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Einrichtung zur Zentrierung der Achszapfen bei der Profilerneuerung der Laufflächen von Eisenbahnrädern
In bestimmten Abständen ist es erforderlich, das Profil der Laufflächen von Eisenbahnrädern zu er- neuern. Da die Zeitabstände zwischen zwei Profilerneuerungen oftmals kürzer sind als diejenigen der er- forderlichen Achslagerwartungen, ist es zur Vermeidung des Eindringens von Fremdkörpern, wie Spänen oder Staub, in das Innere der Lager, was je nach der Bauart des Lagers die Lagerwalzen oder-büchsen be- schädigt, vorteilhaft, wenn die Profilerneuerung vorgenommen werden kann, ohne dass das Achslager aus- gebaut oder geöffnet werden muss.
Zur laufenden Durchführung von Profilerneuerungen der Laufflächen von Eisenbahnrädern werden in der Praxis zwei Methoden angewendet.
Im ersten Fall weist die Aussenfläche des Achslagers einen Vorsprung mit einer Durchbohrung auf, die ein Innengewinde besitzt und in die ein Gewindebolzen einschraubbar ist. Bei der Profilerneuerung wird der Gewindebolzen entfernt und der Körner der Drehbank durch die entstehende Öffnung hindurchgesteckt und auf dem Lager zentriert. Um eine Zentrierung durchführen zu können, weist die Öffnung einen grö- sseren Durchmesser auf als der Lagerdorn. Diese Methode weist den Nachteil auf, dass dabei Fremdkörper in das Innere des Lagerkörpers eindringen und mit der Zeit Schäden an den Wälzkörpern hervorrufen können, deren Folgen schwerwiegend sind.
Im zweiten Fall wird obiger Nachteil dadurch überwunden, dass auf der Aussenseite des Lagers ein Deckel aufgebracht ist, der eine Zentrierkömung aufweist, in die bei der Profilerneuerung der Körner der Drehbank eingeführt wird. Dabei ist es jedoch erforderlich, dass die Achse der Zentrierkörnung des Deckels und die Achse des Lagers vollständig übereinstimmen. Diese Übereinstimmung der verschiedenen Lagerteile, wie Lagerkörper, Wälzkörper, Deckel, ist jedoch während der Profilerneuerung mit der erforderlichen Genauigkeit praktisch nicht zu erreichen.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Einrichtung zu schaffen, welche die Vorteile beider obiger Massnahmen aufweist, deren Nachteile jedoch vermeidet. Die Erfindung besteht hiebei im wesentlichen darin, dass der Achszapfen in an sich bekannter Weise eine über den das Achslager tragenden Teil hinausragende Verlängerung aufweist, deren zylindrischer Abschnitt, wie gleichfalls bekannt, sich abgedichtet durch eine Mittelöffnung des Deckels des Achslagergehäuses nach aussen erstreckt und deren Stirnseite mit einer Mittelkörnung versehen ist, so dass die zentrische Einspannung des Achszapfens auf einer Drehbank bei eingebautem Lager möglich ist.
Die Mittelkörnung ist damit direkt erreichbar, ohne dass ein Ausbau des Lagers erforderlich ist und ohne dass ein Spielrdum vorhanden ist, durch den Staub in das Lagerinnere eindringen kann. Die Abdichtung zwischen den Deckelrändern und der Achszapfenverlängerung kann durch übliche Dichtmittel erfolgen. Als Schutz für die Zentrierkörnung, deren geometrische Abmessungen genau erhalten bleiben sollen, kann ein zweiter Deckel aus getriebenem Blech oder aus Kunststoff auf dem ersten Deckel abnehmbar befestigt sein. Ein solcher zweiter Deckel verbessert auch die Abdichtung zwischen der Achszapfenverlängerung und der Mittelöffnung des ersten Deckels.
Verlängerungen an Achszapfen von Eisenbahnfahrzeugen sind an sich bekannt. Bei der Konstruktion nach der österr. Patentschrift Nr. 111302 ist auf die Verlängerung des Achszapfens ein kugeliges Gleitlager aufgesetzt, welches mit einem Bügel zwecks Bildung einer Deichsel für Lokomotiven in Verbindung
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steht. Bei der Konstruktion nach der Schweizer Patentschrift Nr. 150439 trägt die Verlängerung des Achs- zapfens eine Riemenscheibe, über welche ein Dynamo zur Zugbeleuchtung angetrieben wird.
In der Zeichnung sind bekannte Konstruktionen und Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine übliche Ausführungsform eines Rollenlagers, wobei der Gewindebolzen an der Lageraussenfläche abgenommen ist ; Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt durch eine zweite übliche Art eines Lagers, bei welcher der Deckel mit einer Zentrierkörnung versehen ist ; Fig. 3 ist ein Längsschnitt durch ein Lager nach der Erfindung. Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht der Ausführungsform nach Fig. 3, wobei der zweite Deckel abgenommen ist. Fig. 5 zeigt einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform der Erfindung.
Eine bekannte Vorrichtung zum Zentrieren der Achse XX des Lagers 2 (Fig. 1) für die Profilerneuerung der Laufflächen 17 eines Rades besteht darin, dass in der Mitte des Deckels 16 des Gehäuses 9 eine Öffnung 14 mit Innengewinde vorgesehen ist, in der ein Gewindebolzen (nicht gezeichnet) befestigt ist. Der Ge- windeoolzen kann entfernt und dafür der Körner 15 einer Drehbank eingeführt werden, u. zw. bis zur Erreichung einer zentrischenAusnehmung6, die in der Mitte der Stirnfläche des Achszapfens leingearbeitet ist.
Da die Öffnung 14 einen grösseren Durchmesser als der Körner 15 aufweist, kann eine genaue Zentrierung vorgenommen werden, aber Fremdkörper können in das Lager eindringen und mit der Zeit Beschädigungen der Rollen 13 im Fall eines Rollenlagers oder der Lagerbüchsen im Fall eines Lagers mit mechanischer Schmierung hervorrufen.
Zur Vermeidung dieses Nachteiles ist vorgeschlagen worden (Fig. 2), die Ausnehmung 6 auf der Aussenfläche eines Deckels 16 des Lagers vorzusehen. Eine genaue Zentrierung ist aber in diesem Fall äusserst schwierig, wenn nicht gar-unmöglich, u. zw. auf Grund der Schwierigkeit einer Ausrichtung der Achse XX des Lagers und der Achse YY der Deckelkörnung.
Gemäss der Erfindung (Fig. 3,4) wird der Achszapfen 1 über den Kopf 2 hinaus durch einen zylindri- schen Teil 3 verlängert, der den Lagerdeckel 4 durchsetzt, wobei die Mittelöffnung des Deckels 4 als Lager 14 für den Teil 3 dient. Der Teil 3 ist mit üblichen Dichtmitteln ausgerüstet, beispielsweise Dichtungsscheiben, elastischen Dichtungsringen 5 usw.
An der Stirnfläche des Teiles 3 ist in der Mitte eine Körnung 6 vorgesehen, die zum Einsetzen des Körners 15 (Fig. 1) der Drehbank dient.
Ein zweiter, entfernbarer Deckel 7 (Fig. 3) ist auf dem Deckel 4 befestigt, um einen Schutz der Körnung 6 zu erreichen und die Dichtheit zu verbessern.
Das zylindrische Verlängerungsstück 3 ist mit einem Gewinde 10 versehen, so dass es in eine mit Innengewinde versehene Bohrung 11 im Kopf 2 bzw. des Achszapfens 1 eingeschraubt werden kann.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 besteht die Verlängerung des Achszapfens 2 aus einem zylindri-
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Bei beiden gezeichneten Ausführungsformen wird der Körner 15 direkt in der Mittelachse des Lagers bzw. der Achszapfenverlängerung 3 aufgenommen. Bei beiden Ausführungsformen ist daher eine fehlerhafte Zentrierung nicht möglich und es kann in das Innere des Lagergehäuses 9 kein Fremdkörper eindringen. Die Dichtheit zwischen der Verlängerung 3 des Achszapfens und dem Lagergehäuse 9 kann durch eine übliche Dichtung 5 erreicht werden, die zwischen, dem Deckel 7 und der Oberfläche 12 des zylindrischen Verlängerungsteiles 3 angeordnet ist.
Ein Entfernen des Schutzdeckels 7 bei der Durchführung einer Profilerneuerung der Laufflächen hat nicht zur Folge, dass das Lagergehäuse mit der äusseren Umgebung direkt in Verbindung kommt. Der Schutz der. Wälzkörper oder der Lagerbüchsen gegenüber einem Eindringen von Fremdkörpern und insbesondere von Metallteilchen, herrührend vom Abdrehen der Laufflächen, ist daher sichergestellt, ohne dass es erforderlich ist, besondere Vorkehrungen zu treffen.
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