AT224675B - Verfahren und Anlage zur entkohlungsfreien Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut - Google Patents

Verfahren und Anlage zur entkohlungsfreien Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut

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AT224675B
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Brandenburg Stahl Walzwerk
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Anlage zur entkohlungsfrelen Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut 
Eine Möglichkeit zur entkohlungsfreien Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut besteht in der oxydierenden Glühweise. Bei diesem Verfahren treten erhebliche Materialverluste ein, wobei ausserdem die Unsicherheit besteht, dass die Entkohlungsgeschwindigkeit grösser ist als die Verzunderungsgeschwindigkeit und daher nach dieser Glühweise Ausfälle nicht zu vermeiden sind. Vor einer Weiterverarbeitung des Materials ist ein Beizen bzw. Entzundern unbedingt erforderlich, wobei die Zunderentfernung oft auf erhebliche Schwierigkeiten stösst und lange Beizzeiten erforderlich sind. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, wurde in den letzten Jahren immer mehr zur Glühung unter Schutzgas übergegangen. 



     Ein Glühen von Stahl   mit   einerWalzhaut unterSchutzgas führt   jedoch nicht mit Sicherheit zu den gewünschen Ergebnissen. Bei Verwendung von partiell verbranntem Leuchtgas als Schutzgas treten unliebsame Reaktionen zwischen dem   02   der Walzhaut und dem Schutzgas ein, welche nur schwer zu beherrschen sind. Diese Erscheinungen treten selbst dann auf, wenn das Schutzgas einer Aufbereitung unterzogen wurde und dadurch aufkohlenden Charakter hat. 



   In vielen Fällen wird daher das Material vor dem Glühprozess einer Beizung unterzogen. Dieses Verfahren macht jedoch   das Vorhandensein einer Beizanlage erforderlich. Ausserdem   muss das Schutzgas einen neutralen Charakter haben. 
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   Der nach diesem Verfahren behandelte Stahl mit Walzhaut oder einer durch andere Warmformgebung herrührenden Oxydhaut zeichnet sich neben der nichtentkohlten Randzone durch eine reduzierte Zunderhaut aus, welche speziell beim Ziehen kein Beizen erforderlich macht und sich   gunstig   auf den Ziehprozess auswirkt. Das erforderliche Schutzgas ist relativ billig in einem normalen exothermen Schutzgaserzeuger herstellbar. Der Aufbau und die Bedienung der Anlage sind äusserst einfach und der Gasverbrauch sehr gering. 



   Das Verfahren kann auf alle Schutzgase mit   CO-Anteilen   übertragen werden. 



   Auf der Zeichnung ist das Prinzip einer Anlage zur Durchführung des Verfahrens dargestellt. 



   Die Anlage kann mit einem oder mehreren Glühtöpfen betrieben werden, die in beliebigem Wechsel und veränderlicher Anzahl zusammenschaltbar sind. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Das in einem exothermen Schutzgaserzeuger 1 partiell verbrannte Leuchtgas wird einem SchutzgasGasometer 2 zugeführt und steht daher mit konstantem Druck zur Verfügung. Vor Beginn einer Glühung werden durch Öffnen der Schieber 6, 7 und   8 und des Entlüftungshahnes   12 sowie Schliessen des Schiebers 9 der Glühtöpfe   bzw. die Glühtöpfe 3   und das gesamte Rohrsystem entlüftet. Dabei wird das Schutzgas durch   den Kontaktofen 4 geführt, wodurch das im Schutzgas noch enthaltene CO. zu CO reduziert wird. Der Kontaktofen arbeitet mit einer Temperatur von IOOOOC, wodurch gleichzeitig das im Schutzgas enthal-   tene H20 gespalten wird. Ein jeweils an dem Kükenhahn 11 angeschlossener Analysator zeigt den    02-Ge-   halt im Glühtopf an.

   Nach Erreichen des erforderlichen 0-Gehaltes wird die Anlage im Kreislauf betrieben. Dazu werden der Schieber 9 geöffnet, der Entlüftungshahn 12 geschlossen und das Gebläse 5 eingeschaltet. 



   MitHilfe des Schiebers 7 kann der erforderliche   spezifische Gasdurchsatz   einreguliert werden. Schieber 6 bleibt während der gesamten Glühdauer geöffnet, damit im Kreislaufsystem kein Unterdruck durch Undichtigkeiten und Volumenveränderungen entstehen kann. Zur Kontrolle der Schutzgaszusammensetzung können an den Kükenhähnen 11 weitere Gasanalysatoren angeschlossen werden. 



   Die Schieber 10 dienen zum Absperren der einzelnen Glühtöpfe. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zur entkohlungsfreien Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut, dadurch gekennzeichnet, dass das zur Verwendung kommende CO und allenfalls auch   CO,, H,   und N, enthaltende Schutzgas nach Entlüftung der Anlage im ständigen Kreislauf dem   Glühbehälter   entnommen und, nachdem es einen Kontaktofen mit Temperaturen von mindestens 1000 C passiert hat, wieder zugeführt wird.

Claims (1)

  1. 2. Anlage zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Anordnung einer zweiten Verbindung des Glühbehälters'- (3) mit dem Kontaktofen (4) und den Einbau eines Gebläses (5) in dieselbe, derart, dass das Gebläse (5) das Schutzgas aus dem Glühbehälter (3) ansaugt und im Kreislauf umwälzt.
    3. Anlage nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch die Anordnung einer Umgehungsleitung für das Gebläse (5) und einen in dieselbe eingebauten Schieber (7) zur Regelung des Gasdruckes.
    4. Anlage nach denAnsprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass in die Leitung zwischen Glühtopf (3) und Gebläse (5) die Zuleitung vom Schutzgas-Gasometer (2) einmündet.
AT655460A 1959-12-18 1960-08-27 Verfahren und Anlage zur entkohlungsfreien Wärmebehandlung von Stählen mit Walzhaut AT224675B (de)

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