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Anordnung zur Bekämpfung der Bodenerosion
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oder Bachbett, der Wasserspiegel im Speicherbecken von dem Höchstwert auf den Mindestwert in einer beliebig vorherbestimmbaren kurzen Zeitspanne abgesenkt. Auf diese Weise lässt sich unheilvollen Überschwemmungen vorbeugen, der Grundwasserspiegel heben und ein Verlust an Düngestoffen hintanhalten.
Die erfindungsgemässe Anordnung zur Bekämpfung der Bodenerosion bzw. zur Wiedergewinnung von Schlamm aus schlammführenden Einschnitten oder Bachbetten fliessendem Wasser ist dadurch gekennzeichnet, dass das oberwasserseitige Eintrittsende des Grundablasses nach aufwärts gebogen und durch Anfügung von Rohrstutzen verlängerbar ist, wobei die Leistungsfähigkeit des Rohres gegenüber der Höhe des Überfalles ohne Wasserzufuhr die Entleerung des Speicherbeckens innerhalb einer Zeitspanne von etwa einem halben bis zu zwei Tagen zulässt.
In den Zeichnungen, welche Beispiele der Durchführung der Erfindung veranschaulichen, ist Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Speicherbecken, Fig. 2 ein Schnitt nach Linie 2-2 in Fig. 1 und Fig. 3 eine Draufsicht auf eine kombinierte Terrassen-und Speicherbecken-Anlage.
In den Fig. 1 und 2 bezeichnet 11 die Umrisslinie, die den Rand eines Bachbettes darstellt. Quer zu diesem Bett ist ein Damm 12 oder eine Anzahl solcher gebaut, die zweckmässig dieselbe Scheitelhöhe wie die Linie 11 haben. Auf diese Weise wird ein Speicherbecken 13 gebildet. Der Damm 12 kann aus verschiedensten Baustoffen, wie Erde, Gestein, Beton, Holz, Metall oder Kombinationen dieser Baustoffe hergestellt sein, im allgemeinen wird Erde bevorzugt, um eine spätere Verwendung für Weidegrund od. dgl. zu ermöglichen.
Vor dem Bau oder während des Baues des Dammes 12 wird ein Grundablass 16 annähernd in der Dammmitteeingebaut. Dieserhatzweckmässig über seine ganze Länge ein schwaches Gefälle, so dass darin kein Wasser stehen bleibt. Er mündet in ein anderes Becken oder einen Fluss.
Das Eintrittsende des Grundablasses 16 ist annähernd an der tiefsten Stelle des Bachbettes angeordnet, die sich gewöhnlich nächst der Bachmitte befindet. Dieses Eintrittsende ist etwa mit Hilfe eines Knies nach aufwärts gebogen.
Es ist erwünscht, beim Dammbau 12 einen Überlauf 17 vorzukehren, der zweckmässig nur aus einer Einsenkung im Terrain bestehen kann, aber auch aus Beton hergestellt sein könnte. Wenn der Überlauf aus Erde besteht, wird diese zweckmässig mit Gras bebaut oder mit einem schützenden Pflanzenbelag versehen. Solche Überläufe sind meistens voll zufriedenstellend, da sie dem zeitweisen Überfliessen des Wassers ohne Erosion gut standhalten ; die Anlagekosten sind gering, ebenso die Wartung.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemässen Anordnung wird bei Betrachtung der Wirkung des Bauwerkes und des Speicher- bzw. Trockenbeckens verständlich. Bei Regen wird das Wasser durch das Bachbett rasch herabströmen. Seine Geschwindigkeit hängt vom Ausmass des Regens und vom Gefälle des Bettes ab, und es wird Erde oder Schlamm mitgeführt, die aus dem vom Bett entwässerten Terrain ausgewaschen werden. Sobald das schlammführende Wasser den Damm erreicht, wird sein Abströmen unterbrochen, wobei es bestrebt ist, in diesem Zeitpunkt den mitgeführten Schlamm abzulagern.
Wenn weiteres Wasser in das durch den Damm gebildete Becken eintritt und auf das bereits vorhandene Wasser stösst, wird seine Geschwindigkeit auf ein Mass herabgesetzt, bei welchem das Bestreben zur Absetzung des Schlammes auf dem Bachbettboden erhalten bleibt, zum überwiegenden Teil an jener Stelle des Randes des im Becken vorhandenen Wassers, woselbst das schlammführende Wasser zutritt, so dass sich aufeinanderfolgende Schlammteilchen an dem sich stets ändernden Rand des Wassers absetzen. Steigt das Wasser bis zur Höhe des Eintrittsendes des Grundablasses 16, so fliesst es selbstverständlich durch ihn ab.
Dieser Grundablass ist so gestaltet, dass die Strömungsgeschwindigkeit in demselben erheblich kleiner ist als die normale Zuflussgeschwindigkeit des Wassers zum Becken, u. zw. in Abhängigkeit von der Grösse der mit Wasser bedeckten Fläche, der Art des Terrains, der Regenhöhe und dem Volumen des Beckens.
Jedenfalls steigt der Wasserspiegel gewöhnlich über das Niveau des Eintritts zum Grundablass, wird bei ausserordentlich starkem Regen sogar die Höhe 18 des Überlaufes 17 erreichen und über diesen abflie- ssen. Wesentlich ist aber, dass die Wassergeschwindigkeit im Grundablass derart herabgesetzt ist, dass der Schlamm sich auf dem Boden des Beckens 13 absetzt.
Das im Trockenbecken 13 zeitweise eingeschlossene Wasser fliesst allmählich durch den Grundablass 16 ab, und der Wasserspiegel sinkt wieder bis auf das Niveau des Eintritts zum Grundablass. Die für diesen Zyklus und eine gegebene Regenmenge erforderliche Zeit hängt von der Menge des im Becken zurückgehaltenen Wassers und der Grösse der Eintrittsöffnung ab. Im Kulturland wird das Trockenbecken vorzugsweise derart ausgelegt, dass es sich in 1/2 - 2 Tagen entleert, welche Zeit nicht lang genug ist, die Ernte zu gefährden, aber für die Schlammabsetzung ausreicht und ein erhebliches Eindringen des Wassers in den Untergrund ermöglicht und Überschwemmungen vorbeugt.
Während dieser Zeit und nachher dringt selbstverständlich eine erhebliche Menge des gespeicherten
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überkreuzen, der seinerseits in das unten befindliche Land übergeht. Dieser Wall 26 ist mit einem gerin- gen Gefälle gegen eines seiner Enden hin angelegt, welches in eines der Trockenbecken 13 mündet. Regen wird entlang des Walles 26 abgeführt und an das Trockenbecken 13 abgegeben ; der Wall ist durch sein schwaches Gefälle und durch eine Gras- oder sonstige Pflanzendecke gegen Erosion geschützt.
Die Kombination eines Walles mit dem Trockenbecken macht es möglich, das abfliessende Wasser einer verhältnismässig sehr grossen Grundfläche zu verarbeiten ; sie ist insbesondere dort anwendbar, wo das Gelände in mehreren Richtungen von einer annähernd ebenen Kuppe eines Hügels abfällt. Bei entsprechender Ausbildung des Walles kann das abfliessende Wasser in ein einziges Trockenbecken geleitet werden, was wirtschaftlicher ist als der Bau mehrerer Trockenbecken.
Das Trockenbecken wirkt in dieser Kombination in im Wesen gleicher Weise wie früher. Die Schlammabsetzung findet nahezu ausschliesslich im Trockenbecken statt, obgleich das Ausmass dieser Ablagerung geringer sein kann, trotzdem eine grössere Bodenfläche durch ein einziges Becken geschützt wird, weil das Gefälle des Terrains verhältnismässig klein ist.