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Verfahren zur Verseilung von Verseilelementen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verseilung von Verseilelementen wie Drähten, Adern ode dgl. zu Seilen, Adergruppen od. dgl., insbesondere für die Herstellung von Fernmeldekabeln.
Verseilte Paare werden im allgemeinen dadurch hergestellt, dass man die einzelne Ader auf eine
Spule wickelt und zwei solcher Spulen in einem Käfig anordnet, der eine Drehbewegung ausführt, so dass die beiden Spulen umeinander herumlaufen. Während sich der Käfig mit den beiden Spulen dreht, wer- den die Adern nach oben abgezogen, wobei sie sich miteinander verseilen, und laufen dann über eine Abzugsscheibe auf eine Vorratstrommel.
Es ist noch eine andere Anordnung der Spulen in dem rotierenden Käfig bekannt. Hiebei rotieren die Spulen nur um ihre eigene Achse, und die Adern werden durch um sie herum rotierende Arme abgenommen und zum Verseilpunkt geführt.
Schliesslich ist ein Verfahren bekannt geworden, bei welchem die zu verdrillenden Adern zunächst bifilar auf einer Kabeltrommel aufgewickelt werden und diese Kabeltrommel zusätzlich zur Drehung um die eigene Achse in einer zur Richtung der Kabeltrommelachse senkrechten Richtung gedreht wird und das Kabel im wesentlichen in dieser Richtung von der Kabeltrommel abgezogen wird (britische Patentschrift Nr. 260, 410).
Bei diesen Verfahren ist die Umdrehungsgeschwindigkeit durch die Grösse der rotierenden Masse sowie durch die nicht ausgeglichenen Zentrifugalkräfte begrenzt.
Die Erfindung beseitigt diese Schwierigkeiten durch ein vollständig anders geartetes Verfahren zur Verseilung von Verseilelementen wie Drähten, Adern u. dgl. zu Seilen, Adergruppen, insbesondere für die Herstellung von Fernmeldekabeln mit auf einer Spule parallel nebeneinanderliegenden Verseilelementen, wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass die Verseilelemente in einer im wesentlichen parallel zur Spulenachse liegenden Richtung unter Seilbildung von der Spule abgezogen werden.
Zwei Fabrikationslängen von isolierten Leitern werden hiebei in bekannter Weise nebeneinander auf eine Spule gewickelt, wobei sie ein parallel nebeneinander liegendes Paar Adern bilden. Die beiden Adern können vorteilhafterweise direkt von einer doppelgängigen, die Isolierung aufbringenden Maschine auf die Spule abgezogen werden. Wenn nun die bewickelte Spule nicht drehbar angeordnet ist und die beiden parallel aufgewickelten Adern in Richtung der Spulenachse von der Spule abgezogen werden, so wird das Paar für jede einzelne einer Windung entsprechende Abspulung vom Anfang der Trommel einen Verseilschlag machen.
Wenn die Trommel jedoch auf ihrer Achse rotieren kann, während das Aderpaar in Richtung der Achse von der Trommel abgezogen wird, so bilden sich entsprechend der Umdrehungsgeschwindigkeit der Trommel grössere oder kleinere Verseilschlaglängen. Auf diese Weise können Aderpaare für Kabel hergestellt werden, die verschiedene Schlaglängen besitzen, wie das zur Vermeidung von Nebensprecheffekten erforderlich ist.
Das Verfahren wird an Hand der Zeichnung näher erläutert. Die Fig. 1 zeigt eine Spule 1, die einige Windungen des Aderpaares 2 trägt. Wenn das Aderpaar nun von der Spule in Richtung der Achse der Spule abgezogen wird, wie das bei 3 gezeigt ist, so bilden die beiden Adern eine Verseilung, wobei die Schlaglänge von der Umfangslänge der Ader auf der Trommel abhängig ist.
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Im allgemeinen wird jedoch eine solche Schlaglänge, wie sie bei normalen Trommeln entstehen würde, für die Verwendung in Telephonkabeln zu lang sein. Aus diesem Grunde lässt man die Trommel 1 rotieren, während das Aderpaar zur Seite abgezogen wird. Dieser Vorgang ist in Fig. 2 gezeigt, die Trommel rotiert in Pfeilrichtung, und es ergibt sich ein wesentlich kürzerer Schlag bei 3. Die Schlaglänge ist ausser von der Rotationsgeschwindigkeit der Trommel auch noch vom Trommeldurchmesser oder von dem Durchmesser des Umfanges, von dem die Adern im Laufe des Abwickelns von der Spule gerade abgezogen werden, abhängig.
Die Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Einrichtung zur Durchführung des erfindunggemässen Verfahrens. Die Spule 4 ist im allgemeinen auf einer vertikalen Achse angeordnet. Die Windungen 5 der parallel liegenden Adern sind von der Spule über dit : Rollen 6,7 und S geführt, die auf einem rundlaufenden Arm 9 angebracht sind. Bei jedem Rundlauf des Armes 9 entsteht ein Verseilschlag des Aderpaares. Der umlaufende Arm 10 Besitzt bei 11 ein Gegengewicht und ist durch das Kugellager 12 auf der Achse 13 befestigt. Die von der nicht gezeichneten Abzugscheibe auf das Aderpaar ausgeübte Zugspannung verursacht die Drehung des Armes.
Der untere Flansch der Spule ist auf einer Platte'14 gelagert, die an der Achse 13 befestigt ist. Bei 15 ist ein Mitnehmer auf der Platte 14 angeordnet. Die Spule selbst kann über ein Getriebe 16 und die Welle 17 angetrieben werden, wodurch sich die Schlaglänge der Verseilung ändern lässt.
Dieses Verfahren bereitet hinsichtlich Berücksichtigung der Zentrifugalkräfte viel weniger Schwierigkeiten als die bekannten Verfahren, bei denen zwei Spulen in einem Rahmen angeordnet sind und umeinander rotieren. Da bei dem erfindungsgemässen Verfahren die Spule lediglich um ihre eigene Achse rotiert, kann sie ohne irgendwelche Nachteile verhältnismässig schwer sein. Die abgezogenen Adern haben lediglich den sehr leichten rotierenden Arm zu bewegen. Bei dem bekannten Verfahren wird auch die Störung der Lageordnung der Adern auf der Trommel begünstigt, denn es können sich leicht einzelne Adern in die unter ihnen liegenden Windungen hineinziehen und zu Störungen Veranlassung geben. Durch die genaue Regelung der Umdrehungszahl der Welle 17 in Fig. 3 ist es möglich, die Schlaglänge der verseilten Adern genau zu bestimmen.
Während des Verseilvorganges wird der Spulendurchmesser, von dem sich die Adern abwickeln, nach Abwicklung jeder einzelnen Lage verkleinert werden. Die dadurch an sich bedingte Änderung der Schlaglänge kann laufend durch eine Änderung der Umdrehungsgeschwindigkeit der Spule ausgeglichen werden.
Für gewisse Fälle kann es jedoch erwünscht sein, diesen Ausgleich nicht anzuwenden, also die Schlaglänge über die ganze Fabrikationslänge der Adern stetig oder aber nach irgendeinem Regelprogramm zu ändern.
Es ist natürlich ohne weiteres möglich, auch mehr als zwei Adern miteinander zu verseilen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verseilung von Verseilelementen wie Drähten, Adern od. dgl. zu Seilen, Adergruppen od. dgl., insbesondere für die Herstellung von Fernmeldekaheln, wobei die Verseilelemente zunächst parallel nebeneinanderliegend auf eine Spule gewickelt und danach von dieser abgezogen werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Verseilelemente in einer im wesentlichen parallel zur Spulenachse liegenden Richtung unter Seilbildung von der Spule abgezogen werden.