus einer Vorratskammer 3 und einer Zufuhrkammer 4. Die beiden Kammern sind durch einen Kanal 5 miteinander verbunden. Jede Zufuhrkammer 4 berührt die Druckwalze 14 direkt und hat die Aufgabe, ihren Inhalt von den an- dern Zufuhrkammern 4 getrennt zu halten. Das Vielfarb, engerät kann entweder als Ganzes gebaut werden oder aus den einzelnen Farbabteilen
1 zu der gewünschten Druckbreite zusammenge- stellt werden.
In Fig. 9 ist beispielsweise gezeigt, wie solche
Abteile hergestellt werden. Die Seitenwand des vorhergehenden Farbabteiles bildet hiebei jeweils die fehlende Wand des folgenden Abteiles.
Die Vorratskammer 3 des Farbabteiles 1 liegt mit ihrem Boden mit der Deckplatte 15 (Fig. 2 - 4) der Zufuhrkammer 4 ungefähr in gleicher Höhe ; dies ermöglicht den Zufluss durch den
Kanal 5 durch Eigenschwere der Druckfarben.
Drosseleinrichtungen kontrollieren den Fluss der Druckfarben zwischen den Kammern 3 und 4.
Die z. B. aus einem Schieber 6 bestehende Dros- seleinrichtung wird mit Hilfe des Verlängerungs- stabes 7 betätigt, der am oberen Ende mit einem
Schraubgewinde versehen Ist. Der Verlängerungstab 7 wird durch eine öffnung im Verbindungs- stab 9 geführt, welcher eine Nut besitzt, in der alle Schraubenmuttern 8 gelagert sind. Durch
Drehung der Schraubenmutter 8 wird der Stab 7 und damit der Drosselschieber 6 gehoben oder ge- senkt, um eine individuelle Regelung des Zuflus- ses in jedem Abteil zu ermöglichen. In der in
Fig. 2-4 gezeichneten Stellung ist der Verbin- dungsstab 9 abgesenkt, was durch Lösung der
Sperre 10 (Fig. 1) möglich ist, so dass bei allen Drosselschiebern 6 der Durchfluss gesperrt ist.
Hebt man aber den Verbindungsstab 9 um etwa . die halbe Höhe der Drosselschieber 6, so dass in der tiefsten Stellung des Drosselschiebers das obere
Ende 6'einer Einkerbung Im Schieber 6 an den
Boden der Vorratskammer heranreicht, so be- wirkt eine Drehung der zugeordneten Schrauben- mutter 8 eine geringere oder grössere öffnung des Durchflussquerschnittes. Die so gewählte indivi- duelle Einstellung des Durchflussquerschnittes der einzelnen Drosselschieber 6 ist aus der Länge des über den Verbindungsstab 9 aufragenden Teiles der Stäbe 7 erkenntlich und bleibt auch erhalten, wenn der Verbindungsstab 9 zur vorübergehen- den völligen Sperrung des Durchflusses abgesenkt und dann wieder angehoben wird.
Nach Verlassen der Sperrzone tritt die Druck- masse in ein Unterabteil der Zufuhrkammer 4 ein, das als Falle für unerwünschte Fremdkörper dient und mit einem oder mehreren Filtern 11 (Fig. 7) ausgerüstet sein kann. Der Damm 12, der einen
Teil der Höhe der Zufuhrkammer 4 einnimmt, zwingt die Farbmasse zum Zwecke einer besseren Filterung aufwärts zu fliessen und bremst gleichzeitig durch Verringerung des Gefälles und der Einschaltung von Reibungsflächen den Einfluss des Eigengewichtes der verschiedenen Vorratshöhen in Vorratskammer 3 auf die Zufuhr. Durch die Drosselschieber, die schmalen Kanäle und den Damm 12 sind die Reibungswiderstände im Zufluss so gross, dass die zugeführte Farbmenge hauptsächlich nur mehr durch die Adhäsion der Farbe an der Druckwalze bestimmt wird.
Der Damm 12 hat ferner die Aufgabe, die Druckmasse zu der Stelle in der Zufuhrkammer 4 zu leiten, die mit dem Rand der Dichtungsleiste 16 zusammenfällt. Die Adhäsion an der Druckwalze 14 bewirkt eine Strömung in Drehrichtung der Druckwalze, wodurch die Farbmasse von der eingebauten Abstreichrakel 13 wieder zur Wurzel des Dammes 12 zurückgeleitet wird, von wo die zurückströmende Farbmasse am Damm 12 hinaufgleitet und sich am oberen Eintrittsende mit der frischen Farbmasse mischt (Fig. 7). Diese Art von Zufuhr verhindert Turbulenz und Schäumen der Druckfarbe und garantiert gleichmässige Zufuhr durch eine geregelte Strömung, deren Haupttriebkraft die Adhäsion der Druckmasse an der Druckwalze und die Drehgeschwindigkeit dieser Druckwalze ist.
Die Kontaktfläche zwischen der Zufuhrkammer 4 und der Druckwalze 14 kann in drei Abschnitte unterteilt werden. Der erste Abschnitt ist die Vorderfläche der Dichtungsleiste 16, der zweite ist die freie Vorderseite 17 der Zufuhrkammern 4 wo der Farbübergang auf die Druckwalze 14 hauptsächlich stattfindet und die dritte ist die Stirnfläche 18 der Abstreichrakel 13, an welcher die mit Druckfarbe versehene Druckwalze das Zufuhrge, biet verlässt. Die Abstreichrakel 13 nimmt den Farbüberschuss von der Druckwalze ab und sorgt damit für Wirtschaftlichkeit der Zufuhr.
Die Deckplatte 15 bildet den Eintrittsverschluss und braucht nicht völlig dicht zu sein, jedoch ist sie mit der schwierigen Aufgabe betraut, den Abschluss der Zufuhrkammern an einer Stelle zu übernehmen, wo Lageverschiebungen der Druckwalze unvermeidbar sind. Die hinter der Druckwalze 14 liegende Drucktrommel verursacht nämlich eine dauernde Ausbauchung der Druckwalze in etwa waagrechter Richtung in der Ebene, die durch die Achsen der Drucktrommel und Druckwalze geht. Ausbauchungen und Erschütterungen in dieser Richtung sind durch eine elastische, schwammartige Dichtungsleiste 16 an der Deckplatte 15 unschädlich gemacht. Die schwammartige Beschaffenheit ist wichtig, um aus den Xtz- partien der sich drehenden Druckwalze 14 Luftblasen zu entfernen und um diese gleichzeitig mit neuer Druckfarbe zu-benetzen.
Die Deckplatte 15 schliesst alle Zufuhrkammern 4 gleichzeitig nach oben ab und ist für Reinigungszwecke abnehmbar. Die Abstreichrakel 13 ist in ihrer Lage an der Druckwalze so angebracht, dass die Austrittsfläche der Zufuhrkammern zwischen Deckplatte
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15 und Abstreichrakel eine grosse, bis zu 80 Win- ke1graden der Druckwalze umfassende, in der Umfangsrichtung gemessene Höhe besitzt.
Eine andere Ausführung (Fig. 7) verwendet ein Kanalystem mit einer örtlichen Engstelle nahe der Druckwalze 14. Hier wird die vom Damm 12 eingeleitete und von der sich drehenden Druckwalze 14 verstärkte Strömung. der Druckfarbe durch, diese Engstelle geleitet, was einen erhöhten Druck hervorruft.
Die Engstelle wird durch einen Sperrblock, wie beispielsweise Block 20, geschaffen, der gleichzeitig die von der Abstreichrakel13 zurückgehaltene überschussfarbe in den darunter gebildeten Kanal zurückleitet und wieder dem Hauptstrom zuführt.
Gleichzeitig verringert der Block 20 die in der Zufuhrkammer 4 bereit zu haltende Farbmenge.
Überschuss wird in kurzer Zeit aufgebraucht, so dass keine Schaumbildung auftreten kann.
Alle Teile des Gerätes, die im direkten Kontakt mit der Druckwalze sind, sind auswechselbar.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die hier nur'beispielsweise dargestellten Ausführungsformen des Gerätes, sondern umfasst auch andere solche, die nach dem Erfindungsgedanken gebaut sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vielfarbenzusatzgerät zur Verwendung im Textil-Roleauxdruck mit einem Vorratsbehälter, der in viele einzelne Kammern unterteilt ist, welche über gesonderte Kanäle mit je einer an der Druckwalze anliegenden Zufuhrkammer verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zufuhrkammern (4) an die Vorratskammern (3) unmittelbar anschliessen, wobei deren Oberkante etwa in der Höhe des Bodens der Vorratskammern liegt und die Bodenteile der Vorratskammern mit den oberen Teilen der Zufuhrkammern durch Drosseleinrichtungen (6) enthaltende Kanä le (5) verbunden sind, und dass die, vorzugsweise durch austauschbare Zwischenwände voneinander getrennten, Zufuhrkammern oben durch eine ge.
meinsame Deckplatte (15), an deren der Druck walze zugewandten Seite eine elastisch nachgie bige, dicht abschliessende, aufsaugende und be. netzende Leiste (16), z. B. in Form einer Leiste aus Schwammgummi oder eines Pinsels vorgese- hen ist, und unten, durch eine Abstreichrakel (13, abgeschlossen sind, so dass die Farbmassen in wesentlichen unabhängig vom statischen Druck und hauptsächlich durch Adhäsion von der Druckwalze aus den Zufuhrkammern (3) entnommen wird.