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Schaltungsanordnung für Teilnehmer-Anschlusseinrichtungen in automatischen
Fernsprech-Nebenstellenanlagen
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung für Teilnehmer-Anschlusseinrichtungen in automatischen Fernsprech-Nebenstellenanlagen mit zwei Belegungsrichtungen.
Aus der deutschen Patentschrift Nr. 628706 ist es bereits bekannt geworden, in einer solchen Schaltungsanordnung zwei Relais zu verwenden, von denen das erste zur Belegung eines Amtsaggregates und das zweite zur Belegung eines Hausaggregates dient, wobei diese Relais Wicklungen aufweisen, über welche sie nach erfolgter Belegung eines freien Verbindungssatzes gleichzeitig erregt gehalten werden. Bei dieser bekannten Schaltungsanordnung erfolgt die Belegung eines Hausaggregates durch Abheben und die Belegung eines Amtsaggregates durch Druck auf eine Taste und anschliessendes Abheben. Sind alle Amtsaggregate besetzt, so muss dieser Vorgang bis zum Freiwerden eines Aggregates mehrmals wiederholt werden, was für den Teilnehmer eine zusätzliche Belastung bedeutet.
Die Erfindung bezweckt, diesen Nachteil zu vermeiden und dem Teilnehmer eine Vormerkung eines Amtsgespräches zu ermöglichen. Insbesondere soll die erfindungsgemässe Schaltungsanordnung so ausgebildet sein, dass durch einen Tastendruck bei noch aufgelegtem Handapparat die Belegung eines Amtsaggregates bzw. bei besetzten Amtsleitungen eine automatische Vormerkung für eine Amtsbelegung ermöglicht ist.
Dies wird gemäss der Erfindung bei einer mit zwei Relais arbeitenden Schaltungsanordnung der einleitend angegebenen Art dadurch erreicht, dass die Ansprechwicklungen dieser Relais in Serie zu je einer Parallelschaltung von Ruhekontakten beider Relais und in Serie zur Spannungsquelle an die Sprechadern der Teilnehmerschaltung angeschlossen sind, so dass diese Ansprechwicklungen bis zur Belegung eines freien Verbindungssatzes mit den Sprechadern verbunden bleiben, wobei die Ansprechwicklung des ersten Relais bei geschlossener Teilnehmerschleife infolge höherer Ansprechschwelle dieses Relais Fehlstrom erhält, und dass der vom ersten Relais gesteuerte Anlasskreis für das Amtsaggregat zwecks Vormerkung einer Amtsbelegung eine Haltewicklung des ersten Relais in Serie mit einem Arbeitskontakt dieses Relais und einem Ruhekontakt des zweiten Relais enthält.
Die Belegung eines Hausaggregates erfolgt dabei in bekannter Weise durch Abheben, wobei in der geschlossenen Leitungsschleife das erste Relais Fehlstrom erhält und nur das zweite Relais anspricht, um ein freies Hausaggregat zu belegen. Zum Belegen eines Amtsaggregates wird bei noch aufgelegtem Handapparat die spannungsführende Ader der Teilnehmerleitung, z. B. durch eine Drucktaste, geerdet, wobei nur das erste Relais ansprechen kann und sofort ein freies Amtsaggregat belegt. Es wird dabei also eine vorübergehende unerwünschte Belegung eines Hausaggregates vermieden. Wenn kein freies Amtsaggregat verfügbar ist, so erfolgt über die Haltewicklung des ersten Relais eine automatische Vormerkung.
Dabei wird eine sofortige Löschung dieser Vormerkung bewirkt, wenn die Teilnehmerschaltung in ankommender Richtung belegt wird oder wenn der Teilnehmer durch Abheben des Handapparates aktiv eine Verbindung zu einem Hausapparat aufbauen will, weil in beiden Fällen der erwähnte Haltestromkreis des Relais unterbrochen wird.
Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die einzelnen Sprech- und Prüf adern, der Anrufsucher und der Leitungswähler mit den entsprechenden Adern der Teilnehmerschaltung direkt und ohne Zwischenschaltung von Schaltmitteln vielfachgeschaltet werden können.
Nachstehend wird die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben. In der Zeichnung ist schematisch eine Teilnehmerschaltung TS für eine Nebenstellenanlage nach dem Anrufsucherprinzip samt Teilnehmerleitung TL und Teilnehmerapparat TA dargestellt. Der Teilnehmer kann ein Amtsgespräch ankommend oder abgehend über das Amtsaggregat A W und ein Hausgespräch abgehend über den Anrufsucher AS und ankommend über den Leitungswähler LW des Hausaggregates führen.
Wie in der Zeichnung dargestellt, enthält die Teilnehmerschaltung TS zwei einfache Relais R und M, wovon das Relais R mit einer Abfallverzögerung ausgeführt ist. In der folgenden kurzen Zusammen-
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fassung sind zunächst die Schaltzustände dieser beiden Relais in Zusammenhang mit den Betriebszuständen der Teilnehmerschaltung angegeben : Relais R allein angezogen :
Abgehender Belegungszustand (Anlasskriterium zum Hausaggregat).
Relais M allein angezogen :
Speicherzustand des Amtsbelegungskennzeichens (Anlasskriterium zum Amtsaggregat).
Relais R und M angezogen
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(erreichter Belegungszustand).
Kein Relais angezogen :
Auslösezustand (Ruhezustand).
Durch die erfindungsgemäss: Schaltungsanordnung ist es, wie nachfolgend erläutert wird, in einfacher Weise möglich, einen dieser Betriebszustände in einen andern überzuführen.
Erfindungsgemäss ist an die a-Ader der Teilnehmerschaltung die Ansprechwicklung MI für das Amtsaggregat AW und an die b-Ader der Teilnehmerschaltung die Ansprechwicklung RI des Anlassrelais für das Hausaggregat AS angeschlossen. In Serie zu den beiden Relaisstromkreisen liegt eine Parallelschaltung
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im Anlassstromkreis des Amtsaggregates in Serie zu einem Arbeitskontakt m 3 dieses Relais und einem Ruhekontakt r 2 des Relais R. Eine dritte Wicklung MIII des Relais M liegt in Serie zu einer Wicklung RIII des Relais R an der c-Ader der Teilnehmerschaltung.
Der Anlassstromkreis für das Hausaggregat enthält einen Arbeitskontakt r 2 des Relais R und einen Ruhekontakt m 5 des Relais M, der auch als Umschaltkontakt ausgebildet sein kann und dann in seiner zweiten Stellung den Stromkreis einer
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des Relais R, während im Prüfstromkreis des Amtswählers AW, der durch die d-Ader dieses Wählers gebildet wird, ein Arbeitskontakt m 4 des Relais M und ein Ruhekontakt r 3 des Relais R liegen.
Die Funktionsfolgen der einzelnen Schaltvorgänge werden nun an Hand der Zeichnungen näher beschrieben.
1. Der Teilnehmer belegt in abgehender Richtung ein Hausaggregat durch Abheben des Hörers. Dadurch wird eine Teilnehmerschleife gebildet und das Relais R spricht an :
Stromweg (l) : Minus, MI, parallele Kontakte r 5 (2) und m 2, a-Ader, Teilnehmerapparat, b-Ader, parallele Kontakte r 4 (2) und m 1, RI, Erde.
Im gleichen Stromweg bekommt das Relais M nur Fehlstrom und zieht daher nicht an. Über Stromweg (2) wird nun ein freies Hausaggregat angelassen.
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Der Anrufsucher AS des Hausaggregats beginnt zu drehen und prüft auf über
Stromweg (3) : Minus, MIII, RIII, r 6, c-Ader- c-Arm des AS,... Erde (nicht gezeichnet).
Beim Auffinden der rufenden Teilnehmerschaltung zieht das Relais M zusätzlich zum Relais R an. Der Kontakt m 5 bewirkt eine Signalisation des Belegtzustandes.
Stromweg (4) : Minus,.., BL.. ", m 5, Erde.
Das vom Anrufsucher kommende Erdpotential an den vielfachgeschalteten c-Adern verhindert eine Doppelbelegung der betreffenden Teilnehmerschaltung. Der Prüfstromkreis für den Amtswähler wurde bereits im Stromverlauf (1) durch den Kontakt r 3 unterbrochen. Der Teilnehmer kann nun über das Hausaggregat eine gewünschte Nebenstelle wählen und wird mit dieser über den entsprechenden Leitungswähler LW verbunden.
2. Will der Teilnehmer eine Amtsleitung belegen, so drückt er bei aufgelegtem Handapparat die Amtstaste. Dann spricht das Relais M an über :
Stromweg (5) : Minus, MI, parallele Kontakte r 5 (2) und m 2, a-Ader, Teilnehmerapparat, Erde (nicht gezeichnet).
Durch den Kontakt m 3 wird in nachstehendem Stromweg ein freies Amtsaggregat angelassen :
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In diesem Stromweg hält sich gleichzeitig das Relais M über seine Wicklung MII nach Aufhören des Tastendruckes weiter. Ist ein Amtsaggregat frei, so beginnt der Amtswähler AW zu drehen und prüft auf über :
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Sind alle Amtsaggregate besetzt, so bleibt das Amtsbelegungskennzeichen durch Anzug des Relais M so lange gespeichert, bis ein Amtsaggregat frei wird. Hat ein Amtswähler ein freies Amtsaggregat aufgeprüft, so wird über das Prüfrelais im Amtswähler Erdpotential an die c-Ader gelegt. Zusätzlich zum Relais M spricht nun auch das Relais R an über :
Stromweg (8) : Minus, MIII, RIII, c-Ader, c-Arm des AW... Erde (nicht gezeichnet).
Der wartende Teilnehmer bekommt nun über die a-und und b-Adern des Amtswählers Rufsignal und kann nach Abheben des Handapparates sofort mit der Amtswahl beginnen.
3. Der Zustand der Speicherung des Amtsbelegungskennzeichens soll, wie bereits erwähnt, durch eine ankommende oder abgehende Belegung aufgehoben werden. Im ersteren Falle wird durch das Aufprüfen des Leitungswählers LW zusätzlich zu dem bereits angezogenen Relais M das Relais R erregt.
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Stromweg (9) : Minus, MIII, RIII, c-Ader, c-Arm des LW,... Erde (nicht gezeichnet).
Im zweiten Falle, d. h. bei Belegung der Teilnehmerschaltung durch den Teilnehmer, wird über Stromweg (10) ebenfalls das Relais R erregt, wobei aber Relais M abfällt, weil die Haltewicklung MII im Stromweg (6) durch den öffnenden Kontakt r 1 (1) stromlos wird und der Fehlstrom der Wicklung MI in Stromweg (10) für den Haltezustand dieses Relais nicht genügt.
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Der Teilnehmer kann somit nach Einstellung eines freien Hausaggregates sofort eine abgehende Verbindung zu einer Nebenstelle aufbauen. Damit das Relais M mit Sicherheit früher abfällt, bevor die Kontakte r 4 (2) und r 5 (2) öffnen und eine Unterbrechung des Stromweges (10) herbeiführen würden, ist der Kontaktsatz des Relais R so beschaffen, dass die Kontakte r 4 (2) und r 5 (2) erst dann betätigt werden, wenn der Kontakt r 1 (1) bereits geöffnet hat.
Durch den öffnenden Kontakt r j ! (l) wird in beiden beschriebenen Fällen der Anlassstromkreis für ein Amtsaggregat unterbrochen. Zur Speicherung des Amtsbelegungskennzeichens und zu der beschriebenen Auslösung werden keine Einrichtungen ausserhalb der Teilnehmerschaltung zusätzlich benötigt oder belegt.
Hat über die c-Ader der Teilnehmerschaltung ein Anrufsucher, Leitungswähler oder Amtswähler aufgeprüft (Relais R und M, wie beschrieben, angezogen) so erfolgt die Auslösung durch Abschaltung des Erdpotentials von der c-Ader in der Schaltung des belegenden Aggregats infolge Auflegens des Handapparates durch einen der beiden Teilnehmer. Die Relais M und R fallen also ab. Damit mit Sicherheit ein Halten des Relais M über den Stromweg (6) vermieden wird, ist das Relais R mit einer Abfallverzögerung ausgestattet. Hat bei einer Nebenstellenanlage mit gegenseitiger Auslösung nur der eine Teilnehmer aufgelegt, so bleibt das Relais R in der Teilnehmerschaltung des anderen Teilnehmers über den Stromweg (1) erregt und dieser Teilnehmer kann nach Aufprüfen eines freien Hausaggregates sofort eine neue Verbindung aufbauen.
Die Anwendung der erfindungsgemässen Schaltungsmerkmale ist nicht auf das gezeichnete und oben beschriebene Beispiel beschränkt. Insbesondere ist es auch möglich, die beschriebene Teilnehmerschaltung für zusätzliche Funktionen, wie rangierbare Sprechberechtigungen, Gebührenzählung u. a. abzuändern und zu ergänzen.