AT218728B - Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff

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AT218728B AT518958A AT518958A AT218728B AT 218728 B AT218728 B AT 218728B AT 518958 A AT518958 A AT 518958A AT 518958 A AT518958 A AT 518958A AT 218728 B AT218728 B AT 218728B
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  Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden
Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff 
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff, wobei auf der Unterlage eine Zwischenschichte aus Zelluloseestern aufgebracht und auf dieser Zwischenschichte mittels Metall, vorzugsweise Silber, niederschlagender Lösungen eine Metallschichte erzeugt wird. 



   Unter einem durchsichtigen Kunststoff ist z. B. ein Kunststoff zu verstehen, der auf der Grundlage von   Polymethacrylsäureestern hergestellt   wird und den   Handelsnamen "Plexiglas" trägt.   



   Unterlagen, welche wasserabweisend sind, bestehen z. B. aus Kunststoffen, wie Phenolharzen, Melaminharzen, Kunststoffen auf Harnstoffbasis, Acrylsäure-, Styrol-oder Vinylharzen, weiters aus Zellu losederivaten, Wachsen, Kautschuk u. dgl. 



   Durch die österr. Patentschrift Nr. 121529 ist ein Verfahren zum Belegen von elektrisch nicht leitenden Unterlagen, wie Filmen aus den verschiedenen Zelluloseestern   und-äthern,   mit Metallschichten, die aus Metallsalzlösungen chemisch abgeschieden werden, bekanntgeworden, welches darin besteht, dass das an sich bekannte reduzierbare Metallsalzbad erst nach Behandlung der Unterlage mit einem von Füllmitteln freien Reduzierbad und nach Verflüchtigung der als Lösungsmittel des Reduktionsmittels dienenden Flüssigkeit angewendet wird. Als Beispiele von geeigneten Reduktionsmitteln   für   das Reduzierbad führt die Patentschrift besonders Doxy- un Trioxybenzole sowie die photographischen Entwickler, die sich von Phenolen ableiten lassen, insbesondere Pyrogallol, Hydrochinon und Brenzcatechin an. 



   Gemäss dieser Patentschrift können nach dem obigen Verfahren auch beliebige andere Stoffe mit Metall überzogen werden, indem die jeweiligen Unterlagen zunächst mit einer festhaftenden Schichte aus Zelluloseestern   oder-äthern od. dgl.   überzogen weiden, welcher Überzug sodann gemäss dem beschriebenen Verfahren weiterbehandelt wird. 



   Das Verfahren nach diesem Patent ist für die Erzeugung von Spiegelschichten nicht geeignet. Nach der Verflüchtigung der als Lösungsmittel des Reduktionsmittels dienenden Flüssigkeit (wie z. B. Wasser oder Alkohol) kristallisiert nämlich das Reduktionsmittel auf der jeweiligen Unterlage und die derart entstandenen"Fensterblumen"gehen in die durch das reduzierbare Metallsalzbad erzielte Metallschichte unvermeidlich ein. Ausserdem ist diese Schichte matt. Es wird derart zwar auf den angeführten Unterlagen eine Metallschichte, aber keineswegs eine Spiegelschichte erzielt. Dementsprechend ist in der oben erwähnten Patentschrift ausschliesslich von Metallschichten und nicht von Spiegelschichten die Rede. 



   Falls eine durch Wasser nicht benetzbare Unterlage, z. B. ein durchsichtiger Kunststoff, im Sinne der Patentschrift zunächst mit einer festhaftenden Schichte aus Zelluloseestern   oder-äthern   überzogen wird, damit der Überzug sodann nach dem oben angeführten Verfahren weiterbehandelt werden kann, ergeben sich ausserdem durch die unterschiedliche Oberflächenspannung der Unterlage und der Schichte aus Zelluloseestern   oder-äthern   auf dieser Schichte kleinere, regelmässige Unebenheiten, welche für eine Spiegelherstellung erst durch Schwabbeln oder Polieren beseitigt werden müssten. 



   Weiterhin ist durch die Schweizer Patentschrift Nr. 323003 ein Verfahren zur Herstellung metallisierter Kunststoffgegenstände bekanntgeworden, welches darin besteht, dass auf die Kunststoffoberfläche zunächst eine Grundlackschichte, hierauf eine Zwischenlackschichte, darauf eine Metallschichte und zuletzt eine Decklackschichte aufgebracht wird. Für die Zwischenschichte führt die Patentschrift chemischaushärtende,   z. B.   die   wärmehärtenden   Melaminharz-Lacke an. Als Metallisierungsverfahren wird vor allem das Bedampfungsverfahren im Hochvakuum in Betracht gezogen. Jedoch werden auch die andern 

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 bekannten Metallisierungsverfahren, darunter ebenfalls die chemische   Reduletion   von Edelmetallsalzen, allgemein angeführt. 



   Was die Zelluloseesterlacke betrifft, so erwähnt die Schweizer Patentschrift Nr. 323003 diese unter anderem lediglich als Grundlackschichte, auf welche erst eine Zwischenschichte und dann erst die Metallschichte aufgebracht wird. 



   Es ist offensichtlich, dass sich das Verfahren dieser Patentschrift für die Erzeugung von Spiegeln nicht eignet. Vorerst ist das für eine Spiegelerzeugung unbedingt erforderliche, optisch vollkommen fehlerfreie Aufbringen von zwei Lackschichten aufeinander, nämlich der Grundlackschichte und der Zwischenlackschichte, welche sich sodann zwischen der Kunststoffunterlage und der Metallschichte befinden, äusserst schwer, umständlich und unwirtschaftlich. Ausserdem lassen sich auf den in der Patentschrift angeführten   chemisch-härtenden,   z. B. wärmehärtenden Melaminharz-Lacken keine als Spiegel praktisch brauchbaren Metallschichten durch chemische Reduktion von Edelmetallsalzen aufbringen.

   Die erzielte Metallschichte ist nicht nur optisch fehlerhaft, matt und zu porös sowie dadurch für den   Decldack   durchlässig, sondern haftet ausserdem nicht ausreichend auf der Unterlage. Diesen Tatsachen entsprechend, behandelt die Patentschrift auch nicht die Spiegelerzeugung, sondern nur die Herstellung metallisierter Kunststoffgegen-   staande,   und führt als Metallisierungsverfahren vor allem das Bedampfen im Hochvakuum an. 



   Die Erfindung besteht nun darin, dass als Zwischenschichte eine dünne Schichte aus Zaponlack mit einem üblichen Gehalt an hochviskoser Nitrozellulose verwendet wird. 



   Wie bekannt, gibt es Nitrozellulosen, die hochviskose und solche, die niedrigviskose Lösungen ergeben. Die ersteren bilden das Rohmaterial für die Zaponlacke und die letzteren für die Nitrozellulose-   lacke. Lösungsmittel von hochviskosen und   niedrigviskosen Nitrozellulosen sind, wie bekannt. z. B. Äthylester, Butylazetat, Amylazetat, Azeton und Alkohole. Zum Lösungsmittel werden üblicherweise Zusätze von Verdünnungsmitteln, wie Benzin, Benzol und Toluol, beigefügt.   Ausserdem werden bekannterweise   Weichmachungsmittel, z. B. Trikresyl-Phosphat, beigegeben. Auf diese Weise werden die an sich bekannten Zaponlacke und Nitrolacke erzeugt. Was die Lösungsmittel und Weichmachungsmittel betrifft, sind nämlich die Rohmaterialien für die Herstellung von Zaponlacken und neuzeitlichen Nitrozelluloselacken vielfach die gleichen.

   Wie bekannt, besteht jedoch ein grundsätzlicher Unterschied im rezeptmässigen Aufbau beider Lacktypen sowie insbesondere in der Wahl der verschiedenen Nitrozellulosearten. 



   Die Zaponlacke, dünn aufgebracht, bilden auf den Unterlagen eine ebene, vollkommen glatte, hochglänzende Zwischenschichte, die für die Anbringung der Spiegelschichte sehr geeignet ist, wobei die bei den bisher bekannten Verfahren notwendige Mehrarbeit des Schwabbelns und Polierens der Lackschichte entfällt. Dabei lässt sich auf der Zwischenschichte aus Zaponlack unmittelbar-also ohne jede Vorbehandlung - durch Metall, vorzugsweise Silber, niederschlagende Lösungen eine festhaftende, wenig poröse, optisch fehlerfreie, hochglänzende und folglich spiegelnde Metallschichte erzielen. 



   Durch das erfindungsgemässe Verfahren sind an den oben angeführten Unterlagen auf einfache Weise hochwertige Spiegelschichten, also wesentlich bessere Metallschichten, als durch die bisher bekannten Verfahren, herstellbar. 
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   Die   Lösungs- und   Verdünnungsmittel für den Zaponlack sollen zweckmässigerweise vollkommen wasserfrei sein, da sonst weisse Stellen in der Zwischenschichte entstehen. 



   Die Zwischenschichte aus Zaponlack, welche weder eindeutig durch Wasser benetzbar noch unbenetzbar ist, trägt man nicht etwa deshalb auf, um die Gleichmässigkeit der Oberfläche zu verbessern, sondern weil auf ihr in gleicher Weise wie auf Glas und Keramik besonders   schone   Metallüberzüge erreichbar sind. Sie kann vollkommen durchsichtig sein. 



   Die Metallschichte lässt sich nicht nur durch blosses Belegen   od. dgl., sondern   auch durch Spritzen aufbringen. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist in gleicher Weise auch zum Schmücleen oder Beschriften von Gegenständen, welche aus den oben erwähnten Stoffen bestehen, durch Anbringung von Spiegelschichten geeignet. 



   Das erfindungsgemässe Verfahren ist weiters auch für Glas, Keramik u.   ähnl.   Stoffe anwendbar. 



   Färbige Spiegel lassen sich   z. B.   durch eine färbige zu verspiegelnde Unterlage oder eine   färbige,   durchsichtige Zwischenschichte aus Zaponlack herstellen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff, wobei auf der Unterlage eine Zwischenschichte aus Zelluloseestern aufgebracht und auf dieser Zwischenschichte mittels Metall. vorzugsweise Silber, niederschlagender Lösungen eine Metallschichte erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, dass als Zwischenschichte eine dünne Schichte aus Zaponlack mit einem üblichen Gehalt an hochviskoser Nitrozellulose verwendet wird.
AT518958A 1958-07-22 1958-07-22 Verfahren zur Herstellung von Spiegelschichten auf wasserabweisenden Unterlagen, insbesondere aus einem durchsichtigen Kunststoff AT218728B (de)

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