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Kerzenbecher
Gegenstand der Erfindung ist ein Kerzenbecher aus thermoplastischem transparentem Kunststoff mit einem den Becher abschliessenden, eine Brennöffnung aufweisenden Deckel, vorzugsweise zum
Gebrauch auf Friedhöfen und für liturgische Zwecke.
Um langbrennende Kerzen, wie sie vor allem auf Friedhöfen und in Kirchen für das Ewige Licht
Verwendung finden, funktionsfähig zu halten, müssen sie in ein wärmestauendes Gefäss eingesetzt werden, da sie einen verhältnismässig grossen Durchmesser aufweisen und die Aussenseiten des
Kerzenkörpers nur dann für die Verbrennung verflüssigt werden können, wenn die vom Docht abgestrahlte Wärme im Bereich der Kerze zusammengehalten bleibt. Da das hiezu verwendete Gefäss das Licht der Kerze auch nach aussen dringen lassen soll, kommt hiefür nur ein transparentes Material in Frage, wozu bisher vorwiegend Glas benutzt wurde. Insbesondere beim Transport gab es hiebei viel Bruch, der den Lieferanten zum Ersatz des Schadens zwang, was letztlich die Kosten derartiger Produkte in unliebsame Weise erhöhte.
An sich waren diese Glasbehälter schon verhältnismässig teuer, wobei die Wirtschaftlichkeit dadurch noch weiter vermindert wurde, dass man sie nach dem Abbrand zumeist nicht mehr benutzte und ausserdem zum Abschluss des Gefässes ein Deckel aus Asbest oder aus einem sonstigen mit einer wärmedämmenden Schicht belegten Material notwendig war.
Zur Behebung dieser übelstände wurde als Material für den Kerzenbecher Kunststoff vorgeschlagen, der mit einem gleichfalls aus Kunststoff bestehenden, zumeist mit dem Becher verschweissten Deckel verschlossen war. Beim Gebrauch wurde der Deckel abgetrennt, konnte also nicht zum Zurückhalten der Wärme auf den Becher aufgesetzt werden und ausserdem brannte der Kunststoff vielfach an, so dass die Kerze praktisch frei stand und nicht wie gewünscht einem ruhigen Abbrand bis zu ihrem Ende zugeführt werden konnte, selbst dann nicht, wenn der Kerzendurchmesser nur verhältnismässig klein war, weil der geschmolzene Bodenteil der Kerze im Endstadium des Abbrandes weder im Becher noch im noch festen Bestandteil der Kerze zurückgehalten wurde und auseinanderfloss,
was neben den schon geschilderten Unzukömmlichkeiten noch eine Verschmutzung der Umgebung des abbrennenden Kerzenkörpers zur Folge hatte.
Ein bekannter Vorschlag sieht die Anordnung von Randwulsten an zylindrisch ausgebildeten Kerzentüllen zum Zwecke der Befestigung einer Kerze mittels gegengleicher Wulstanordnung vor. Da die Kerzentülle jedoch aus unelastischem Material besteht, kann die Kerze nur so in diese eingesetzt werden, dass deren in Sektoren mit zwischenliegenden Aussparungen aufgeteilter Wulst in den korrespondierend ausgebildeten Wulst der Tülle eingeschoben wird, wobei die Wulstsektoren der Kerze auf die Lücken in der Tülle treffen. Nach bajonettartigem Verdrehen der Kerze kommt der Wulstsektor von ihr unter einen solchen der Tülle zu liegen, wodurch die Kerze festgehalten wird.
Für Kerzenbecher aus Kunststoff wäre die Fixierung eines aus gleichem Material bestehenden Deckels in gleicher Weise möglich, doch käme die Anordnung von Sektoren in Wulsten am Oberrand des Bechers bzw. am Unterrand des Deckels wegen der notwendigen Vermehrung der Arbeitsschritte verhältnismässig teuer.
Es ist somit die Aufgabe gestellt, einen Kerzenbecher zu schaffen, der die geschilderten Nachteile vermeidet, der somit bruch- und brennsicher ist, wenig kostet und während des Abbrandes der Kerze mit einem Deckel zur Wärmestauung im Gefäss verschliessbar ist, wobei auch dieser aus unbrennbarem
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Material bestehen muss.
Die Erfindung nützt die Unbrennbarkeit geeigneter Kunststoffe sowie deren Elastizität aus und löst die gestellte Aufgabe durch Vorschlag eines Bechers, der auf seinem Oberrand einen Wulst aufweist, auf dem oder in dem der korrespondierend ausgebildete steifelastische Wulst des Deckels auf-bzw. einschiebbar und einrastend zu befestigen ist. Vorzugsweise ist der Becher der Form der einzusetzenden
Kerze angepasst als Zylinder ausgebildet, wobei der Wulst über die Zylinderwand vorspringt. Ein solcher
Wulst könnte auch nach innen gewölbt verlaufen, wobei der gleichfalls nach innen gewölbte Wulst des
Deckels einrastend mit dem Wulst lösbar zu verbinden ist. Als Material für den Becher und den Deckel wird ein unbrennbarer Kunststoff verwendet.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden nachstehend an Hand der Figuren der Zeichnungen näher erläutert, doch soll sie nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt bleiben. Auch die in den angeschlossenen Patentansprüchen verwendeten Bezugszeichen sollen keine Einschränkung bedeuten ; sie dienen nur dem erleichterten Auffinden der bezogenen Teile in den Figuren der
Zeichnungen.
Fig. l zeigt in Ansicht einen erfindungsgemässen Becher mit abgehobenem Deckel (der aufgesetzte
Becher ist strichliert angedeutet), Fig. 2 zeigt in Ansicht einen Becherrohling wie er der Form entnommen wird und Fig. 3 einen Becher von der Bodenseite gesehen.
Der aus thermoplastischem transparentem Kunststoff bestehende Kerzenbecher-l-weist an seinem oberen Ende einen Randwulst --2-- auf, der mit einem gleichartigen Wulst-3-am Deckel --4-- korrespondiert. Infolge der Elastizität der Ränder des Wulstes-3-lässt sich dieser über den Wulst --2-- schieben und rastet in diesem ein, so dass der Deckel --4-- lösbar festgehalten ist.
In der Mitte weist der Deckel --4-- eine kreisrunde Brennöffnung --5-- auf, durch die dem brennenden Docht --7-- der Kerze --6-- im Becher --1-- die zur Verbrennung notwendige Luft zugeführt wird. Die Kerze-6-ist in den Becher-l-einfach hineingestellt und brennt in üblicher Weise ab, wobei der Becher --1-- den geschmolzenen Kerzenstumpf zusammenhält. Das Halteplättchen -8-- am unteren Ende der Kerze --6-- sorgt in bekannter Weise dafür, dass der Docht --7-- auch bei vollständig verflüssigter Kerzenmasse aufrecht stehen bleibt.
In Fig. 1 ist strichliert angedeutet, wie der Deckel-4-auf den Becher-l-aufgesetzt ist.
Falls der Wulst--2--, was im Rahmen der Erfindung möglich ist, nach innen gewölbt ausgebildet wird, kann auch der Wulst Deckel-4--eine korrespondierende Ausbildung zeigen, wobei er entweder von aussen in die konkave Wölbung des Wulstes eingeschoben oder im Becherinneren auf diesen Wulst --2-- aufgeschoben wird, da auch die Ränder des Wulstes --2-- elastisch sind. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch der Deckel-4--gemäss der Ausbildung nach Fig. 1 von innen in die konkave Wölbung des Wulstes --2- eingeschoben wird.
Wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich, wird ein erfindungsgemässer Becher --1-- vorteilhaft aus einem Kunststoffschlauch --9-- hergestellt, dessen Ende durch eine Schweissnaht --10-verschlossen wird, worauf er in bekannter Weise bis zur Plastifizierung erwärmt und in eine Form eingebracht wird, in der er nach Einblasen von Druckluft die Form von Fig. 2 erhält. Nach Abtrennung des Schlauches --9-- in Höhe des Pfeiles A und Durchschneidung des Doppelwulstes --2,3-- wie durch Pfeil B angedeutet, erhält man in einfachster Weise einen erfindungsgemässen Becher-l-mit dazu passendem Deckel-4--, der in seiner Mitte die gewünschte Brennöffnung --5-- aufweist.
Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten gegeben, die alle im Schutzumfang inbegriffen sein sollen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Kerzenbecher aus thermoplastischem transparentem Kunststoff mit einem den Becher abschliessenden, eine Brennöffnung aufweisenden Deckel, vorzugsweise zum Gebrauch auf Friedhöfen
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Oberrand einen Wulst (2) aufweist, auf dem oder in dem der korrespondierend ausgebildete steifelastische Wulst (3) des Deckels (4) auf-bzw. einschiebbar und einrastend zu befestigen ist.
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