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Die Erfindung geht von einem Verfahren zur Beseitigung von Müll, insbesondere Hausmüll, durch
Kompostierung aus, wobei nach einer Zerkleinerung der stückigen Grobbestandteile des Rohmülls auf eine mittlere Grösse zwischen 5 bis 10 cm dieser Müll zur bakteriellen (mikrobiellen) aeroben Fermentation mit einem
Feuchtigkeitsgehalt zwischen 40 bis 60% in Mieten gelagert und anschliessend deponiert wird und/oder durch
Aussiebung, Magnetscheidung, Sichtung, Klassifizierung od. dgl. kollektive und/oder selektive Aufbereitung- vorgänge von seinen für die Verwendung als Bodenverbesserungs- oder Düngemittel unbrauchbaren Bestandteilen befreit, zerkleinert und homogenisiert wird.
Ein solches Verfahren zur Kompostierung von Müll ist aus der österr. Patentschrift Nr. 292040 bekannt geworden. Diesem vorbekannten Verfahren zufolge wird zuerst der Feinanteil der zu kompostierenden
Haushaltabfälle mit Korngrössen unterhalb 35 mm abgetrennt, der verbleibende Grobanteil wird auf eine
Korngrösse von 60 bis 80 mm zerkleinert und sodann werden die beiden Fraktionen (Grob- und Feinanteil) wieder miteinander vereinigt, um der Fermentation zugefügt zu werden.
Diese Vorgangsweise ist mit einem grossen zeitlichen und maschinellen Aufwand verknüpft und die
Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass es einer Fraktionierung des Rohmülls nicht bedarf, dass es vielmehr im
Interesse einer weitestgehenden Vermengung der Grobbestandteile mit den Feinbestandteilen vorzuziehen ist, die
Zerkleinerung der ersteren im Verband mit den letzteren durchzuführen. Aus dieser weitgehend innigen
Vermengung resultieren dann nämlich-im Zuge der Fermentation-diejenigen Eigenschaften des aufbereiteten
Mülls, die für die Qualität des fermentierten Endproduktes massgeblich und wirtschaftlich wertvoll sind.
Erfindungsgemäss erfolgt demnach die Zerkleinerung der Grobbestandteile des Mülls durch Verarbeitung des unaufbereiteten, unfraktionierten Rohmülls, wobei die zu zerkleinernden Grobbestandteile des Mülls gemeinsam mit den Feinbestandteilen chargenweise oder kontinuierlich durch eine Zerkleinerungsvorrichtung hindurchgeführt werden.
Durch die besonders innige Vermengung der unsortierten Grob- und Feinbestandteile des Mülls wird eine optimal starke Belüftung des letzteren erzielt, damit wird ein schnellerer Temperaturanstieg im Verlauf der
Fermentation, und zwar schon innerhalb von zwei bis drei Tagen, gewährleistet und damit eine raschere
Pasteurisierung des gesamten Müllgmenges erzielt, wobei aus dem Temperaturanstieg eine rasche Abtötung allfälliger im Müll enthaltener pathogener Keime resultiert. Einer Grundwassergefährdung, die sich durch ein mit solchen pathogenen Keimen verseuchtes Sickerwasser ergeben könnte, wird dadurch zuverlässig vorgebeugt.
Erfahrungsgemäss kann durch die dem erfindungsgemässen Verfahren zu verdankende gute Vermischung des
Grob- und Feinmülls schon in der Zerkleinerungsvorrichtung die Rotte-Dauer des ungesiebten Mülls bei anschliessender Deponierung auf drei bis vier Monate gesenkt werden.
Bei der Verrottung erfolgt anfangs neben der Pasteurisierung auch der Grossteil des Abbaues der organischen Substanzen, mit Ausnahme allerdings des Abbaues der Zellulose, die erst später abgebaut wird.
Bei der Verwendung des fermentierten Mülls als Kompost bzw. Düngemittel ist aber der abgebaute Zelluloseanteil als Organsubstanzträger von grosser Bedeutung, wogegen bei der Deponierung neben der Volumsverringerung vor allem Forderungen der Hygiene im Vordergrund stehen. Das erfindungsgemässe Verfahren gestattet durch die Herabsetzung der Verrottungsdauer auf etwa drei bis vier Monate eine befriedigende und besonders wirtschaftliche Erfüllung beider Forderungen.
Die Erfindung erstreckt sich ferner auf eine Anlage zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, und zwar umfasst diese Anlage einen Sammelbehälter (Bunker) für den zugeführten Rohmüll, zumindest eine diesem Sammelbehälter nachgeordnete Zerkleinerungsvorrichtung, vorzugsweise eine Prall- oder Hammermühle, eine Lagerfläche für die aus dem zerkleinerten, aufbereiteten Müll bestehende Einzel- oder Flächenmiete sowie gegebenenfalls eine als zweite Anlagenstufe nachschaltbare, vorzugsweise mit einer Siebvorrichtung kombinierte Zerkleinerungsvorrichtung, z. B. ein Raspelsieb oder eine Mühle, zur Zerkleinerung der brauchbaren Bestandteile des verrotteten Mülls anlässlich der Ausscheidung der unbrauchbaren Bestandteile zwecks Homogenisierung des Endproduktes auf eine maximale Teilchengrösse.
Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Anlage, an Hand dessen sich auch das erfindungsgemässe Verfahren erläutern lässt, ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.
Von den Müllsammelwagen--l--wird der Müll--2--in den Bunkern--3--deponiert und wird mittels Greifern--4--od. dgl. Fördervorrichtungen über eine Aufgabevorrichtung--5--einem Förderband --6-- zugeführt, das ihn zu einer Mühle--7--, z. B. einer Hammermühle, fördert.
Feinmüll und vermahlener Grobmüll gelangen nun gemeinsam mittels nicht dargestellter, beliebiger Förderhilfsmittel auf die Flächenmieten --8--, U. zw. mit einem Feuchtigkeitsanteil zwischen 50 und 60%. Dieser Feuchtigkeitsanteil kann durch Hinzufügung von Wasser oder-noch besser-durch Hinzufügung von Klärschlamm auf die erforderliche Höhe gebracht werden. Hiefür kann zwischen Mühle--7--und den Flächenmieten --8-- eine Mischvorrichtung vorgesehen werden. In den Mieten--8--wird dieser Feuchtigkeitsgehalt auf seinem optimalen Wert beibehalten ; bei extrem trockener Witterung können die Mieten --8-- nötigenfalls mit Wasser besprüht werden.
Nach etwa vier bis acht Monaten ist der Verrottungsprozess beendet und alle organischen Bestandteile des Mülls der Flächenmieten --8-- sind fermentiert und hygienisiert. Dieser so verrottete Müll kann sofort und ohne Schädigung der Umwelt deponiert werden.
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In einer zweiten Anlagestufe kann darüber hinaus die Aufbereitung des Mülls zu Feinkompost erfolgen.
Hiezu wird der Müll über Förderbänder--9 und 10--einer Siebvorrichtung--11--aufgegeben, in welcher die für seine Verwendung als Düngemittel unbrauchbaren Bestandteile ausgeschieden werden. Diese Aufbereitung des verrotteten Mülls kann auch einen Magnetabschneider--12--umfassen, welcher dem Sieb vor-oder
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gegebenenfalls einer Nachverrottung unterworfen ist.
Von dieser Lagerstätte aus oder auch unmittelbar vom Förderband --17-- gelangt der verrottete, in der zweiten Anlagestufe aufbereitete Müll (Feinkompost) gegebenenfalls über eine Wiegevorrichtung-18-, die eine oder mehrere Dosiereinrichtungen--19--zur Beimengung von die Düngemittelwirkung begünstigenden Stoffen zu einer Absackeinrichtung-20--, sofern eine solche Anreicherung und solche Verpackung erwünscht sind.
Die für die Aufbereitung des Mülls in der zweiten Anlagestufe vorgesehenen Einrichtungen können ganz oder teilweise entfallen, insbesondere dann, wenn der Müllanfall saisonbedingten starken Schwankungen unterworfen ist, z. B. in Fremdenverkehrsgebieten. Durch Variation der Drehzahl und/oder der Hämmerzahl der Zerkleinerungsvorrichtungen können die für die Müllaufbereitung vorgesehenen Einrichtungen kurzfristig zur Aufbereitung des verrotteten Mülls adaptiert und verwendet werden. Die unbrauchbaren, ausgeschiedenen Bestandteile des Mülls können im Rahmen der Erfindung derart nachbehandelt werden, dass auch sie verwertbar werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beseitigung von Müll, insbesondere Hausmüll, durch Kompostierung, wobei nach einer Zerkleinerung der stückigen Grobbestandteile des Rohmülls auf eine mittlere Grösse zwischen 5 bis 10 cm dieser Müll zur bakteriellen (mikrobiellen) aeroben Fermentation mit einem Feuchtigkeitsgehalt zwischen 40 bis 60% in Mieten gelagert und anschliessend deponiert wird und/oder durch Aussiebung, Magnetscheidung, Sichtung, Klassifizierung od. dgl.
kollektive und/oder selektive Aufbereitungsvorgänge von seiner für die Verwendung als Bodenverbesserungs-oder Düngemittel unbrauchbaren Bestandteilen befreit, zerkleinert und homogenisiert wird,
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des unaufbereiteten, unfraktionierten Rohmülls erfolgt, wobei die zu zerkleinernden Grobbestandteile des Mülls gemeinsam mit den Feinbestandteilen chargenweise oder kontinuierlich durch eine Zerkleinerungsvorrichtung hindurchgeführt werden.
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