<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Auswaschen und Seihen von
Stärke u. a. Stoffen aus Mahlgut
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Fällen vorteilhaft anwendbar, in denen die einstufige Auswaschung des Mahlgutes genügt und ein nochmaliges Übermahlen desselben nicht erforderlich ist, während es hingegen nötig ist, die gewonnene Flüssigkeit von den feinen Verunreinigungen zu befreien. Ein Beispiel dafür ist die Auswaschung und Seihung der Stärkemilch bei kombinierter Spiritus-Stärke-Erzeugung.
Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird eine Vorrichtung mit in einem Gehäuse umlaufenden, konischen Trommeln, die mit Sieben versehen sind, und einem Düsensystem, das aus wenigstens einem Düsensatz mit Strahldüsen besteht, durch die die Auswaschflüssigkeit zugeführt wird, verwendet. Gemäss der Erfindung sind dabei die konischen Trommeln mit gleicher Verjüngungsrichtung konzentrisch ineinander eingesetzt und die äussere Trommel ist mit einem dichteren Sieb versehen als die innere Trommel. Zufolge dieser Anordnung besitzt die erfindungsgemässe Vorrichtung einen nur geringen Raumbedarf und ist einfach und billig herstellbar.
Die Konizität und die Drehgeschwindigkeiten beider Trommeln können so gewählt werden, dass sich das Mahlgut der Durchwaschungswirkung der Düsenstrahlen entsprechend mit der richtigen Geschwindigkeit auf der inneren Trommel vorwärtsbewegt und bei seinem Durchgang von einem Trommelende zum andern zur Gänze ausgewaschen wird, während die die ausgewaschenen Stoffe mitführende Flüssigkeit auf dem dichteren äusseren Sieb gleichzeitig geseiht wird.
Das Düsensystem kann entweder drehbar oder fest angeordnet sein und besteht aus einer Anzahl von die Auswaschflüssigkeit zuführenden Strahldüsen, die innerhalb der inneren Trommel angeordnet und im passenden Winkel gegen die Trommel gerichtet sind. Die Strahldüsen sind zweckmässig in Spiralen mit gleichbleibender oder wechselnder Steigung angeordnet. Die Teilung der Düsen und das Ansteigen bzw. die Form der Spirale richten sich nach den Eigenschaften des auf den Trommeln befindlichen Mahlgutes und der daraus ausgewaschenen Stoffe sowie nach der Form bzw. nach dem Durchmesser der Trommeln.
Zur Stärkeauswaschung eignet sich beispielsweise eine Spirale mit wechselndem Anstieg proportional zu dem sinkenden Stärkeinhalt im Mahlgut vom Einlauf zum Auslauf. Für die erfindungsgemässe Vorrichtung hat es sich auch als vorteilhaft erwiesen, das Düsensystem mittels tragender Arme od. dgl. am grösseren Ende der äusseren Trommel mitdrehbar zu befestigen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die innere Trommel über einen Teil ihrer Länge, vorzugsweise an ihrem grösseren Ende, von einem vollen Mantel umgeben sein, der zum Auffangen eines Teiles der durch das Sieb hindurchtretenden Flüssigkeit dient und mit Auslauföffnungen für dieselbe versehen ist. Unterhalb der Auslauföffnungen des vollen Mantels können dabei in dem die Trommeln umgebenden Gehäuse Trennwände od. dgl. vorgesehen sein, die eine mit den Auslauföffnungen in Verbindung stehende separate Kammer mit eigenem Auslauf bilden. Mit dieser Anordnung kann ein bestimmter Teil der Flüssigkeit, der die Überreste des auszuwaschenden Stoffes aus dem am äusseren Ende der inneren Trommel befindlichen Mahlgut fertiggewaschen hat und nur eine kleine Menge des ausgewaschenen Stoffes enthält, getrennt aufgefangen und nochmals zur Auswaschung verwendet werden.
Zur Befestigung der Siebe auf den Trommeln ist gemäss der Erfindung vorgesehen, dass die Siebe am grösseren Ende der Trommeln an einen den Trommelrand bildenden konischen Ring angesetzt sind und mittels einer Befestigungsvorrichtung gegen das kleinere Trommelende angedrückt sowie auf die Trommeln gespannt sind. Dadurch wird ein einfaches Aufbringen und Spannen der Siebe auf die Trommeln sowie auch ein rascher und leichter Austausch und eine bequeme Reinigung ermöglicht. Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann hermetisch abgeschlossen sein und der ganze Prozess kann in einem schützenden Medium erfolgen.
In den Zeichnungen ist das erfindungsgemässe Verfahren samt der zur Durchführung desselben vorgesehenen Vorrichtung an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung mit festem Düsensystem, Fig. 2 einen Längsschnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel mit rotierendem Düsensystem und in Fig. 3 ist das erfindungsgemässe Auswaschungs- und Seihungsverfahren in schematischer Darstellung erläutert. In Fig. 4 ist schliesslich ein Detail der inneren Trommel samt der Befestigung des Siebes gezeigt.
Die dargestellten Vorrichtungen bestehen aus zwei zum Auswaschen und Seihen des Mahlgutes dienenden Trommeln 1 und 13, die konisch ausgebildet und mit ihren schmäleren Enden ineinander eingesetzt sind. Auf die Innenseiten der beiden Trommeln l, 13 sind passende Siebe 2 und 14 aufgespannt, wobei das zum Seihen dienende Sieb 2 der äusseren Trommel 1 dichter ist als das Sieb 14 der inneren Trommel 13. Die Trommeln umgibt ein festes Gehäuse 12, das durch Trennwände in getrennte Kammern unterteilt ist. Das Gehäuse 12 ist ein Bestandteil des Ständers 11 der Vorrichtung, an dem die Lager 9 befestigt sind, welche die Wellen 7 und 15 der beiden Trommeln 1 und 13 tragen. Auf dem Ständer 11 ist ein elektrischer Antriebsmotor 10 oder ein Antriebsvorgelege angebracht.
Die innere Trommel 13 ist auf dem innen liegenden Ende der Welle 15 befestigt,
<Desc/Clms Page number 3>
welche in der hohl ausgebildeten Welle 7 und im Lager 9 drehbar gelagert ist und an ihrem aussen liegenden Ende eine Riemenscheibe 16 trägt. Die Hohlwelle 7 der Trommel l ist mit einer Riemenscheibe 8 versehen, die vom elektrischen Motor 10 oder einem an Stelle desselben vorgesehenen Vorgelege angetrieben wird.
Beide Trommeln 1 und 13 können auch gemeinsam an der Hohlwelle 7 befestigt sein und durch diese gemeinsam gedreht werden, während an der zweiten Welle 15 ein umlaufendes Düsensystem oder eine weitere Auswaschtrommel angebracht sein kann. Auf diese Weise kann somit das Düsensystem mit anderer Geschwindigkeit umlaufen als die beiden miteinander verbundenen Trommeln oder es können zwei Auswaschtrommeln mit verschiedener Geschwindigkeit umlaufen, wobei eine weitere Trommel zur Seihung an der äusseren Auswaschtrommel befestigt ist und sich mit dieser mitdreht. Die Trommel 1 ist mit ihrem kleineren Ende an der Zuführungsrosette 4 befestigt, die auf der Hohlwelle 7 sitzt und mit der Zuführungskammer 5 in Verbindung steht, in die das Zulaufrohr 6 mündet.
Mit 3 sind die sogenannten Verteilungsrosetten bezeichnet, die zur Verteilung des auf die Trommel aufgebrachten Gutes und ausserdem zum Festspannen der Siebe auf den Trommeln dienen.
Gemäss Fig. 1 greift in die innere Trommel 13 ein feststehend angeordnetes Düsensystem 17 ein, das aus Strahldüsen 18 besteht und am Deckel des Gehäuses 12 befestigt ist. Das Zulaufrohr 19 für das Aufbringen des Mahlgutes auf die innere Trommel 13 liegt dabei in der Systemachse und mündet in der Nähe der Rosette 3, während die Rohre 30 und 31 zum Zuführen der Waschflüssigkeit zu den Strahldüsen parallel neben dem Zulaufrohr 19 angeordnet sind. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist dagegen ein rotierendes Düsensystem 20 vorgesehen, das mittels tragender Arme 21 an der äusseren Trommel 1 mitdrehbar befestigt ist und sich auf einem Zulaufrohr 23 dreht, welches am Deckel des Gehäuses 12 angebracht ist.
Bei rotierendem Düsensystem ist auch die Welle 15 hohl ausgebildet, wobei an ihrem aussen liegenden Ende mittels einer dichtenden Stopfbüchse 22 ein Rohr angeschlossen ist, durch das entweder die Waschflüssigkeit dem Düsensystem zugeführt oder-wie in Fig. 2 gezeigt ist-das Mahlgut auf die innere Trommel 13 aufgebracht werden kann. Die Waschflüssigkeit wird dabei durch die beiden Zulaufrohre 23 und 24 dem Düsensystem 20 zugeführt. Sowohl das feste (Fig. 1) als auch das rotierende Düsensystem (Fig. 2) besteht aus einer Reihe von Strahldüsen 18, die spiralenförmig mit gleichbleibender oder sich ändernder Steigung angeordnet sind.
Das Düsensystem kann entweder aus einem einzigen zusammenhängenden Düsensatz bestehen oder in zwei oder drei voneinander getrennte Düsensätze unterteilt sein, die dann auch eigene Zuführungsleitungen für die Waschflüssigkeit besitzen.
Wie insbesondere aus Fig. 4 entnommen werden kann, ist die innere Trommel 13 an ihrem grö- sseren Ende von einem über einen Teil ihrer Länge reichenden vollen Mantel 32 umgeben, der zum Auffangen eines Teiles der durch das Sieb 14 hindurchtretenden Flüssigkeit dient und mit Auslauföffnungen 33 für die aufgefangene Flüssigkeit versehen ist. Unterhalb der Auslauföffnungen 33 sind in dem Gehäuse, das die Trommeln umgibt, Trennwände 34 vorgesehen, die eine separate Kammer 25 mit eigenem Auslauf bilden. Seitlich der Kammer. 25 sind aus den Fig. 1 und 2 ersichtliche weitere Kammern 26 und 27 vorgesehen, von denen die Kammer 26 zur Aufnahme und Ableitung der beim Seihen auf der äusseren Trommel 1 verbleibenden Rückstände und die Kammer 27 für den Ablauf des ausgewaschenen Mahlgutes von der inneren Trommel 13 dient.
In Fig. 4 ist auch noch die Befestigung des Siebes 17 auf der Trommel 13 gezeigt. Am grösseren Ende der Trommel 13 ist dabei ein konischer Ring 35 vorgesehen, der den Trommelrand 14a bildet, an welchem das Sieb 14 mit seinem Ende angesetzt ist, während es mit seinem andern Ende durch die als Befestigungsvorrichtung dienende Verteilungsrosette 3 gegen das kleinere Trommelende 16b angedrückt und dabei auf die Trommel gespannt wird.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist in Fig. 3 erläutert, wobei das Auswaschen und Seihen des Mahlgutes in folgender Weise vor sich geht : Das frische Mahlgut wird durch das Rohr 19 auf das Sieb 14 der inneren Trommel aufgebracht und auf dieser gegen das grössere Ende der Trommel weitergefördert, wobei durch die Düsensysteme Waschflüssigkeit aufgesprüht wird. Die Auswaschung erfolgt während des Durchganges des Mahlgutes von einem zum andern Ende der Trommel in einem einzigen Durchgang. Der ausgewaschene Stoff fliesst samt der Waschflüssigkeit durch das Sieb 14 hindurch und gelangt auf das Sieb 2 der äusseren Trommel, die sich unter der inneren Trommel dreht und der kein Mahlgut zugeführt wird.
Das Sieb 2 der äusseren Trommel ist dichter als das Sieb 14 der inneren Trommel, so dass auf dem Sieb 2 auch die feinen Unreinheiten, die das Sieb 14 der inneren Trommel durchgelassen hat, aufgefangen und durch die Kammer 26 abgeführt werden. Die gereinigte Flüssigkeit gelangt durch das Sieb 2 hindurch in den Auffangraum des Gehäuses und wird aus diesem durch den Ab-
<Desc/Clms Page number 4>
lauf 29 abgeführt, während das ausgewaschene Mahlgut in die Kammer 27 fällt und aus dieser entnommen werden kann.
Das Auswaschen und Seihen kann auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden. Da das Düsensystem aus zwei Sätzen von Strahldüsen besteht, kann entweder bei den Düsensätzen durch die Zulaufrohre 30 und 31 frische Waschflüssigkeit, z. B. Wasser, zugeführt werden, oder es kann lediglich der eine Düsensatz durch das Zulaufrohr 30 mit frischer Flüssigkeit versorgt werden. Im letzteren Fall wird die durch das Rohr 30 zugeführte frische Waschflüssigkeit, die aus dem Mahlgut die letzten geringen Reste des auszuwaschenden Stoffes aufnimmt, von dem Mantel 32 der Trommel 13 aufgestaut und durch die Auslassöffnung 33 (Fig. 4) in die Kammer 25 geführt, aus welcher sie sodann durch das Rohr 31 dem zweiten Düsensatz zugeführt und so in einen zweiten Waschumlauf geleitet werden kann.
Alternativ kann die Flüssigkeit aus der Kammer 25 auch durch das Einlaufrohr 6 auf die äussere Trommel 1 geführt werden, wo sie gemeinsam mit der durch das Mahlgut auf der inneren Trommel hindurchströmenden Flüssigkeit geseiht wird. Durch diese Rezirkulation der Waschflüssigkeit wird die Gegenstromwirkung und dadurch der Auswaschungseffekt verbessert.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Auswaschen und Seihen von Stärke und andern Stoffen aus Mahlgut, dadurch gekennzeichnet, dass das Mahlgut in einer einzigen Vorrichtung, die aus zwei konischen Trommeln (1, 13) besteht, die ineinander eingesetzt sind und Siebe (2,14) tragen, ausgewaschen und geseiht wird, wobei das Mahlgut zuerst auf die innere Trommel (13) aufgebracht und dort mit einer Flüssigkeit gewaschen wird, worauf die durch das Sieb (14) der inneren Trommel (13) hindurchtretende Waschflüssigkeit samt den mitgeführten ausgewaschenen Stoffen auf die mit einem dichteren Sieb (2) versehene äussere Trommel (1) gelangt und dort geseiht wird.