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Bohnerwachs in pastöser und flüssiger Form
Bohnerwachspasten mit einem hohen Anteil an glanzgebenden Esterwachsen haben trotz ihrer guten Eigenschaften in bezug auf Glanz und Trittfestigkeit den Nachteil, dass sie zu hart sind und sich nur noch schwierig auftragen lassen.
Flüssige Bohnerwachse mit einem hohen Festkörperanteil, wie dieser zur Erzielung eines den Bohnerwachspasten gleichwertigen Produktes nötig ist, haben sich bisher überhaupt nicht herstellen lassen. Arbeitet man ausreichend hohe Wachsmengen, insbesondere hochwertige Esterwachse, ein, so erhält man entweder Pasten oder günstigstenfalls solche flüssige Produkte, die bereits bei geringer Abkühlung zu Pasten erstarren.
Die Erfindung liefert ausgezeichnete Bohnerwachse in pastöser und flüssiger Form, die sich durch einen Gehalt an Fettalkoholen der Kettenlänge Q bis C20 auszeichnen. Der Miteinbau von Fettalkoholen der Kettenlänge C bis C20 in einer Menge von 0,1 bis 10% ermöglicht die Herstellung esterwachsreicher Bohnerwachspasten in einer leicht auftragbaren salbigen Konsistenz.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung stellt man flüssige Bohnerwachsmassen her, indem man in diese Produkte den gleichen hohen Festkörpergehalt einstellt wie in den üblichen Bohnerwachspasten.
Bisher konnten flüssige Produkte, die auch bei Abkühlung nicht zu Pasten erstarrten, nur hergestellt werden mit einem Festkörpergehalt, der wesentlich niedriger lag als der Festkörpergehalt üblicher Bohnerwachspasten.
Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen das Wesen der Erfindung und lassen die Wirkung des Zusatzes der Fettalkohole erkennen.
Beispiel 1 : Bohnerwachspaste.
Es wurde nach folgender Grundrezeptur (A) eine Bohnerwachspaste hergestellt :
EMI1.1
<tb>
<tb> 6,0 <SEP> Teile <SEP> eines <SEP> Hartwachses <SEP> auf <SEP> der <SEP> Basis <SEP> von <SEP> gebleichtem <SEP> oxydiertem <SEP> Montanwachs,
<tb> teilweise <SEP> verestert <SEP> mit <SEP> Butylenglykol
<tb> und <SEP> zum <SEP> Teil <SEP> neutralisiert <SEP> mit <SEP> Calciumhydroxyd
<tb> 2, <SEP> 0"Ozokerit, <SEP> Erstarrungspunkt <SEP> 69/700C
<tb> 22, <SEP> 0"Paraffin, <SEP> 50/520C <SEP>
<tb> 70, <SEP> 0"Testbenzin
<tb> 100, <SEP> 0 <SEP> Teile <SEP>
<tb>
Rezeptur B : Die Zusammensetzung entsprach der Rezeptur A, jedoch wurden nur 17,0 Teile Paraffin mit einem Erstarrungspunkt 50/520C und 5 Teile eines Gemisches von Cetyl- und Stearylalkohol eingebaut.
Rezeptur C : Die Zusammensetzung entsprach der Rezeptur A, jedoch wurden 65,0 Teile Testbenzin und 5 Teile eines Gemisches von Cetyl-und Stearylalkohol eingebaut.
Die Pastenhärte der Bohnermassen A, B und C wurde nach der Schirmnadel-Methode bestimmt (Standard Method of Test for Cone Penetration of Lubricating Grease, ASTM Designation : D 217-48).
Eine Parallelbestimmung erfolgte nach der Methode von Dr. von Rosenberg, Seifen-Öle-Fette-Wachse, 83 595 (1957).
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Die nachstehende Tabelle I zeigt die Ergebnisse.
Tabelle I
EMI2.1
<tb>
<tb> Pastenhärte
<tb> Rezeptur <SEP> Schirmnadel <SEP> Dr. <SEP> von <SEP> Rosenberg
<tb> A <SEP> 91 <SEP> 684 <SEP>
<tb> B168128
<tb> C <SEP> 167 <SEP> 162 <SEP>
<tb>
Durch diese Ergebnisse wird belegt, dass eine Erniedrigung der Pastenhärte nicht nur durch Austausch von Paraffin gegen Fettalkohol, sondern auch durch den Austausch von Lösungsmittel gegen Fettalkohol bewirkt wird. Diese Wirkung ist als überraschend anzusehen.
Beispiel 2 : Flüssiges Bohnerwachs.
Es wurde nach folgender Grundrezeptur (D) ein flüssiges Bohnerwachs hergestellt :
EMI2.2
<tb>
<tb> 3. <SEP> 0 <SEP> Teile <SEP> hartes <SEP> Esterwachs <SEP> auf <SEP> Montanwachsbasis
<tb> 4, <SEP> 5"eines <SEP> luftoxydierten <SEP> Paraffins <SEP> der
<tb> Kohlenoxydhydrierung <SEP> nach <SEP> Fischer-Tropsch
<tb> (Handelsbezeichnung <SEP> : <SEP> Krupp-Wachs <SEP> E <SEP> 302)
<tb> 4, <SEP> 5 <SEP> eines <SEP> teilweise <SEP> verseiften <SEP> WachssäureParaffingemisches <SEP> aus <SEP> Paraffinen <SEP> der
<tb> Kohlenoxydhydrierung <SEP> nach <SEP> Fischer-Tropsch
<tb> (Handelsbezeichnung <SEP> : <SEP> Ruhrwachs <SEP> R <SEP> 21)
<tb> 4, <SEP> 2"mikrokristallines <SEP> Wachs, <SEP> Erstarrungspunkt <SEP> 65/760C
<tb> 8, <SEP> 5"Paraffin, <SEP> Erstarrungspunkt <SEP> 54/56 C
<tb> 75, <SEP> 3"Testbenzin
<tb> 100, <SEP> 0 <SEP> Teile
<tb>
Rezeptur E :
Die Zusammensetzung entsprach der Rezeptur D, jedoch wurden nur 4,8 Teile Paraffin mit einem Erstarrungspunkt 54/56 C und 3,7 Teile eines Gemisches von Cetyl-und Stearylalkohol eingebaut. Obwohl der Unterschied in der Viskosität bei diesen beiden flüssigen Bohnerwachsen relativ gering war, ergab sich doch im Kälteverhalten ein beträchtlicher Unterschied. Die Viskosität wurde bei einer Temperatur von 250C im Fordbecher gemessen. Das Kälteverhalten wurde in der Weise geprüft, dass das betreffende Präparat 24 Stunden bei der Prüftemperatur gelagert wurde.
Die Ergebnisse gehen aus der nachfolgenden Tabelle II hervor.
Tabelle II
EMI2.3
<tb>
<tb> Kälteverhalten
<tb> Rezeptur <SEP> Viskosität <SEP> +100 <SEP> +50 <SEP>
<tb> D <SEP> 14, <SEP> 3 <SEP> fest, <SEP> nach <SEP> Schütteln <SEP> fest, <SEP> nicht <SEP> aufdickflüssig <SEP> schüttelbar
<tb> E <SEP> 13,8 <SEP> fest, <SEP> leicht <SEP> auf- <SEP> fest, <SEP> leicht <SEP> aufschüttelbar, <SEP> dann <SEP> schüttelbar, <SEP> dann
<tb> dünnflüssig <SEP> dünnflüssig
<tb>
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EMI3.1
<tb>
<tb> Beispiel <SEP> 3 <SEP> : <SEP> Es <SEP> wurde <SEP> nach <SEP> folgender <SEP> Grundrezeptur <SEP> (F) <SEP> ein <SEP> flüssiges <SEP> Bohnerwachs <SEP> hergestellt <SEP> :
<SEP>
<tb> 3, <SEP> 0 <SEP> Teile <SEP> hartes <SEP> Esterwachs <SEP> auf <SEP> Montanwachsbasis
<tb> 9. <SEP> 0"eines <SEP> luftoxydierten <SEP> Paraffins <SEP> der
<tb> Kohlenoxydhydrierung <SEP> nach <SEP> Fischer-Tropsch
<tb> (Handelsbezeichnung: <SEP> Krupp- <SEP> Wachs <SEP> E <SEP> 302)
<tb> 14, <SEP> 0"Paraffin, <SEP> Erstarrungspunkt <SEP> bei <SEP> 54/56 C
<tb> 74, <SEP> 0 <SEP> " <SEP> Testbenzin <SEP>
<tb> 100,0 <SEP> Teile
<tb>
Rezeptur G : Die Zusammensetzung entsprach der Rezeptur F, jedoch wurden an Stelle von 14,0 Teilen Paraffin nur 9, 0 Teile Paraffin angewandt, jedoch 5, 0 Teile eines Gemisches von Cetyl- und Stearylalkohol eingebaut.
Die besondere Wirkung der Einarbeitung von Cetyl- und Stearylalkohol geht aus der nachstehenden Tabelle III hervor :
Tabelle III
EMI3.2
<tb>
<tb> Kälteverhalten
<tb> Rezeptur <SEP> Viskosität <SEP> + <SEP> 3u <SEP> 00 <SEP> - <SEP> 60 <SEP>
<tb> F <SEP> 11,0 <SEP> fest, <SEP> schwer <SEP> fest, <SEP> nicht <SEP> aufschüttelbar
<tb> aufschüttelbar
<tb> G <SEP> 10, <SEP> 0 <SEP> flüssig <SEP> flüssig <SEP> fest, <SEP> leicht <SEP> aufschüttelbar, <SEP> dann
<tb> flüssig
<tb>