AT304921B - Verfahren zur Anzucht von Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus) - Google Patents

Verfahren zur Anzucht von Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus)

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AT304921B
AT304921B AT245770A AT245770A AT304921B AT 304921 B AT304921 B AT 304921B AT 245770 A AT245770 A AT 245770A AT 245770 A AT245770 A AT 245770A AT 304921 B AT304921 B AT 304921B
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Austria
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mushroom
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AT245770A
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Ede Vessey
Ernoe Dipl Ing Toth
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Licencia Talalmanyokat
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01GHORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
    • A01G18/00Cultivation of mushrooms
    • A01G18/50Inoculation of spawn
    • AHUMAN NECESSITIES
    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01GHORTICULTURE; CULTIVATION OF VEGETABLES, FLOWERS, RICE, FRUIT, VINES, HOPS OR SEAWEED; FORESTRY; WATERING
    • A01G18/00Cultivation of mushrooms
    • A01G18/20Culture media, e.g. compost

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Mycology (AREA)
  • Environmental Sciences (AREA)
  • Mushroom Cultivation (AREA)

Description


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   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Anzucht des Austernseitlings (Pleurotus ostreatus). Im Laufe des Verfahrens wird der für die betriebsmässige Anzucht notwendige Impfstoff hergestellt, in der Züchtung der Pilzfruchtkörper wird eine aus billigen landwirtschaftlichen Abfällen bestehende Unterlage verwertet, weiterhin wird die natürliche Fruchtperiode künstlich verlängert. 



   Die auf bekannte Weise erfolgende Anzucht der verschiedenen Speisepilzarten kann mit zwei Methoden durchgeführt werden :
1. auf einer künstlich zusammengestellten Unterlage, auf Pferdemist, auf dem Gemisch organischer Substanzen, oder
2. auf Holz. Unter den Holzstoffen ist vor allem das Laubholz für die Pilzzucht geeignet. Im Laufe der im Grossbetrieb stattfindenden Anzucht werden im allgemeinen über 15 cm dicke Holzklötze verwendet. Die Verwendung von Raffholz oder Astholz mit einem Durchmesser unter 15 cm war eine ungelöste Frage, obwohl das Astholz in der Anzucht der Austernseitlinge eine vorzügliche Fruchtunterlage bietet, da seine Holzsubstanz an Eiweiss und an Kohlenhydraten reich ist.

   Seine Anwendung ist auch deswegen motiviert, da etwa 20% des ausgeschnittenen Holzes aus Raff- oder Astholz besteht, das hauptsächlich im Falle von Espenholz selten industrielle Verwendung findet. 



   Auch die Verwertung der nach der Holzgewinnung im Wald zurückbleibenden Stubben für die Pilzzüchtung wurde bekannt. 



   Die Züchtung an den Stubben ist aber eine noch nicht gelöste technologische Aufgabe, da die erzielbare Ausbeute an den gewünschten Pilzen durch Infektion mit zahlreichen andern Pilzen herabgesetzt wird. 



   Weiters hat man auch für die Pilzanzucht mit Impfstoffträgern Holzscheiben   u. dgl.   verwendet (s.   z. B.   die deutschen Patentschriften Nr. 3114 und Nr. 292) die keinerlei lebende Zellen mehr enthalten. Gemäss der Erfindung wird ein besonderer Impfstoffträger verwendet, nämlich ein mit Nährlösungen behandeltes und mechanisch,   z. B.   durch Einlegen eines Schilfrohres versteiftes Strohbündel, wodurch eine Züchtung der Pilze in sicherer Weise und guten Ausbeuten gewährleistet wird. 



   Mit den bekannten Verfahren gelang es bislang nicht die natürliche Fruchtperiode ökonomisch künstlich zu verlängern. 



   Die Zielsetzungen der Erfindung sind :
1. Wirtschaftliche Herstellung eines Impfstoffes als Vorbedingung der betriebsmässigen Anzucht von Austernseitlingen. 



   2. Verwendung und Verwertung von   Ast-oder Raffholz   mit Durchmesser unter 15 cm, von zerkleinertem Holz, Holzrinden, landwirtschaftlichen Abfällen, Nebenprodukten und Torf in der Pilzzüchtung. 



   3. Künstliche Verlängerung der natürlichen Fruchtperiode. 



   4. Ausarbeitung eines zweckmässigen Verfahrens für die Pilzanzucht an Stubben. 



   Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zum Züchten von Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus) durch Beimpfen von faserigem Material mit Mycel und Entwicklung des beimpften Materials als   Impfstoffträger,   das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Impfstoffträger aus einem mit Nährlösung, wie einem Mehlbrei, behandelten, vorzugsweise durch ein Schilfrohr, versteiften Strohbündel von zweckmässig 1 bis 1, 5 cm Durchmesser gebildet wird, die Entwicklung des   Impfstoffträgers   unter sterilen Bedingungen durchgeführt wird und dann der Impfstoffträger in zerkleinerter Form dem aus gegebenenfalls Holzklötze enthaltenden, in einem Erdgraben untergebrachten, zeitweise mit lichtdurchlässiger, wärmeisolierender Substanz bedeckten, gewünschtenfalls auch Torf enthaltenden Laubraffholz,

   Schüttholz oder landwirtschaftlichen Abfall-oder aus an der Erdoberfläche in natürlicher Umgebung vorhandenen Stubben bestehenden Züchtungssubstrat zugesetzt wird. 



   Bei der Impfstoffanzucht wird für die Behandlung des Strohbündels als Nährlösung eine Kalium, Phosphor und Stickstoff enthaltende Salzlösung verwendet, als festes Nährmedium   Mais- und/oder Luzernenmehl.   Die Festigkeit und die Gaspermeabilität des für die Impfstoffproduktion verwendeten Strohbündels wird durch Einbettung von Schilfrohren gesteigert. 



   Für die Impfstoffproduktion wird als Unterlage 50% feinkörniges Eichen-, Zerreichen-, Hagebuchen-, Buchen- oder Akaziensägemehl oder Reisschalen verwendet. Die Impfstoffunterlage wird in ein Glasgefäss gestellt, oder in einen licht- und gasdurchlässigen, hitzebeständigen Kunststoffoliensack. 



   Für die Anzucht der Pilzfruchtkörper werden als Unterlage zerkleinerte Haufen aus Raff- und Astholz mit Durchmesser unter 15 cm angewandt, gegebenenfalls wird auch Torf zugefügt. Als Unterlage entsprechend sind die Cellulose enthaltenden Abfälle der Holzindustrie oder der Landwirtschaft, bzw. ihr Gemisch oder Stubben und Aststümpfe. Man geht zweckmässig in der Weise vor, dass bei der Anzucht der Pilzfruchtkörper das Raffholz durch Schichtung in Bündel als Unterlage zusammengestellt und in einen Erdgraben gelegt wird. Die Behandlung der Unterlage mit Impfstoff kann mit vorangehend beimpftem Schüttholz oder mit Raffholzbündeln erfolgen. Die Behandlung des Raffholzes oder des Schüttholzes mit dem Impfstoff erfolgt an seiner frischen Schnittfläche und das beimpfte Holzmaterial wird in Schichten aufgehäuft.

   Die Behandlung der Stubben mit dem Impfstoff erfolgt an der keilförmigen, aus der Seite des Stubbens ausgeschnittenen Oberfläche, nach der Beimpfung wird der Keil zurückgelegt, oder aber der Impfstoff wird in einer aus der Schnittfläche des Stubbens ausgehenden und damit einen Winkel von 15 bis 60  einschliessenden, offenen Rinne untergebracht. 

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   Erfindungsgemäss müssen das die Impfstoffunterlage bildende Sägemehl und der beimpfte Holzstoff nicht aus derselben Holzart stammen. Es ist möglich   z. B.   das Buchenholz mit einem Impfstoff zu beimpfen, der mit
Sägemehl aus Espenholz bereitet wurde und umgekehrt, oder aber den aus irgendeiner cellulosehaltigen Unterlage bereiteten Austernseitling-Impfstoff an einer aus beliebigem Holzmaterial zusammengesetzten Fruchtunterlage anzuwenden. Die Körnchenverteilung der Impfstoffunterlage ist wesentlich, da grobkörniges Sägemehl oder andere Substanz die Möglichkeit des für das Wachstum des Myzels notwendigen Gasaustausches erleichtert. 



   Die Impfstoffunterlage wird im allgemeinen in ein Gasgefäss gestellt und der Impfstoff wird darin gezüchtet. Laut unserer Erfahrungen ist für die Sterilisierung, bzw. für die Züchtung des Impfstoffes statt des
Glases auch eine hitzebeständige Kunststoffolie geeignet. 



   Für die Anzucht der Pilzfruchtkörper kann als erfindungsgemässe Unterlage auch Raffholz- und Astholzmaterial Anwendung finden. Aus dem Raffholz werden-ähnlich wie aus dem   Schüttholz-Haufen   gebildet und diese werdem mit dem Impfstoff beimpft. Die Beimpfung erfolgt in der Weise, dass auf die frische
Schnittfläche fester Impfstoff geschichtet wird, oder es werden Raffholzstücke oder -haufen in ein Medium eingebettet, das mit Myzelien durchflochten werden kann. 



   Die Pilzfruchtkultur entwickelt sich an der Fruchtunterlage durch ihre Durchflechtung. Laut unseren praktischen Erfahrungen wird durch die aus dünnen   Raffholzstücken   zusammengestellten breiten Unterlagen, in deren Mitte   z. B.   über die Unterlage ragend ein Holzklotz gelegt wurde, ein ebenso grosser Ertrag gesichert, als obe das aus   Raffholzstücken   und aus Holzklötzen bestehende Holzmaterial zusammen verwertet würde, es bildet sich die Pilzernte somit nicht nur infolge einer Zersetzung des Holzmaterials der verwendeten Klötze. Diese Erkenntnis ist äusserst überraschend, da es laut der früheren Meinung am zweckmässigsten ist für die Pilzzüchtung zusammenhängendes Holzmaterial von einheitlicher Struktur zu verwenden.

   Infolge dieser Entdeckung ist es auch möglich als Züchtungsunterlage nicht nur Raffholz, sondern auch cellulosehaltige organische Abfälle, pflanzliche Abfälle in ein Züchtungsbett umzuwandeln und die Holzklötze in dieses zu legen. 



   Die spezifische Oberfläche des als Unterbett verwendeten Raffholzes ist im Vergleich zum Schüttholz grösser, deswegen trocknet es leichter aus. Um die Verdunstung zu verzögern wird zwischen die Raffholzhaufen Torf gelegt, dadurch wird die Wasserhaltung gesteigert, ausserdem kann das Pilzmyzel auch den Cellulosegehalt und die organischen Substanzen des Torfes verwerten. 



   Wenn als Züchtungsunterlage zerkleinertes Holz verwendet wird, so kann dieses mit flüssigem oder festem Impfstoff beimpft werden, weiterhin kann man auch in der Weise vorgehen, dass in das zerkleinerte Holz vorangehend beimpftes und durchflochtenes Schüttholz oder Raffholz eingebettet wird. 



   Die künstliche Verlängerung der natürlichen Fruchtperiode der holzbewohnenden Pilze kann in der Weise erzielt werden, dass in einem geschlossenen oder zeitweise abgeschlossenen Raum ein vom Standpunkt der optimalen Pilzzüchtung günstiges Mikroklima eingestellt wird, wodurch der Pilz gewissermassen auch unabhängig von der äusseren Temperatur fruchtbar ist. Der geschlossene oder halb geschlossene Raum kann Treibhaus oder Gewächshaus sein, Kunststoffolie, Bodenbedeckung, in den Boden gegrabene Grube oder Graben. In jedem Falle sollen die vier wichtigen Grundbedingungen der Pilzzüchtung,   d. h.   die erforderliche Lichtenergie, die Temperatur, der Luftaustausch und der Feuchtigkeitsgehalt gesichert werden. 



   Die erforderliche Lichtmenge kann durch die Bedeckung des geschlossenen oder halb geschlossenen Raumes mit Glasfenster oder mit durchsichtiger Kunststoffolie gesichert werden. 



   Der Temperaturbedarf und die Wärmeregelung der Pilze sind ebenfalls wichtige Vorbedingungen. Die im Laufe der Pilzzüchtung stattfindende Holzspaltung ist gewissermassen ein exothermer Vorgang, deswegen soll die Menge der im geschlossenen Raum befindlichen Unterlage so ausgewählt werden, dass die für die Anzucht notwendige optimale Temperatur erhalten bleibt. Der Wärmeverlust kann durch Abschattung ausgeschaltet werden, das Einhalten der richtigen Temperatur wird durch Ventilation gesichert. Die für die Pilzzüchtung erforderliche etwa   90% igue   Luftfeuchtigkeit kann ständig dadurch gesichert werden, dass die Unterlage in feuchtem, zweckmässig bodenfeuchtem Zustand gehalten wird, oder aber die entsprechende Luftfeuchtigkeit kann auch durch zeitweise durchgeführtes Dampfeinblasen eingestellt werden. 



   Die künstliche Verlängerung der natürlichen Fruchtperiode des Austernseitlings kann auf die erfindungsgemässe Weise erzielt werden, wodurch der Austernseitling im Freiland von Oktober bis März gezüchtet werden kann. Auf diese Weise wird die übliche zweimonatige Fruchtperiode wesentlich verlängert. 



   Die Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird an folgenden Beispielen veranschaulicht :   Beispiel l : Die   betriebsmässige Herstellung des Austernseitling-Impfstoffes wird in der Weise unternommen, dass auf natürlichem oder künstlichem Weg gewonnene Austernseitlingstämme ausgewählt werden. Die aus diesem stammende Myzelkultur wird in der ersten Stufe in Reinkultur auf Malzagar oder in flüssiger, malzhaltiger Lösung vermehrt. In der zweiten Stufe wird das Impfbündel hergestellt, das ein etwa 10 bis 15 mm dickes und 20 cm langes, mit Bindfaden zusammengebundenes Roggenstrohbündel ist, in dessen Mitte ein 4 bis 5 mm dickes Schilfrohr eingebettet ist.

   Das Impfbündel wird 24 h lang in Wasser oder in   10/obiger   Kaliumnitrat-Lösung getränkt, nachher wird mit Wasser aus einem   1 : 1   Gemisch von Maismehl und Luzernenmehl ein dünner Brei bereitet und das Bündel wird in diesen getaucht. 



   Das vorbereitete Impfbündel wird in einem grossen Reagenzglas von 3 cm Durchmesser in der Weise 

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 untergebracht, dass in der Mitte des Reagenzglases Platz für ein Bünde bleibt. Das Reagenzglas wird mit einem Wattepfropf verschlossen, bei   120 C   40 min lang im Autoklav sterilisiert, nachher werden unter der Bestrahlung mit einer Baktericidlampe in den leer gelassenen Raum von der im Malzagar befindlichen Myzelkultur ein oder mehrere Stückchen hineingelegt. Man lässt die Reagenzgläser bei 25 bis   26 C   9 bis 10 Tage lang stehen, bis das Impfbündel mit dem Myzel durchflochten wird. 



   Das durchflochtene Impfbündel kann des weiteren statt einer Agarkultur verwendet werden und somit kann die notwendige Impfbündelmenge ohne Anwendung einer Agarkultur fortlaufend und binnen kürzerer Zeit (6 bis 8 Tage) hergestellt werden. 



   Als Unterlage des Impfstoffes wird der Abfall der Parkettfabrikation, grobkörniges, aus unterschiedlichen 
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 wird sorgfältig homogenisiert, dann zweckmässig in 30 X 50 cm grosse, hitzebeständige Kunststoffoliensäcke gefüllt. 



   Die auf diese Weise bereiteten und abgeschlossenen Säcke werden im Dampfsterilisator bei   120 C   sterilisiert, nach dem Erkalten wird unter der Bestrahlung mit einer Baktericidlampe durch die am Stopfen befindliche Bohrung aus dem Reagenzglas mit einer Pinzette ein Stück Impfbündel in die Mitte der im Sack befindlichen Unterlage gebracht, und der Wattepfropfen wird in die Bohrung des Holzstopfens zurückgesteckt. 



  Der beimpfte Kunststoffoliensack wird bei   25 C   Temperatur und bei 80 bis   90% niger   relativer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt. Dieser wird im Laufe von etwa 3 Wochen mit dem Pilzmyzel durchflochten. Nachher kann der Kunststoffoliensack bis zur Verwendung bei kühlerer Temperatur aufbewahrt werden, wobei die Menge des Myzels in der Unterlage weiter zunimmt. 



   Auf ähnliche Weise kann die Unterlage statt des Kunststoffoliensackes auch in einem farblosen Glasgefäss untergebracht werden, wobei vor dem Verschliessen und Sterilisieren des Gefässes in der darin befindlichen Unterlage ein konzentrisch lokalisierter Impfkanal von 1 bis 1, 5 cm Durchmesser ausgebildet wird. Das Durchflechten mit dem Myzel erfolgt auf ähnlicher Weise, wie vorangehend beschrieben wurde, mit der Abweichung, dass die durchflochtene Impfstoffunterlage in einen Kunststoffoliensack entleert wird, in dem die Menge des Myzels auf Wirkung der Auflockerung bis zur Verwendung weiter zunimmt. 



     Beispiel 2 :   Die Verlängerung der Fruchtperiode des Austernseitlings und die Verwertung unterschiedlicher Abfälle (Astholz, Raffholz, landwirtschaftliche Abfälle) veranschaulicht nachstehendes Beispiel. 



   Für die Anzucht wird ein Graben verwendet der in der kalten Jahreszeit mit lichtdurchlässigem Material bedeckt werden kann. 



   Im Laufe des Monats April wird auf dem Boden eines 1, 30 m tiefen,   1, 20   m breiten Grabens mit senkrechten Wänden Impfstoff gestreut, und entlang der Wand des Grabens werden in 60 cm Abständen voneinander 4 Stück 30 cm lange Holzklötze von etwa 20 cm Durchmesser säulenartig aufeinander gestellt, und zwischen die Schnittflächen wird Impfstoff geschichtet. Zwischen die auf diese Weise ausgebildeten Säulen werden horizontal etwa 30 cm lange Raffholzstücke aufeinander geschichtet, wobei eine Schnittfläche mit der Wand des Grabens in Berührung kommt. Zwischen die Wand des Grabens und das Ende der Raffholzstücke wird Impfstoff untergebracht. Dieser Methode gemäss wird der Raum zwischen den Holzklotzsäulen ausgefüllt.

   Das den beiden Wänden des Grabens entlang auf diese Weise vorbereitete und beimpfte Holzmaterial wird durch Bedecken des Grabens von der Aussenluft abgeschlossen, die Fruchtunterlage wird von der in April stattgefundenen Beimpfung bis September durchflochten. Dann wird die Bedeckung entfernt, der Graben wird beschattet, das Material wird öfters begossen und die Pilze erscheinen im Oktober. Wenn der Frost einbricht, wird der Graben mit einem Fenster oder mit Kunststoffolie bedeckt, die Temperatur von etwa 10 C wird durch Heizung gesichert, wodurch die Fruchtperiode verlängert werden kann. 



   Das Holzmaterial kann auch in der Weise untergebracht werden, dass das Raffholzmaterial zwischen einigen beimpften Holzklotzsäulen senkrecht, auf den am Boden ausgestreuten Impfstoff gestellt wird, dann wird zwischen das Raffholzmaterial Erde oder Torf gestreut, und auf die Schnittfläche des obersten Holzklotzes wird von neuem Impfstoff geschichtet, darauf in etwa 5 cm Dicke Erde oder Torf. Die weitere Behandlung ist mit der vorangehend beschriebenen Methode übereinstimmend. Die Pilze erscheinen an den Holzklötzen und am Raffholz. Das Raffholz kann auch ohne Holzklötze angewandt werden. 



   Es kann auch eine Methode verwendet werden, wobei die Durchflechtung in einer gesonderten Grube unternommen wird, die Pilzanzucht dagegen in einer Grube mit umgekehrt trapezförmigem Querschnitt, die mit Fenster oder Folie bedeckbar ist. Das für die Anzucht vorbereitete (durchflochtene) Holzmaterial, das aus 30 cm langer Holzklotzsubstanz oder in 30 cm Länge abgeschnittener Raffholzsubstanz bestehen kann, wird in stufenförmiger Anordnung horizontal aufeinander gelegt, wobei sich das eine Ende an die schiefe Wand der Grube stützt. Auf diese Weise kann man eine grössere Fruchtoberfläche ausbilden. Die Grube kann bei kaltem Wetter lichtdurchlässig bedeckt und auch geheizt werden. 



   Für die Anzucht können auch landwirtschaftliche Abfälle verwendet werden, indem im ganzen Luftraum des 50 cm tiefen und 50 cm breiten, an schattiger, windgeschützter Stelle vorbereiteten Grabens zerkleinerte, 

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 angefeuchtete Maiskolben oder Maisstroh untergebracht, mit dem Impfstoff vermischt und zwischen die Substanz Raffholz oder Holzklötze gelegt werden. Letztere sollen in etwa 15 cm Höhe über die Substanz ragen. Die auf diese Weise ausgebildete Unterlage wird gegen Austrocknen mit Kunststoffolie bedeckt. Diese Arbeit wird im Mai durchgeführt. Anfang Oktober entfernt man die Bedeckung und dann beginnt die Fruktifikation des Unterbettes. 



     Beispiel 3 :   Der Austernseitling kann auf Stubben auch künstlich gezüchtet werden. Die Bedingungen einer mit Sicherheit durchgeführten Beimpfung sind folgende :
Die Beimpfung mit Pilz erfolgt 1 bis 2 Monate nach dem Ausschneiden des Baumes'. Für diesen Zweck ist es richtig nicht morsche, durch andere Pilze nicht geschädigte, gesunde Stubben zu verwenden. Beim Ausschneiden des Baumes sollen mindestens 30 cm hohe Stubben zurückbleiben. An der nördlichen Seite wird aus dem Holz mit der Säge, in zwei Schnitten ein etwa 10 bis 12 cm dicker, keilförmiger Zylinderschnitt ausgeschnitten, die Schnittflächen sollen miteinander einen etwa 30 bis 350igen Winkel bilden.

   Der obere Teil des ausgeschnittenen Stückes und die untere Fläche der im Stubben entstandenen Lücke werden mit Impfstoff überzogen, dann wird das Stück in seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt und eingehämmert, mit einigen Nägeln und mit Draht in seiner Stellung fixiert. Darauffolgend wird die am Stubben bereitete Rinne in 15 cm dicker Schicht mit aus der Nähe des Stubbens stammender Erde bedeckt. Diese Impfungsweise ist sehr erfolgreich und sichert in etwa 90% der Fälle das Angehen. Es ist zweckmässig den im ersten Sommer beimpften Stubben mit Ästen zu beschatten. Die Beimpfung erfolgt am zweckmässigsten im Mai. Ein bedeutender Teil der beimpften Stubben liefert nur im zweiten Jahre ausgiebige Ernte. 



   Einer alternativen Methode gemäss wird kein Keil aus dem Stubben geschnitten, sondern man sticht   z. B.   mit einer Kettensäge von der Schnittfläche ausgehend schräg in den Stubben, und öffnet dadurch eine etwa 5 mm breite Spalte im Holz, deren Länge vom Durchmesser des Stubbens abhängig ist. Die Breite der Spalte ist beliebig gross, soll aber mindestens 10 bis 15 cm betragen. Die Spalte wird mit Impfstoff gefüllt, sodann wird sie mit einer Kunststoffolie und mit einer etwa 10 cm dicken Erdschichte bedeckt. 



    PATENTANSPRÜCHE :    
1. Verfahren zum Züchten von Austernseitlingen (Pleurotus ostreatus) durch Beimpfung von faserigem 
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 zweckmässig 1 bis 1, 5 cm Durchmesser gebildet wird, die Entwicklung des   Impfstoffträgers   unter sterilen Bedingungen durchgeführt wird und dann der   Impfstoffträger   in zerkleinerter Form dem aus gegebenenfalls Holzklötze enthaltenden, in einem Erdgraben untergebrachten, zeitweise mit lichtdurchlässiger, wärmeisolierender Substanz bedeckten, gewünschtenfalls auch Torf enthaltenden   Laubraffholz,   Schüttholz oder landwirtschaftlichen Abfall-oder aus an der Erdoberfläche in natürlicher Umgebung vorhandenen Stubben bestehenden Züchtungssubstrat zugesetzt wird. 
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Claims (1)

  1. Pilzfruchtkörper als Unterlage 30 bis 40 cm lange Raffholz- und Astholzhaufen mit einem Durchmesser unter 15 cm verwendet werden, wobei gegebenenfalls auch Torf zugemischt wird. EMI4.3 Pilzfruchtkörper cellulosehaltige Abfälle der Holzindustrie oder landwirtschaftliche Abfälle, oder ihre Gemische, bzw. Stubben oder Aststümpfe verwendet werden. EMI4.4 Pilzfruchtkörper als Unterlage Raffholz durch Schichtung in Bündel zusammengestellt und in einem Erdgraben untergebracht wird. EMI4.5 Pilzfruchtkörper die Impfstoffbehandlung der Unterlage mit vorangehend beimpftem Schüttholz oder mit Raffholzbündel durchgeführt wird. EMI4.6
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