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Sargsenkapparat
Die Erfindung betrifft einen Sargsenkapparat mit hydraulischer, einen Zylinder und Kolben aufwei- sender Bremsvorrichtung für die an einem rechteckförmigen Rahmen über Umlenkrollen laufenden Ab- senkseile.
Die meist gebräuchlichen mechanischen Bremsen bei Sargsenkapparaten sind im Vergleich zu hydrau- lischen Bremsvorrichtungen der Abnützung und Witterungseinflüssen ausgesetzt, so dass die Bremswirkun- gen oft unerwartete Ungleichmässigkeiten zeigen, was aus Pietätsgründen verhindert werden sollte. Auch lässt sich die Handhabung der Bremsen nicht genügend unauffällig bewerkstelligen, da sie stets der Nach- regulierung bedarf.
Aber auch bereits vorgeschlagene Sargsenkapparate mit hydraulischen Bremsmitteln zeigen Unzu - länglichkeiten, indem ein verhältnismässig langer, schlanker Flüssigkeitszylinder längsseitig am Rahmen vorgesehen ist, da der Verschiebungsweg des Kolbens mindestens halb so lang wie die Absenkhöhe bemes- sen werden musste, wenn der Kolben durch ein längsverschiebbar aus dem Zylinder austretendes Zugele- ment über Umlenkorgane mit den Absenkseilen verbunden ist, während eine entsprechend lange, mit einem einstellbaren Speirorgan versehene Umlaufleitung die beiden Zylinderräume miteinander verbin- det, wobei bekanntermassen durch Drosselung des Flüssigkeitsumlaufes durch diese Leitung vom einen Zylinderraum zum andern mittels des Sperrorgans die Sargabsenkung nach Massgabe der ermöglichten Kolbenverschiebung in erwünschter Weise abgebremst werden kann.
Im praktischen Gebrauch zeigt sich jedoch an solchenhydraulischenBremsvorrichtungen der Nachteil, dass das in Bodennähe befindliche und durch eine Dichtung in den Zylinder hineinreichende Zugelement leicht verschmutzt, weil es der Witterung ausgesetzt ist, und wegen seiner grossen freien Länge oft verbogen oder anderweitig beschädigt wird. Dadurch wird die schon infolge des grossen Verschiebungsweges des Zugelementes starker Abnützung ausgesetzte Dichtung rasch undicht, so dass die Vorrichtung unzuver- lässig arbeitet und schliesslich unbrauchbar wird.
Ferner behindern Zylinder und Zugelement infolge ihrer Länge sowie die am Zugelement angebrachten Umlenk- und Übertragungsorgane den Zutritt zum Grab auf zwei bis drei Seiten desselben, was in der Durchführung der Bestattungszeremonie störend wirken und sogar zu Unfällen führen kann.
Die vorliegende Erfindung sucht diese Nachteile dadurch zu vermeiden, dass Seilwickelrollen für die Absenkseile auf einer längs der einen Schmalseite des Rahmens drehbar gelagerten Gewindespindel befestigt sind, auf welcher eine undrehbar gehaltene Gewindemutter durch die Spindeldrehung axial verschiebbar angeordnet und mit dem verschiebbaren Teil des Zylinder-Kolbenaggregates starr verbunden ist, wobei im Strömungsweg der durch die Relativbewegung zwischen Zylinder und Kolben transportierten Flüssigkeit ein einschaltbares Drosselorgan vorgesehen ist, welches die Geschwindigkeit der Relativbewegung und somit der Spindeldrehung bestimmt.
Die Erfindung wird'anschliessend an Hand eines auf der beiliegenden Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf den Rahmen des Sargsenkapparates und Fig. 2 zeigt einen axialen Verti- kalschnitt durch die Bremsvorrichtung des Apparates mit Teilen in Vorderansicht.
Der rechteckförmige Rahmen 1 des Sargsenkapparates besitzt an seinen Schmalseiten je eine Fussplatte 2 bzw. 2', welche Platten auf der Längsseite des Rahmens durch zwei liegende Rohrstangen 3 und 3'miteinander verbunden sind, indem deren Enden in je eine Muffe 4 an den Platten 2 bzw. 2'lösbar
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eingesteckt sind. An diesen Stangen sind an zwei paarweise einander gegenüberliegenden Stellen je eine mittels einer Hülse 5 um die Achse der Stange schwenkbare Seilumlenkrolle 6 bzw. 6'angebracht, über welche Rollen Absenkseile 7 bzw. 7'zum Absenken des Sarges 8 laufen. Auf der Fussplatte 2 ist ein Ge- häuse 9 mit einer hydraulischen Bremsvorrichtung montiert, welche in einem liegenden Zylinder 10 einen ! doppeltwirkenden Kolben 11 aufweist.
Der Zylinder 10 ist von einer Welle 12 koaxial durchsetzt, auf deren beiden aus dem Gehäuse 9 vorstehenden Endzapfen je eine Seilwickelrolle 13 bzw. 13'befestigt ist. an der zwei der Absenkteile 7 bzw. beim Senken abgewickelt und beim Einholen aufgewickelt werden.
Der mittlere Teil der Welle 12 besteht aus einer Gewindespindel 14, die z. B. ein dreigängiges Trapez- gewinde aufweist und mit welcher eine undrehbar gehaltene Gewindemutter 15 in Eingriff steht, welche einen Bestandteil des Kolbens 11 bildet. Der Kolben besitzt zwei von der Welle 12 durchquerte ringför- mige Stirnteller 16 mit je einem an der Innenwand des Zylinders 10 anliegenden Dichtungsring 17 und je einem den Wellendurchtritt abdichtenden Dichtungsring 18. Diese Stirnteller sind je mittels eines ver- schraubten Distanzrohres 19 bzw. 19'mit der Gewindemutter 15 starr verbunden. Ein an der Gewinde- mutter angebrachter Keilkopf 20 greift in eine Axialnut 21 der Zylinderwand 10, um die Gewindemutter i am Mitdrehen mit der Spindel 14 zu verhindern.
Der Zylinder 10 ist beiderends durch je einen Zylinder- deckel 22 bzw. 221 abgeschlossen und an demselben auf der Fussplatte 2 befestigt.
Das hydraulische, mit einer Flüssigkeit gefüllte System der Bremsvorrichtung umfasst die beiden Zy- linderräume 23 und 23'je zwischen dem Zylinderdeckel 22 bzw. 22'und dem ihm gegenüberliegenden
Stirnteller 16 des Kolbens 11 und je eine diese beiden Räume mit einem Schalthahn 24 verbindende Lei- tung 25 bzw. 25', welche am betreffenden Zylinderdeckel angeschlossen ist. Der Schalthahn 24 besitzt ein Dreiweg-Küken 26 und ist über zwei Stutzen 27 und 28 an der Leitung 25 angeschlossen, wobei im
Stutzen 27 eine auswechselbare Drosselblende 29 eingebaut ist. Der dritte Stutzen 30 ist an der andern
Leitung 25'angeschlossen.
Das Küken 26 lässt sich in drei Schaltstellungen bringen, nämlich in eine
Stop-Stellung, in welcher die Leitung 25 zur Leitung 25'unterbrochen ist, in eine Drosselstellung, in welcher die Leitung 25 über den Stutzen 27 durch diedrosselblende 29 mit der Leitung 25'verbunden ist, und in eine Rücklaufstellung, in welcher die Leitung 25 über den Stutzen 28 mit der Leitung 25'verbun- den ist, wobei nichtgezeigte Anschläge für das Küken vorgesehen sind, um eine direkte Umschaltung des- selben aus der Stop-Stellung in die Rücklauf-Stellung zu verhindern.
Im Bereitschaftszustand sind die bekanntermassen mit Kettengliedern versehenen Enden der Drahtseile 7 und 7'paarweise mittels Haken miteinander gekuppelt und bei auf den Seilrollen 13 bzw. 13'auge- wickelten Drahtseilen straff angespannt. In diesem Zustand ist der Kolben 11 in Fig. 2 vollständig nach rechts verschoben. Das Küken 26 des Schalthahns 24 befindet sich in der Stop-Stellung.
Wird der Sarg 8 auf den Ketten abgesetzt, so übt derDrahtsei1zugübe die Seilrollen ein solches Drehmoment auf die Ge- windespindel 14 aus, dass sie die Gewindemutter 15 mit dem Kolben 11 in Fig. 2 nach links zu verschie- ben sucht, aber bei gesperrter Umlaufleitung 25, 25'nicht kann, wobei im Zylinderraum 23 ein hydrau- lischer Druck erzeugt wird, welcher infolge des geschlossenen Schalthahnes aufrechterhalten bleibt und eine Verschiebung des Kolbens und somit das Absenken des Sarges verhindert.
Wird das Küken 26 des
Schalthahnes in die Drossel-Stellung gedreht, so gelangt Druckflüssigkeit nach Massgabe der Blendenöff- nung in gedrosseltem Durchfluss aus dem Zylinderraum 19 über die Leitung 25 durch die Blende 29 in die
Leitung 25'und den Zylinderraum 23', wobei sich der Kolben 11 langsam nach links bewegt und somit eine entsprechende Drehung der Gewindespindel und der Seilrollen zulässt, so dass der Sarg durch die hy- draulische Drosselung abgebremst gesenkt wird.
Die Hakenkupplung der Drahtseilenden wird beim schlaffen Aufliegen auf dem Boden des Grabes in bekannter Weise selbsttätig gelöst. Zum Aufwinden der Drahtseile wird das Schalthahnküken 26 in die Rücklauf-Stellung gedreht und die Spindelwelle mittels einer am einen als Vierkant ausgebildeten Wellenende 31 ansteckbaren Handkurbel zurückgedreht, um die Drahtseile aufzuwinden, wobei sich die Gewindemutter mit dem Kolben von links nach rechts bewegt und dabei Flüssigkeit aus dem Zylinderraum 23'durch die Leitung 25', den Stutzen 30, das Küken 26, den Stutzen 28 und die Leitung 25 in den Zylinderraum 23 fördert.
Das hydraulische Medium besteht vorzugsweise aus Öl, dessen Viskosität und spezifisches Volumen bei den vorkommenden Aussentemperaturen nur geringe Veränderlichkeit zeigen und welche gute Schmiereigenschaften besitzt, da auch der Zylinderhohlraum 32 zwischen den Kolbenstirnwänden 16 mit dieser Flüssigkeit gefüllt ist, um nicht nur eine gute Schmierung des Eingriffes von Spindel und Mutter zu gewährleisten, sondern auch um Sickerverluste im hydraulischen System zu ersetzen. Auf der Oberseite des Zylinders 10 ist ein nach aussen schliessbarer Nachfüllstutzen 33 angebracht, der mit einem die Führungsnut 21 dichtschliessend überdeckenden Flansch 34 auf dem Zylinder befestigt und mit einem Flüssigkeit-
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standanzeiger 33'versehen ist, an dem die im Stutzen vorhandene Flüssigkeitsreserve ersichtlich ist.
Für den Flüssigkeitsdurchtritt weisen die Distanzrohre 19 und 19'einige Löcher 35 auf.
Zum Aufwickeln der Absenkseile könnte auf der Welle 12 mindestens eine Spiralfeder angeordnet sein, deren eines Ende am Wellenumfang und deren anderes Ende an der Zylinderwand 10 befestigt ist, wobei für den Durchtritt durch das Distanzrohr in demselben ein Axialschnitt vorgesehen sein muss. Diese Spiralfeder würde durch die Drehung der Welle beim Abwinkeln der Absenkseile gespannt und würde nach Umschalten des Schalthahnes in die Rücklauf-Stellung die gegenläufige Drehung zum Aufwickeln der Seile bewirken. Fig. 2 zeigt, wie die Spiralfeder 36 aussen am einen Zylinderdeckel 22'angeordnet sein kann.
An wenigstens einer der beiden Fussplatten 2 bzw. 2'sind zwei in der Höhe einstellbare Nivellierfüsse 37 angebracht, welche mit einem mit Aussengewinde 38 versehenen Rohrstück in je einer Gewindebohrung der Fussplatte eingeschraubt sind und an ihrem oberen Ende z. B. mit einem Vierkantkopf 39 oder Mehrkantloch versehen sind, um mittels eines Aufsteckschlüssels gedreht und dadurch in der Höhe zum Horizontallegen des Rahmens 1 angepasst werden zu können.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Sargsenkapparat mit einer hydraulischen, einen Zylinder und Kolben aufweisenden Bremsvorrich- rung für die an einem rechteckförmigen Rahmen über Umlenkrollen laufenden Absenkseile, dadurch ge- kennzeichnet, dass Seilwickelrollen (13, 13') für die Absenkseile (7, 7') auf einer längs der einen Schmal- seite (2) des Rahmens (1) drehbar gelagerten Gewindespindel (14) befestigt sind, auf welche eine undreh - bar gehaltene Gewindemutter (15) durch die Spindeldrehung axial verschiebbar angeordnet und mit dem verschiebbaren Teil des Zylinderkolbenaggregates (10,11) starr verbunden ist, wobei im Strömungsweg (25, 25')
der durch dieRelativbewegung zwischenzylinder und Kolben transportiertenFlüssigkeit ein ein- schaltbaresDrosselorgan (29) vorgesehen ist, welches die Geschwindigkeit der Relativbewegung und somit der Spindeldrehung bestimmt.