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Tonbandkassette od. dgl.
Das Stammpatent betrifft eine Tonbandkassette od. dgl. mit zwei Spulen, deren Achsabstand nur wenig grösser als die maximale Summe der jeweiligen Aussenradien der beiden Bandwickel ist, wobei er- findungsgemäss die Spulen jeweils nur einen Spulenteller aufweisen, dessen Radius grösser als die Differenz von Achsabstand und Spulenkernradius ist und die Spulen so in die Kassette eingesetzt sind, dass der
Spulenteller der einen Spule den Spulenkern der andern zum Teil übergreift.
Es hat sich gezeigt, dass bei dieser Kassettenbauform in Richtung der Achsen geführte Stösse zu einer axialen Verschiebung des frei aufgerollten Bandwickels führen. Ausserdem übt der an der Kassettenwand anliegende Bandwickel auf die Spule eine Bremswirkung aus, die zu Störungen des Antriebes führen kann.
In einer Ausgestaltung der im Stammpatent angegebenen Erfindung wird dieser Nachteil dadurch vermieden, dass mindestens an der Seite der Spule, an welcher der Bandwickel der Kassettenwand unmittelbar gegenüberliegt, zwischen Spulenkern und Kassette eine axial wirkende Druckfeder vorgesehen ist.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine Tonbandkassette in Draufsicht, Fig. 2 ist ein Schnitt gemäss der Ebene lI-lI in Fig. 1.
Das Kassettengehäuse wird aus zwei gleichartigen Schalen 1 und l'aus durchsichtigem Kunststoff gebildet. In diesen beiden Schalen sind die zwei Bandspulen gelagert, die je einen Spulenteller 2 bzw. 3 und einen Spulenkern 4 bzw. 5 aufweisen. Der Spulenkern 4 ist auf einer Achse 7 frei drehbar gelagert, die in der Gehäuseschale 1 starr befestigt ist, während die Achse 6 des Spulenkernes 5 in der Gehäuseschale l'fixiert ist. Die Spulen sind symmetrisch und so nahe nebeneinander in der Kassette angeordnet, dass die Bandwickel 8 und 9 im Bereich zwischen den beiden Spulen beidseitig von den Spulentellem 2 und 3 umschlossen werden. An der Innenwand der Gehäuseschale 1 sind Rippen 18 und 19 angeordnet, deren Höhe mit der des Spulentellers 3 über der Gehäuseinnenwand übereinstimmt. In analoger Weise ist die Gehäuseschale l* mit Rippen 20 und 21 versehen.
Durch nicht dargestellte, am Tonbandgerät angeordnete Bandführungen wird erreicht, dass das Band frei gewickelt wird.
Es hat sich gezeigt, dass sich bei in Richtung der Achse 6 und 7 geführten Stössen locker aufgerollte Bandwickel in axialer Richtung verschieben und an den Rippen 18,19 bzw. 20,21 anliegen können, wobei der Bandwickel im Betrieb ein unerwünschtes Bremsmoment verursacht. Um dies zu vermeiden, ist an der dem Spulenteller abgewendeten Seite zwischen Spule und Gehäuse eine kegelig gewickelte, relativ weiche Druckfeder 30 angeordnet. Diese Feder stützt sich an einer Scheibe 31 ab, die mit einem abgewinkelten Lappen 32 an der Rippe 21 anliegt. Die Feder 30 ist so dimensioniert, dass die Spule unter der Wirkung einer Kraft, die ungefähr dem zweifachen Gewicht der vollen Spule gleich ist, in die Endlage bewegt wird. Die Spulen werden durch einen Ring 33 in axialer Richtung fixiert, welcher in eine Eindrehung der Achse 7 eingefügt ist.
Bei einem axialen Stoss wird an einer Spule der Bandwickel an den Spulenteller angedrückt, während die andere Spule gemeinsam mit dem Bandwickel gegen die Wirkung der Feder 30 axial verschoben wird. Der Bandwickel wird hiebei an die Rippen angedrückt. Bei Nachlassen der Krafteinwirkung führt die Feder 30 die Spule und den Bandwickel in die Ausgangslage zurück, wobei der Bandwickel wieder von den Rippen abgehoben und eine störende Bremswirkung somit vermieden
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wird. Dass der andere Bandwickel direkt am Spulenteller der andern Spule anliegt, hat keinen nachteili- gen Einfluss, da zwischen Bandwickel und Spulenteller im Betrieb keine Relativbewegung besteht.
Im Betrieb wird das Tonband 10 vom Bandwickel 9 abgezogen, wobei durch die unter Federkraft an den Spulenkern angedrückte Scheibe 31 eine sehr gleichmässige Bremsung der Spule erzielt wird, und durch eine Öffnung 40 den Tonköpfen zugeführt. Nach Passieren derselben gelangt es durch eine Öffnung 41 in die Kassette und wird auf dem Bandwickel 8 aufgespult. Die Öffnungen 11 und 12 dienen zur Aufnahme von am Tonbandgerät angeordneten Zentrierstiften. Um eine Verdrehung der Spulen auch von Hand aus zu ermöglichen, weist die Kassettenseitenwand Durchbrechungen 13 und 14 auf, durch welche die Spu- lenteller 2 und 3 zugänglich sind. Der Antrieb der Spulen erfolgt durch ein Reibrad 26, welches bei nor- maler Bandlaufrichtung innerhalb der Ausnehmung 15 des Kassettengehäuses am Umfang des Spulentel- lers 2 anliegt.
Da dieser Reibungsantrieb einen gewissen Schlupf zulässt, erübrigt sich die Anordnung einer eigenen Rutschkupplung zum Ausgleich der Änderung des Wickeldurchmessers.
Durch Verschwenken des Hebels 27 kann das Reibrad mit dem Spulenteller 3 in Eingriff gebracht wer- den. In dieser Schaltstellung wird das Band zurückgespult. Um bei der vom Tonbandgerät getrennten Kassette eine Lockerung der Bandwickel zu vermeiden, ist in die Kassette eine gekrümmte Blattfeder 16 eingelegt, die sich an der Kassetteninnenwand abstützt und am Umfang der Spulenteller anliegt und eine bremsende Wirkung auf diese ausübt. Diese Bremse kann mittels eines Stiftes 17 gelüftet werden, der am Tonbandgerät angeordnet ist und durch eine Öffnung 39 in die Kassette ragt. Der Stift 17 kann beispielsweise beim Einschalten des Gerätes gegen die Feder 16 gepresst werden, so dass diese von den Spulentellern 2 und 3 abgehoben wird.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt und kann auch auf Kassetten angewendet werden, deren Spulen ohne Spulenteller ausgeführt sind. In diesem Fall werden die Spulenkerne von zwei gegeneinanderwirkenden Federn in einer Mittelstellung gehalten. Die Erfindung kann in glei cher Weise auch auf Schmalfilmkassetten angewendet werden. An Stelle von Stahlfedern können auch Federelemente aus Gummi oder Kunststoff verwendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tonbandkassette od. dgl. mit zwei Spulen, deren Achsabstand nur wenig grösser als die maximale Summe der jeweiligen Aussenradien der beiden Bandwickel ist, gemäss Patent Nr. 220847, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens an der Seite der Spule, an welcher der Bandwickel der Kassettenwand unmittelbar gegenüberliegt, zwischen Spulenkern und Kassette eine axial wirkende Druckfeder vorgesehen ist.