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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Nivellieren von Gleisen in aufeinanderfolgenden
Arbeitszyklen, von denen sich jeder auf die Nivellierung eines wenigstens drei aufeinanderfolgende Schwellen enthaltenden Gleisabschnittes erstreckt, und bei dem in jedem Arbeitszyklus diese Schwellen unterstopft werden, nachdem sie auf eine solche Höhe angehoben wurden, dass in ihrem Bereich die auf ihnen gelagerten Schienen die vorbestimmte gewünschte Höhenlage annehmen.
Die Erfindung erstreckt sich ferner auch auf eine Maschine zur Durchführung des eingangs genannten
Verfahrens. Diese Maschine besitzt eine zwei Gruppen zu je mindestens zwei Stopfwerkzeugen enthaltende
Gleisstopfeinrichtung, von denen eine Stopfwerkzeuggruppe zur Bearbeitung des mittleren Teiles des zu nivellierenden Gleisabschnittes und die andere zur Bearbeitung der Endabschnitte desselben eingerichtet ist, und jede dieser beiden Gruppen eine eigene Betätigungseinrichtung aufweist, und ausserdem eine in
Maschinenvorschubrichtung vor der Gleisstopfeinrichtung angeordnete Gleishebeeinrichtung vorgesehen ist, welche durch eine die Nivellierung in Längsrichtung überwachende Steuereinrichtung gesteuert ist, von der wenigstens ein die Höhenlage wenigstens einer Schiene abfuhlender Schienenabtaster zwischen den
Stopfwerkzeugen angeordnet ist.
Bei allen bisher bekannten Verfahren zum Nivellieren von Gleisen in Zonen, die jede wenigstens drei
Schwellen aufweist, treten grosse Schwierigkeiten auf, die hauptsächlich auf die sich bei der Hebung des Gleises ergebende Wellenwirkung zurückzuführen sind.
In der Tat muss zur Nivellierung jeder Zone das gesenkte Gleis wieder angehoben werden, wobei es infolge der Form der beim Heben des Gleises hervorgerufenen Wellenwirkung nicht möglich ist, das Gleis in der gesamten Zonenlänge auf die gewünschte Höhe zu bringen.
Man hat versucht, diesen Nachteil dadurch zu beheben, indem die Anzahl der Hebungspunkte für jede zu nivellierende Zone vermehrt wurde. Es ist sogar ein Kräftepaar am Gleis erzeugt worden, dies mittels eines
Gleiszangensatzes, wobei die einen Zangen eine Zieh- und die andern eine Stosswirkung ausüben, derart, dass die gesamte Zone auf die gewünschte Höhe gebracht werden kann. Diese Ausführungen sind jedoch kompliziert und die in den Gleisen erzeugten Spannungen sind zu beträchtlich, insbesondere beim zweitgenannten Fall.
Die Erfindung bezweckt die Behebung der genannten Nachteile.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nun dadurch gekennzeichnet, dass zur Verhinderung übermässiger
Spannungen in den Schienen bei Anhebung des ganzen zu nivellierenden Gleisabschnittes auf die gewünschte
Höhenlage, in jedem Arbeitszyklus das Gleis in einem in Fortschreitrichtung der Arbeiten vor dem zu nivellierenden Gleisabschnitt befindlichen Punkt angehoben wird, bis ein mittlerer Punkt dieses Gleisabschnittes auf die gewünschte Höhe angehoben worden ist, sodann der Schotter unter einer im Bereich dieses mittleren Punktes liegenden Schwelle zu deren Festlegung verdichtet wird, sodann der zuerst angehobene Punkt gesenkt wird, derart,
dass die beiden Endteile des zu nivellierenden Gleisabschnittes unter Überwachung der
Schwenkbewegung um den vorher festgelegten mittleren Punkt auf die gewünschte Höhe gebracht werden und dass schliesslich der Schotter unterhalb der im Bereich der Endteile befindlichen Schwellen verdichtet wird.
Die Maschine gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Hebeeinrichtung sowohl zum Heben als auch zum zwangsläufigen Senken in vertikaler Richtung fähig ist, und ein erster Schienentaster des Längsnivellier-Steuersystems im Bereich der den mittleren Teil des zu nivellierenden Gleisabschnittes bearbeitenden Werkzeuggruppe zur Überwachung der dort auftretenden Hebebewegungen und ein auf die gleiche Schiene gerichteter zweiter Schienenabtaster im Bereich der einen der Endabschnitt bearbeitenden Werkzeuggruppe angeordnet ist, der die Schwenkbewegung des Gleises im Augenblick seines Absenkens überwacht und die Hebeeinrichtung zur Einstellung der Endabschnitte der zu nivellierenden Zone in die gewünschte Höhenlage steuert.
Die Vorteile der Erfindung liegen in der Vermeidung der bei den bekannten Verfahren bestehenden Nachteile. So wird bei der Anhebung des Gleises an einem einzigen Punkt im Gleis eine Welle ausgebildet, deren eigenartige Form es unmöglich macht, die Schienen des betreffenden Gleisabschnittes über seine ganze Länge auf die gewünschte Höhenlage zu bringen. Gerade diese Wellenbildung macht sich die Erfindung zunutze, um die Nachteile bisher üblicher Methoden zu beseitigen, die, wie bekannt, mehrere Hebeeinrichtungen zur Anhebung des Gleises an mehreren Punkten in die gewünschte Höhenlage benutzen, oder auch in der zu nivellierenden Zone Kräftepaare einsetzen, um der Wellenformung entgegenzutreten.
Diese Methoden sind durchwegs umständlich und überdies wegen der in den Schienen dabei erzeugten Spannungen gefährlich. Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird je Zone über ihre ganze Länge in jedem Arbeitszyklus nivelliert, ohne dass zu grosse Spannungen in der Schiene hervorgerufen werden. Die Maschine nach der Erfindung stellt eine zweckmässige und einfache Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dar.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel einer Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dargestellt. Es zeigen : Fig. l die Einrichtung während der ersten Arbeitsphase, Fig. 2 die Bewegung der Welle bei der Hebung des Gleises in dieser ersten Phase, Fig. 3 die gleiche Einrichtung in der zweiten Arbeitsphase und Fig. 4 die Schwenkbewegung des während der zweiten Arbeitsphase gesenkten Gleises.
In den Zeichnungen sind, zwecks besserer Übersicht, lediglich die erfindungswesentlichen Teile der
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Anordnung dargestellt. Die Abstände der verschiedenen Höhenlagen des Gleises sindabsichtlich übertrieben gross dargestellt, um die Bewegungen des Gleises besser zu veranschaulichen. Die in den vier Figuren dargestellten Elemente weisen dieselben Bezugsziffern auf.
In den Fig. l und 3 ist eine Nivellier-Stopfmaschine mit zwei Achsen--2 und 3--dargestellt, welche mit Hebemitteln-4-für das Gleis-5-, sowie mit Stopfwerkzeugen-6, 7,8 und 9-versehen ist. Diese Werkzeuge sind für jede Schiene des Gleises auf einen höhenverstellbaren Träger --10-- angeordnet. Diese Vorrichtungen sind an sich bekannt und von konventioneller Bauart.
Einzig die Vorrichtung zum Betätigen der Stopfwerkzeuge, die im vorliegenden Fall aus zwei unabhängigen Betätigungsorganen besteht, wobei das eine auf die äussere Werkzeuggruppe-6 und 9-wirkt, während das andere auf die mittlere Werkzeuggruppe--7 und 8-wirkt, unterscheidet sich von bekannten Vorrichtungen dieser Art.
Die Anordnung weist im weiteren eine Nivelliervorrichtung an sich bekannter Bauart auf ; im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Vorrichtung mit einem Sender--12--, der Leuchtstrahlen-11--aussendet und dadurch den Hebevorgang des Gleises mittels von einem Empfänger aufgenommenen Signalen steuert, dies in
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--14-- eines übertragers --15--,abgestützten Gleises mittels eines Tasters feststellt.
Aus den beiden Zeichnungen ist im weiteren eine zweite Übertragungsvorrichtung--14', 15'und 16'-ersichtlich, die punktiert dargestellt ist. Diese Vorrichtung ist allerdings nicht unentbehrlich, doch kann sie im Rahmen eines Verfahrens von Nutzen sein, wenn es erforderlich ist, die Schwenkbewegung des Gleises zu überwachen, wie dies nachfolgend näher erläutert wird.
Die Anwendung des Verfahrens in einer bevorzugten Ausführungsform und mit Hilfe dieser Anordnung ist durch die vier Figuren verständlich gemacht und wird im besonderen mit Hilfe der Fig. 2 und 4 näher erläutert, welche Zeichnungen von vorne nach hinten und in Arbeitsrichtung (Pfeil) gesehen, folgende wesentliche Punkte veranschaulichen : A-Abstützpunkt der Hinterachse--2--der Maschine ;
B-Gerade der hinteren Schwelle der zu nivellierenden Zone ;
C-Gerade der mittleren Schwelle und Abtastpunkt des Übertragers--15-- ;
D-Gerade der vorderen Schwelle (und Abtastpunkt des eventuell vorgesehenen Übertragers-15'-) ; E-Hebepunkt am vorderen Ende der Schwellen der zu nivellierenden Zone ; H-Abstützpunkt der Vorderachse-3--.
Die Maschine wird am Anfang des zu nivellierenden Abschnittes in Arbeitslage gebracht. Die Nivellierung
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Erste Arbeitsphase : (Fig. l und 2)
Das Gleis wird bis zum Punkt-E-gehoben, dies mit Hilfe der Hebevorrichtung-4-, bis der Punkt --C-- die gewünschte Höhe erreicht hat, wie dies hier durch die Gerade--XY--dargestellt ist, welche parallel zu dem von der Nivelliervorrichtung umschriebenen Radius-11-verläuft.
Das Gleis wird in dieser Höhe festgelegt und der verstellbare Träger --10-- gesenkt, wodurch die vier Werkzeuggruppen in den Schotter eintauchen. Dabei werden einzig die Werkzeuge-7 und 8-der mittleren Gruppe auf die mittlere Schwelle (Punkt-C-) geschlossen und verdichten den unter dieser Schwelle liegenden Schotter, wodurch eine Abstützung in diesem Punkt erreicht wird.
Zweite Arbeitsphase (Fig. 3 und 4)
Das Gleis wird auf den Punkt--E--gesenkt, beispielsweise durch Lösung der Hebevorrichtung-4--.
Durch die Schwenkwirkung am Abstützpunkt--C--, der in der ersten Arbeitsphase erzielt worden ist, wird die Höhe des Gleises in den Punkten--B und D-sehr genau der Höhe im Punkt-C-angepasst. Hernach werden die beiden benachbarten Schwellen gestopft, wobei die hintere Schwelle--B--mit den Werkzeugen - 6 und 7-und die vordere Schwelle am Punkt--D--mit den Werkzeugen--8 und 9-bearbeitet werden, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Dies erfolgt durch gleichzeitige Betätigung der unabhängigen Steuerorgane der beiden Werkzeuggruppen.
Es ist klar, dass beim Senken des Gleises dieses eine Lage einnehmen könnte, welche höher oder tiefer gelegen ist, als die am vorderen Punkt--D--gewünschte Höhe, dies infolge der Schwenkwirkung und damit verbundenen möglichen Hebung des hinteren Punktes-B-. Aus diesem Grunde ist vorgesehen, diese Senkung
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(punktiert dargestellt) zu überwachen, welcher Übertrager mittels der auf den Empfänger-13-wirkenden Organe die Hebevorrichtung --4-- des Gleises steuert.
In diesem Fall, sind die beiden Mantel-14 und 14'-und Organe des Empfängers-13-zweckmässig und in an sich bekannter Weise angeordnet und die Hebevorrichtung arbeitet in vertikaler Richtung mit Doppeleffekt derart, dass, wenn dies erforderlich ist, eine in bezug auf den Punkt-D-gegensinnig wirkende Kraft ausgeübt wird, um die gewünschte Höhe während des Stopfens der beiden Schwellen der Punkte-B und D-beibehalten zu können.
Es sind im Rahmen des Erfindungsgedankens auch andere Ausführungsvarianten denkbar.
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So könnte die Schotter-Stopfvorrichtung, in Längsrichtung zum Gleis, Gruppen von zwei Werkzeugen aufweisen, die je eine Schwelle umfassen, wobei diese Werkzeuge auf voneinander unabhängige Träger montoert sein könnten. Auch könnte die zu nivellierende Zone mehr als nur drei Schwellen umfassen, dies unter der Voraussetzung, dass die Anzahl der Stopfwerkzeuge entsprechend erhöht wird. Auch muss die Arbeitsweise dieser Werkzeuge im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens liegen, somit eine Nivellierung einer Gleiszone in zwei Arbeitsphasen mit gleichen Arbeitszyklen ermöglichen, ohne die Maschine längs des Gleises verschieben zu müssen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Nivellieren von Gleisen in aufeinanderfolgenden Arbeitszyklen, von denen sich jeder auf die Nivellierung eines wenigstens drei aufeinanderfolgende Schwellen enthaltenden Gleisabschnittes erstreckt, und bei dem in jedem Arbeitszyklus diese Schwellen unterstopft werden, nachdem sie auf eine solche Höhe angehoben wurden, dass in ihrem Bereich die auf ihnen gelagerten Schienen die vorbestimmte gewünschte
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den Schienen bei Anhebung des ganzen zu nivellierenden Gleisabschnittes auf die gewünschte Höhenlage, in jedem Arbeitszyklus das Gleis in einem in Fortschreitrichtung der Arbeiten vor dem zu nivellierenden Gleisabschnitt befindlichen Punkt (E) angehoben wird, bis ein mittlerer Punkt (C) dieses Gleisabschnittes auf die gewünschte Höhe (x, y) angehoben worden ist,
sodann der Schotter unter einer im Bereiche dieses mittleren Punktes (C) liegenden Schwelle zu deren Festlegung verdichtet wird, sodann der zuerst angehobene Punkt (E) gesenkt wird, derart, dass die beiden Endteile (B, D) des zu nivellierenden Gleisabschnittes unter Überwachung der Schwenkbewegung um den vorher festgelegten mittleren Punkt (C) auf die gewünschte Höhe gebracht werden und dass schliesslich der Schotter unterhalb der im Bereich der Endteile befindlichen Schwellen verdichtet wird.