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Schnellentregungseinrichtung, insbesondere für Synchronmaschinen mit kräftiger Dämpferwicklung Sollen Synchronmaschinen mit kräftiger Dämpferwicklung, wie insbesondere Einphasen-Bahngeneratoren oder etwa Synchronmotoren oder-generatoren, die mit Kolbenmaschinen gekuppelt sind, z. B. wegen eines eingetretenen Schadens, schnell entregt werden, so wirkt der Dämpferkäfig zufolge seiner guten Kopplung mit der Feldwicklung insofern störend, als er auch nach Stromloswerden dieser Wicklung das Feld noch eine Zeit aufrecht zu erhalten vermag. Es besteht also einerseits die Schwierigkeit, dass Feld rasch genug zum Abklingen zu bringen, und es kann anderseits auch nicht am Verschwinden des Erregerstromes erkannt werden, dass der entregte Zustand der Maschine erreicht und der Entregungsvorgang zu beenden ist.
Eine Entregungseinrichtung, die den vorgenannten Umständen Rechnung trägt, sich also besonders für Maschinen mit reichlich bemessenem, sehr widerstandsarmen Dämpferkäfig eignet, jedoch auch bei Maschinen mit massiven Polschuhen wie auch bei gewöhnlichen Synchronmaschinen mit oder ohne Dämpfer- käfig benutzt werden kann, ist aus der österr. Patentschrift Nr. 183144 bekannt, laut welcher die Maschine mit einer Hilfswicklung versehen wird, deren Spannung beim Entregungsvorgang als Mass für den Erregungszustand der Maschine verwendet ist.
Insbesondere wird die Hilfswicklung selbst dazu benutzt, über einen Gleichrichter die Erregermaschine gegenzuerregen ("Gegenstoss"), u. zw. vorzugsweise auf einen Spannungsbetrag, der ein Mehrfaches der mittleren normalen Betriebsspannung dieser Maschine ist, wobei deren Spannung zufolge eintretender Sättigung einen mehr rechteckigen Verlauf nehmen kann. Nach der Patentschrift Nr. 183144 kann nun des weiteren in den Gleichstromkreis des genannten Gleichrichters eine justierbare Gegenspannung ("Gegenstossbegrenzung") eingefügt sein, die bewirkt, dass der die Erregermaschine gegenerregende Gleichrichterstrom aussetzt, sobald die den Erregungszustand der Hauptmaschine abbildende Hilfswicklungsspannung unter einen bestimmten Wert sinkt.
Bei entsprechender Wahl der Gegenspannung wird also im allgemeinen die Gegenerregung von selbst so rechtzeitig aussetzen, dass die Erregung der Hauptmaschine auf Null absinkt. Ohne dass darauf noch eine nennenswerte Spannung zufolge verkehrter Erregung wiederkehrt.
Diese Einfügung einer Gegenspannung in den Gleichrichter-Gleichstromkreis hat nun in Anbetracht des Umstandes, dass die Gleichrichterspannung zwecks möglichst wirksamer Gegenerregung Werte in der Grössenordnung von 1000 V und mehr erreichen kann, den Nachteil, dass die zur Entnahme der Gegenspannung verwendete Stromquelle, nach der Patentschrift Nr. 183144 vorzugsweise die Hilfserregermaschine, durch die galvanische Verbindung mit dem diese hohe Spannung erzeugenden Gleichrichter gefährdet bzw. hinsichtlich ihrer Isolationsfestigkeit überbeansprucht werden kann.
Der genannte Nachteil kann im Sinne der österr. Patentschrift Nr. 247471 dadurch vermieden werden, dass die Gleichrichterspannung und die Gegenspannung nicht in Gegeneinanderschaltung die Erregerwicklung der Erregermaschine speisen, sondern dass jede dieser beiden Spannungen je eine von der andern galvanisch getrennte, ihr jedoch magnetisch entgegenwirkende Erregerwicklung der Erregermaschine speisen. Es macht dabei keine Schwierigkeiten, diese beiden Erregerwicklungen so gegeneinander zu isolie-
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ren, dass ein Übertritt der hohen Spannung in den Gegenspannungskreis ausgeschlossen ist. Die Anwendung dieser Massnahme kommt besonders dort in Frage, wo die Erregermaschine bereits aus andern Gründen mit zwei Erregerwicklungen ausgerüstet ist, z. B. für Zwecke der automatischen Spannungsregelung.
Wie in der Patentschrift Nr. 183144 bzw. in der Patentschrift Nr. 247471 bereits beschrieben, wird eine Zeitautomatik vorgesehen, welche nach abgeklungenem Entregungsvorgang den Ausgangszustand wiederherstellt.
Sollte es zufolge eines Fehlers bzw. zufolge ungleicher Zeitkonstanten und Remanenz eine selbsttätige gegensinnige Hocherregung eintreten bzw. zu befürchten sein, so werden im allgemeinen Schäden durch die den Ausgangszustand bald wiederherstellende Zeitautomatik verhindert. Voraussetzung für das Arbeiten und die Wirksamkeit der Automatik ist natürlich das Vorhandensein der Steuerspannung, ohne die z. B. der nach dem Ausführungsbeispiel der Patentschrift Nr. 183144 als ferngesteuerter Schalter (Selbstschalter) mit Ein- und Aus-Spule ausgebildete Entregungsschalter nicht selbsttätig durch das Zeitrelais ausgeschaltet werden könnte.
Erfindungsgemäss wird daher die Betriebssicherheit der beschriebenen Schnellentregungseinrichtung nach Patentschrift Nr. 183144 noch dadurch wesentlich erhöht, dass in den Kreisen von Gegenstoss und Gegenstossbegrenzung ein Schütz geschaltet ist, welches im unerregten Zustand unterbricht und so bei Ausfall der Steuerspannung ein unkontrolliertes längeres Wirken von Gegenstoss und Gegenstossbegrenzung verhindert.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Entregungseinrichtung für einen Einphasen-Bahngenerator. Dieser ist mit 1 bezeichnet, seine Erregermaschine 2 ist widerstandslos an seine Läuferwicklung 3 angeschlossen und mit einer grösseren 4 ("Auf'-Feld) und einer kleineren Erregerwicklung 5 ("Ab"-Feld) ausgerüstet. Diese beiden Wicklungen erhalten normalerweise Impulse aus dem Verstärker (Transduktor-)-Regler 6, der z. B. aus einem mit dem Hauptgenerator gekuppelten Hilfssynchrongenerator 7 gespeist werden kann.
Im Sinne der Erfindung und auf Grund der Patentschriften Nr. 183144 und Nr. 247471 ist nun die Entregungseinrichtung wie folgt gestaltet : Die Energie des entregenden Gegenstosses wird der Hilfswicklung 8 über den Gleichrichter 9 entnommen und im Entregungsfalle durch das Schütz 10 im negativen Erregungssinn der grösseren Feldwicklung ("Auf"-Wicklung 4) zugeführt. Die Hilfswicklung 8 ist in den freien Nuten des Synchrongenerators 1 untergebracht. Sie hat den Vorteil, dass sie im gleichen Masse wie die Synchronmaschine den Fluss verliert. Trotzdem besteht aber die Gefahr einer zufolge ungleicher Zeitkonstanten und Remanenz bewirkten selbsttätigen gegensinnigen Hocherregung.
Um diese zu verhindern, werden die nachstehend beschriebenen Massnahmen getroffen.
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Energie für diese Gegenstossbegrenzung wird normalerweise über einen Transformator 11 und Gleichrichter 12 dem Hilfssynchrongenerator 7 entnommen.
Zur Sicherstellung der Speisung der Wicklung 5 kann dem Gleichrichter eine Stationsbatterie 13 parallelgeschaltet werden, wobei über ein Sperrventil 14 eine unerwünschte Speisung der Batterie aus der Hilfssynchronmaschine verhindert wird. Darüber hinaus ist eine Zeitautomatik 15 vorgesehen. welche nach abgeklungenem Entregungsvorgang den Ausgangszustand wiederherstellt und dabei den Schalter 16 und in weiterer Folge das Schütz 10 öffnet. Das vorgängige Öffnen des Schalters 16 bewirkt die Abtrennung der Gegenstossenergie auf der Wechselstromseite, wo leichtere Schaltbedingungen
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lich des Gleichrichters 9 geschützt wird.
Zur Sicherstellung der Entregung und einer vorgängigen Formierung des Gegenstoss-Gleichrichters 9 besteht eine schaltungstechnische Verriegelung, welche bewirkt, dass der Entregungsschalter 17, welchem es obliegt, vor Einleitung einer Gegenstossentregung die betriebsmässige Anspeisung von "Auf"- und "Ab"-Feld vom Spannungsregler 6 abzutrennen, beim betriebsmässigen Hochfahren bzw. Auferregen erst nach dem Schalter 16 eingelegt werden kann. Als Schutz des"Auf"-und"Ab"-Feldes gegen Schaltüberspannungen dient je ein Widerstand 18a bzw. 18b. Ausserdem kann der Regler 6 durch den Schalter 19 von seiner Energieversorgung abgetrennt werden.
An Stelle der Hilfssynchronmaschine 7 kann selbstverständlich wie in der Patentschrift Nr. 183144 auch eine Hilfserregermaschine vorgesehen und zur Speisung der Einrichtung zur Begrenzung des Gegenstosses (hier"Ab"-Feld 5) verwendet werden.
Zur Sicherstellung der Polarität von Gegenstoss-und Gegenstossbegrenzung sind Gleichrichter (z. B.
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