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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Backwaren und ein Verfahren zum Garen und/oder Backen von Lebensmitteln oder Backwaren, wie sie in den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 10 beschrieben sind.
Es sind bereits Vorrichtungen zur Herstellung von Backwaren, insbesondere zum Garen und/oder Backen von Lebensmitteln oder Backwaren, sowie auch entsprechende Verfahren bekannt. So ist es aus der AT 401 707 B bekannt, die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sowohl bei der Teigzubereitung als auch in der sogenannten Ruhselzeit zu definieren. Gleichermassen wird auch die Hauptgare vor ihrem Ende abgebrochen. Dadurch soll eine frühzeitige Hautbildung im Bereich der Backwaren verhindert worden, um bei einem späteren Dampfausbruch, der beim Backen von zuvor tiefgefrorenen Backwaren auch zu einem relativ späten Zeitpunkt des Gar- bzw. Backvorgangs auftritt, ein Abplatzen dieser Haut im Bereich der Oberfläche der Backware zu verhindern.
Betreffend die Behandlung der Backware während des Backens wird nur festgestellt, dass die Backware nach dem Auflegen auf das Backblech mit Wasser bespritzt und dann unter Verwendung von möglichst viel Dampf (Schwaden) gebacken werden soll, wobei sowohl Heissluftöfen als auch Öfen mit ruhender Luft verwendet werden können. Nachteilig ist hierbei, dass die frühe Hautbildung bei Backwaren während des zur endgültigen Fertigstellung derselben durchgeführten Backvorganges nicht sicher verzögert oder verhindert werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung liegt darin, eine Vorrichtung der Eingangs genannten Art sowie ein Verfahren zum Garen und/oder Backen von Lebensmittel oder Backwaren zu schaffen, mit dem der Gar- bzw. Backvorgang universell auf unterschiedliche Einsatzfälle angepasst werden kann.
Diese Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Vorteilhaft ist hierbei, dass durch die laufende Überwachung eines Soll- und eines Ist-
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Wertes der Luftfeuchtigkeit und/oder der Temperatur im Backraum, ggf. bezogen auf die Gar- bzw. Backtemperatur und/oder der Gar- bzw. Backzeit, ein zu starkes Austrocknen oder eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Bereich der Oberfläche der Backwaren ebenso verhindert werden kann, wie eine unerwünschte oder zu späte Hautbildung im Bereich der Oberfläche von Backwaren. Darüberhinaus kann ein gleichmässiges Gar- und Backergebnis bei den Lebensmitteln bzw. Backwaren erreicht werden.
Dadurch ist es auch einfach möglich, den Austritt von Wasserdampf bzw. anderen Bestandteilen aus den Lebensmitteln bzw. den Backwaren besser zu steuern und kann damit sowohl das Gar- bzw. Backergebnis, nämlich das Aussehen der Lebensmittel bzw. der Backware als auch der Haltbarkeit und der Frischezustand, insbesondere die Reschheit, über längere Zeit aufrecht erhalten werden. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass nunmehr der jeweilige Feuchtigkeitsgehalt und die jeweilige Temperatur, der in den Backraum eingebrachten Lebensmittel bzw.
Backwaren ohne einer zusätzlichen Behandlung, z. B. einem weiteren Messvorgang oder dgl. fest.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 2 kann der Ist-Wert der Feuchtigkeit und/ oder Temperatur zur Gänze bei dem nachfolgenden Gar- bzw. Backvorgang mitberücksichtigt werden und ist es dadurch auch möglich, den Temperaturverlauf und die Zeitdauer des Gar- bzw. Backvorganges hinsichtlich der erzielbaren Qualität einem Optimum, zwischen dem gewünschten Gar- bzw. Backergebnis und der Garbzw. Backzeit, universell anzupassen.
Vorteilhaft ist eine weitere Ausbildung nach Anspruch 3, da dadurch ein feinfühliger Regelungsvorgang der Temperatur im Backraum erzielbar ist. Damit kann die Differenz zwischen Soll- und Ist-Wert bzw. die Abweichung vom Soll-Wert der Temperatur und/oder der Luftfeuchtigkeit gering gehalten werden.
Durch die weitere Ausführungsvariante nach Anspruch 4 wird auch eine rasche Anpassung der Feuchtigkeitswerte an unterschiedliche Produktionszustände bzw. eine Anpassung an einen optimalen Gar- bzw. Backprozess ermöglicht.
Vorteilhaft ist aber auch eine Ausbildung nach Anspruch 5, da damit eine sich über den gesamten Gar- bzw. Backvorgang hinziehende Überwachung möglich ist. Vor allem ist dadurch eine kontinuierlich fortlaufende Überwachung des gesamten Gar-
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bzw. Backvorganges erzielbar, wobei je nach der Gar- bzw. Backdauer und in Abhängigkeit von der Empfindlichkeit des zu garenden Lebensmittels bzw. der zu backenden Backware die Zeitdauer zwischen den einzelnen Ermittlungen des IstWertes der Luftfeuchtigkeit und/oder Temperatur und/oder Zeitdauer und/oder der Ermittlung der Differenz universell an unterschiedliche Einsatzfälle angepasst werden kann.
Durch die Weiterbildung nach Anspruch 6 ist es aber auch möglich, die Feststellung der Temperatur und/oder der Temperatur der Luftfeuchtigkeit und/oder der Luftfeuchtigkeit bzw. der Differenz zwischen diesen und den zugehörigen Soll-Werten in Abhängigkeit von der Zeitdauer des Gar- bzw. Backvorganges zu ermitteln.
Eine feinfühlige Überwachung insbesondere aber Regelung des Gar- bzw. Backvorganges wird durch die Ausgestaltung der Steuervorrichtung nach Anspruch 7 erzielt.
Durch die Auswahlmöglichkeiten beim Einbringen des Fluides nach Anspruch 8 wird mit Vorteil eine Anpassung an die gewünschte Veränderung der Luftfeuchtigkeit im Backraum ermöglicht.
Durch die Ausgestaltung nach Anspruch 9 wird eine gleichmässige Luftfeuchtigkeit und/oder Temperatur über das gesamte Volumen des Backraums in einfacher Weise erzielt.
Die Aufgabe der Erfindung wird aber auch durch das Verfahren im Anspruch 10 gelöst. Vorteilhaft ist bei diesem Verfahren, dass durch die laufende Überwachung der Ist-Werte der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur im Backraum und durch den ständigen Vergleich und die Differenzbildung mit den Soll-Werten eine universelle Anpassung des Gar- bzw. Backablaufes an ein günstiges Ergebnis des Gar- bzw.
Backvorganges möglich ist.
Vorteilhaft sind auch die Massnahmen nach Anspruch 11, da durch die Überwachung der Differenz der Soll- und Ist-Werte auch die Abweichung des Ist-Wertes vom SollWert auf ein Minimum gehalten werden kann, sodass äussere Bedingungen wie z. B.
Leistungsschwankungen in der Energieversorgung in der Heizvorrichtung sowie unterschiedliche Beschickungsmengen des Backraums und selbstverständlich auch Unterschiede in der Feuchtigkeit und/oder Temperatur der zum Garen bzw. Backen ein-
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gebrachten Lebensmittel bzw. Backwaren in einfacher Weise vollautomatisch mitberücksichtigt werden, ohne dass es weiterer Arbeitsvorgänge bedarf.
Die Erfindung wird im nachfolgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigt : Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Herstellen von Backwaren in stark vereinfachter, schematischer Darstellung und Seitenansicht mit der zugehörigen Steuervorrichtung in Art eines Blockschaltbildes.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung 1 zum Herstellen von schematisch angedeuteten Backwaren 2, z. B. Semmeln, Kipferln und dgl., dargestellt. Ein in einem Gehäuse 3 angeordneter Backraum 4 ist über eine Tür 5 von einer Frontseite her zugänglich, wobei die Tür 5 mit einer Glasscheibe 6 zur Überwachung des Gar- bzw. Backvorganges mit einer durchsichtigen Glasscheibe 6 ausgestattet ist.
Dem Backraum 4 ist eine Heizvorrichtung 7 zum Erwärmen des Backraumes 4 zugeordnet. Diese Heizvorrichtung kann aus beliebigen, aus dem Stand der Technik bekannten, Ausbildungen oder Ausstattungen sein und mit den unterschiedlichsten Medien wie Gas, Strom, Öl oder Festbrennstoffen betrieben werden. Selbstverständlich sind als Heizvorrichtungen 7 auch andere Wärmeenergieerzeuger, wie Mikrowellen, Hochfrequenzanlagen usw. verwendbar bzw. kann die Energiezufuhr auch über Warmluft erfolgen.
Im Inneren des Backraums 4 ist zumindest ein Messwertgeber 8 zum Feststellen eines Ist-Wertes der Temperatur und zumindest ein weiterer Messwertgeber 9 zur Feststellung des Ist-Wertes der Luftfeuchtigkeit im Backraum 4 angeordnet. Des weiteren ist dem Backraum 4 eine Zufuhrvorrichtung 10 für ein Fluid 11 zur Regulierung der Feuchtigkeit und/oder Temperatur im Backraum 4 zugeordnet. Diese Zufuhrvorrichtung 10 umfasst zumindest ein im Backraum 4 angeordnetes Austragelement 12 für das Fluid 11.
Selbstverständlich können auch mehrere Austragelemente 12 vorgesehen sein, die über einen Innenraum oder eine innere Oberfläche des Backraums 4 in beliebiger
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Anordnung verteilt vorgesehen sein können.
Unter anderem ist es auch möglich, das Fluid 11 insbesondere dann, wenn es in flüssiger Form eingebracht wird, in Aufnahmebehälter im Inneren des Backraums 4 einzuleiten, sodass es dort durch die im Backraum 4 vorherrschende Wärme in den gasbzw. dampfförmigen Zustand übergeführt werden kann.
Vorteilhaft kann es sich erweisen, wenn die Austragelemente 12, bei welchen es sich z. B. um Sprühdüsen, Zerstäuber und dgl. handeln kann, über eine Deckplatte 13 des Backraums 4 gleichmässig verteilt angeordnet sind, da beim Einströmen des Fluides 11, unabhängig davon ob im flüssigen, gas-oder dampfförmigen Zustand, durch den Temperaturunterschied des Dampfes gegenüber der Lufttemperatur im Backraum 4 dieser Dampf schwerer ist und daher in Richtung eines Bodens 14 des Backraums 4 absinkt und somit über nahezu das gesamte Volumens des Backraums 4 eine gleichmässige Verteilung desselben erzielt wird.
Werden in einem Backraum 4 jedoch mehrere Backbleche 15 zur Aufnahme von Backwaren 2 eingesetzt, kann es sich als vorteilhaft erweisen über den Umfang des Backraums 4, zumindest über dessen Seitenwände und dessen Rückwand, jeweils im Bereich zwischen zwei Backblechen 15 gleichmässig verteilt Austragelemente 12 für das Fluid 11 anzuordnen, um so jede Lage der Backwaren 2 mit entsprechender Feuchtigkeit zu versorgen bzw. die Feuchtigkeitszufuhr und Stabilisierung feinfühlig regeln zu können.
Dabei kann es sich auch als vorteilhaft erweisen, in jedem Zwischenraum Messwertgeber 8 und 9 für den Ist-Wert der Temperatur bzw. Luftfeuchtigkeit anzuordnen, sodass bei entsprechender Auslegung einer Steuervorrichtung 16 - wie noch später im Detail erläutert werden wird-die Soll-Werte der Temperatur und/oder Luftfeuchtigkeit jeweils unterschiedlich für jedes Backblech 15 festgelegt werden können.
Diese Steuervorrichtung 16 ist über Leitungen 17,18, 19 mit einer Fördervorrichtung 20 für das Fluid 11 der Zufuhrvorrichtung 10 der Heizvorrichtung 7 und eine Energiequelle 21 verbunden.
Die Fördervorrichtung 20 kann das Fluid 11 aus einem Speicherbehälter 22 oder aus einem Leitungssystem entnehmen oder kann die Zufuhr des Fluides über ein von der Steuervorrichtung 16 beaufschlagtes Ventil vom Leitungssystem direkt aus erfolgen.
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Zwischen der Fördervorrichtung 20 und dem Austragelement 12, oder an beliebiger anderer Stelle, ist es ebenso möglich einen Dampferzeuger 23 anzuordnen, sodass das Fluid 11 von einem flüssigen in einem dampfförmigen Zustand verbracht werden kann.
Selbstverständlich ist es aber auch möglich, neben Austragelementen 12 für das Fluid 11 in flüssiger Form auch solche zum Austragen des Fluids 11 in dampfförmigen Zustand anzuordnen, wobei über die Steuervorrichtung 16 die Fördervorrichtung 20 bzw. - wie durch die weitere Leitung 17 angedeutet - auch der Dampferzeuger 23 beaufschlagt werden können, um wahlweise das Fluid 11 in unterschiedlichen Aggregatzuständen z. B. in Schwaden von Dampf oder Wassernebel oder mikrofeinen Tropfen und/oder an unterschiedlichen Stellen des Backraums 4 einzubringen.
Über Leitungen 24 sind Messwertgeber 8 für die Temperatur im Backraum 4 sowie Messwertgeber 9 für die Feststellung der Luftfeuchtigkeit im Backraum 4 mit der Steuervorrichtung 16 verbunden.
Wie durch strichlierte Linien ersichtlich gemacht, können auch mehrere solcher Messwertgeber 8,9 und/oder Messwertgeber 9 angeordnet sein, wobei die Anordnung und Aufteilung dieser Messwertgeber 8,9 im Rahmen des fachmännischen Könnens des auf diesem Gebiet tätigen Fachmanns erfolgen kann und keineswegs an die gezeigten Ausführungsbeispiele gebunden oder auf diese eingeschränkt ist. Wie schematisch durch strichlierte Linien angedeutet, können derartige Messwertgeber 8,9 auch in einem Zwischenraum 25 zwischen zwei Backblechen 15, z. B. über den Umfang oder einem Teilumfang des Backraums 4 verteilt, angeordnet sein.
Weiters kann die Steuervorrichtung 16 mit Eingabeorganen 26,27 für einen SollWert der Feuchtigkeit bzw. der Temperatur im Backraum 4 versehen sein. Selbstverständlich ist diese Darstellung der Eingabeorgane 26,27 nur funktionell zu verstehen und können diese Eingabeorgane 26,27 durch beliebige andere technische Mittel, z. B. Tastaturen bei Verwendung von entsprechenden Softwareelementen oder Rechnern bzw. Personalcomputern, für oder in Verbindung mit der Steuervorrichtung 16 gebildet sein.
Die Eingabe dieser Soll-Werte für die Feuchtigkeit und Temperatur kann in Abhängigkeit von der Dauer der Gar- bzw. Backzeit ebenso erfolgen, wie die Definition
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der Temperatur bei bestimmten Feuchtigkeitswerten oder umgekehrt bzw. kann die Festlegung der Temperatur aufgrund der abgelaufenen Gar- bzw. Backzeit in Verbindung mit der Feuchtigkeit oder die Verbindung aus der aufgelaufenen Gar- und Backzeit mit der Temperatur anhand des Soll-Wertes der Feuchtigkeit vorgegeben werden.
Mit der Vorrichtung 1 bzw. im Backraum 4 können die beliebigen Gar- und Backvorgänge vorgenommen werden und ist es somit möglich Teiglinge für Backwaren 2, z. B. unmittelbar nach der Hauptgare oder der sogenannten Ruhselzeit, in den Backraum 4 einzubringen oder entsprechend tiefgefrorene oder vorgefrorene Backwaren, die als Teigling oder bereits vorgebacken eingefroren worden sind, zu verarbeiten.
Es kann sich z. B. bei der Verwendung von vorgefrorenen oder gefrorenen Teiglingen als vorteilhaft erweisen, in eine der Backwaren 2 eine schematisch dargestellte Sonde 28 einzuführen, die über eine Leitung 29 ebenfalls mit der Steuervorrichtung 16 verbunden sein kann, um im Inneren der Backware 2 die Temperatur und/oder die Feuchtigkeit fortlaufend zu ermitteln und diese so ermittelten Ist-Werte in die Berechnung der Soll-Werte für die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Backraum 4 zu verwenden.
Das Verfahren zum Garen bzw. Backen von Lebensmitteln bzw. Backwaren 2 kann nun z. B. wie folgt ablaufen : Die Backwaren 2 werden je nach dem gewünschten Herstellungsvorgang mit oder ohne Vorbehandlung z. B. unmittelbar nach der Ruhselzeit oder in gefrorenem oder gekühlten Zustand auf ein Backblech 15 aufgelegt. Dieses Backblech 15 wird nach dem Öffnen der Tür 5 in den Backraum 4 eingebracht insbesondere auf den entsprechenden Führungsschienen eingeschoben. Je nach dem durchzuführenden Garbzw. Backvorgang kann der Backraum 4, z. B. bereits auf eine gewünschte Temperatur vorgewärmt und die Luft im Innenraum des Backraums 4 auf einen gewünschten Soll-Wert der Luftfeuchtigkeit eingestellt sein.
Die Vorwärmung des Backraums 4 bzw. die Vorwahl der entsprechenden Luftfeuchtigkeit im Innenraum des Backraums 4 kann ebenso über die Steuervorrichtung 16 erfolgen, wobei diese Werte in entsprechenden Arbeitsprogrammen, die auf unterschiedlichste, aus dem Stand der Technik bekannte Formen, in der Steuervorrichtung 16 hinterlegt, erfolgen können.
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Je nach dem eingestellten oder ausgewählten Gar- bzw. Backprogramm wird der IstWert der Temperatur und/oder der Feuchtigkeit im Backraum 4 laufend mit dem Messwertgebern 8, 9 überwacht und werden diese Daten entweder kontinuierlich, z. B. in Echtzeit oder intermitterierend in gewissen Zeitabständen oder jeweils nach Ablauf einer gewissen Zeitdauer der Garzeit oder beim Erreichen gewisser vorgewählter Temperaturstufen an die Steuervorrichtung 16 weitergeleitet. Selbstverständlich können die Zeitpunkte, zu welchem der Ist-Wert der Luftfeuchtigkeit und der Ist-Wert der Temperatur ermittelt werden, gegeneinander versetzt sein.
Zur Überwachung der Backzeit weist die Steuervorrichtung 16 einen Zeitgeber 30 auf. Dieser kann auch zur Definition der Abfrage der Ist-Werte verwendet werden, die zuvor in Abhängigkeit von der Temperatur, der Dauer des Gar- bzw. Backvorganges anhand der mit den Eingabeorganen 26,27 festgelegten Soll- Werte der Temperatur und Feuchtigkeit, definiert werden. Diese Definitionen und Soll-Werte können selbstverständlich auch in entsprechende Computerprogramme integriert sein oder durch Dateneingabe in Speicherfeldern vordefiniert sein können und werden-je nach dem Programmablauf - kontinuierlich mit den ständig einlangenden Ist-Werten der Temperatur und Feuchtigkeit verglichen.
Stellt die Steuervorrichtung 16 eine Abweichung des Ist-Wertes der Feuchtigkeit vom Soll-Wert fest, so wird z. B. durch Zufuhr von trockener Luft oder durch Entzug von Feuchtigkeit der Ist-Wert der Feuchtigkeit auf den Soll-Wert abgesenkt, bzw. bei zu niederer Feuchtigkeit im Backraum 4 durch Zufuhr von Fluid 11 in flüssiger, gasförmiger oder dampfförmiger Form der Feuchtigkeitsgehalt soweit erhöht, dass der Ist-Wert wieder mit dem Soll-Wert übereinstimmt.
Um hierbei gleichzeitig eine Konstanthaltung der Temperatur, einen Temperaturabstieg oder eine Temperaturreduktion im Backraum 4 zu erreichen, kann das Fluid 11
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Dampf, eingeleitet werden um die Temperatur gleichzeitig mit der Feuchtigkeitszunahme gleichzuhalten, abzusenken oder zu erhöhen.
Gleichzeitig oder auch unabhängig davon ist es möglich, die Temperatur entsprechend zu überwachen und bei Abweichungen des Ist-Wertes vom Soll-Wert über die Zufuhrvorrichtung 10,31 oder eine eigene Zufuhrvorrichtung 31 entweder kühle, gekühlte oder tiefgekühlte Luft zuzuführen, um die Temperatur abzusenken und
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z. B. auch Heissdampf oder Nassdampf einströmen zu lassen um die Temperatur - zusätzlich zu der ohnehin vorhandenen Heizvorrichtung 7 - schlagartig zu erhöhen.
Die Temperaturregelung kann über die Zufuhrvorrichtungen 10,31 aber auch durch Austausch der Luft im Inneren des Backraums 4 oder durch Wärmeaustausch erfolgen. Auch bei einem Regelmechanismus für die Anpassung an den Soll-Wert ist es möglich, diesen einheitlich für den gesamten Backraum 4 zu gestalten oder abwechselnd einzeln den Backblechen 15 oder einzelnen Bereichen des Backraums 4 geeignete Organe und Mitteln zuzuordnen, die eine bereichsweise Anpassung der Temperatur an die Ist-Werte ermöglicht.
So ist es beispielsweise möglich, für die Anpassung oder Einhaltung des Soll-Wertes der Temperatur und/oder der Luftfeuchtigkeit sogenannten Schwadenbildner einzusetzen, die die Verteilung von Dampfschwaden Heiss- oder Nassdampf im Backraum 4 bewirken.
Einer der Vorteil des vorliegenden Verfahren liegt darin, dass durch Verwendung dieser Steuervorrichtung in der beschriebenen Art ein universeller Einsatz eines Backraums 4 für unterschiedliche Gar- und Backzwecke und andere Verfahren wie
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der Beschickung des Backraums nicht mehr auf die Temperatur und/oder die Feuchtigkeit bzw. die Temperatur der Feuchtigkeit und die Menge Rücksicht genommen zu werden. Z. B. können die Ist-Werte der Temperatur und/oder Feuchtigkeit der Lebensmitteln bzw. der Backwaren 2 zusätzlich mit einer oder mehreren Sonden 28 festgestellt werden und muss bei der Regelung der Steuervorrichtung 16 auf unterschiedliche Backmengen, Temperaturen und Feuchtigkeiten der Lebensmittel bzw.
Backwaren 2 im Backraum keine Rücksicht genommen werden.
Durch diese selbsttätige Regelungsautomatik wird bei dem bevorzugt kontinuierlich fortlaufenden Ermitteln der Differenz zwischen dem Soll- und Ist-Wert der Temperatur und/oder der Feuchtigkeit des Gar- bzw. Backvorganges beim Zuführen von unterschiedlichen Mengen oder Volumen von Lebensmitteln und/oder Backwaren 2, bevorzugt vor allem auch dann wenn diese unterschiedliche Feuchtigkeiten und/ oder Temperaturen aufweisen, ein optimaler Gar-und/oder Backvorgang von der Steuervorrichtung 16 - anhand der festgestellten Ist-Werte - von Feuchtigkeit und/ oder Temperatur ausgewählt.
Damit kann unabhängig von einer Bedienungsperson ein optimales Back- und Garergebnis auch bei verschiedenen Betriebszuständen er-
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zielt werden, ohne dass sich manuelle Einstellfehler nachteilig auswirken oder eine Fülle von abgestuften Programmen benötigt wird, die auf die jeweils unterschiedlich vorstellbaren Mengen und/oder Temperaturen an Backgut und/oder Feuchtigkeit des Backgutes abgestellt sind. Dadurch verringert sich der Erstellungsaufwand für die Programme und somit auch der Wartungsaufwand und können Bedienungfehler ausgeschlossen werden.
Damit können die Gar- bzw. Backprogramme auf eine maximale Auslastung des Backraums 4 abgestellt sein und wird beim Behandeln von Mindermengen im Backraum 4 der Programmablauf vollautomatisch - hinsichtlich der Temperatur und Feuchtigkeit - optimiert, sodass unabhängig von der Beschickungsmenge ein gleichbleibendes Gar- bzw. Backergebnis erzielt wird.
Selbstverständlich ist die beschriebene Vorrichtung bzw. das Verfahren auch für alle anderen Vorgänge wie Braten, Dämpfen, Dünsten und/oder Auftauen von Lebensmitteln oder Backwaren 2 verwendbar.
Die beschriebene Vorrichtung und das Verfahren können dahingehend ergänzt werden, dass ein Mikrowellenerzeuger 32 in Verbindung mit der Vorrichtung 1 angeordnet wird der es ermöglicht, den Backraum bzw. die darin befindlichen Lebensmittel oder Backwaren über Mikrowelle zu erhitzen. Vor allem in Verbindung mit der Behandlung von gefrorenen Lebensmitteln oder Backwaren 2 ist es dadurch möglich, zu Beginn der Behandlung, d. h. der Erwärmung gleichzeitig und/oder vorauseilend und/oder nach einer gewissen Einwirkzeit der Wärme auf die Lebensmittel oder die Backwaren 2, den Innenbereich der Lebensmittel oder der Backwaren 2 über die Mikrowelle zu erwärmen.
Durch diese Erwärmung des Mittelbereiches kann der dabei entstehende Wasserdampf noch leichter durch die Oberfläche, ohne Abheben der Oberflächenschichten, austreten und wird ein ungehindertes Aufgehen der Mittelbereiche der Lebensmittel und Backwaren 2 ermöglicht, sodass das Fertiggaren bzw. Fertigbacken über das gesamte Volumen der Lebensmittel oder Backwaren 2 in etwa gleichmässig erfolgen kann.
Weiters ist es im Rahmen der Erfindung selbstverständlich auch möglich, das erfindungsgemässe Verfahren auch mit anderen aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren durchzuführen.