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Schmiermittel, Metallbearbeitungsmittel und Hydraulikflüssigkeiten
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verwendung von oxalkylierten Mercaptanen als Schmiermittel, Metallbearbeitungsmittel und Hydraulikflüssigkeiten. Erfindungsgemäss werden für diesen Zweck solche oxalkylierte Mercaptane verwendet, die durch Umsetzung von 2-Mercaptobenzthiazol oder seinen Substitutionsprodukten mit Äthylenoxyd, Propylenoxyd und/oder Epichlorhydrin im Molverhältnis 1 zu mindestens 5 erhalten sind. Die oxalkylierten 2-Mercaptobenzthiazole werden für den angegebenen Zweck als solche in Form ihrer Lösungen in Wasser und/oder hydrophilen organischen Verbindungen eingesetzt.
Als Substitutionsprodukte des 2-Mercaptobenzthiazols seien beispielsweise genannt 5-Chlor-2-mer- captobenzthiazol, 6-Nitro-2-mercaptobenzthiazol und 6- Methoxy-2 -mercaptobenzthiazol.
Unter den als Lösungsmittel in Betracht kommenden hydrophilen organischen Verbindungen sind vor allem solche zu verstehen, die Hydroxylgruppen, Carbonamidgruppen, Carbonylgruppen oder Äthergruppen enthalten. Geeignete Vertreter sind z. B. Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Triäthylenglykolmono- acetat, Dimethylformamid, Methyläthylketon, ausserdem Polyäther, wie sie z. B. durch Polymerisation von 1, 2- und/oder 1, 4-Oxydoverbindungen, durch Polykondensation von Glykolen oder Glykolgemischen, durch Umsetzung von Glykolen oder Glykolgemischen mit aliphatischen Dihalogenverbindungen oder durch Umsetzung von ein-oder mehrwertigen Alkoholen mit 1, 2- und/oder 1, 4-0xydoverbindungen erhältlich sind.
Das Verhältnis zwischen den oxalkylierten 2-Mercaptobenzthiazolen und den in Betracht kommenden Lösungsmitteln kann in weiten Grenzen schwanken ; in vielen Fällen genügt bereits ein Gehalt von 0, 5 Gew. -0/0 an Oxalkylierungsprodukten. Zweckmässige Mengenverhältnisse lassen sich von Fall zu Fall leicht ermitteln.
Die Oxalkylierungsprodukte der 2-Mercaptobenzthiazole bzw. ihre Lösungen in Wasser und/oder hydrophilen organischen Verbindungen besitzen eine ausgezeichnete Schmierwirkung im Bereich hydrodynamischer Schmierung wie auch im Gebiet der Grenzreibung.
Auf Grund ihrer hohen Wirksamkeit im Gebiet der Grenzreibung können die Oxalkylierungsprodukte der 2-Mercaptobenzthiazole in Form wässeriger Lösungen mit sehr gutem Erfolg bei der spanabhebenden Metallbearbeitung verwendet werden ; sie sind durchsichtig und führen nicht zu Entmischungen, so dass die Werkstücke während der Bearbeitung gut beobachtet werden können. Auch bei der spanlosen Metallbearbeitung können die Oxalkylierungsprodukte der 2-Mercaptobenzthiazole bzw. ihre Lösungen in Wasser und/oder hydrophilen organischen Verbindungen mit Erfolg angewendet werden. Dank ihrer guten Verträglichkeit mit Wasser lassen sie sich von den Werkstücken nach abgeschlossener Bearbeitung ohne Schwierigkeiten entfernen.
Bemerkenswert ist auch, dass die Oxalkylierungsprodukte in hartem Wasser keine Trtibung durch Bildung unlöslicher Calciumverbindungen hervorrufen, und dass sie nicht nur in neutralem, sondern auch in saurem oder alkalischem Medium angewendet werden können. Gewiinsch- tenfalls kann man die Mittel der vorliegenden Erfindung auch mit Entschäumer, mit Korrosionsschutzmitteln oder mit Mitteln, die die Viskosität der Flüssigkeiten erhöhen, versetzen.
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Es ist bereits bekannt, Oxalkylierungsprodukte von aliphatischen Mercaptanen - beispielsweise von Dodecylmercaptan - als Schmiermittel u. dgl. zu verwenden. Vor derartigen Produkten zeichnen sich die erfindungsgemäss zu verwendenden Produkte durch eine überraschend stärkere Wirksamkeit aus. Dies geht aus der nachfolgenden Tabelle hervor, in der die maximalen Belastungswerte angegeben sind, die sich bei der Prüfung der miteinander verglichenen Oxalkylierungsprodukte nach Almen-Wieland-vgl. hiezu Zerbe."'Mineralöle und verwandte Produkte"1952, S. 907-908-ergeben.
Tabelle
EMI2.1
<tb>
<tb> Gehalt <SEP> der <SEP> wässerigen, <SEP> maximaler <SEP> Belastungswert <SEP> in <SEP> kg <SEP> bei <SEP> Verwendung
<tb> Lösung <SEP> an <SEP> Oxalkylie-des <SEP> Oxalkylierungsproduktes <SEP> des <SEP> Oxalkylierungsproduktes
<tb> rungsprodukt <SEP> aus <SEP> 1 <SEP> Mo12-Mercaptobenz- <SEP> aus <SEP> 1 <SEP> Mol <SEP> Dodecylmercaptan
<tb> in <SEP> Gew.-% <SEP> thiazol <SEP> und <SEP> 20 <SEP> Mol <SEP> und <SEP> 18 <SEP> Mol <SEP> Äthylenoxyd
<tb> Äthylenoxyd
<tb> 0,0 <SEP> 250 <SEP> 250
<tb> 0,5 <SEP> 300 <SEP> 250
<tb> 1,0 <SEP> > 2000 <SEP> 250 <SEP>
<tb> 2, <SEP> 0 <SEP> 250
<tb> 3,0 <SEP> > <SEP> 2000 <SEP>
<tb>
Das Oxalkylierungsprodukt des 2-Mercaptobenzthiazol war in folgender Weise hergestellt worden :
168 g (1 Mol) 2-Mercaptobenzthiazol wurden zusammen mit 2 g Kaliumhydroxyd auf 1800C erhitzt und bereits während des Erhitzens wurde in die Schmelze Äthylenoxyd eingeleitet. Es wurde dann noch so lange Äthylenoxyd bei 1800C in die Schmelze eingeleitet, bis insgesamt 880 g (20 Mol) Äthylenoxyd aufgenommen waren. Das so erhaltene Oxalkylierungsprodukt war in Wasser klar löslich.
Das Oxalkylierungsprodukt des Dodecylmercaptans war in analoger Weise hergestellt worden, indem 202 g (1 Mol) Dodecylmercaptan zusammen mit 2 g Kaliumhydroxyd in bekannter Weise auf 1500C erhitzt wurden und indem dann in die gebildete Schmelze so lange Äthylenoxyd eingeleitet wurde, bis 792 g (18 Mol) Äthylenoxyd aufgenommen waren. Das so erhaltene Produkt war in Wasser ebenfalls klar löslich.