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Hydraulischer Radial-Kugelkolbenmotor
Die Erfindung betrifft einen hydraulischen Radial-Kugelkolbenmotor mit einem in Gleitlagern drehbar in einem Gehäuse angeordneten Rotor, bei welchem wenigstens eine radial verlaufende Bohrung oder Ausnehmung als Zylinder für einen oder für zwei als Kugeln oder Rollen ausgebildete Kolben dient, welche auf einer den Rotor umgebenden gehäusefesten Rollbahn ablaufen.
Bei Motoren der eingangs genannten Art ist die Möglichkeit gegeben, mit einem im Vergleich zu andern Antriebsmotoren einfachen Aufbau und bei vergleichsweise geringen Abmessungen relativ hohe Antriebsleistungen zu erzielen. Die eingangs genannten Motoren gehören im Hinblick auf ihr Bauprinzip zu den Radial-Kolbenmaschinen. Diese Maschinen können generell als Pumpen, Kupplungen, Bremsen oder wie im vorliegenden Falle als Motore arbeiten. Grundsätzlich ist die Umkehrung eines Motors in eine Pumpe und umgekehrt möglich ; es ist jedoch je nach jeweiligem Zweck mit Nachteilen zu rechnen, wenn eine Maschine nicht für den ursprünglich vorgesehenen Zweck verwendet wird.
Die Erfindung befasst sich hauptsächlich mit Radial-Kugelkolbenmotoren. Besonderes Anwendungsgebiet sollen Antriebsaufgaben in Steuer- und Regelkreisen sein, wobei die zu diesen Zwecken verwendeten Motoren als Drehmomentverstärker verwendet sein sollen und eine eingeführte oder energiearm vorgegebene Grösse, beispielsweise eine Bewegungsgrösse, unverändert, jedoch mit hohem Drehmoment, abgeben sollen.
Es ist möglich, Steuer- und Regelkreise und die zur Bildung solcher Kreise erforderlichen Vorrichtungen sehr klein auszubilden, d. h. in wenigen dms Raum unterzubringen. Es ist daher verständlich, dass die Motoren, die die Steuer- oder Regelimpulse oder-befehle in Antriebsarbeit umsetzen, so klein und leistungsfähig wie nur irgend möglich ausgebildet sein müssen. Zugleich muss von solchen Motoren aber auch verlangt werden, dass sie mit möglichst geringen Verlusten arbeiten.
Im Interesse einer feinfühligen und trägheitslosen Steuerung oder Regelung müssen Motoren der in Rede stehenden Art fehlerfrei, d. h. so genau wie irgend möglich steuerbar sein und auf Steuer- bzw. Regelimpulse möglichst feinfühlig ansprechen.
Zu diesen Forderungen gehört ausserdem auch noch die Verwirklichung eines stufenlos erfassbaren möglichst grossen Drehzahlbereiches und die Möglichkeit, den Motor beliebig schnell in seiner Drehrichtung aus beliebigen Drehzahlen heraus umkehren zu können. Ausserdem verlangt die einwandfreie Erfüllung von Regelaufgaben schliesslich noch einen Motor, der auch im Drehzahlbereich nahe Null, d. h. bei äusserst geringen Drehzahlen oder Winkelgeschwindigkeiten, genau entsprechend den gegebenen Befehlen verlustarm und einwandfrei arbeitet.
Die bekannten Motoren der eingangs genannten Art weisen ein Gehäuse auf, in welchem ein Rotor, der die Form einer Glocke oder eine Topfform mit am Boden einstückig angeformtem Wellenstumpf aufweist, drehbar gelagert ist. Im Rotor sind radiale oder im wesentlichen radial verlaufende Bohrungen oder Ausnehmungen vorgesehen und in diese Kugeln oder auch walzenförmige Rollen eingepasst, welche auf einer oder mehreren insbesondere axial nebeneinander angeordneten gehäusefesten oder vom Gehäuse gehaltenen Rollbahnen ablaufen, wenn entsprechend der Form dieser exzentrisch zum Rotor gelagerten Rollbahnen über einen in den inneren Hohlraum der Topf- oder Glockenform des Rotors eingrei-
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fenden Steuerzylinder in gesteuerter Weise Druckflüssigkeit zugeführt bzw. abgeleitet wird.
Für die eingangs genannten Antriebsaufgaben in Steuer- und Regelkreisen sind die bekannten Motoren aus zahlreichen Gründen nicht geeignet. Zur Beeinflussung des Laufes der bekannten Motoren bedient man sich in der Praxis beispielsweise verschiedener Massnahmen. Aus der deutschen Patentschrift Nr. 873207 ist es bekannt, den in das Innere des Rotors eingreifenden Steuerzylinder in bezug auf die gehäusefeste Rollbahn zu verdrehen, um die Motorleistung zu verändern. Bei dieser Massnahme wird aber die Lage der von der Rollbahn bestimmten Totpunkte, welche unveränderlich ist, zur Lage der durch die Druckflüssigkeitszufuhr bzw. -abfuhr bestimmten Totpunktefehlerhaft, so dass sich nicht vermeiden lässt, dass die einzelnen Zylinder eines solchen Motors im Bereich ihrer Totpunkte als Pumpen oder Bremsen und nicht als Motoren arbeiten.
Dabei geht ein sehr hoher Anteil der zugeführten Leistung verloren oder wird in Wärme umgesetzt ; zugleich wird der Verschleiss gross und die Lebensdauer verringert sich. Die wesentlichste Eigenschaft, die gemäss den eingangs genannten Forderungen für Regelund Steueraufgaben vorhanden sein muss, nämlich eine möglichst geringe Baugrösse bei hoher Antriebsleistung, lässt sich aber bei dieser Energieverschwendung keinesfalls verwirklichen.
Eine andere Art der Beeinflussung des Motorlaufes zeigt die österr. Patentschrift Nr. 97044. Dabei wird der im Gehäuse gehaltene Ring, der die Rollbahn für die Kugelkolben oder walzenförmigen Kolben bildet, in Form eines exzentrisch zum Rotor gelagerten Kreisringes ausgebildet und dieser Kreisring durch Druckeinwirkung verformt, so dass er die Form eines Langrundes oder einer Ellipse annimmt. Zunächst ist festzustellen, dass eine solche Art der Steuerung ohne das Vorhandensein einer gewissen Mindeststeuerleistung, die im vorliegenden Falle relativ gross ist, undenkbar ist ; denn es bedarf erheblicher Kräfte, um einen metallischen Laufring zu verformen. Aufwendig wird der Bau solcher Motoren infolge der zum Verformen der Rollbahn benötigten Einrichtungen.
Ausserdem führt die Verformung des Laufringes zu einer Veränderung der geometrischen Beziehung zwischen Rotor und Rollbahn, durch welche der Kolbenhub verändert wird. Eine Veränderung des Kolbenhubes führt aus naheliegenden Gründen zu einer Senkung der Leistung, d. h. eine solche Massnahme steht in krassem Widerspruch zu der Forderung, bei kleinsten Abmessungen hohe Antriebsleistungen zu erzielen.
Es sind auch noch zahlreiche andere motorgebundene Steuerungsarten bekannt, die im einzelnen hier nicht ausführlich behandelt zu werden brauchen, weil sie zum Teil zur Steuerung von Radial-Kolbenmaschinen bei deren Arbeitsweise als Pumpen dienen oder weil durch die Art der Steuerung zumindest die Baugrösse des Motors vergrössert oder dessen Leistungsfähigkeit in bezug auf seine Baugrösse vermindert wird.
Die Leistungsfähigkeit eines Motors der in Rede stehenden Art wird massgeblich von seinen Verlusten bestimmt. Diese Verluste sind bei den bekannten Motoren zum Teil recht gross. Sie setzen sich aus mechanischen Widerstandsverlusten und aus hydraulisch bedingten, insbesondere Leckverlusten zusammen.
Die Widerstandsverluste beruhen insbesondere darauf, dass die Rotoren der bekannten Motoren nur an einem Ende des glocken-oder topfförmigen Körpers gelagert sind, so dass trotz der Verwendung der an sich teuren und aufwendigen Wälzlager infolge des beim Betrieb entstehenden Kippmoments ein zum erheblicher Drehwiderstand im Lager entsteht, der zu einer relativ starken Erwärmung bei starkem Verschleiss führt. Die bereits vorgeschlagenen Massnahmen zur Senkung der Reibungsverluste zwischen Kolben und Laufbahn sowie zwischen Kolben und Zylinder führen ausnahmslos (s. z. B. die brit. Patentschrift Nr. 3827 A. D. 1914), dazu, dass sich die Abmessungen des Motors im Vergleich zur Leistung in erheblicher Weise vergrössern.
Auch der Senkung der Leckverluste sind Grenzen gesetzt. Will man nämlich die Reibungsverluste zwischen Kugelkolben und Zylinderwandung gering halten, dann muss ein gewisses Mindestspiel zwischen Kugel und Zylinderwandung vorhanden sein. Je höher der Flüssigkeitsdruck ist, umso grösser werden bei diesem Mindestspiel die Leckverluste. Will man hingegen die Leckverluste klein halten, führt nur die gegenteilige Massnahme zum Erfolg, d. h. die als Kolben dienende Kugel muss in den Zylinder möglichst eng, vorzugsweise im Gleitsitz, eingepasst sein. Eine gewisse unvermeidliche Gleitreibung als Widerstand lässt sich dabei nicht vermeiden. Eine reibungsbedingte Erwärmung lässt sich ebenfalls nicht umgehen.
Die Erfahrungen mit bekannten Motoren haben gezeigt dass diese Massnahmen relativ rasch zu starkem Verschleiss führen, weil die ungleichmässige Erwärmung von Rotor und Kugel zu Verklemmungen der Kugel in dem Zylinder und damit zu gesteigerter Reibung und schliesslich zu einem Fressen, gegebenenfalls Blockieren, führt. Dabei wird häufig der Motor zerstört. Als Abhilfe wird beispielsweise in der brit. Patentschrift Nr. 578392 vorgeschlagen, die Zylinder im Bereich des Kugelkolbenhubes mit lösbar eingesetzten Buchsen auszurüsten, und diese Buchsen aus Material von besonderer Wärmeleitfähig-
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keit, besonderer Festigkeit, besonderer Härte usw. auszubilden.
Es ist offensichtlich, dass mit einer solchen Massnahme der eingangs genannten Forderung nach einfachem Aufbau insbesondere aber nach geringer Baugrösse nicht entsprochen wird.
Aus den genannten Patentschriften ist zu entnehmen, dass bei der Konstruktion von Radial-Kolbenmotoren relativ hohe Verluste, eine mehr oder weniger geringe Lebensdauer, eine fest vorgegebene nicht überschreitbar Leistungsfähigkeit und eine gewisse Mindestbaugrösse, die für die eingangs genannten Forderungen zu gross ist, nicht unterschritten werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, die aufgezeigten Nachteile der bekannten Radial-Kolbenmotoren zu vermeiden und eine Bauform eines solchen Motors zu finden, die bei geringen Verlusten, langer Lebensdauer, feinfühliger und weitgehend trägheitsloser Steuerbarkeit des Motors zugleich die nahezu kleinstmögliche Bauweise bei einer gegebenen Leistung gewährleistet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Rotor als zylindrische Walze ausgebildet ist und bei einem mit zwei Kolben ausgerüsteten Zylinder einen das Zweifache des Kugeldurchmessers betragenden Durchmesser aufweist, welcher höchstens um einen geringen Betrag, der eine gegenseitige Berührung der Kugeln in der unteren Totpunktlage ausschliesst, vergrössert ist, wogegen bei nur einem Kolben je Zylinder der Durchmesser der als Kolben dienenden Kugel etwa das 0, 7fache des Rollbahndurchmessers beträgt, und dass zur Druckflüssigkeitszufuhr und-ableitung gehäusefeste, zugleich als Gleitlager für den Rotor ausgebildete Steuerhülsen mit bogenförmigen Steuerkammern und am Rotor in umfängliche Steueröffnungen ausmündende, im wesentlichen radial zu den Zylindern verlaufende Steuerkanäle vorgesehen sind.
Die mechanischen Verluste, aber auch die Leckverluste werden weiter verringert und dadurch die Steuerempfindlichkeit des Motors und zugleich seine Leistungsfähigkeit gesteigert, wenn dieser nach einem weiteren Merkmal der Erfindung so ausgebildet ist, dass zwischen jeweils zwei axial benachbarten Zylindern eine jeweils beiden zugleich dienende Steuerhülse vorgesehen ist, und dass alle Steuerhülsen über im Gehäuse in axialer Richtung verlaufende Kanäle miteinander und mit ins Gehäuse mündenden Druckflüssigkeitszufuhr-bzw.-ableitrohren verbunden sind.
Um die Steuerung und Regelung so empfindlich wie nur irgend möglich zu gestalten, zugleich aber auch zu verhindern, dass durch das unvermeidbare Lecken Flüssigkeit verloren geht, sieht die Erfindung vor, dass jedem Zylinder im Gehäuse eine Leckkammer zugeordnet ist, und dass alle Leckkammern miteinander und mit einer getrennt aus dem Gehäuse herausgeführten Rohrleitung verbunden sind.
Die von der Erfindung wie vorstehend vorgeschriebene Bemessung der Motorteile steht im krassen Widerspruch zur aus den bereits genannten Patentschriften entnehmbaren Lehre, hohe Maximalleistungen durch möglichst grosse Anzahlen von gedrängt beieinander angeordneten Zylindern und Kolben zu erzielen. Die neue Ausbildung, d. h. vorgeschriebene Bemessung der Motorbauteile, berücksichtigt aber die geometrischen Zusammenhänge zwischen der exzentrischen Rollbahn, der Kugel und der als Zylinder dienenden Bohrung des Rotors in der Form, dass sie das praktisch verwirklichbare, maximal erzielbare Wellendrehmoment bei einer minimalen Motorgrösse, insbesondere bei einem geringstmöglichen Motordurchmesser nicht primär von der Anzahl und räumlichen Konzentration der Zylinder und Kolben abhängig macht.
Durch rechnerische Ableitung lässt sich ermitteln, dass bei einer als Kolben wirkenden Kugel der kleinste Motordurchmesser dann zu verwirklichen ist, wenn der Kugeldurchmesser etwa das 0, 7fache des Rollbahndurchmessers beträgt. Dabei ist bei der Kleinhaltung der Motorabmessungen und der Ableitung der Bemessungsvorschrift besonderer Wert darauf gelegt worden, dass der Motordurchmesser so klein wie irgend möglich wird.
In den vorstehenden Bemessungsvorschriften heisst es, dass der Motor erfindungsgemäss eine Kugel aufweisen soll, deren Durchmesser etwa das 0, 7fache des Rollbahndurchmessers beträgt. Dieser Wert lässt sich bei den eingangs genannten bekannten Motoren jedoch nicht verwirklichen ; das bedeutet, dass zur Schaffung des erfindungsgemässen Motors und der Verwirklichung seiner vorteilhaften Eigenschaften die zusätzlichen Ausbildungsvorschriften wesentlich mitbestimmend sind. Dazu gehört im besonderen Masse die Zuführung der Druckflüssigkeit in radialer Richtung aus dem Gehäuse in ein oder mehrere Gleitlager.
Bei den bekannten Ausführungsformen von Radial-Kolbenmotoren lässt sich wegen der bereits erwähnten Fehler, insbesondere Nachteile der einseitigen Lagerung in Wälzlagern, eine Bauform nicht wesentlich verbessern, bei welcher die als Kolben dienende Kugel im Durchmesser das 0,3fache des Rollkreisdurchmessers beträgt.
Wesentliche Vorteile der Kleinhaltung des Motordurchmessers, insbesondere der geringstmöglichen Bemessung des Rotors und der zugleich mehrfachen Abstützung in Gleitlagern, die zugleich auch Steuer-
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hülsen sind, sind folgende : Der Rotor ist mehrfach abgestützt und durch den in den Druckkammern anstehenden Druck druckentlastet, so dass die Reibungsverluste so gering wie nur irgend möglich sind. Der genaue Rundlauf des Rotors lässt eine enge Gleitsitzeinpassung der Kugel im Zylinder zu und fördert damit die Senkung der Leckverluste. Die kleinen Leckverluste und die geringen Reibungsverluste führen gemeinsam zu einem hohen Leistungsfaktor des Motors, und sie bilden darüber hinaus die Voraussetzung für eine hohe Ansprechempfindlichkeit, wie sie zu Steuerungszwecken gefordert wird.
Dieser Forderung kommt ausserdem der geringe Motordurchmesser entgegen ; denn bei einem geringen Durchmesser wird die rotierende Masse klein, und die zur Veränderung der Rotation benötigte Beschleunigungsenergie kann auf ein Minimum herabgesenkt werden. Bekanntlich geht der Durchmesser von Drehkörpern mit seiner vierten Potenz in die Trägheit ein, so dass der Durchmesserverringerung bei dem neuen Motor im Hinblick auf schlagartig durchzuführende Drehzahl- und Drehrichtungsänderungen die grösste Bedeutung zukommt.
Ein Ausführungsbeispiel des neuen Motors ist in den Zeichnungen dargestellt. Die Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen als Einkolben-Mehrzylindermotor ausgebildeten Radial-Kugelkolbenmotor. Die Fig. 2,3 und 4 zeigen Schnitte längs der Linien ici-11, III-III bzw. IV-IV in der Fig. 1. Die Fig. 5 zeigt einen Schnitt durch einen als Mehrzylinder-Doppelkolbenmotor ausgebildeten Radial-Kugelkolbenmotor.
Die Fig. 6,7, 8 und 9 zeigen Schnitte längs den Linien VI-VI, VII-VII, VIII-VIII bzw. IX-IX in Fig. 5.
In den Figuren sind, unabhängig von den beiden Bauvarianten des neuen Motors, einander gleiche oder zumindest entsprechende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Bauteile, die unter dem Einfluss der Ausbildung als Einfach- oder Doppelkolbenmotor unterschiedliche Formen aufweisen, sind zur Unterscheidung bei der Ausbildung als Doppelkolbenmotor bei gleichen Bezugszeichen durch den Index a hervorgehoben.
Der neue Motor ist in den beiden Ausführungsbeispielen als Mehrzylindermotor ausgebildet. Er weist ein Gehäuse 1 und einen Rotor 2 auf. Der Rotor 2 weist die Gestalt einer zylindrischen Walze auf und ist an beiden Enden mit im Durchmesser verjüngten Wellenenden 3 und 4 ausgerüstet, die sowohl zur Abnahme der Antriebsleistung als auch zur Abnahme einer Steuergrösse, beispielsweise einer Bewegungsgrösse, dienen. Gegenüber dem Gehäuseinneren sind die Wellenenden 3, 4 mittels Dichtungen 5 abgedichtet.
In dem Rotor sind in radialer Richtung verlaufende Bohrungen 6 in axialem Abstand voneinander und zugleich in radialem Winkel zueinander versetzt angebracht. In diese Bohrungen 6 bzw. 6a sind Kugeln 7 bzw. 7a als Kolben eingesetzt. Die Kugeln laufen bei einer Rotation des Rotors 2 auf Rollbahnen 9 bzw. 9a ab.
Zwischen zwei benachbarten als Zylinder dienenden Bohrungen 6 oder 6a ist jeweils eine Steuerhülse 10 bzw. 10a in das Gehäuse eingebaut. Diese Steuerhülse 10 bildet zugleich ein Gleitlager für den Rotor 2. In ihr sind jedoch bogenförmige Kammern 11 bzw. 11a vorgesehen, die über geeignete im Gehäuse verlaufende Kanäle 17 bzw. 17a und Kammern 18 bzw. 18a sowie Kanäle 19 mit Rohranschlüssen 12'verbunden sind, über welche der Motor mit Steuerventilen od. dgl. und Druckflüssigkeitsquellen usw. verbunden ist.
Im Bereich der Kammern 11 oder 11a liegen am Aussenumfang des Rotors vorgesehene Steueröffnungen 12 bzw. 12a, die über Kanäle 13 bzw. 13a mit den zugehörigen Zylindern 6 oder 6a in Verbindung stehen, so dass die in den Kammern 11 oder 11a anstehende Druckflüssigkeit während der Rotation des Rotors 2 zunächst den Zylindern 6 oder 6a zugeführt, beim Passieren des entsprechenden Totpunktes wieder abgeführt wird. Die in den Kammern der Steuerhülse 10 anstehende Druckflüssigkeit wirkt dem Druck entgegen, mit welchem sich der Rotor 2 auf dem Gleitlager, das die Steuerhülse bildet, abstützt. Das bedeutet, dass der Rotor zwischen jeweils zwei benachbarten und zu einem Paar zusammengefassten Zylindern, welche gemeinsam von einer Steuerhülse gesteuert werden, auch in Gleitlagern aufgenommen ist und auf Druckflüssigkeitspolstern aufschwimmt.
Es wird auf diese Weise eine weitgehende Senkung der Lagerreibung erzielt.
Bei dem in den Fig. 1-4 gezeigten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen Einkolbenmotor.
Die Rollbahn 9 hat die Form eines exzentrischen Kreisringes. Diese Form gewährleistet einen ausserordentlich glatten, ruhigen Lauf der Kugel und schafft die Voraussetzung für die Erzielung hoher Rotordrehzahlen. Zur Kleinhaltung des Rotordurchmessers ist die Kugel insbesondere so bemessen, dass ihr Durchmesser das 0, 65fache des Rollbahndurchmessers beträgt.
Bei der Ausbildung des neuen Motors als Doppelkolbenmotor wird der geringste Motordurchmesser bei höchstmöglicher Motorleistung dann erreicht, wenn der Rotordurchmesser das Doppelte oder geringfügig mehr als das Doppelte des Kugeldurchmessers beträgt. Durch die geringfügige Überbemessung des
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Rotordurchmessers wird verhindert, dass die Kugeln 7a in der unteren Totpunktlage einander gegenseitig berühren oder unter dem Einfluss von Beschleunigungskräften bei hohen Drehzahlen gegeneinander prallen und sich beschädigen. Die Rollbahn 9a hat bei der Doppelkolben-Motorausbildung die Form eines Langrundes oder einer Ellipse. Die Form der Rollbahn 9 oder auch 9a kann abgewandelt werden, wenn, bezogen auf eine volle Umdrehung des Rotors, ein besonders ausgebildeter Verlauf des Wellendrehmoments erzielt werden soll, z.
B. ein möglichst konstanter und glatter Verlauf des Drehmoments. Die vom Motor erwartete Endleistung lässt sich nunmehr durch beliebige Addition einer entsprechenden Anzahl axial hintereinander angeordneter Zylinder bei gleichbleibend kleinstmöglichem Motordurchmesser verwirklichen.
Um die Flüssigkeit nicht zu verlieren, die durch das unvermeidbare Lecken zwischen den Kugeln und den Zylindern austritt, sind Leckkammern 14 bzw. 14a vorgesehen und über im Gehäuse vorgesehene Kanäle 15 miteinander und mit einer Leckflüssigkeitsabführleitung 16 verbunden. Auf diese Weise wird bei begrenztem festem Flüssigkeitsvolumen ein Flüssigkeitsverlust vermieden, zugleich aber auch eine Beeinträchtigung der Steuerempfindlichkeit durch die Leckflüssigkeit verhindert.
Es ist schliesslich aus den Zeichnungen noch erkennbar, dass mit Ausnahme der beiden Wellendichtungen 5 keine Abdichtung des Motors erforderlich ist, weil die Steuerhülse in ihrer Funktion als Gleitlager zugleich abdichtend wirken. Damit ist gegenüber den bekannten Bauformen nicht nur eine erhebliche Senkung des Aufwandes, sondern auch eine weitgehende Vereinfachung erzielt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hydraulischer Radial-Kugelkolbenmotor mit einem in Gleitlagern drehbar in einem Gehäuse angeordneten Rotor, bei welchem wenigstens eine radial verlaufende Bohrung oder Ausnehmung als Zylinder für einen oder für zwei als Kugeln oder Rollen ausgebildete Kolben dient, welche auf einer den Rotor umgebenden gehäusefesten Rollbahn ablaufen, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (2) als zylindrische Walze ausgebildet ist und bei einem mit zwei Kolben (7a) ausgerüsteten Zylinder (6a) einen das Zweifache des Kugeldurchmessers (7a) betragenden Durchmesser aufweist, welcher höchstens um einen geringen Betrag, der eine gegenseitige Berührung der Kugeln (7a) in der unteren Totpunktlage ausschliesst, vergrössert ist, wogegen bei nur einem Kolben (7) je Zylinder (6) der Durchmesser der als Kolben dienenden Kugel (7)
etwa das 0,7fache des Rollbahndurchmessers beträgt, und dass zur Druckflüssigkeitszufuhr und-ableitung gehäusefeste, zugleich die Gleitlager (10, 10a) für den Rotor (2) bildende Steuerhülsen mit bogenförmigen Steuerkammern (11, 11a) und am Rotor in umfängliche Steuer- öffnungen (12,12a) ausmündende, im wesentlichen radial zu den Zylinder verlaufende Steuerkanäle (13,13a) vorgesehen sind.