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Verfahren zum Herstellen eines elastischen Gewebes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines elastischen Gewebes mit Kettenfäden mit starker Wellung.
Zur Herstellung eines elastischen Gewebes aus nicht elastischen Fäden kennt man ein Verfahren, welches darin besteht, eine Bindung auszuwählen, die eine grosse Wellung der Kettenfäden ermöglicht, und nach dem Weben das so erhaltene Gewebe einer Fixierbehandlung zu unterziehen, welche dazu be- stimmt ist, die Kettenfäden in einer vorgeschriebenen sinusförmigen Anordnung festzulegen.
Dieses Verfahren weist bedeutende Nachteile auf, die eine wirtschaftliche Ausführung des Verfahrens verhindern.
Vor derFixierbehandlung schickt man die Gewebebahn durch einen Walker, um die Längsverkürzung zu erhalten. Dieser Verfahrensschritt birgt das grosse Risiko, dass das Gewebe sich dabei kräuselt, bricht (falscheFaltung) und dass das Gewebe verfilzt. Überdies erschweren diese zahlreichen Schwierigkeiten die
Einhaltung der Gleichmässigkeit der Elastizität über die ganze Länge der Gewebebahn.
Bei j euem Arbeitsgang ist die Bdbn der Getahr ausgesetzt, sich zu längen, weil das Wasser, mit dem sie sich im Laufe der Behandlung vollsaugt, ihr Gewicht verdreifachen kann. Allein das nochmalige Durchziehen der Gewebebahn durch einen Bottich unterwirft sie arierwünschten Spannungen. welche unregel- mässige, teilweise nicht mehr behebbare Längungen hervorrufen, so dass man gezwungen ist, ein erneutes Walken vorzunehmen, was die Risiken des Kräuselns, des Brechens und des Filzens vermehrt.
Wenn zur Unzeit eineverzögerung im Ablauf eines beliebigen Arbeitsganges auftritt, was unvermeidbar und praktisch unkontrollierbar ist, längt sich das Gewebe an dieser der Verzögerung ausgesetzten SteIle und verliert stellenweise seine Elastizität. Es ist deshalb unmöglich, die Regelmässigkeit der Elastizität des Gewebes und sein Metergewicht zu garantieren, was den Handelswert des Gewebes herabsetzt.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, diese Nachteile zu beseitigen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ausser der Kette für die gewellten Kettenfäden in an sich bekannter Weise eine entfernbare Kette unter starker Spannung il1itverwebt wird und dass das Gewebe einer an sich bekannten Fixierbehandlung zurAufrechterhaltung der Wellung der Kettenfäden unterzogen wird, worauf in bekannter Weise die Spannkette, beispielsweise durch Karbonisieren, entfernt wird, wobei gemäss einer vorteilhaften Aus- führungsform der Erfindung weniger Spannketteniäden als andere Kettenfäden, u. zw. vorzugsweise im Verhältnis 4 : I, verwendet werden.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nun an Hand der Zeichnungen erfolgenden Beschreibung der Erfindung.
Im Beispiel der in Fig. 1 dargestellten Bindung werden mit 1, 2, 3, 4 vier Fäden, und mit 5,6, 7,8 vier weitere Fäden der Kette bezeichnet, während 11 und 12 zwei Fäden der Hilfskette sind. Die Schussfäden sind mit den Buchstaben A - L bezeichnet.
Was die Ausführung der Bindung betrifft, so ist es notwendig, die Hilfskette sorgfältig im Inneren des Gewebes zu führen, indem man die Schussfäden der rechten und linken Seite trennt. Unter diesen Bedingungen wird die Kette einer starken Wellung unterworfen, wie dies aus dem Längsschnitt gemäss Fig. 2 zu ersehen ist.
Es ist vorteilhaft, die Hilfskette zuerst so tief wie möglich im Webstuhl anzuordnen und die Bremshebel maximal zu belasten, um den Fäden der Hilfskette eine sehr grosse Vorspannung geben zu können.
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Dieser Fadenschar wird ein eigener Fadenträger zugeordnet.
Die Kette wird in einer zweiten Lage angeordnet, damit sie während des Webens zugänglicher ist, weil sie überwacht werden muss, damit ihr Abzug regelmässig und ohne Kreuzung der Fäden vor sich geht.
Der Fadenträger der Kette ist höher als der der Hilfskette, um eine gegenseitige Behinderung der Fäden zu vermeiden.
Während des Webens wird das Einarbeiten der Ketten häufig überprüft, indem z. B. die Fäden der
Kette auf einen Meter und die Hilfskette auf 60 cm markiert werden, wobei sich die beiden Marken nach dem Weben decken müssen.
Der Spannungsunterschied zwischen den beiden Ketten gibt der Einarbeitung der Kettenfäden seinen
Höchstwert und das Vorhandensein der Fäden der Hilfskette erleichtert alle folgenden Behandlungsvor- gänge ; gleichzeitig bewahrt sie der Einarbeitung ihr ursprüngliches Ausmass und vermeidet die Gefahr einer vorzeitigen Dehnung des Gewebes.
Anschliessend wird das Gewebe folgenden Behandlungsvorgängen unterworfen : Entfetten, Fixieren,
Färben, Verkohlen oder Veraschen, Klopfen oder Brechen und Neutralisieren.
Zun Fixieren wird z. B. ein Verfahren mit Dampfdruck, Heisswasser unter Druck mit einem Durch- gang über Rahmen bei hoher Temperatur usw. angewendet.
Das Färben kann während irgendeines Verfahrensschrittes, vorzugsweise nach dem Fixieren, vorge- nommen werden.
Nach der Zerstörung der Hilfskette durch Verkohlung, Veraschuns od. dgl. weist das Gewebe die ge- wünschte Elastizität durch die Dehnung der Wellen der Kette auf, die von selbst in ihre ursprünglich ge- krümmte Lage zurückkehren, wenn das Gewebe locker gelassen wird.
Es ist ratsam, die Trocknung des Gewebes auf einer Vorrichtung durchzuführen, bei der das Gewebe im Übermass zugeführt wird.
Gegebenenfalls kann am Ende der Behandlung ein neuerliches Fixieren durchgeführt werden, um die
Wellung der Kettenfäden zu sichern.
Die Rander des Gewebes sind vorzugsweise in der gleichen Art wie der übrige Teil des Gewebes ausgebildet, aber mit einer schwächer-z. B. mit der Hälfte - eingearbeiteten Kette, wobei der Unterschied in der Elastizität die Behandlungsvorgänge erleichtert.
In der beschriebenen Ausführungsform wurden zwei Arten von Ketten vorausgesetzt, nämlich eine Grundkette, deren Wellungen dem Gewebe seine Elastizität geben, und eine Hilfskette, welche die Durchführung einer starken Einarbeitung der Fäden der Grundkette in das Gewebe erleichtert und die Wellungen der Grundkette während des ganzen Herstellungsvorganges des Gewebes und der Bearbeitung desselben aufrechterhält. Bei einer ändern Ausführungsform könnte die Hilfskette weggelassen und daher nur die Fäden der Grundkette vorgesehen werden. Hier müssen aber während der Herstellung und Bearbeitung des Gewebes Vorkehrungen getroffen, werden, um die Wellungen der Kettenfäden, besonders nach den Vorgän- gen des Klopfens oder Brechens und Entfettens. nicht zu strecken.
Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die beschriebene Ausführungsform beschränkt, die bloss als Beispiel angeführt wurde, sondern kann zahlreiche Abänderungen erfahren, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.