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Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Perlit
Expandierter Perlit, welcher in bekannter Weise hergestellt wird, fällt nicht nur in körniger Stmk- tur, sondern auch in feinsten staubbildenden Teilchen an. Daraus resultiert der grosse Nachteil, dass der in Säcken abgefüllt expandierte Perlit, z. B. beim Aufschütten, zu erheblicher Staubentwicklung neigt, so dass eine unangenehme Verschmutzung der Umgebung wie auch eine erhebliche Belästigung des Arbeitspersonals unvermeidbar-sind. Das erschwert, verhindert sogar teilweise den Einsatz von Per- lit für zahlreiche Anwendungsgebiete.
Man hat daher schon versucht, den geblähten Perlit mit einem Staubbindungsmittel zu versehen, u. zw. behandelt man ihn mit Chlorcalcium. Derart präparierter Perlit ist jedoch stark hygroskopisch, kann also im expandierten Zustand grosse Flüssigkeitsmengen aufnehmen und hält diese fest. Häufig ist jedoch die Wasseraufnahmefähigkeit von Perlit unerwünscht. Ausserdem stört, dass mit üblichen Staubbindemitteln behandelter Perlit keine gegenüber Öl verbesserte Benetzbarkeit besitzt, er eignet sich daher nicht oder kaum zur Aufnahme von Öl, gleichgültig in welcher Form.
Für die Reinhaltung von Grundwasser, genauer um Grundwasserverschmutzung durch Öl zu verhindern, sind ölaufnehmende oder ölaufsaugende, zumeist poröse Stoffe bekannt. Insbesondere wurden sogenannte Ölbindemittel entwickelt, die auf Grund einer chemischen oder physikalischen Oberflächenbehandlung hydrophobe und oleophile Überzüge bilden, so dass auf Wasser schwimmendes Öl aufgesaugt werden kann, ohne dass gleichzeitig oder vorher ein Eindringen des Wassers in das Adsorptionsmaterial zu befürchten ist.
Hiezu ist es bekannt, als Adsorptionsmaterial expandierten Perlit zu verwenden, welcher mit einer Silikonemulsion besprüht ist, um dadurch die oleophilen Eigenschaften zu verbessern. Dieser mit Silikon behandelte Perlit ist jedoch ausserordentlich trocken und neigt zu ungewöhnlich starker Staubbildung. Eine solche Staubbildung kann gegebenenfalls in Kauf genommen werden, weil der silikonbehandelte Perlit im Freien, beispielsweise zur Beseitigung von Ölverschmutzungen auf Gewässern, zum Einsatz kommt. Verwendung derartiger Perlits auf festem Untergrund, insbesondere in geschlossenen Räumen, ist jedoch kaum möglich, wenn der Einsatz in kleinen Behältern oder in der Nähe staubempfindlicher Maschinen erfolgen soll. Auch ist häufig für diesen Einsatzfall die Ölaufnahme nichtbefriedigend.
Ein besonderer Nachteil von gewöhnlichem, also nicht präpariertem expandiertem Perlit und von silikonbehandeltem Perlit ist darin zu sehen, dass dieser Perlit entweder ungewöhnlich starke Staubent- wicklung im Einsatz mit sich bringt oderöle bzw. Ölemulsionen, z. B. Ölrückstände, die durch Leckoder Spritzverluste entstehen, nicht vollkommen und schnell genug von ölempfindlichem festem Untergrund aufzunehmen vermag. Letzteres gilt auch für den Perlit, der mit den üblichen Staubbindemitteln behandelt worden ist.
Es wäre an sich zu erwarten gewesen, dass vor allem mit Silikon oder sonstigen oleophilen Mitteln präparierter, wenn auch staubentwickelnder Perlit zumindest die Fähigkeit besessen hätte, Öle oder Öl-
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emulsionen in befriedigender Weise von festem Untergrund aufzunehmen. Tatsächlich müsste man annehmen können, dass gerade die Verwandtschaft der oleophilen Überzüge zu den Ölen bevorzugt eine Brückenbildung einleitet und eine gründliche und schnelle Adsorption vermitteln bzw. bewirken würde, die Praxis hat jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, nach dem behandelter Perlit die Fähigkeit besitzt, Staub intensiv und über längere Zeit zu binden und ohne lästige Staubentwicklung auf festen Untergrund gestreut Öl und Ölemulsionen schnell und ohne Rückstände aufzusaugen, ohne grosse Mengen an Luftfeuchtigkeit aufzunehmen.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Perlit, insbesondere zur Steigerung der Fähigkeit von Perlit, Staub zu binden und Öle und Ölemulsionen von einem festen Untergrund ohne Staubentwicklung aufzunehmen und besteht darin, dass die einzelnen Perlitkörner mit einem Film organischer hygroskopischer Verbindungen umhüllt werden.
Diese Massnahme der Erfindung hat neben der Staubbindung zur Folge, dass überraschenderweise das auf dem Boden liegende Öl begierig aufgenommen wird, was vermutlich auf Staubbindung und Veränderung der Benetzungsverhältnisse sowie einer Verwandtschaft der aufzunehmenden Öle mit den organischen hygroskopischen Stoffen beruht. Die für die erfindungsgemässe Behandlung erforderliche Menge ergibt sich, unabhängig von der Körnung des Perlits, aus der Bestimmung, dass die einzelnen Körner von einem Film der organischen hygroskopischen Verbindungen zu umhüllen sind.
Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im folgenden aufgeführt. Nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung werden die Perlitkörner an ihrer Oberfläche mit organischen und hygroskopischen Verbindungen aus der Gruppe der mehrwertigen aliphatischen Alkohole, Lactate oder Triäthanolamfhsef- fen u. dgl. behandelt. Nach einem Vorschlag der Erfindung, dem selbständige Bedeutung zukommt. und der sich durch besondere Wirksamkeit auszeichnet, wird auf die Perlitkörper ein Glyzerinfilm aufgebracht.
Ferner sieht die Erfindung vor, dass die organischen hygroskopischen Verbindungen mit Wasser im
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: 1sich jedoch meistens intensiver und sparsamer anwenden. Die notwendige Menge liegt z. B. bei Verwendung von Glyzerin oder mehrwertigen aliphatischen Alkoholen bei nur 1 - 2 l/m3 Perlit.
Ausserdem empfiehlt die Erfindung, dass die organischenhygroskopischen Verbindungen für sich oder mit Wasser gemischt auf dem Wege der Perlitkörner. vom Expansionsofen zur Abpackung auf die expan- dierten. noch eine Mindesttemperatur von 1000C aufweisenden Perlitkörner aufgesprüht werden. Diese Temperatur wird nach oben durch die Zersetzungstemperatur der organischen hygroskopischen Verbindungen begrenzt. Das erfindungsgemässe Verfahren ist in dieser Art sicher und einfach durchzuführen.
Bei der angegebenen Mindesttemperatur verdampft das überschüssige Wasser der Präparationsmischungen.
Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind vor allem darin zu sehen, dass nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelter Perlit erhöhte Fähigkeit besitzt, ohne lästige Staubentwicklung auf festen Untergrund gestreut werden zu können und den Staub über lange Zeit zu binden, ohne dass Luftfeuchtigkeit, selbst bei hohen Luftfeuchtigkeitsgehalten, in erhöhtem Masse aufgenommen wird. Ein besonderer Vorteil ist jedoch darin zu erblicken, dass zugleich der nach Lehre der Erfindung behandelte Perlit Öl und Ölemulsionen schnell und ohne Rückstände von festem Untergrund, z. B. von ölverschmutzten Fussböden, aufsaugen kann.
Im folgenden wird das erfindungsgemässe Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Perlit an Hand eines Beispieles erläutert :
Ein expandiertes Perlitkorn wird in der beanspruchten Weise mit einem Überzug aus den organischen hygroskopischen Substanzen, z. B. mit einem Glyzerinüberzug, dadurch versehen, dass 1 - 21 Glyzerin mit der gleichen Menge Wasser verdünnt und diese Mischung auf eine Menge auf 1 m3 expan- diertemPerlit gesprüht wird, welcher eine Temperatur zwischen 100 und 2500C aufweist. Auf dem weiteren Wege von der Sprühvorrichtung zur Abfüllstelle verdampft das Wasser. Selbst nach langer Lagerung neigt der z. B. in einem Sack abgefüllt und behandelte Perlit weder zur Staubbildung noch zu einer unerwünschten hohen Aufnahme von Luftfeuchtigkeit.
Dagegen saugt er auf festen Untergrund gestreut Öllachen schnell, restlos und begierig auf.
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