AT3361U1 - Euterpapierspender - Google Patents
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Abstract
Ein Euterpapierspender (1) besteht aus einem mittels eines Klappdeckels (3) verschließbaren Behälter (2) zur Aufnahme einer Desinfektionsflüssigkeit und einer Euterpapierrolle (8), wobei die Papierbahn (15) von der außerhalb des Flüssigkeitsbades (9) drehbar gelagerten Euterpapierrolle (8) über eine Umlenkwalze (11) durch das Flüssigkeitsbad (9) hindurch und anschließend über eine Abziehkante (15) des der Klappachse (A) des Klappdeckels (3) gegenüberliegenden Behälterrandes aus dem Behälter (2) herausgeführt ist. Um ein einfaches Hantieren bei sicherer Befeuchtung des Euterpapiers zu gewährleisten, ist der Behälter (2) durch eine Trennwand (4) zwischen Klappachse (A) und Abziehkante (5) in zwei Kammern (6, 7) unterteilt, von denen die klappachsenzugewandte Kammer (6) die Rollenlagerung (13) aufweist und die abziehkantenzugewandte Kammer (7) das Flüssigkeitsbad (9) bildet, wobei die Umlenkwalze (11) zur Papierbahnführung am freien Ende eines an der Unterseite des Klappdeckels (3) angelenkten, bei geschlossenem Deckel in das Flüssigkeitsbad (9) eintauchenden Tragarmes (10) sitzt.
Description
AT 003 361 Ul
Die Erfindung bezieht sich auf einen Euterpapierspender, bestehend aus einem mittels eines Klappdeckels verschließbaren Behälter zur Aufnahme einer Desinfektionsflüssigkeit und einer Euterpapierrolle, wobei die Papierbahn von der außerhalb des Flüssigkeitsbades drehbar gelagerten Euterpapierrolle über eine Umlenkwalze durch das Flüssigkeitsbad hindurch und anschließend über eine Abziehkante des der Klappachse des Klappdeckels gegenüberliegenden Behälterrandes aus dem Behälter herausgeführt ist.
Um den steigenden Qualitätsanforderungen bei Rohmilch zu genügen, ist bei der Milchgewinnung auf größte Sorgfalt und Sauberkeit zu achten, wobei der Zitzenreinigung vor dem Melken besondere Bedeutung zukommt, da mit dem Milchfluß im Melkbecher Keimbelastungen od. dgl. von der Zitze eingespült werden können, wodurch nicht nur eine Beeinträchtigung der Milchqualität, sondern auch eine Keimübertragung von erkrankten auf gesunde Tiere zu befürchten wären. Zur hygienischen Zitzenbehandlung vor dem Melken hat sich grundsätzlich das Zitzenreinigen mit feuchtem, desinfizierendem Euterpapier bewährt, das neben dem keimtötenden Effekt eine schmutzablösende Wirkung durch das Tensid der Desinfektionslösung und einen mechanischen Abrieb durch die Papierstruktur mit sich bringt. Entscheidend dabei sind die umfassende und schnelle Wirksamkeit sowie Unbedenklichkeit des Desinfektionsmittels, die naßfeste, gut strukturierte Qualität des Euterpapiers und nicht zuletzt der praxisgerechte Euterpapierspender. 2 AT 003 361 Ul
Aus der AT 370.942 B ist bereits eine Vorrichtung zum Bereithalten und Befeuchten von Papierlappen zur hygienischen Euterreinigung bekannt, bei der zwar ein Behälter für eine Desinfektionsflüssigkeit vorgesehen ist, in dem oberhalb des Flüssigkeitsspiegels eine Euterpapierrolle lagert, von der aus die Papierbahn über eine lose schwimmende Umlenkwalze durch das Flüssigkeitsbad hindurch und dann aus dem Behälter herausgeführt wird, doch kann es wegen dieser losen Umlenkwalze zu Unregelmäßigkeiten und Störungen beim Papierabzug kommen. Außerdem ist das Euterpapier innerhalb des Behälters den verdunstenden Bestandteilen des Desinfektionsmittels ausgesetzt und wird beim Bewegen des Behälters und beim unvorsichtigen Abziehen der Papierbahn mit Desinfektionsflüssigkeit bespritzt und auch das Auswechseln der Euterpapierrollen ist auf Grund des Hantierens mit der losen Umlenkwalze recht umständlich. Dazu kommt noch, daß der die Papierrolle und die Desinfektions-fiüssigkeit gemeinsam aufnehmende Behälterraum aus Dimensionierungsgründen nur den Einsatz verhältsnismäßig kleiner Euterpapierrollen erlaubt, was ein häufiges Rollenwechseln erfordert.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Euterpapierspender der eingangs geschilderten Art zu schaffen, der sich durch seine einfache Handhabung, seine schonende Euterpapierbevorratung, seine sichere Tränkung des Euterpapiers mit Desinfektionsflüssigkeit und seine einwandfreien Papierabzieh- und -abreißeigen-schaften auszeichnet.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß der Behälter durch eine Trennwand zwischen Klappachse und Abziehkante in zwei Kammern unterteilt ist, von denen die klappachsenzugewandte Kammer, die Papierkammer, die Rollenlagerung aufweist und die abziehkantenzugewandte Kammer, die Flüssigkeitskammer, das Flüssigkeitsbad bildet, und daß die Umlenkwalze zur Papierbahnführung am freien Ende eines an der Unterseite des Klappdeckels angelenkten, bei geschlossenem Deckel in das Flüssigkeitsbad eintauchenden Tragarmes sitzt. Durch die Zuordnung jeweils eigener Kammern für die Papierrollenaufnahme einerseits und die Flüssigkeitsbadausbildung anderseits wird eine sichere und gut geschützte Aufbewahrung und Bereithaltung der Euterpapierrolle gewährleistet und beim Abziehen der Papierbahn auf Grund der ortsfest innerhalb des Fiüssigkeitsbades angeordneten Umlenkwalze für eine stets gleichmäßige Befeuchtung und Tränkung der jeweils abgezogenen Papierbahnabschnitte 3 AT 003 361 Ul gesorgt. Zum Rollenwechseln braucht lediglich der Klappdeckel geöffnet zu werden, womit auch der Tragarm mit der Umlenkwalze aus dem Flüssigkeitsbad herausschwenkt und beide Kammern frei zugänglich sind. Die neue Rolle kann nun mit einem Handgriff in die Rollenlagerung der Papierkammer eingelegt und der Anfang der Papierbahn über die Flüssigkeitskammer und die Abziehkante vorgezogen werden, worauf beim Schließen des Klappdeckels der in die Flüssigkeitskammer eingreifende Tragarm mit seiner Umlenkwalze auch die Papierbahn mitnimmt und in das Flüssigkeitsbad eintaucht.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Trennwand und/oder die Kammerböden mit einer Heizeinrichtung ausgestattet sind, wofür sich speziell 12 Volt-Heizplatten eignen. Damit kann das Flüssigkeitsbad bei gleichzeitiger Vorwärmung der Papierrolle auf beispielsweise 60° Konstanttemperatur erwärmt werden, so daß sich bei der Anwendung des feucht-warmen Euterpapieres die Effektivität der bakteriziden Wirkung stark steigert, was deshalb wichtig ist, weil der zur Verfügung stehende Zeitraum zwischen Vorreinigung und Milchfluß meist höchstens 30 Sekunden beträgt und die Wirkung innerhalb dieser Zeitspanne eintreten muß. Die Erwärmung verbessert außerdem die schmutzablösenden Eigenschaften des getränkten Euterpapiers und vor allem wird auch die Bereitschaft der Kuh zur Milchabgabe beim anschließenden Melken durch die Manipulation mit feucht-warmen Mitteln beträchtlich gefördert. Nicht zuletzt ist in der kalten Jahreszeit auch für den Anwender das Hantieren mit einem feucht-warmen Papierabriß angenehmer und steigert die Anwendungssorgfalt.
Sind die Oberkante der Trennwand und die Abziehkante mit Führungsrollen für die Papierbahn bestückt, denen am Klappdeckel befestigte, im Abziehsinne ausgerichtete Abstreifer zugehören, wird nicht nur das Abziehen der Papierbahn erleichtert, sondern es ergibt sich durch die Abstreifer auch ein sicherer Flüssigkeitsabschluß zwischen den beiden Kammern und es kommt zu einem Rückfließen abtropfender Desinfektionsflüssigkeit oder Kondensats in das Flüssigkeitsbad. Außerdem bilden die Abstreifer zusammen mit den Führungsrollen Rücklaufbremsen für die Papierbahn, so daß ein ungewolltes Zurückziehen der Papierbahn aus dem Abziehkantenbereich verhindert wird. 4 AT 003 361 Ul
Um von der abgezogenen Papierbahn auch ohne Perforationen entsprechende Papierlappen abreißen zu können, übergreift der Klappdeckel die Abziehkante mit einer Abreißkante, wodurch jederzeit eine saubere Abtrennung von Papierstücken entlang der Abrißkante möglich ist.
Besteht die Rollenlagerung aus einem eine konkave Gleitfläche bildenden Einsatz für die Papierkammer, entsteht eine einfache Lagerung zur Aufnahme von Euterpapierrollen unterschiedlich großer Durchmesser, da diese Rollen lediglich auf der konkaven Gleitfläche des Einsatzes aufliegen und beim Abziehen der Papierbahn lose in der durch die Gleitfläche gegebenen Lagerschale abgewälzt werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise an Hand eines schematischen Querschnittes näher veranschaulicht.
Ein Euterpapierspender 1 besteht aus einem Behälter 2, der mittels eines Klappdeckels 3 verschließbar ist. Der Behälter 2 wird durch eine Trennwand 4, die zwischen der Klappachse A des Klappdeckels 3 und einer Abreißkante 5 des der Klappachse A gegenüberliegenden Behälterrandes verläuft, in zwei Kammern 6, 7 unterteilt, von denen die klappachsenzugewandte Kammer 6, die Papierkammer, eine Lagerung für eine Euterpapierrolle 8 aufnimmt und die abziehkantenzugewandte Kammer 7, die Flüssigkeitskammer, eine Bad 9 aus einer Desinfektionsflüssigkeit bildet. Am Klappdeckel 3 ist oberhalb der Flüssigkeitskammer 7 ein Tragarm 10 angelenkt, an dessen unterem, in das Flüssigkeitsbad 9 eintauchendem Ende eine Umlenkwalze 11 zur Papierbahnführung sitzt. Führungsstifte 12 verhindern dabei ein Anlegen der Umlenkwalze 11 bzw. der Papierbahn an den Badseitenwänden. Zur Lagerung der Euterpapierrolle 8 ist in der Rollenkammer 6 ein eine konkave Gleitfläche 13 bildender Einsatz 14 vorgesehen, so daß Rollen unterschiedlichen Durchmessers in die Rollenkammer 6 eingesetzt und hier drehbar aufgenommen werden können.
Von der Euterpapierrolle 8 wird die Papierbahn 15 über Führungsrollen 16, 17 im Bereich der Oberkante der Trennwand 4 einerseits und im Bereich der Abrißkante 5 anderseits sowie innerhalb der Flüssigkeitskammer 6 um die Umlenkwalze 11 herumgeführt, so daß diese Papierbahn beim Entnehmen zuerst durch das Flüssigkeitsbad 9 hindurch und dann aus dem Behälter 2 herausgezogen wird, wodurch eine Tränkung 5 AT 003 361 Ul der Papierbahn mit Desinfektionsflüssigkeit kurz vor dem Abreißen von Papierlappen zur Euterreinigung erfolgt. Mit den Führungsrollen 16, 17 wirken am Deckel 3 befestigte Abstreifer 18, 19 zusammen, die nicht nur ein ungewolltes Austreten der Desinfektionsflüssigkeit aus der Flüssigkeitskammer 7 verhindern, sondern auch eine Rücklaufbremse für die Papierbahn 15 ergeben und damit ein ungewolltes Zurückziehen der Papierbahn in den Behälter unterbinden. Der Deckel 3 übergreift außerdem die Abziehkante 5 mit einer Abrißkante 20, die ein sauberes Abreißen von Papierlappen von der Papierbahn 15 ermöglicht.
Die Trennwand 4 ist mit einer 12 Volt-Sicherheitsheizung 21 ausgestattet, die sich beispielsweise über einen Stecker 22 an eine 12 Volt-Batterie zur Stromversorgung anschließen läßt. Durch diese Heizung wird unter gleichzeitiger Vorwärmung der Papierrolle 8 das Flüssigkeitsbad 9 erwärmt, so daß das Euterpapier bei der Anwendung zur Zitzenreinigung in einem feucht-warmen Zustand vorliegt, wodurch die Effizienz der Reinigung wesentlich erhöht werden kann.
Zum Wechsel der Euterpapierrollen 8 braucht lediglich der Klappdeckel 3 hochgeklappt zu werden, womit gleichzeitig auch der Tragarm 10 mit der Umlenkwalze 11 aus der Flüssigkeitskammer 7 herausgezogen wird, und der Behälter mit seinen zwei Kammern ist frei zugänglich (strichpunktierte Darstellung). Die neue Rolle 8 wird nun einfach in die Papierkammer 6 eingelegt und die Papierbahn 15 über die Führungsrollen 16, 17 nach außen ein Stück abgezogen, worauf durch Schließen des Klappdeckels 3 die Umlenkwalze 11 auf der Papierbahn aufsetzt, diese mitnimmt und in das Flüssigkeitsbad 9 eintaucht. Der Euterpapierspender 1 ist funktionsbereit. 6
Claims (5)
- AT 003 361 Ul Ansprüche: 1. Euterpapierspender, bestehend aus einem mittels eines Klappdeckels verschließbaren Behälter zur Aufnahme einer Desinfektionsflüssigkeit und einer Euterpapierrolle, wobei die Papierbahn von der außerhalb des Flüssigkeitsbades drehbar gelagerten Euterpapierrolle über eine Umlenkwalze durch das Flüssigkeitsbad hindurch und anschließend über eine Abziehkante des der Klappachse des Klappdeckels gegenüberliegenden Behälterrandes aus dem Behälter herausgeführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (2) durch eine Trennwand (4) zwischen Klappachse (A) und Abziehkante (5) in zwei Kammern (6, 7) unterteilt ist, von denen die klapp-achsenzugewandte Kammer (6), die Papierkammer, die Rollenlagerung aufweist und die abziehkantenzugewandte Kammer (7), die Flüssigkeitskammer, das Flüssigkeitsbad (9) bildet, und daß die Umlenkwalze (11) zur Papierbahnführung am freien Ende eines an der Unterseite des Klappdeckels (3) angelenkten, bei geschlossenem Deckel in das Flüssigkeitsbad (9) eintauchenden Tragarmes (10) sitzt.
- 2. Euterpapierspender nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennwand (4) und/oder die Kammerböden mit einer Heizeinrichtung (21) ausgestattet sind.
- 3. Euterpapierspender nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberkante der Trennwand (4) und die Abziehkante (5) mit Führungsrollen (16, 17) für die Papierbahn (15) bestückt sind, denen am Klappdeckel (3) befestigte, im Abziehsinne ausgerichtete Abstreifer (18,19) zugehören.
- 4. Euterpapierspender nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Klappdeckel (3) die Abziehkante (5) mit einer Abreißkante (20) übergreift.
- 5. Euterpapierspender nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenlagerung aus einem eine konkave Gleitfläche (13) bildenden Einsatz (14) für die Papierkammer (6) besteht. 7
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1999
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