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Medizinisches Bestrahlungsgerät
Die Erfindung betrifft medizinische Bestrahlungsgerate, die mit Ultravislettstrahlern bestücktsind.
Es handelt sich hiebei meist um Quecksilberhochdruckbrenner, die in den drei Spektralbereichen des Ul-
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Strahlungsstrom besitzen. Die drei Spektralbereiche haben bei der Bestrahlung des menschlichen Körpers verschiedene Wirkung. Das UVA ist zur Erzeugung einer schönen Hautbräunung in seiner vollen Stärke erwünscht. Ein gewisser Strahlungsanteil an UVB oder UVC oder anbeiden Bereichen ist zusätzlich notwendig, um vor allem bei Menschen, die sehr wenig in der Sonne sind, überhaupt Pigmente zu erzeugen. Eine zu grosse Strahlung im UVB oder UVC führt aber zur Hautrötung, so dass man die Bestrahlung frühzeitig abbrechen muss.
Man ist deshalb bestrebt, gewisse Spektralbereiche, je nach Anwendungsziel, entfernen bzw. schwächen zu können und eventuell auch bei der verschiedenen Empfindlichkeitder menschlichen Haut für die verschiedenen Bestrahlungsbereiche das Verhältnis der Strahlungsströme in den genannten Spektralbereichen variieren zu können.
Es ist bekannt, platten- oder rohrförmige Filter mehr oder weniger vor den Strahler bzw. vor den Reflektor des Gerätes vorzuschieben, u. zw. so, dass ein gewisser Bruchteil der Gesamtstrahlung ungefiltert das Gerät verlässt. Eine solche Anordnung hat jedoch Nachteile. Man kann nämlich mit ihr lediglich das Verhältnis der UVA-zu der kombinierten UVB-und UVC-StrahlungXndern, wie sich aus der graphischen Darstellung nach Fig. 5 ergibt. In dieser Darstellung ist die Einstellmöglichkeit der bekannt ten Anordnung durch Änderung der Filteröffnung wiedergegeben. Über dem Strahlungsspektrum ist die jeweilige Strahlungsintensität aufgetragen. Man erkennt aus den eingezeichneten Kurvenläufen A, dass bei jeder Schlitzöffnung UVA, UVB sowie UVC vorhanden sind.
Durch Verändern der Schlitzöffnung des Filters kann man lediglich den kombinierten UVB-und UVC-Anteil gleichmässig verändern.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Anordnung besteht darin, dass durch die Öffnung des Filters das unterhalb von 2000 Â erzeugte Ozon austreten kann, das von den Patienten als lästig empfunden wird. Es gibt schliesslich auch Anwendungsfälle, in denen man die UVC-Strahlung überhaupt nicht wilnscht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung anzugeben, die die geschilderten Nachteile nicht besitzt.
Es wird ebenfalls von einem medizinischen Bestrahlungsgerät mit einem Ultraviolett- und gegebenenfalls einem Infrarotstrahler in einem gemeinsamen Reflektor oder in getrennten Reflektorabschnitten ausgegangen.
Gemäss der Erfindung ist der UV-Strahler oder die Öffnung des Reflektors von einem Filtersystem umgeben oder abgedeckt, das aus zwei unmittelbar aneinandergrenzenden oder zusammengeschmolzenen Filterrohren oder Filterplatten verschiedener spektraler Durchlässigkeit besteht ; dieses Filtersystem ist relativ zum UV-Strahler verschiebbar.
Bei Verwendung von nur aneinandergrenzenden Filterteilen können diese Teile durch mechanische Mittel, z. B. durch einen Metallrahmen, eng aneinandergehalten werden.
Ein wesentlicher Vorteil der'erfindungsgemässen Anordnung besteht darin, dass man mit ihr die Anteile der UVB- und der UVC-Strahlung getrennt verändern kann, wie sich aus der graphischen Darstellung gemäss Fig. 6 ergibt.. Verwendet man ein Filter gemäss der Erfindung, so kann dieses beispielsweise so gewählt werden, dass man eine Energieverteilung gemäss der Kurve B erhält. Das Filter kann also so gewählt werden, dass unterhalb einer frei zu bestimmenden Wellenlänge keine Strahlung mehr durchkommt,
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z. B. nicht die unter 2000 Â vorhandene ozonerzeugende Strahlung. Man kann aber auch das Filter so wählen, dass entsprechend der Kurve C der Strahlungsdurchtritt schon oberhalb von 2800 Â abgeschnitten wird.
Das würde bedeuten, dass die UVC-Strahlung überhaupt nicht, u. zw. in keiner Stellung des Filters, durchkommt. Man kann aber auch nach der Kurve D verfahren, bei der das UVB praktisch vollkommen absorbiert wird und bei Variation des Filters nur das UVC mehr oder weniger stark zur Erreichung des Bräunungseffektes zur Verfügung steht. Ob die Kurve B, D oder C gewählt wird, hängt davon ab, was erreicht werden soll. Wenn man z. B. das eine Filter im UVB stark durchlässig macht, etwa nach der Kurve C, so kommt das UVC Uberhaupt nicht zur Wirkung. Die Strahlung UVB hat die Eigenschaft, dass sie einenstarken Anstieg der Hautrötung bewirkt.
Wird aber nach Kurve D das UVB weggenommen und lässt das eine Filter praktisch nur UVC durch, so erhält man die manchmal erwünschte Eigenschaft des UVC, dass der Anstieg der Hautrötung zeitlich wesentlich schneller erfolgt als beim UVB. In diesem Falle ist also die Einstellung des Filters nicht so kritisch.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Anordnung mit dem geschlossenen Filter besteht darin, dass der Brenner nicht so leicht verschmutzen kann. Weiterhin wäre zu erwähnen, dass die vorgeschlagene Anordnung nur ein einziges Einstellorgan benötigt, weil das Filter als Ganzes verstellbar ist, hiedurch ergibt sich noch eine erhebliche konstruktive Vereinfachung.
Die Erfindung soll im Folgenden an Hand von zwei Ausführungsbeispielen erläutert werden. In den Fig. l und 2 ist in Ansicht und im Längsschnitt ein Bestrahlungsgerät mit rohrförmig ausgebildeten Filtern und in den Fig. 3 und 4 in Ansicht und im Längsschnitt ein Bestrahlungsgerät mit plattenförmig ausgebildeten Filtern dargestellt.
Der Quecksilberhochdruckbrenner 1 aus Quarzglas mit den Elektroden 2 und den Stromzuführungen 3 ist im Reflektor 4 angeordnet ; gemäss den Fig. 1 und 2 ist er von einem Rohrfilter umgeben, das aus dem Rohrteil 5 und dem Rohrteil 6 besteht.
Zur Erzielung einer schönen Hautbräunung wird z. B. der Rohrteil 5 so gewählt, dass er im UVA praktisch vollständig durchlässig ist, im UVB die Durchlässigkeit aber kontinuierlich so abfällt, dass bei 3000 nur noch eine Durchlässigkeit von-etwa 25% oder weniger vorhanden ist. Das zur Bräunung erwünsche UVA ist also voll wirksam.
Der Rohrteil 6 lässt das UVA, UVB und UVC praktisch vollständig durch, lässt aber die Strahlung unterhalb 2000-2200 A nicht mehr durch. Die ozonerzeugende Strahlung wird dann vollständig absorbiert, so dass kein Ozon in den Raum austreten kann. Etwa im Raum zwischen Brenner und Filter erzeugtes Ozon zerfällt in der dort vorhandenen hohen Lufttemperatur sehr schnell, kann aber auch durch zweckentsprechende Mittel, z. B. durch Abdichtung der Filtersysteme, am Austritt in den Raum gehindert werden.
Das Filter 6 kann aber auch schon oberhalb des UVC seine kurzwellige Durchlässigkeitsgrenze bei etwa 2800 Â haben, so dass das UVA und UVB hindurchgelassen, das UVC aber absorbiert wird. Durch axiale Verschiebung des kombinierten Rohrfiltersystems kann das Strahlungsverhältnis der einzelnen Spektralbereiche mehr oder weniger verkleinert oder vergrössert und so auf die verschiedene Empfindlichkeit der einzelnen Menschen abgestuft werden.
In der Schnittdarstellung nach Fig. 2 ist mit 7 das Gerätegehäuse bezeichnet, in dem der Reflektor 4 befestigt ist.
Im weiteren Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 ist der Brenner 1 im Reflektor 8 angeordnet, wobei vor dem Reflektor ein scheibenförmiges, an der Kante 9 zusammengeschmolzenes, bzw. durch übliche mechanische Mittel eng zusammengehaltenes Filtersystem aus denbeiden Filterplatten 10 und 11 vorgesehen ist. Auch hier kann das Verhältnis der UV-Strahlung im oben beschriebenen Sinn durch Vorschieben des Filtersystems von oben nach unten wunschgemäss verändert werden.
Teil 12 ist eine etwa ebene Platte aus Metall oder Kunststoff, hinter die das Filtersystem sich bei Bewegung teilweise schieben lässt.
Die beschriebenen Filtersysteme können in jedes Bestrahlungsgerät für ultraviolette Strahlung eingesetzt werden, gleichgültig, wie die übrige Konstruktion des Gerätes ist. Vor allem kann ein solches System in diebekannten Bestrahlungsgeräte eingebaut werden, bei denen der den Reflektor enthaltene Oberteil des Gehäuses durch ein Gelenk mit einem als Sockel ausgebildeten Unterteil verbunden ist. Der Oberteil kann auf den Unterteil heruntergeklappt werden. In diesen Geräten können im Unterteil oder im Oberteil eine Bestrahlungsuhr und die notwendigen Ein- und Ausschalter vorgesehen sein. Im Oberteil sind entweder im gleichen oder in einem besonderen Reflektorabschnitt noch Infrarotstrahler zusätzlich vorhanden.
Falls diese im gleichen Reflektorabschnitt mit dem UV-Strahler untergebracht sind, müssen die Filter, falls der gesamte Reflektor durch das Filtersystem abgedeckt ist, für die Infrarotstrahlung weitge-
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hend durchlässig sein.
Die Bewegung des Filtersystems kann in bekannter Weise durch einen seitlich oder oben am Gehäuse angebrachten Knopf erfolgen, der z. B. mit Hilfe einer. Spindel das Filtersystem verschiebt. Auch andere an sich bekannte Möglichkeiten der Verschiebung können hiefür benutzt werden.
Der Reflektor kann jede gewUnschte bekannte Form haben. Er kann sowohl kugelförmig als auch ellipsoidisch, paraboloidisch und zylinderparaboloidisch ausgebildet sein.
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1. Medizinisches Bestrahlungsgerät mit einem Ultraviolett- und gegebenenfalls einem Infrarot-Strahler in einem gemeinsamen Reflektor oder in getrennten Reflektorabschnitten, dadurch gekennzeichnet, dass der UV-Stràhler oder die Öffnung des Reflektors von einem Filtersystem umgeben oder abgedeckt ist, das aus zwei unmittelbar aneinandergrenzenden oder zusammengeschmolzenen Filterroh-ren oder Filterplatten verschiedener spektraler Durchlässigkeit besteht, und dass dieses Filtersystem relativ zum UV-Strahler verschiebbar ist.
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dadurch gekennzeichnet, dafSdereineFilterteildiekurzwelligeDurchlässigkeitsgrenzebei 3000 A mit einer an dieser Stelle vorhandenen Durchlässigkeit von höchstens 250go und der angrenzende Filterteil die kurzwellige Durchlässigkeitsgrenze bei 2000 - 2200 hat.