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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Schuhen durch Aufbringen einer Sohle auf einen Schuhoberteil.
Glattledersorten, aus denen Schuhe gefertigt werden sollen, sind im allgemeinen mit Spritzlacken, Anilinfarben od. dgl. behandelt. An solchen Oberflächen haften Kautschuk, aber auch solche Kunststoffe schlecht, die insbesondere im Spritzguss direkt auf einen gezwickten Lederoberteil aufgebracht werden sollen. Es ist daher erforderlich, zumindest den Zwickeinschlag entweder aufzurauhen und/oder mit chemischen Haftmitteln zu versehen. Beides erfordert zusätzliche Arbeitsgänge und verursacht auch Materialkosten. Dazu kommt, dass es sowohl beim Aufrauhen, wie auch bei der Aufbringung von Haftmitteln schwierig ist, die Konturen der später aufgespritzten Sohle exakt einzuhalten.
Bisher geschah dies unter Zuhilfenahme einer Schablone, oder dadurch, dass der aufgelistete Oberteil auf die Form aufgesetzt und wieder entfernt wurde, wodurch sich eine Markierung an dem Schuhoberteil ergab, entlang derer die Aufrauhung und/oder das Einstreichen mit Haftmitteln erfolgte.
Man hat daher bereits vorgeschlagen, spezielle Lederpräparierungen vorzusehen, welche die Haftfreudigkeit des Leders gegenüber der aufzubringenden Kunststoff- oder Kautschuksohle verbessern. Diese Vorgangsweise erfordert jedoch für jedes Besohlungsmaterial eine spezifische Vorbehandlung des Leders und ist aus diesem Grunde unwirtschaftlich. Ausserdem wird bei derartigen Vorpräparierungen die gesamte Lederoberfläche haftfreudig gemacht, was z. B. im Falle von PVC als Besohlungsmaterial etwa die Beschichtung mit einem PVA-PVC-Gemisch bedeutet, das den Ledercharakter des Oberteiles nicht nur verändert, sondern auch die Gefahr einer späteren Verschmutzung an diesem haftfreudigen Oberteil mit sich bringt. Die Haftfreudigkeit ist ja für die Gebrauchstüchtigkeit keineswegs an allen Stellen erwünscht.
Aus modischen Gründen wird nämlich grosses Gewicht auf den optischen Eindruck der Oberfläche von Leder- oder Kunstledermaterialien gelegt. Dabei kann leider nur wenig Rücksicht auf die technischen Notwendigkeiten genommen werden, die sich durch die spätere Besohlung und die hiezu erforderliche Haftfreudigkeit der Lederoberfläche ergeben.
Die Tatsache, dass bisher praktisch alle Leder- und Kunstlederschuhe durch Klebung oder Anspritzen besohlt werden, nachdem die Besohlungsfläche des Schaftmaterials aufgerauht und/oder mit einem Haftstrich versehen wurde, beweist, dass man heute noch nicht in der Lage ist, ein Oberflächenfinish für Schuhleder zu haben, das gleichzeitig den gewünschten modischen und optischen Erfordernissen entspricht, eine optimale Gebrauchstüchigkeit verleiht und ausserdem als Haftvermittler zum Besohlungsmaterial wirkt. Dazu kommt die Tatsache, dass selbst in Fällen, in denen das Besohlungsmaterial oder der Haftvermittler auf dem Lederoberflächenfinish ausreichend haften würde, die Verankerung des Lederfmish auf der Lederoberfläche selbst häufig nicht ausreicht. Es kann dann nämlich später während des Tragens zu einem Ablösen der Sohle kommen.
Darüber hinaus wird das Leder üblicherweise nicht nur mit der für den Gebrauch erforderlichen Oberflächenzurichtung, sondern immer auch schon in verschiedenen Farben gefertigt. Dies bedingt für eine Schuhfabrik einerseits die kostspielige Lagerhaltung von verschiedenen Farbausführungen, um den modischen Erfordernissen gerecht zu werden, und bringt anderseits die Gefahr der Bildung von Restlagerbeständen aus Ledersorten und Schuhen mit modisch nicht mehr absetzbarer Farbe mit sich.
Es ist bereits ein Verfahren zur Herstellung eines Lederschuhes bekannt, bei dem Sohle und Oberteil durch teilweise Spaltung eines nur vorgegerbten Leders aus einem Stück gefertigt und erst auf einem Leisten fertig gegerbt werden. Weiters ist bekannt, auf Lederschäfte, welche ganz oder teilweise mit Gummi platiert sind, die Sohle gleichzeitig mit der Platierung des Oberteiles aufzubringen und mit dieser gemeinsam zu vulkanisieren.
Ebenso ist ein Verfahren zur Herstellung eines Schuhoberteiles aus einem gestrickten, aus hitzeschrumpfendem und wärmehärtendem Kunstharzgarn bestehenden Socken bekannt, der nach seiner Fertigstellung besohlt wird.
Weiters ist ein Verfahren zur Herstellung eines Stiefels aus einem mit härtbarem Kunststoff beschichteten Gewebesocken bekannt, der anschliessend gegebenenfalls mit einer Sohle versehen und anschliessend mit nochmals einem Socken überzogen und ausgehärtet wird.
Diese bekannten Verfahren ermöglichen jedoch nicht einen Schuh ohne grossen Aufwand zu erzeugen, so man gleichzeitig einen qualitativ hochwertigen Schuh erhalten will.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, ein Verfahren zu schaffen, das eine arbeitssparende Herstellung von Schuhen ermöglicht, wobei der Schaft auf besonders einfache Weise erzeugt werden kann und gleichzeitig eine optimale Oberflächenbeschaffenheit des Schaftmaterials gewährleistet ist.
Erfindungsgemäss wird daher ein Verfahren zur Herstellung von Schuhen vorgeschlagen, bei dem der Schuhoberteil aus einem unfertigen Schaftmaterial erzeugt wird, dessen Oberfläche sich noch in einem gegenüber dem vorgesehenen Besohlungsmaterial haftfreundlichen Zustand befindet, worauf er mit der Sohle durch Anformen dieser, z. B. im Spritzgiessverfahren versehen und anschliessend durch Aufbringen einer Deckschicht auf den Schuhoberteil fertiggestellt wird, wonach der Schuh gegebenenfalls mit einem an sich bekannten Lackfinish versehen wird.
Bei der Schuhherstellung werden durch ein solches Vorgehen die oben aufgezeigten Nachteile weitgehend beseitigt, da den optischen, aber auch den wirtschaftlichen Erfordernissen durch die Aufbringung der
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Deckschicht am besten Rechnung getragen werden kann, wobei eine grosse Lagerhaltung vermieden wird und auf eine für die Besohlung allenfalls ungünstige spezielle Vorbehandlung der gesamten Lederoberfläche keine Rücksicht genommen werden muss. Dadurch werden aber auch jene Schwierigkeiten vermindert, die in einer Schuhfabrik immer wieder dadurch auftreten, dass Lederlieferungen verschiedener Chargen oder verschiedener Herkunft in ihren Farbtönungen und/oder Zurichtungen nicht einheitlich sind.
Als besonders geeignetes Schaftmaterial hat sich ungefärbtes chrom- oder vegetabil gegerbtes Leder, mit dem niedrigst möglichen Fettgehalt, sogenanntes Fahl-Leder erwiesen.
Der Fettgehalt soll möglichst 5% nicht überschreiten ; die fettärmsten bisher bekannten Lederarten weisen einen Fettgehalt von etwa 1 bis 3% auf. Durch einen zu hohen Fettgehalt des Leders wird nämlich die Haftfreudigkeit gegenüber Klebstoffen oder angespritzten Besohlungsmaterialien sehr beeinträchtigt, da das im Leder enthaltene Fett an dessen Oberfläche diffundiert und dort ähnlich wie bei weichgemachten Kunststoffen eine natürliche Trennschichte zwischen dem Leder und den darauf haftenden Materialien, oft erst auch nach längerer Zeit, bildet. Sollte bei relativ glatten ungefärbten Ledersorten der Fettgehalt über 5% liegen, dann wird es in vielen Fällen zweckmässig sein, um das Aufrauhen zu vermeiden, den umgeschlagenen Zwickrand oder den mit dem Besohlungsmaterial zu verbindenden Teil des Schaftes mit geeigneten Lösungsmittel abzuwaschen.
Soferne Bedenken bestehen, dass es trotz Verwendung des ungefärbten Leders zwar zu einer guten Haftung zwischen der Lederoberfläche (Epidermis) und dem Besohlungsmaterial kommt, jedoch keine ausreichende Haftung in den obersten Schichten des Leders selbst zu erwarten ist, wird es zweckmässig sein, ein Leder zu verwenden, dessen oberste Schichte vor seiner Verarbeitung zu dem Schuhoberteil in an sich bekannter Weise abgestossen wurde.
Der Schaft kann jedoch auch aus einem Leder oder Kunstleder gefertigt werden, dessen Oberfläche matt oder velouriert ist. Da auf Rauhleder, wie auch auf velouriertem Kunstleder die meisten Besohlungsmaterialien und Haftvermittler eine ausreichend gute Verankerung finden, ist es bei Oberteilen aus solchen Materialien nicht erforderlich, den Zwickeinschlag oder sonstige mit der Besohlung in Kontakt kommende Oberflächenteile des Schaftmaterials aufzurauhen. Dagegen können die oberhalb der Sohle befindlichen Teile des Schaftmaterials im Anschluss an die Besohlung wie erfindungsgemäss vorgesehen zumindest teilweise durch Aufbringen gewünschter Appreturen, Lackschichten od. dgl. ihr endgültiges Oberflächenaussehen und damit gegebenenfalls andersartige Eigenschaften erhalten.
Durch eine geeignte Abdeckung beim Lackieren des Schaftmaterials können besondere Kombinationseffekte erzielt werden. Es ist z. B. auch möglich, einen Zehen-, Knöchel- und/oder Fersenschutz, Leistenverstärkung u. dgl. auf den ansonsten fertigen Schuh zu bringen.
Insbesondere jedoch kann der Schuhoberteil aus einem Kunstleder gefertigt werden, das seine endgültige Deckschicht erst nach der Aufbringung der Sohle erhält. Die endgültige Deckschicht kann dabei in an sich bekannter Weise durch Aufsprühen oder Aufstreichen, gegebenenfalls jedoch auch durch Tauchen aufgebracht werden.
Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird der Schuhoberteil aus einem gebundenen oder
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Trikots aus Baumwolle, Polyester, Polyamid, Cellwolle, Acrylfasern usw. eignen sich durch ihre besondere Elastizität. Im allgemeinen wird das Textilmaterial beim überziehen über den Leisten um zirka 40% gedehnt.
Beispielsweise kann ein Trikot mit folgenden Eigenschaften verwendet werden :
Garnnummer Ne 36 (Nm 60) 12-17 Maschen/cm
Gewicht 170-190 g/m2
Reissfestigkeit 29/13 kg/5 cm
Bruchdehnung 70/240%
Soferne das Material gebunden ist, muss es ausreichend elastisch sein, um sich dem gewünschten Leisten entsprechend anzuschmiegen. Soll ein ungebundenes Material zum Einsatz gelangen, was häufig wegen des besseren Feuchtigkeitsaufnahmevermögens an der Schuhinnenseite gewünscht wird, dann ist es zweckmässig, das Material in Form eines-gegebenenfalls genähten-Schlauches einzusetzen. Dieses Vorgehen gestattet allerdings nur die Herstellung einfacher Schuhformen, vermeidet jedoch das personal- und kostenaufwendige Nähen bzw.
Steppen von Oberteilen. Es wird im späteren noch an Hand der Zeichnungen erläutert werden.
Weiters können auch Folien verwendet werden, die vorzugsweise eine dem Leisten entsprechende Schlauchform aufweisen. Um ein solches Anliegen zu erreichen, können Schrumpffolien mit einem genügend hohen Schrumpfvermögen verwendet werden. Als Material besonders geeignet ist Polyäthylen (mit einem Schrumpfvermögen von beispielsweise 15 - 40%). Aber auch Schrumpffolien aus PVC oder Polypropylen können verwendet werden. Der Schrumpfungsprozess wird durch Erhöhung der Temperatur, z. B. durch Beaufschlagung mit Heissluft erreicht. Da die Folien im allgemeinen luftundurchlässig sind, sollen sie, um ein "Atmen" des Schuhes zu gewährleisten, perforiert sein. Nach dem Anlegen der Folien an den Leisten, werden sie zweckmässigerweise mit einem an sich bekannten Haftvermittler versehen.
Ausserdem können auch Polyurethanschaumstoffe verwendet werden. Sie können teilweise luftdurchlässig sein und weisen gute Haftungseigenschaften für die Deckschicht auf. Zum Beispiel wird ein
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Polyesterurethanschaum der Dicke (im ungedehnten Zustand) zirka 4 mm, mit einer Bruchdehnung von mehr als 120%, vorzugsweise 150%, und einer Reissfestigkeit von 1 kg/cm2 verwendet.
Um bei einem eventuellen Durchdringen der Deckschicht durch die Polyurethanschaumschicht ein Festkleben am Leisten zu vermeiden und das Aufziehen des Schlauches zu erleichern, kann der Leisten mit einem Trenn- bzw. Gleitmittel eingestrichen sein.
Die Fertigstellung der Oberfläche des bereits mit einer Sohle versehenen Schaftes, wird vorteilhafterweise durch elektrostatische Sprühlackieren vorgenommen, solange sich der Schaft noch auf einem Metalleisten und gegebenenfalls auf der Form befindet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Lackierung ohne allzugrossen manuellen Aufwand auf den Schaft zu beschränken und die Notwendigkeit des Abdeckens der Sohle zu vermeiden. Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, dass die Sohle in einer innen mit einem auf der Sohle verbleibenden Trennmittel versehenen Form im Spritzgiessverfahren an den Schaft angeformt wird, worauf nach erfolgter Entformung die Fertigstellung der Schaftoberfläche erfolgt, und dass anschliessend allenfalls auf der Sohle vorhandene Lackspuren entfernt werden.
Dabei kann die Sohle entweder so vorbehandelt werden, dass eine allfällige Lack-, Finishschichte od. dgl. leicht entfernt werden kann, z. B. durch Abziehen einer auf der Sohlenoberfläche aus einem geeignten Kunststoffmaterial absichtlich gebildeten Haut oder durch Bürsten. Zur Erzielung modischer Effekte kann aber auch an der Sohle, insbesondere an der Schnittkante, eine beispielsweise antikisierende Lackierung aufgebracht werden. Soferne die Lackierung des Schuhoberteiles noch auf der Form erfolgt, ist es vorteilhaft, die allenfalls mit dem Lack od. dgl. in Berührung kommenden, an den aufgeleisteten Schuh angrenzenden Teile mit einer abziehbaren Haut aus geeignetem Kunststoff, z. B. Acetylcellulose oder Polyvinylalkohol, oder mit selbstklebenden Kreppstreifen zu versehen.
Als Deckschicht kann beispielsweise giessbares oder sprühbares Polyurethanelastomer, vorzugsweise auf Polyesterbasis, oder ein Polyurethanbeschichtungsmaterial verwendet werden. Letzteres wird durch geeignete Lösungsmittel, z. B. Dimethylformamid, Essigester oder Tetrahydrofuran streichfähig gemacht und auf den Schuhoberteil aufgebracht. Weiters können an sich bekannte Lederlacke oder Kunststoffdeckfarben verwendet werden, wie z. B. vernetzbare Polymerisatlösungen für transparente oder pigmentierte Gewebebeschichtungen.
Weiters kann der ganze Schuh-nach Einstreichen der Sohle mit einem Trennmittel-in eine Lösung getaucht werden, worauf die Sohle durch Bürsten od. dgl. gereinigt wird. Geeignete Lösungen sind beispielsweise PVC-Plastisol oder eine an sich bekannte Lacklösung. Das Trennmittel kann ein Paraffin oder eine benzinöse Wachspaste, aber auch eine Silikonverbindung sein.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird nun beispielsweise an Hand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen die Fig. l, 2,7 und 8 mit Textil- oder Kunststoffmaterial überzogene Schuhleisten in Ansicht, die Fig. 3 und 4 einen mit lederartigem Material bezogenen Schuhleisten in Ansicht und Untersicht und die Fig. 5 und 6 Schuhleisten mit aufgezogenem Schuh während des Sprühvorganges im Schnitt.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Verfahren wird ein Leisten--l--in Längsrichtung mit einem im wesentlichen schlauchförmig hochelastischen Textil-, Kunststoffmaterial od. dgl.--2--überzogen, welches sich durch seine Elastizität satt an den Leisten anlegt. Im Bereich der Leistenspitze-3-und des Fersenabschnittes--4-wird das Textilmaterial durch waagrechte Nähte--5 und 6--zusammengenäht, wonach die über den Leisten überstehenden Abschnitte-7 und 8--gemäss den Pfeilen-9 und 10-nach unten umgeschlagen werden. Die Nähte-5 und 6-können aber auch entfallen. Die Abschnitte-7 und 8--werden dann nur umgeschlagen und am Sohlenabschnitt z.
B. durch Heften, Heissschmelzen, Kleben od. dgl. befestigt. Man erhält so einen Schaftrohling, an welchen eine Sohle angespritzt werden kann. Nach oder vor dem Ausschneiden der Öffnung für den Knöchelabschnitt des Fusses kann die Beschichtung des Schuhoberteiles erfolgen.
Bei dem Beispiel nach der Fig. 2 ist wieder über den Leisten ein schlauchförmiges Textilmaterial--2geschoben, welches im Zehenabschnitt des Leistens --3-- so wie bei dem Beispiel nach Fig. 1 vernäht und umgeschlagen wird. Im Fersenabschnitt-4-wird das Textilmaterial --2-- durch eine im wesentlichen
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gemäss dem Pfeil--12--seitlich umgeschlagen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 7 ist das Textilmaterial-2-schräg zugeschnitten, so dass es nach überziehen auf den Leisten--l--mit den Schnittkanten--29 und 30--parallel zum Sohlen- bzw.
Knöchelteil liegt, wobei die Schnittkante--29--die Knöchelöffnung bildet.
Fig. 8 zeigt ein aufgezogenes Textilmaterial-2-, das über die Ferse durch eine senkrechte Naht --31-- und über den Rist durch eine schräge Naht --32-- vernäht ist.
Es kann jedoch auch direkt ein Textilteil in Strumpfform hergestellt werden, der dann über den Leisten gezogen wird. Dieser Strumpf wird besonders dann eingesetzt werden, wenn durch eine extreme Leistenausbildung ein darüber gezogener Schlauch nicht mehr in allen Abschnitten anliegt.
Die Fig. 3 und 4 zeigen einen Leisten auf welchem ein Schaftrohling aus lederartigem Material aufgezogen ist. Dieser Schaftrohling besteht aus zwei rechts und links an den Leisten angelegten Abschnitten - -13--, die durch eine Naht --14-- im Rist- und Zehenabschnitt und durch eine Naht-15--im
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Fersenabschnitt miteinander vernäht sind. Die Teile--13--sind ausserdem durch Nähte--16 und 17--mit einer Innensohle--18--vernäht, wie in Fig. 3 dargestellt ist. Entsprechend einer besonderen Ausgestaltung des Schuhschaftes können in an sich bekannter Weise auch mehrere Abschnitte miteinander vernäht sein.
Die Fig. 5 zeigt einen Leisten mit aufgezogenem Schuhoberteil-19--, der mit einer Innensohle --20-- versehen ist, und an welchem eine Aussensohle-21-angespritzt ist. Der Leisten-l'-und die Sprühdüse--22--sind an eine elektrostatische Spannungsquelle --23-- angeschlossen. Um während des Sprühvorganges eine Beschichtung der Aussensohle-21-zu vermeiden und den Sprühnebel-24-exakt
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Durch eine besondere Ausbildung der Isolierschicht --25-- kann die elektrostatische Aufladung am Schuhoberteil so ausgebildet sein, dass in den oberen Abschnitten eine stärkere elektrostatische Aufladung erfolgt und so ein kontinuierlicher Übergang in der Farbtönung von unten nach oben bei der Lackierung erfolgt.
Die Fig. 6 zeigt einen mit einem Schuhoberteil-19-überzogenen Leisten-l-knapp nach der Anspritzung der Sohlen --21-- in der Spritzgiessform-26--. Die Oberfläche-27-der Spritzgiessform --26-- ist mit einer Folie--28--beschichtet, welche während des Sprühvorganges eine Verschmutzung der Oberfläche --27-- durch das Sprühmittel-24-verhindert. An Stelle der Folie --28-- kann die Oberfläche jedoch auch mit einem Trennmittel bestrichen sein oder eine leicht lösbare Beschichtung aufweisen.
Bedingt durch die zwischen Sohle--21--und Oberleder--19--anliegenden Formlippen--33--wird ein schmaler Streifen des Oberleders--19-im unmittelbaren Bereich der Sohle --21-- nicht besprüht. Dieser kann nach der Entformung mit einem schmalen Pinsel eingestrichen werden. Es kann aber auch ein schmales Rad verwendet werden, dessen Umfangskante mit Farbe eingestrichen wird und das man über den zu beschichtenden Abschnitt abrollen lässt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Schuhen durch Aufbringen einer Sohle auf einen Schuhoberteil,
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dessen Oberfläche sich noch in einem gegenüber dem vorgesehenen Besohlungsmaterial haftfreundlichen Zustand befindet, worauf er mit der Sohle durch Anformen dieser, z. B. im Spritzgiessverfahren versehen und anschliessend durch Aufbringen einer Deckschicht auf den Schuhoberteil fertiggestellt wird, wonach der Schuh gegebenenfalls mit einem an sich bekannten Lackfinish versehen wird.
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