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Siebbelag für das Kurzstrohsieb in Dreschmaschinen
Die Erfindung richtet sich auf einen Siebbelag für das Kurzstrohsieb in stationären oder fahrbaren
Dreschmaschinen mit aus einer ebenen oder gefalteten Fläche durch Ausstanzen angeformten Lappen.
Kurzstrohsiebe von Dreschmaschinen arbeiten, jeweils in Abhängigkeit von dem Dreschgut, bald mit grösserer, bald mit kleinerer wirksamer Sieböffnung, u. zw. nicht zuletzt mit Rücksicht auf den diese Siebe durchsetzenden Reinigungswind. Zudiesem Zweck werden die Dreschmaschinen mit Siebsatzen ausgestat- tet, die unterschiedlich ausgebildete Siebbeläge aufweisen, deren einzelne Siebe gegeneinander austausch- bar sind. Trotz ihrer Einfachheit sind diese Siebe doch vergleichsweise kostspielig, da zu ihrer Herstellung vielerlei Stanzwerkzeug erforderlich sind, um die verschieden grossen Sieböffnungen auszubilden.
Mit ein und derselben Werkzeugaufspannung können darüber hinaus nur Siebbeläge von einer ganz bestimmten Spalt- weite gestanzt werden, d. h. zur Herstellung eines Siebsatzes ist'eine der Zahl der einzelnen Siebe entsprechende Anzahl von Werkzeugen notwendig.
Aus diesen und andern Gründen werden daher zuweilen anstatt mehrerer Siebe mit unterschiedlicher
Sieböffnung sogenannte Jalousiesiebe mit einen verstellbaren Abstand voneinander aufweisenden Lamellen verwendet. Derartige Jalousiesiebe sind nicht nur teuer in der Herstellung, sondern ausserordentlich empfindlich im Betrieb. Soll beispielsweise die Spaltbreite eines solchen Siebes verringert werden, kann es vorkommen, dass die Lamellenzwischenräume im Bereich der Austragseite des Siebes ordnungsgemäss offen sind, dass hingegen aber die Sieböffnungen im Bereich der Aufgabeseite des Siebes ganz oder teilweise verstopft sind. Wird dann zur Verstellung des Siebes eine mehr oder weniger grosse Kraft aufgewendet, so verbiegen die verstopften Lamellen und das Sieb wird nach kurzer Zeit unbrauchbar.
In jedem Fall kann ein derart deformiertes Sieb nicht mehr bestimmungsgemäss arbeiten, was jedoch im allgemeinen erst nach geraumer Zeit bemerkt wird, d. h. erst, nachdem die Maschine längere Zeit eine Fehlleistung erbracht hat. Aus diesen Gründen konnten sich daher Jalousiesiebe im allgemeinen nicht einführen.
Dagegen ist eine Siebauflage für Strohschüttler mit säge zahnartig ausgebildeter Oberfläche bekannt.
Entsprechend der hiebei gestellten speziellen Aufgabe einer guten Förderwirkung durch die Wurfbewegungen des Siebes, sind dort die ausgestanzten Lappen nach unten abgebogen, so dass sie die Sieböffnungen von unten her abdecken. Die unter die allgemeine Siebebene reichenden Lappen dienen ebenso wie einzelne senkrecht stehende Flächen der gefalteten Oberfläche des Siebes zur Verringerung des Durchgangsquerschnitts der Sieböffnungen. Für Zwecke der Trennung des Kurzstrohs von dem Korn, d. h. als Siebbelag von Kurzstrohsieben, eignet sich diese bekannte Siebauflage jedoch nicht.
In Erkenntnis der Nachteile der bisher bei Kurzstrohsieben von Dreschmaschinen verwendeten Siebbelägen hat sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt, einen Siebbelag zu schaffen, der infolge seiner neuartigen Ausgestaltung eine besonders rationelle Herstellungsweise gestattet und ausserdem hinsichtlich seiner funktionellen Eigenschaften den bisher bekannten Siebbelägen zumindest gleichwertig ist.
Diese Vorteile werden gemäss der Erfindung dadurch erzielt, dass die in an sich bekannter Weise aus einer ebenen oder gefalteten Fläche durch Ausstanzen angeformten, die Sieblöcher öffnenden Lappen, sich aus der Fläche nach oben erheben, in Vorschubrichtung angestellt sind und die Sieblöcher mit Abstand ganz oder teilweise überdecken. Je nach dem gewählten Anstellwinkel der Lappen gegenüber der Allgemeinen Siebebene ergibt sich dabei eine unterschiedliche wirksame Sieböffnung, wohingegen die Grösse der tat-
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sächlichen Öffnungen innerhalb der Ebene gleich bleibt.
Nach einem andern Merkmal der Erfindung ist die den Siebbelag bildende Fläche rechtwinklig oder stumpfwinklig oder spitzwinklig gefaltet. Auch hiebei gilt wiederum, dass das Mass und die Form der Ab- winkelung für die wirksame Sieböffnung und damit für die Wirkung bestimmend ist. Gegebenenfalls kann bei einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemässen Siebbelags die Fläche auch gekrümmt ge- faltet sein. Es ist anderseits auch denkbar, in weiterer Ausgestaltung der Erfindung den Siebbelag so aus- zubilden, dass der Faltungswinkel der Fläche in Vorschubrichtung zunimmt.
Abweichend von der normalen Ausführung mit geradlinig ausgebildeter freier Endkante der angestell- ten Lappen kann nach einem andern Merkmal der Erfindung die in Vorschubrichtung liegende Endkante des
Lappens auch sl1gezahnartig ausgebildet sein.
Zur Stabilisierung des Siebbelags, d. h. in dem Bestreben, diesen zumindest teilweise selbsttragend zu gestalten, kann die Teilfläche zwischen je zwei Sieblöchern in Vorschubrichtung satteldachartig ver- formt sein. Diese dachartige Abwinkelung geht dann verlaufend in die gefaltete Fläche über. Diese Ausbildung erzeugt nicht nur eine grosse Biegefestigkeit, sondern hiedurch werden auch die aus dem geförderten Gut ausfallenden Körner zuverlässig in die Sieböffnungen geleitet. Dem gleichen. Zweck dient auch die in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehene Abrundung der Kanten der Sieblöcher. Die bogenförmigen Übergänge vermeiden darüber hinaus bei der Herstellung auftretende Spannungsspitzen innerhalb des Siebbelags, was zur Verlängerung von dessen Lebensdauer nicht unwesentlich beiträgt.
Sollte es aus bestimmten Gründen erwünscht sein, können die Ansatzstellen der Teilflächen zwischen je zwei Sieblöchern auch federnd, biegbar oder gelenkig ausgestaltet sein. Weiter bietet die Erfindung die Möglichkeit, den Anstellwinkel der Lappen veränderbar auszubilden. Dies erhöht die Anpassungsfähigkeit ein und desselben Siebbelags an die wechselnden Verhältnisse und die vielfach sehr unterschiedlichen Eigenschaften des zu behandelnden Ernteguts. Schliesslich ist es denkbar, dass gemäss der Erfindung die Lappen einer Siebfläche unterschiedliche Form aufweisen. Dabei kann der Wechsel der Form nach einem vorbestimmten Schema über die gesamte Siebbelagfläche erfolgen.
Ruht der Siebbelag auf in Förderricntung verlaufenden Trägern, so können diese Träger zur Veränderung der Anstellung der Lappen längen veränderlich ausgebildet sein. Im gleichen Masse, wie sich die Winkel der Auflagerflächen der Träger hiebei verändern, wird dabei das Mass der Abwinkelung der Lappen verändert.
Ein in der erfindungsgemässen Weise ausgebildeter Siebbelagkann neben seinem Hauptanwendungsgebiet für Kurzstrohsieb gegebenenfalls auch als Belag für den Strohschüttler für Dreschmaschinen Verwendung finden.
Die Herstellung des erfindungsgemässen Siebbelags für Kurzstrohsieb geht zweckmässigerweise so vor sich, dass in ein Blech in aufeinanderfolgenden Reihen, mit Abstand nebeneinander, U-förmige Einschnitte gestanzt und die zwischen den U-Schenkeln verbleibenden Lappen in Höhe ihrer Ansatzkanten reihenweise in abwechselnder Richtung aus der Blechebene abgebogen und gegebenenfalls um ihre Mittellinie in gleicher Richtung abgewinkelt werden. Hiebei genügt für sämtliche in Frage kommenden Siebgrössen ein und dieselbe Werkzeugaufspannung, wodurch sich das Herstellungsverfahren für derartige Siebbeläge wesentlich verbilligt.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einiger ganz besonders zweckmässiger Ausführungsformen der Erfindung sowie an Hand der Zeichnungen.
Es zeigen Fig. 1 die einfachste Grundform des Siebbelags in perspektivischer Darstellung, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-H in Fig. l, Fig. 3 eine den Fig. l und 2 entsprechende Ausführungsform mit abgewinkelten Stegen, Fig. 4 eine weitere Ausführungsform in Fig. 1 entsprechender Darstellung, Fig. 5 einen schematischen Längsschnitt durch ein Kurzstrohsieb mit weiter Sieböffnung, Fig. 6 ein Kurzstrohsieb verringerter Öffnung und kleiner Überdeckung der Lamellen, Fig. 7 ein Kurzstrohsieb mit grosser Überdeckung,
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strohsieb mit in Förderrichtung zunehmender Sieböffnung, Fig. 10 einen durch Abkrümmung verkürzten Steg, Fig. 11 einen schematischen Querschnitt durch ein Mähdreschergehäuse mit Kurzstrohsieb nach der Linie XI-XI in Fig. 12 und Fig.
12 eine Draufsicht auf das Kurzstrohsieb nach Fig. 11.
Der in den Fig. 1-3 wiedergegebene Siebbelag besteht aus einem ebenen Blech 1, in welches in regelmässiger Anordnung U-förmige Einschnitte gestanzt sind, wobei die Schenkel dieses U mit 2 und die Stege des U mit 3 bezeichnet sind. Hiedurch werden zungenartige Lamellen 4 ausgebildet, die sich durch Abwinkelung um die Kante 5 aus der Ebene des Bleches 1 erheben undmit ihrem freien Ende 6 in die durch den Pfeil 7 angedeutete Förderrichtung weisen. Die Lamellen 4 werden durch mit 8 bezeichneten Stege
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verbunden. Durch Abwinkelung dieser Stege 8 entlang der mit 9 bezeichneten Lmie (s. Fig. l) entsteht un- ter gleichzeitiger Verkürzung derinFig.
Zmitxbezeichneten Längenabmessung der Sieböffnung 10 auf die
Länge y das aus Fig. 3 ersichtliche Siebprofil, bei welchem die freien Enden 11 der Lamellen 4 etwa der halben Steglänge 8 entsprechen.
Die in Fig. 4 wiedergegebene Ausführungsform des Siebbelags weist eine in sich zick-zack-artig aus- gebildete allgemeine Ebene auf, wobei sich die Stege 8 unmittelbar an die Lamellen 4 anschliessen. Die
Stege 8 sind an ihren Enden um die Kanten 12 und 13 jeweils im entgegengesetzten Sinn abgewinkelt.
Bei 14 sind bogenförmige Übergänge zwischen einem Steg 8'und der angrenzenden Lamelle angedeutet.
Dieser Steg ist ausserdem bei 15 dachförmig'bis in die Übergangszone der angrenzenden Lamelle 4 ver- stärkt. Die Lamelle 4'ist gegenüber der bei 4 angedeuteten Lamelle mit etwa der doppelten Anzahl von
Einschnitten 16 versehen. Die bei 17 angedeutete, in Förderrichtung 7 weisende Endkante der Lamelle 4' ist gezackt ausgebildet.
Die wirksame Grösse der Sieböffnungen 10 wird massgeblich von den zwischen den Lamellen 4 und den Stegen 8 eingeschlossenen Winkeln a bzw. 8 bestimmt. Je nach der Grösse dieser Winkel ergeben sich unterschiedliche Spaltweiten 18, 19,20, 21,22, 23,24, 25,26 bzw. 27. Die Siebweiteist schliesslich abhangig von der Ausbildung des Steges 8. Sie verringert sich, wenn, wie beispielsweise in Fig. 10 angedeutet, der Steg 8"S-förmig ausgebildet ist.
In den Fig. 11 und 12 ist die Verwendung des Siebbelags bei dem Kurzstrohsieb einer Felddreschmaschine wiedergegeben, deren Gehäuse bei 29 angedeutet ist. Das den Siebbelag bildende Blech 1 ruht auf den in Förderrichtung verlaufenden Längsträgern 30 und wird durch die aufgesetzten Längsleisten 31 in einzelne Felder 32 unterteilt.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die im Vorstehenden beschriebenen und in den Zeichnungen wiedergegebenen Ausführungsbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten beschränkt, sondernessind demgegenüber zahlreiche Abänderungen möglich, die durchaus innerhalb des Grundgedankens der Erfindung liegen. So kann der Siebbelag innerhalb des allgemeinen Anwendungsgebietes (Dreschmaschinen) auch andern Zwecken als Sieb- oder Förderelement nutzbar gemacht werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Siebbelag für das Kurzstrohsieb in stationären oder fahrbaren Dreschmaschinen mit aus einer ebenen oder gefalteten Fläche durch Ausstanzen angeformten Lappen, dadurch gekennzeichnet, dass die die Sieblöcher (10) bildenden Lappen (4) sich aus der Fläche nach oben erheben, in Vorschubrichtung (7) angestellt sind und die Sieblöcher (10) mit Abstand ganz oder teilweise überdecken.